Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 39-40 (24.9.1931)
- Date
- 1931-09-24
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite '4 Nr. 39 rD L r sI s x! a e l i/ t 24J i SeptembchAlWl als Glied einer großen Familie, deren Obhut in den: Händen bewährter Kräfte liegt. Für das leibliche Wohls ist bestens. gesorgt, und nach gutem Essen verrichtet manj das gemeinsame 'Tischgebet mit doppelter Begeisterung. In weiser Verfügung hat die Frau Oberin angeordnet, daßmacht; jeder! kommt der Reihe nach dran, nur wer?öor der Abreisesteht, kommt bei feinem letzten Essen im Heim außerhalb' der Reihe zur Ehre des Benschens, und etwas wehmütig ertönt der „Schwanengesang" Ms Kollegen, der so viel: Freundschaft und Fürsorge verlassen soll ... ' Ganz besonders schäfte Erinnerungen knüpfewsich an; dieFröitägÄönde:! Nach Schulbesuch -treten wir Mit un-? serers'Oberin, dem Heimweg. an; laute ■ „Gut Schäbbos-s wünscht ertönen} überall! Wir treten frohgemut - in dies vertraüten/Räume ein, in denen sich bald rechte Schab-? bosstimmung, auszubreiten beginnt. . Im - strahlenden Glanze der Schabboslichter ertönt die alte und so leben-: dige Weise des „Scholaum Alechem"; der Senior des; Haues, Dauerinsasse- Herr Wolpert, ,.spricht,das Kiddusch-? gebet. Nach einM-sFreitagäb endessen, /.das die 'vörtreff-? lichen Künste der Küche in ihrer höchsten Form zeigt,! . hält eine A,tm.osphäre . echt, jüdischeil;.,.Geselligkeit, .die. Glie.?s der der grühenFamiliebeisammeftZwangloseGemut-- . lichkeit herrscht.- Witzbolde reißen Witze, andere drzählen' aus ihrem Leben und Wirken. . Wir!betretLN^JugMdlyn.d,! sehen, uns. umgeben von geliebten Gestaltern! sersüllftvom! -Geiste großer! Führer./ Dieser hat! Samftn^ Raphapl? , Hirsch zu'Füßengesessen'uNderzählftdermndächtigLN: Zuhörerschar ' Episoden aüs':seinech .Leben,!ein^!ZcheiMt weiß einen Possuk nach der' Auffassung seine- .Rabbi! sinnvoll zu deuten,' und so tauchen! nacheinastder:! ehrwür!-! dige Gestalten vor unserem geistigen Auge. auf und geben der Stunde! die! Weihe! —' Manches köstliche . und! gehaltvolle .Taurohwort. entschlüpft bM; Lippeft!! „Käst-? sicher .als' Honig und . süßer chls'HöftiMim7 .— aft!.aw deren Abenden tritt noch die? foge.naftstft Loge. in. Aktion, einevon MännMft.und Weiblem! ge?-! bildete Jnteressengemeinschäft,!' hie, dem! .BnWftiel ' Hub-? digt..— Der ' Schabbosmorgen; vereinigt uns; ftüh Mr! Hafchkomoh, dann zum Stelldichein in. her Brunnenlsalle.! Räch'Genuß des Morgenkaffees göhts zür 'Schul, die'bis; aus den letzten Platz - von. Männern und Frauen besetzt? ist. Stimmbegabte Kantoren geben dem G'ttesdienst feierliches Gepräge.. Zwischen der Schabbosstrahlzeitam Mittag und dem Abendessen wird' die Zeit? gut äusgefüllft Der? Minchog'ttesdienst in Schul, meistens durch HeiminfasseN! vertreten, beginnt der "Kur.'Wegen'v!3v-"UhrftMl.!-Schab-i bosausgang fammelN wir uns um die Hawdälähkerze, und mit? dem - gemeinsam gesungenen Häwäwöil ben! Kam! desch l'chaul verabschieden wir - 'uns von-' der; Königin' Sabbat. Wer' noch' Lust zum Ausgehen hat, - kann dies tust.' Kein Statut, das ihn bindet; im Besitzeeines Hausschlüssels' kann er zu jeder Zeit zurückkehren unt>: merkwürdig! keiner zeigt sich dieser Freiheit unwürdig. Wer es liebt, auf Bergeshöh sich zu ergehen, erhält von! der Frau Oberin eine verbilligte Mahlbergfahrkarte, wer; Ansichtskarten bedarf, solche eigens zu diesem Zwecke an-' gefertigte, die das Heim und seine Inneneinrichtung dar-? stellen, deren Erlös einem Wohlfahrtsfonds zufließt.: Letzterer soll in seiner Auswirkung dazu dienen, erho-; lungssuchenden Kollegen.! und . Kolleginnen : den Aufenthalt im Heimmöch billiger zu gestalten. Vom! Kauf dieser Karten. sollte deshalb aUsgiebiger Gebrauch? gemacht werden. -; , -!~' Wir besitzet ein Heim' däs Uns; wönn wir von des Amtes Last und Bürde unseinmal im Jahre erholen möchten, Zuflucht gewährt, Gelegenheit gibt, uns wieder: die Hände zu drücken, ins Äuge zusehen und Gedanken auszutäuschen!züm 'Wöhle ünserer.! Kinder' und. Gemeinden. Wir können'!deft.Männern! .die 'es!'!uns'.geschaffen, haben, nicht besser dafür danken,.' .als! durch. unser '..allseitiges Bestreben, es zu erhalten, durch.' immer. und - immer! wieder , zu. erfolgende Rückkehr ist seine Räürste, durch unserewerbende Stimme ünd den Ruf! bei den. noch Ausseitigen:..„Werdet MstgsiMm!" Mstd^!,dftrch.! erhöhte OpfetztzerMchäft. .' Unser Djm bedarf! noch der ÄeNnD? rung unh. Ausgestaltung seiner! Räume!! ins. .Interesse! der ErholungssüchendeN! und ' der; f. G. w;' immer mehr zunehmenden Zahl seiner Dauerinsassen. /!!'!.,.'.."! und-Las! Erinnern machte mir!Freuös.!: So.-grüßeichgdenst in-älter/Treue--und-'Freundschaft chinübevwomsWest MM - und? wünsche!Jhnenl!uNd::iJhr«riFdmilie -und man Nacht,mber-izur-Abendstunde/wird;: es' licht:? werden rMnö der- Ewige wird -König - eiw über^die /ganze' Crde.'HAn d e m Tag -Wird'- der:-Ewige. einzigttstin und-:fein! Name einzig." -rü «TV "Vt-'V -' 40?< 0 / '0'-, - ■''.v -*«?**' V : :' um von dort noch das letzte zu retten. Wer der notleidenden Gemeinde!- zw Hilfe »kommen ckänn/uM willtue Lin Menü fM emenLeenabend vom 1. Tag SchtvMtz "!!! ünd am HoManyh Rabbvh. ü-i'X ixnnäBM?. i?f uu - E M Alter geheiligte-'EiürichtüW günx^btzftiiders^M"beMtzeü. «ist Mch-MWichtsü^baMM^ ■y;i;;• j-f;Menkes rÄhoräfrenve." ' ZyMünkMenkes, der Maler der „Thora".! Unser Bild, dqs die Freude -des Juden an -der!Thora zum. Ausdruck!bringt, ist eines /der . vielen;! Schöpfungen von Zygmunt! M;e n k es. , Der -.im 4ö. Lebensjahre stehende Künstler .stammt aus Lemberg, rüo ereine schwere - Jugend »durchzumachenh aite- -Kon. Paris aus, wo-, .er jetztsein Heim und -sein ÄftÜer' hat, ist sein überschrvemmnng im Städtchen. (Ein Brief des bekannten katholischen Arztes Dr. Weigel Lan-au . (Pfalz) 5676, t^rew Suckauß. - Hochverehrter Herr Doktor!.. :! Jedesmal, wenn die Stunde naht, daß' Israel in die Hütten zieht, wird , meine Seele weich: es klingt durch sie von frommer Stimmung, die den Alltag flieht. Nun nahen die Tage, da in Feftessreude das G'tteshaus durchrauscht wird, vom Lispeln der! Festesstrauße und in den Laubhütten fromme Weisen mit sinnigen Gesprächen sich vereinen. Wenn die Erde herbstlich sich kleidet; wenn überall hie bunten! Färbentöne im Mattglanz der Sonne leuchten und frühe Nebel ihre Schleier niedersenken, verläßt. Israel die feste Wohnung und geht in die lichtgefügte Wohnung. Das ist eine merkwürdige Anordnung. Menschlich gedacht wäre gerade das Umgekehrte zu erwarten? Aber G'tt hat es anders bestimmt. Die Schechina wandelt die Hütte zur Feste. Und wir wollen mit starker Hand wachen über die Brüder, daß kein feindlicher Wille ihnen in der Hütte Böses antue, nichts ihren Frieden störe! Ich war immer gern Hüttengast und denke in Dankbarkeit der Anregungen, die ich bei solchen Besuchen empfing. Nun muß ich um das vierte Jahr den lieben Besuch missen. Aber ich denke zurück. Mchtekv'tnm'en.. ^JM'eriililttrss >' Mich: Wch - daß -UW meiner Jugendzeit vorr40—50:Jahren-4nMeiNer^WmlÄtgeMeirrde äM SchervuöthübeNd- ('einige - TelM 'gekbchte's^Obst ( Und selbstgsbackeste!,).PlätzHett^- und/! aMHoschan'oh Mabbö^das dw!.'JaWszeW^ a'NgtzMsseneLsrifche'! Mb st - :-M -den r - EckeN Dero Tische-? ansgesteM--Ä»ür'eM: ^M^ »m« hungerte; der!wnnte:!sichbedANen. MieMand.-iwurde-nvon irgend einer Seite -animiert. Der -H'üMheM '0dMr:?die Haussran. vermieden es prinzipiell,^ irgend einem - der anwesenden 'Gäste! etwas'^änzubreteN? war ch'a keine zAbendunterhaltung mnd! kein KaWeWnzchen,: - sondern mrriemMWgbeMä Jortänft ^00 '-o-jläum'Me vMNeMichtssküld«>.«urd'K' zur?! Berschenchung des seine -Rechte/geltend'!/machenden^ Schlafes^eiNe-!Tasse schw aWUroKafstzesr 0 d ew l WitzigE (f&iÄi rZredschtd i- Die HÄW-rsMachsMden'l'--Msg'abeNs-!ÄMdrns-äM:'ollleir-': Fällen; vb/'reichi-öder:'arM;'-'!MN':dsr!'?Esseride-vLöetr.:U,;Ehervrö" erstattet. Jedermann war von diesem einfachen Menu vollständig befriedigt Unh dem Gastgeber erwuchsen an einem solchen Abend .höchstens 4—5 Mark Kosten, die sich nach einem -ZeitranM!von 5—6 Jahren auch ein weniger Begüterter leisten/konnte. : Die fortschreitende moderne Bewegung hat auch hier einen vollständigen Umschwung geschaffen. Ob dieser Umschwung zu begrüßen ist-» wollen wir in. ruhiger, sachlicher Weise prüfen. ' Fast überall wird jetzt .M^-Ms.-Lernab.endem ein Aufwand gemacht ,der..einen-scharfen Kontrast bildet '-zu! unserer sich immer steigernden Not. und Armut und - -sicherlich -auch . nicht im Sinne .unserer ' Weisen liegt, Me die Leruabeude eingrichtet haben. - .!.ScharleN..;-o?ir' -uns -heuteL-einmal--xknen solch pruMenden Lernsaal an!. Beim Eingang fällt unser Blick sofort aus einige lange Tafeln. Auf denselben stehen in bunter' Abwechslung einige Teller, Trauben, Aepfel, Nüsse, Orangen, Pflaumen öder Kirschen, emige Flaschen Eognak szumeist - nicht koscher) oder Zwetschenwasser, die feinsten und teuersten Makronen usw. Im Nebenzimmer harren 7—8 feine Torten und/iMehrerervsogenkyGesundheitskuchen ihrer hehren Bestimmung. Von diesen teuren kostspieligen Mehl- / fMjsen-!.wir.d.!sicherI.jch>nu.r emr-kleipW BrüchW) konsumiert. ÄU München?:Gemeinden -M's./Mher;-üb!lich,!;chaß --sich-ijdie (BesuchMiiihreAKaschem Kindern! oderZ MesWyWrM: vM?-Md^-MstlWn-, Gabg!s,kosten!;, zu! lMen-i,oder1 gibh jedeMTeil-! MchmrkvonWeineMs,MberMtz,-ÄS!!Geschenftnnt.uM>Hgus. Eine; ,ffngesehene -Frau; -^au- Meiner,AftühereN ZMlWgemeind.e!stbat mich--feinmal/Mhr ^pon/i den,;'vjßlep?tzörMe>- bliebenem „Kuchen,!; - dfe;MreWqr/-/dM! 'Perd'erhen Messgegeben waren, etwas -abzuMmW;ErsahrungsL'einäh! kostet heute, solch!; ein-.-Lernabenhs-dMchschniftlich; ,70—M -.Mark. Ist hies; nicht - ein Sündeng eld? Mit ZitternUhenkem' HMte;j viele MMlst! um; ihre- KftsMnz! kgmpfenden FmuAiep schon! Monattzihorher? an^die duMMäs/MMenfolgende! -schwere Ruhm im! Steigen. - Es ist ein Bild religiösex? Inbrunst in Form und, Färbe, voll,seelischer Kewegun'g-!und,seM^ verAeffener'Lsebe!!!.DiL.-.Thora,Ht''Hettesen,!MMM!.HöM gehoben und! als Zeugnis, als Denkmal der.-Kraft, dem Volke! im Heiligtum; geWgt.. Ein.Mnhßr.er'!stnjw'jaelt!/M. so -! kieb övoll,! /wie. eine .Mutter - ihr' -'Kind! hetreutz?!kleidet sie im Sämtmäntelchen. Zunä und Alt! dräNgt?M^MWI^iWMusMKngMdM MU Wsr!'wester ihr noch einmal den. Abschiedsküß zu - geben, . bevor .sie fortgetragen und - in die heilige Lade.gehoben wird.. Oben die Krone, — es ist! die Mqyä''-WsW^"Leb-e^^HnHn baumelt der Zeiger, er' weist, uns den!.^Weg /duhftMächt und/Not, durch die Wüste der 'Völker. Die ]Qftn3e.Iftguten sind realistisch wiedergegeben!,,ab.er-?! so! verklärt,!Myßüsich das Gänze-zu? einer,',höhexe.rtü'Misspn!!' J~li Überschwemmung. | Vor einiger Zeit wurde die Gegend zwischen Litauen und Polen von einer furchtbaren UeberschweMmung h'e'imgesucht-'l.--Viele. Häuser-.: . auch-, Synagogen,wurdest satt. - fortgetragen.. Einzelno unh;. Gemeinden --haben ihr letztes eingebüßt und: konnten sich bis - auf den heutigen Tag nicht, erholen.;? : , - .? i; :; - u Am schwersten betroffen wurde von dieser Wasserkatastrophe das Städtchen Wisn0. im Kreise.Wilna.unweit der sowjetrussischen Grenze. Die Dwina trat über die Ufer und verwüstete gut. neun Zehntel, der -größtenteils von Juden bewohnten Stadt. Das Bild - zeigtuns,. rviesich jüdische Bewohner des Städtchens mit Booten einen Weg zu ihren im Wasser stehenden Häusern bahnen. ruhig: zusKhen/ >;wft unter , - dem ^Deckmanftl--- emers .Mizmvh GMer., perschwendet- .werden,!- -füx! ,.!dj!e!!!wir »sicher ^bessere Vexwendung,chätteM'!„ MM s!- --Von!!dem(fönst, sehr Msthechußfech lMssi.VR; Kgmliel Ms - Jawneh /wird., uns \ -ein,, schone^ ^ügMseiner,, Fürsorge ftr.} fesn Voft- MMählt.Es!, ,-äocft'^ nämlich^.;fn!!!dämtzllger Zeit ein üppiger Lurus.!.bei?!ÄftMgungön..Mtagtz geHete>i- Um; diesem ftnfuge zu,.ftäi^W,HDMM^'^,^lrhpmäu--,;rh«t» den, HervorMgendest Dürstest,:' m eWstchen,Meißen,^^keinmen Gewändesm Ändi-M-eiMi;schmucklosen .vonMehuhstn selbst ängefeläigte.n - ^ryM.zWa!flchi' syUe! s.Heitdem: dati.eten bei WS!,Misest' -histÄstfmMöftn.' ÄeerdistÄnyen.':/Sichers chärees wünschenswert, daß!. Mnsere.^i Hamossinft ’' RaMmen. .sind Chewravorsteher -in ihren Gemeinden VörsörgMtreften, oaß in ihrer Mmeinde!d?äs- Menü; für lemetl L'ernabend - in! der Weise-;fM^seht,.D»i^.-,,M-?.«s. vor 5ft ohmü-W , Jahren üblich ^gewesen wär!!!Jn-Mner. großen! Landgemeinde!! des RWMM-,.FnDw-M.mänE.MesoMHMsM!!SereM-ch'tzhnbrechend, vprgM?angm,'!M?M, .FrÄd-e -Ler-.Eäststebef? zur- -Kesriedigung --aller, s^eÄstehmerMsLs^W.'.wsr, wollen.an hftfen!-!h.eisisten.,MWd§n'Michft.übe»Mäßi^ß'enMHrjd:'ftiu.ren und nnsMamüsieren;' sondern wir Mollen mit! Ausbietung aller unserer Kräfte Thora lernen! '