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Der Israelit · 1931-08-27 · Heft 35 (27.8.1931) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 35 (27.8.1931)
Date
1931-08-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 35 Der Israelit 27. August 1931 Die Dreiländerfahrk des Keren Hathora. III. Lublin. Auf halbem Wege zwischen Krakau und Lublin rasten wir auf einer kleinen Station lange genug, um aus dem Munde jüdischer Fuhrleute und langbärtiger älterer Juden eine Jirmejade über die Not der jüdischen Landbevölkerung zu vernehmen. Der anrollende Schnellzug ist überfüllt. Es wird in einer Zeit, da die Eisenbahnverwaltungen in Deutschland über Abnahme des Verkehrs klagen, in Ißolen sehr viel gereist. Drei Abteile im neuen Wagen sind leer und geschlossen. „Reserviert", besagt ein Zettel. Für wen? Der Beamte weiß es nicht so genau, für eine internationale „ K o r a n gesellschaft" glaube er, die Depesche sei undeutlich. Die sind natürlich wir. An den Türen der drei Abteile prangt der Zettel: „Reserviert sür internationale Koran Hathora-Gesellschaft". Der heilige Koran wird uns vor Zudringlichkeit schützen . . . Es ist trüber Abend, da unser Zug am grauen Bahnhose von Lublin hält. Ein kalter Regen patscht uns unfreundlich ins Gesicht. Der Perron ist voller Menschen, die ungehindert über die Schienen drängen und uns im Wege stehen. Ein Polizist weist sie in die Schranken, aber in auffallend höflicher Weise. Vielleicht mit Rücksicht auf die „internationalen Koran-Männer". Nun galoppieren wir in den kleinen leichten russischen Wagen über das holprige, krumme Pflaster von Lublin. Rechts und links, oben und unten, die Häuser, die Menschen, der Himmel und der Boden, alles ist grau und trüb. Ganz Lublin ist auf den Beinen und hinter uns in Bewegung. Bald halten wir vor einer Anhöhe, und vor unserem Auge tut sich ein Wunder auf. Aus den großen breiten Fenstern aller Stockwerke dringt Lichtgruß zu uns. Die Fassade des schönsten Baues in Lublin ist taghell beleuchtet. Deutlich können wir die Umrisse sehen und die hebräischen Aufschriften lesen: „Jeschiwat Chachme Lublin", und rechts und links zwei Talmudzitate mit Angabe der Folien. Es sind die Stellen aus „Daf Jomi", die man am Tage der Grundsteinlegung und später an dem der Einweihung gelernt hatte. Die Lichtwelle, die sich von dieser Anhöhe Bahn in das trübe Lublin, wie dermaleinst von den Anhöhen Judäas in die Gola bricht, wirkt symbolisch. Als sich das Tor öffnet, drängen viele Hunderte, gerufen und ungebeten, uns nach in den Hof, der mit seinen Blumenanlagen schon mehr ein Garten ist. Wir steigen die breite Treppe wie zu einem Königsschlosse hinauf. Die gesamte Schülerschaft und deren Führer stehen, sofern sie uns nicht schon an der Bahn begrüßt haben, zu unserem Empfange da. Die Beamten haben Mühe, dem Andrang des Volkes mit kräftiger Hand Einhalt zu gebieten. Wir werden in einen Empfangsfalon, wie ihn keine Universität schöner aufweisen kann, geführt und dort vom genialen Schöpfer, Begründer und Führer des Ganzen, Rabbi Meier Schapiro, empfangen. Und ein kleines Wunder erleben wir dabei. Die vielen nachdrängenden Menschen wagen keinen Schritt weiter als bis zur Schwelle des Empfangssalons, obwohl die Türen offen stehen, kein Polizist am Platze ist und überhaupt kein Kommando, kein Verbot ausgesprochen wird. Sie stehen an der Türe, sonnen sich am Antlitz ihres Rabbi und bestaunen die Gäste, aber sein bloßer Anblick wirkt wie ein Damm, an dem sich die Brandung bricht. W^r dieses Wunder mit jüdischen Augen gesehen hat, wußte gleich, was es in diesem Polen Mit dem „Respekt vor der Thora" auf sich hat. Zu den warmen Worten kommt der noch wärmere Tee. Es geht alles in Ruhe in diesem Hause, keine Uebereilung. In Sammlung wird die Begrüßung vorbereitet. Etwas gekräftigt begeben wir uns ins Bes H a m i d r a f ch, das Herz und die Seele dieses Thorabaues, in die eigentliche „Jeschiwath Chachme Lublin", zum Maariwgebete. Empfang in der Jeschiwah. Ein Raum, der auf den ersten Augenblick wie ein großer Musiksaal in einer Großstadt des Westens anmutet, erhält von einem herrlichen Kronleuchter gewaltige Lichtfüllen. Oben läuft, von Säulen getragen, ringsherum ein Balkon, aus dem sich die Menschen Kopf an Kopf drängen. Es ist die Galerie für die Außenseiter, die Zaungäste, auf die man nur durch eine Außentreppe, ohne Berührung mit dem Jnnenraum, gelangen kann. Im Mittelschiff dieses Lehrhauses sitzen 160 junge Menschen rn Kaftan und Schläfenlöckchen, mit der typischen schmalschirmigen chassidischen Kappe auf dem Kopf, peinlich sauber an Körper und Kleidung. Sie lernen im Chore, schaukeln sich wie die Weiden im Winde und singen wie die Vögel im Walde. Beim Erscheinen des Rabbi mit seinen Gästen stehen sie auf und erstarren zu einer Mauer. Uns sind oben an der Heiligen Lade Ehrenplätze angewiesen. Die Galerie wogt. Es folgt ein Maariwgebet — es wird in der Jeschiwa nach fephardischem Ritus gebetet — das uns in eine Kol-Nidreftimmung versetzt. Licht, Weihe, Feststimmung. Nach dem Gebete besteigt Oberrabbiner Schapiro die Kanzel, um ein kräftiges Grußwort an uns zu richten. Schreiber dieses fällt die hohe Ehre zu, von der geweihten Kanzel herab den Gruß zu erwidern. Das Wort „Lublin" war ihm so oft aus der Feder geflossen. Angesicht zu Angesicht grüßt. Im Speisesaal unten sind die Tafeln zu einem Festessen gedeckt. Auch dieses Festmahl ist eine Weihestunde einprägsamster Art. Ein Jünger, der mit seiner lyrischen, schmelzenden Stimme einem die Seele aus der Brust reißt, leitet die Tafel mit dem Absingen eines Talmudtextes aus „Menachoth" über „den jüdischen Tisch, der heute der jüdische Altar ist", ein. Wir haben diese Ouvertüre in der Folge noch oft auf uns einwirken lassen, und alle haben wir uns diesen Text und diese Melodie zur Weihe der eigenen Tafel eingeprägt. Andere Gesänge folgen. Es wird ein eigener Jefchiwahymnus gesungen. Einer der Jünger — wie die späteren jugendlichen Redner, Geist vom Geiste des Meisters — hält eine feurige Begrüßung an die Gäste. Auch der Meister selbst ergreift noch einmal das Wort und auch einige der Gäste. (Direktor Dr. Deutsch, Budapest, Rabb. Dr. Bohrer, Gailingen). Die Müdigkeit der Fahrt ist verflogen, und es wird späte Nachtstunde, da wir uns in unsere für uns hergerichteten Schlafsäle im Jeschiwabau begeben. Der Auftakt in Lublin war überwältigend. Lubliner Sehenswürdigkeiten. Schon um 5 Uhr morgens weckte uns der Thoragefaitg der Jünger im Lernraume. Es ist eine Elrtegarde der Thora, und jeder muß zweihundert Blatt Gmoro bei der Aufnahme auswendig beherrschen. Um 8 Uhr ist G'ttesdienst. Ein einfacher Freitagmorgen-G'ttesdienst, uns aber schlagen Andachtswellen der Hohen Feiertage an die Seele. Wir fahren nach dem Frühstück in die Stadt hinaus. Der Regen hat die Straßen aufgeweicht und das Bild in den krummen, schmalen Gassen noch trüber gefärbt. Halbnackte Gestalten strecken die Hand aus. Entweder jammert eine Frau: „Ich hob nichts zu Schabbos für meine Kinder," oder ein Kindchen weint: „Meine Mamme ist krank un hot nichts zu Schabbos." Mit zehn Groschen (5 Pfennige) kann man hier Menschen glücklich machen, Kinderherzen erfreuen. Wir sehen uns die alten Schulen, in denen die Großen gebetet und gelehrt haben, an und wir besuchen diese auch auf dem idyllisch gehügelten Gelände des alten Friedhofes, den M a h a s ch a l und M a h a r a m (die genaue Grabstätte des letzteren ist zweifelhaft), den großen Rabbi S ch a ch n o , den „Eisernen Kopf", den geheimnisumwobenen Chose und viele andere. In der alten Judengasse schauen wir in den tiefen Keller hinein, in dem der sagenhafte „Rabbi Abraham, der Kräuterverkäufer", ein stiller Heiliger, einer der „Sechsunddreißig", gelebt hatte. Darüber und daneben die asketischen Gesichter der Männer und Frauen vor ihren Kramläden und Kräuter- oder Obstauslagen, sehen nicht minder wie heilige Dulder aus. Armut und Elend, Enge und graue Not, und darüber auf dem. Hügel schützend und leuchtend ein Palast, den ein Begnadeter der Thora errichtet hat. Nirgendwo berühren sich die krassesten Gegensätze so sehr wie in diesem ganz merkwürdigen Polenlande. Zwischen ragender Größe und tiefster Gesunkenheit fanden wir nirgends den verbindenden Mittelraum. Nach dem Mittagessen, das freitäglich einfach ist, erfolgt eine Führung durch die Räume, alle Ecken und Winkel des herrlichen Baues. Sodann eine stundenlange Besichtigung des aufgestellten Beshamikdosch- Modells. Diese Besichtigung wird zu einem Anschauungsunterrichte wertvollster Art. Die erklärenden Worte des Meisters sind Partien aus Mischna, Gemoro und Rambam. Man ist erschöpft von dieser Stunde der konkreten Belehrung, aber innerlich bereichert. Sabbat in der Lubliner Jeschiwah. Inzwischen hat das Lehrhaus sein sabbatliches Gewand angelegt und fein sabbatliches Gesicht angenommen. Der Lehrraum strahlt im Lichte der hundert Birnen. Oben die Galerie ist wieder Kopf an Kopf gefüllt. Unten die Jünger haben sich verwandelt, sind zumeist in schwarzseidene Kaftane gekleidet, die Mütze, in gleicher Form wie am Wochentage, ist aus Samt oder Atlas, die vergeistigten Gesichter frisch gewaschen, die Löckchen hübsch gedreht. Ein G'ttesdienst hebt an, wie wir ihn in dieser heiter gehobenen Art noch nicht erlebt haben. Einen eigenen Chasan mit drei „Helfern" hat sich unser Gastgeber eigens für diesen Sabbat uns zu Ehren verschrieben, und das Terzett schmettert ein Lecho-Daudi öahin, das in seinen kräftigen Marschtönen zu den Andachtswellen der anderen Gebete stark kontrastiert. Zwei volle Stunden nehmen Gesang und Gebet in Anspruch. Eine Lernstunde vor „Borochu" wird eingelegt. Viele Gäste, Vorsteher, Gönner der Jeschiwa, Rabbis aus der Umgegend, nehmen an diesem Lubliner Sabbat teil und die Ehrensitze neben uns ein. Ueber 200 Mann stark sitzen wir dann an der Freitagabend-Festtafel, die von Gesängen, Gebeten und herrlichen Wersen widerklingt. Die Diener in Kaftan, an deren Spitze der köstliche Reb Abbe, werden nicht müde im Aufträgen. Ihre Gesichter strahlen. Alle, Schüler und Meister, Gäste, Einheimische und Dienstpersonal (keine Frau ist im Hause zu erblicken), auch die Zaungäste draußen an Fenstern und Türen, sind von der großen heiligen Sabbatseele zu einem Stücke verschmolzen. Es steigen auch Reden. Und wenn sich lange nach Mitternacht der Rabbi mit Gesang erhebt, gibt es noch einen Tanz im Reigen unter den Klängen des „Uzu-Ezy", einer Melodie, die uns noch lange in den Ohren klingen wird. Am Sabbatmorgen beginnt der G'ttesdienst nicht ^zu daß er nun tiefbewegt diese neue jüdische Hoffnung von früh, aber er dehnt sich bis zum Nachmittag aus. Im Mittelpunkte stehen die vortreffliche Ansprache eines Jüngers, dessen Kaftan und Pejes man die Berliner Abstammung nicht ansieht, eine machtvolle Predigt des Rabbi selbst und eine gute Rede des Herrn Oberrabbiner Dr. Carlebach. Wenn die Mittagstafel mit Gebet und Gesang zu Ende geht, ist es bald Zeit für den angesagten Schiur, für den wir uns alle vorbereitet haben. Mit starker, wohllautender Stimme lernt der Rabbi volle zwei Stunden den 200 Menschen im Saale den täglichen Schiur aus Sebachim vor. Jünger aus allen Bänken — die Plätze werden von Woche zu Woche ausgelost, auf daß es keine Bevorzugten gibt — greisen in die Vorlesung mit Fragen und Ansicht etwas schüchtern, aber bestimmt ein. Eine knappe Weile nur bleibt für die „dritte Mahlzeit" übrig. Man muß sich die Kraft sparen sür das Abschiedsfest, Abschied von Prinzessin Sabbat, Abschied von den Gästen, für „Melawe Malka" . . . Ein Zwischenakt. Zuerst gibt es noch nach Sabbatausgang eine Veranstaltung der Zeirei Agudas Jisroel, die die Anwesenheit der „Choschuwen Gäste" — wie oft bekamen wir dieses Wort zu hören! — nutzbringend anlegen wollen. Das nennt man hier eine „Akademie" oder einen „Spektakel". Letztere Bezeichnung trifft das Wesen solcher Veranstaltungen nicht übel. Wir sind im Lande, wo sich der Geist spontan die Form schafft, oder die Formlosigkeit zur Form macht. Man macht keine langen Prozesse — wie oft haben wir es in Polen elebt! — Unangemeldet fährt die Droschke an, man wird hineingesetzt und zwangsweise vorgeführt. In einem Raume, der vielleicht Platz für einige hundert Menschen Hat, drängen sich tausend Personen. Weitere Hunderte postieren sich draußen an den geöffneten Türen und Fenstern. Man wird hineingeführt, mit hohen Worten begrüßt, aufs Podium gestellt, und man hat zu reden. Thema Nebensache! Anstand, Ruhe und Aufmerksamkeit während der Referate könnte das westliche Publikum bei den östlichen Brüdern lernen! Auch draußen an Türen und Fenstern legen sich die Wogen und tritt absolute Ruhe ein, sobald der „choschuwe Gast" das Wort ergreift, auch dann, wenn fein Deutsch nur zum geringsten Teile verstanden wird. Die Führer der Zeiirim in Polen selbst verfügen über eine unheimliche natürliche Beredsamkeit. Die Termini sind überall ziemlich die gleichen. Man begrüßt die „Delegazie" im Namen einer „Organisazie", verliest eine „Deklerazie" und saßt eine „Resoluzie". Diese Worte und Begrisse gehen mit.uns nach dem achten Tage unserer Polenreise herum wie Stücke von uns. Wir waren bei diesem Lubliner „Spektakel" dankbar, auch einmal mit Lublin außerhalb der Jeschiwa in Berührung und Fühlung zu kommen. So etwa um die Mitternachtsstunde sitzen wir im Empfangszimmer des Rabbi bei dampfendem Tee zu einer kleinen Beratung und zwanglosen Aussprache. Späte Nachtstunde gibt es in Polen nicht, man steht über der Zeit. Man läßt sich von der Uhr nicht tyrannisieren. Die andere, die Sonnenuhr im Herzen, hat keine Zeiger und ihr rascher warmer Schlag hat etwas von der Weits des tausendjährigen G'ttestages . . Der Rabbi gibt Auskunft über den Geschäftsgang der Jeschiwa und entwickelt eine finanztechnische Vertrautheit, die die Großkaufleute in unserer Delegation geradezu in Staunen setzt. Amortisation, Hypothekenrecht, Bankgesetz usw. sind ihm so vertraut, wie die schwierigen Partien, die er einige Stunden vorher im Talmud Sebachim erläutert hat. Neben der Glanzseite hat die Jeschiwa auch ihre kleine „Träneninsel": in der Kanzlei, wo Fachleute Budget aufstellen und das Soll und Haben regulieren. Wer aber die entschlossenen Züge in diesem Gesichte ansieht, weiß: Der Wundermann wird auch dieses Wunder fertigbringen. „Könnte ich meine Talmidim verlassen, ich würde aus Amerika noch einmal 100.000 Dollar holen." Da gibt er Erlebnisse, Erfahrungen und Anekdoten aus seiner Amerikareise zum Besten. Er hat eine geniale Art, zu erzählen, die die Pointe geradezu künstlerisch und frappierend herausarbeitet. Cs lohnt sich, einiges aus diesem „Mitternachts-Tee" wiederzugeben: Heißt es nicht dennoch in der Mischna der Sprüche: „So ist der Weg der Thora, Brot in Salz getaucht, Wasser mit Maß usw.?" wagen wir zu fragen mit Hinblick auf die Größe und Weite des Hauses und die vortreffliche Verpflegung der Schüler. „Das wird uns oft gesagt," meint er. Und er erzählt uns eine hübsche Geschichte: „Während der Kämpfe zwischen dem Gaon und dem Führer des Chassidismus kam einmal der Ladyer Raw ungekannt zu Pessach in ein kleines Städtchen bei Wilna. Am Vorabend des Festes wollten sie nach chafsidischem Gebrauch das Hallelgebet in der Synagoge anstimmen, was ihnen aber verwehrt wurde. So warteten sie bis zum Schluffe des G'ttesdienstes, schlossen sich in der Synagoge ein und sangen ungestört ihr Halle!. Der Schammes aber schlug Lärm, und die „Uebeltäter" hatten sich vor dem Ortsrabbiner und seinem Bes Din zu verantworten. Sie gaben ihr Vergehen ohne weiteres zu und beriefen sich auf Rabbi Io fe f Earo, der in seinem „Schulchatt Aruch" den Brauch anführt. Da geriet der Rabbiner in Zorn und schlug auf den Tisch: „Sagt nicht dazu der Remo: Weonu enom nohagim, wir haben den Brauch nicht?" „Gemach, lieber Rabbi!" begütigte der Raw. „Wart ihr dabei und habt ihr etwa gesehen, daß der Remo so wie ihr geschrieen und auf den Tisch geschlagen hat, als er diese Worte sprach? Er schrieb sie mit ganz anderem Nigun nieder,

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