Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1931)
- Date
- 1931-07-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Hfäffei? dev £andesovganifation dev Hgttdas>Jlsvoe( in Deutfcfiland. Jahrgang Hamburg, 2. Juli 1931/17. Tammus 5691 Nummer 13 Schriftleitung: Wolf S. Iacovso« in KawVvrg. Zur Studienfahrl des Keren Hathora. Mit der Einrichtung der ersten Studienfahrt at die Keren HaLhora-Zentrale einen bedeutnnen Schritt zur geistigen Annäherung der vermengten Teile der Iudenheit eingeleitet. Wird doch in den westlichen Ländern als Erforder- I's wahrer Bildung angesehen, wenigstens einrl im Leben zu den Kulturstätten Italiens und ftechenlands gepilgert zu fein, um die geistige nbundenheit mit den Kulturgütern einer unterfangenen Welt lebendig zu erhalten. Aber wie Wenigen selbst aus dem Kreise der igiösen Iudenheit des Westens, die unter wersten Opfern die Tradition der Väter im lenen Herzen und im Herzen ihrer Kinder zu ätzen und zu hegen wissen, ist der Gedanke genmen, einmal zu den lebendigen Zeugen der jenen alten jüdischen Kultur zu wandern, die a ihrem gesamten Leben die innere Kraft und ußere Form vergangener Zeiten bewahrt haen. Von Heine rührt der Gedanke her, daß, oenn die Juden das Schicksal ausgestorbener Völer gehabt hätten und nur ganz vereinzelte Reste!er einstmalig stolzen Nation in kümmerlichen Vinkeln auf der Erde verteilt wären, so manche Forscher und Liebhaber bis an das Ende der Veit reisen würden, um diese Zeugen geistigen Gebens früherer Jahrtausende an Ort und Stelle ennen zu lernen. Aber es ist G'tt fei Dank anders gekommen, in der Tschechoslowakei, in Ungarn, Polen und Litauen gibt es imposante jüdische Siedlungen, ne nicht nur für den Altertumsforscher, sondern ür jeden, der noch den lebendigen Zusammenhang mit den jüdischen Jahrtausenden nicht veroren hat, eine Quelle der religiös-sittlichen und jeistigen Erneuerung bilden. Die Zentren jüdischen Lebens sollen nun jetzt jenen gezeigt werden, die sich Jahr um Jahr mühen, ihren Befand zu erhalten. Von Wien aus nimmt die Exkursion ihren Ausgang. Wien, die Stadt mit zweimalhunderttaufend Jehudim, hat heute bekanntlich keine einheitliche jüdisch-geistige Richtung. Von Polen, Galizien, Böhmen, Mähren und Ungarn her sind die Massen hier eingewandert und haben die Differenziertheit ihres Wesens und Denkens in nancherlei sehenswerten Schöpfungen zum Ausdruck gebracht. Wien ist nach Newyork, Warschau und Budapest die größte Judengemeinde «der Welt. Wer die reichen Kunstschätze und herrliche Umgebung kennenlernen oder Wiedersehen »will, der komme schon einige Tage vorher hierüber. Die Wiener Freunde werden auch außerhalb und vor Eingang in das Programm ihr Möglichstes tun, damit die Gäste aus aller Welt sich hier wohl fühlen. Von Wien aus führt uns der Weg zuerst nach Preßburg, in die Stadt des Chasam Sofer, dessen geistiges Wirken für alle Ewigkeit in das Buch der Geschichte eingezeichnet ist, in das Buch, das nicht geschlossen ist. In Preßburg werden die edelsten Traditionen dieses Gaon bis auf den heutigen Tag bewahrt und gepflegt. Der Urenkel verwaltet das Erbe, ein Sohn des Scheweth Sofer, Enkel des Ksarv Sofer. Eine Stunoe von Preßburg entfernt werden wir Tyrnau sehen, eine Kehillo mit junger Geschichte, aber reicher Gegenwart. Viele Hunderte von Bachurim lernen beim ^yrnauer Raw. Im Vorbeisahren werden wir wohl noch andere Geistesstätten kennenlernen: Galanta und Hunsdvrf. Ueber die weltberühmten Bäder Pistyan und Trenczin-Teplitz führt uns die Fahrt an die tschechisch-polnische Grenze, die von dem Karpathengebirge gesäumt wird. Eine kurze Autofahrt durch einen 1000 Meter hohen Paß bringt uns nach Polen, nach Zakopane. Es ist dies ein weltberühmter Höhenkurort und das Gebiet wird mit Recht die „polnische Schweiz" genannt. Dem Beschauer bietet sich ein wunderbares Gebirgsbild, den schönsten schweizerischen Ortschaften vergleichbar. Kurze Zeit darauf sind wir in Rabka, wo seit 6 Jahren die Beth Jakob-Kolonie ihr Sommerheim aufgeschlagen hat. Im letzten Jahre waren es über 300 Zöglinge des Beth Jakob-Seminars, lernende und amtierende Lehrerinnen, die hier von den Strapazen des Jahres ausruhten, aber gleichzeitig im Gemeinschaftsleben pädagogische Vervollkommnung suchten und fanden. Dieses sommerliche Treffen war ein glücklicher Gedanke der Beth Jakob-Leitung. In diesem Jahre wird die Teilnehmerzahl nur eine beschränkte sein. Denn die verfügbaren Mittel mußten größtenteils zur Fertigstellung des Krakauer Beth Jakob-Heimes verwendet werden. Nun ist das Haus fertig, und am 15. Aw soll es feierlich eingeweiht werden. Jahrelang haben sich die leitenden Kräfte von Beth Jakob, mit Einsatz ihrer ganzen Arbeitskraft und Energie heiß gemüht, um dieses Haus erstehen zu lassen, um dem Beth Jakob-Heim ein eigenes Heim zu geben. Die feierliche Stunde, da diese Sehnsucht Erfüllung finden wird, soll gemeinsam mit den ausländischen Gästen begangen werden. In Krakau, dieser altjüdisch-adeligen Stadt, gibt es aber noch mancherlei Stätten, an denen kein Jehudi mit historischem Sinn und religiösem Gefühl unerschüttert vorübergehen kann. Da sind die wunderbaren Gebetstätten, die sich Krakau geschaffen hat, der Kewer des Nemo, zu dem alljährlich am Lag Beaumer Taufende strömen. (Fortsetzung folgt.) Information über die Studienfahrt zu den jüdischen Kulturstätten des Ostens. 1. Die Abreise von Wien erfolgt s. G. w. am Sonntag, den 26. Juli d. I. morgens. Teilnehmer aus dem weiteren Auslande müssen daher schon vor Schabbos in Wien eintreffen. 2. Für die Unterkunft und Verpflegung dieser Teilnehmer in Wien wird gesorgt sein, wenn sie bis spätestens 20. Juli der Leitung ihre Ankunft bekanntgegeben. 3. In dem Preis von Dollar 40.— ist Hin- und Rückreise ab, bezw. nach Wien, sowie Unterkunft und Verpflegung für die Zeit vom 26. Juli bis Ende der Reise enthalten. Die Kosten des Aufenthaltes in Wien find von den Teilnehmern selbst zu tragen. Die Leitung wird für ermäßigte Preise auch in Wien Vorsorge treffen. 4. Der Betrag von Dollar 40.— muß bis zum 15. Juli bei der Keren Yakhora-Zenlrale eingezahlt fein. (Auslandszahlungen per Postanweisung). Auch jene Teilnehmer, die nur streckenweise mitfahren, müssen zunächst den vollen Betrag einzahlen und erhalten dann ensprechende Rückvergütung. 5. Die Reiseleitung ist bemüht, auch für die Fahrt P a s s a u - W i e n eine Ermäßigung zu erwirken. Ob dies gelingt, hängt von der Zahl der Teilnehmer aus Deutschland ab. Diesbezügliche Verständigung an die Interessenten wird noch erfolgen. 6. Die Rückfahrt erfolgt von Wilna über Warschau nach Wien. Jene Teilnehmer aus Deutschland, die in Warschau abzweigen, erhalten S. 30.— (ermäßigter Preis Warschau-Wien) rückvergütet. Falls eine genügende Anzahl von Personen aus Deutschland teilnimmt, wird auch für Rückfahrt Warschau-Staatsgrenze eine 25prozentige Ermäßigung erreicht werden können. 7. Das tschechische und polnische (erforderlichenfalls auch das österreichische Rückreisevisum) besorgt die. Keren Hathora-Zentrale. Zu diesem Zweck müssen ihr bis spätestens 15. Juli Vor- und Zunamen, Geburtsdaten, Domizil und Staatsangehörigkeit der Teilnehmer bekanntgegeben fein. 8. Teilnehmer, die die Reife nicht vollständig mitmachen, erhalten einen dem ermäßigten Fahrpreis und den Verpflegskosten entsprechenden Betrag rückvergütet. : Voraussetzung ist, daß uns bis spätestens 15. Juli mitj geteilt wird, welche strecken bei den Betreffenden in Betracht kommen. Teilnehmer, die die Reife wohl ab Wien aber nicht bis zum Schluß mitmachen, müssen schon am Mittwoch, den 22. Juli, in Wien sein, damit die Leitung Separatvisum für sie besorgen kann. Jene Teilnehmer, die sich erst auf dem Wege der Gesellschaft anschließen, müssen bis spätestens 20. Juli die Station bekanntgeben, bei welcher sie eintreffen. Teilnehmer, die die eine oder andere Ortschaft außerhalb des Programms besichtigen wollen, können dies nur auf eigene Kosten tun. Inwieweit dies technisch möglich ist, hängt von der lokalen Verhältnissen ab. 9. Ueber die erwähnten Ermäßigungen hinaus.können Sonderermätzigungen irgendwelcher Art nicht gewährt werden. 10. An der Gesellschaftsreise können auch Damen teilnehmen, doch wird ausdrücklich betont, daß diese nicht alle Besichtigungen mitmachen könnet' 11. Die Reiseleitung behält sich kleine Aenderungen des Reiseprogramms vor. 12. Die Unterkunft der Reiseteilnehmer erfolgt teilweise in Privatwohnungen. 13. Anmeldungen zu dieser Studienfahrt müssen bis zum 5. Juli in unserem Besitz sein. Weitere Auskünfte erteilt die Keren Hathora-Zentrale Wien II. Leopoidsgasfe 26 (A 49—0—94) Es ist selbstverständlich, daß jeder Teilnehmer seinen eigenen Reisepaß haben Ein Tag der Sommerfrische für Erez Jisroel. Sämtliche Gruppen der Agudas Jisroel sind bereits durch Rundschreiben auf die „Drei Wochen Aktion^' zugunsten des Schulwerkes der Agudas Jisroel aufmerksam gemacht worden. Es ist zu hoffen, daß auch in diesem Jahre wahrer Agudismus sich darin bekundet, daß nicht bloß wir äußerlich die „Drei Wochen" halten, sondern daß die Erinnerung an Zions Fall uns dazu anspornt, ein Scherflein zur Rückkehr einstiger Herrlichkeit dazu beitragen, daß Thora und G'ttessurcht durch unsere Schulen in Erez Jisroel gefördert werden. Im Zusammenhangs damit veröffentlichen wir eine Anregung, die sicherlich in weitesten Kreisen Widerhall finden wird: Men Gesinnungsgenossen, denen die Möglichkeit gegeben ist, auch in diesem Jahre die Sommerfrische auszusuchen und Ruhe und Ausspannmig zu finden, legen wir die Bitte nahe, einen Tag für Erez Jisroel zu opfern, einen Tag des Ferienaufenthaltes der Thora in Erez Jisroel zu schenken, einen Tag weniger Kurmusik und Meeresstrand, einen Tag weniger Ferienluft und. Badetrubel. Adelt Eure Erholungszeit dadurch, daß Ihr auch von Eurem Vergnügen und von Eurer Erholung den materiellen Gegenwert eines einzigen Tages für unser Schulwerk spendet. Möge jedes Herz, das sich jetzt nach Erholung sehnt, für diese Anregung Verständnis haben und jeder Sinn, der nach Erfrischung sucht, sich bereit finden, seine Erholung durch eine Spende für Thora in Erez Jisroel zu einer Mizwa zu gestalten. Dann wird gemeinsam das durch die Mizwotat gehobene Herz und der in den Ferien gestärkte Körper das Wort verwirklichen: m 'kV i3i*v» 'ivri Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M., Schwanenftraße 12, Postscheckkonto 53 900, Ffm. Zu den Gruppentagungen der deutschen Agudas Jrsroel. Von David Ullmann in Cassel. Die Kraft des jüdischen Sollens leitet sich aus dem sinaitischen Gesetz hex, und jüdisches Jetztsein in des Wortes umfassendster Bedeutung wird ausgebaut auf den Trümmern Jerusalems. Dort der Fels, hineinragend in die Weltgeschichte, unumstößlich die einzige Wahrheit kündend, Jahrtausende überdauernd; hier das Ringende, das Suchende und Gestaltende. Das Sein in der Zeit nach dem ewigen Wort G'ttes