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Der Israelit · 1931-07-02 · Heft 27 (2.7.1931) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 27 (2.7.1931)
Date
1931-07-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 27 Der Israelit 2. Juli 1931 Vermischtes. Berlin, 25. Jum. Am 22. Juni fand, wie jedes Jahr, der Dampferausflug der Grund- und Volksschule der Israelitischen wynagogengemernde Ad atz Jisroel, Berlin, unter großer Beteiligung auch seitens der Elternschaft statt. Nach zweistündiger, von herrlichem Wetter begünstigter Fahrt auf der Spree und der Havel legte er in Saatwinkel am Tegeler See an. Unter Führung ihrer Lehrer zerstreuten sich die einzelnen Klassen im Walde zu fröhlichem Spiel. Um 3 Uhr trafen sich alle in dem Gartenlokal Blumeshof, wo im Saal von den Schülern und Schülermnen Neigen und hebräische und deutsche Stücke aufgeführt wurden, __ die allgemeinen Beifall fanden. Unter Scherz und Gesang verging die Rückfahrt sehr schnell, und als man um 7 Uhr in Berlin an.am, hatte wohl jeder das Gefühl, daß der Ausflug gelungen und den Kindern ein schöner Tag geschenkt worden war. Tann. 28. Juni. Den unermüdlichen Bemühungen unseres Kultusvorstandes, Herrn Mar Michael Freude n t h a l, ist es trotz mannigfacher, immer wieder von neuem auftauchenden Schwierigkeiten gelungen, von der Regierung die Aufrechterhaltung unserer Volksschullehrerstelle zu erreichen. Die Gemeinde ist glücklich über den in der heutigen Zeit besonders bemerkenswerten Erfolg. Die Negierung hat den von der Gemeinde einstimmig auch als Vorsänger und Schauchet gewählten Lehrer Samuel van der Walde in Obernkirchen, der in Emden gebürtig und Zögling des Kölner Seminars ist, vom 1. Juli 1931 ab zum Volksschullehrer für diese Schule ernannt. Wir wünschen ihm ein segensvolles Wirken! Grotzwaedein, 25. Juni. In Großwardein hat e.-ne Lehrerin an einer staatlichen Elementarschule ihre siebenjährige Schülerin in der grausamsten Weise gequält, weil das Mädchen am Sabbat nicht schreiben wollte, wie es ihm von seinen frommen Eltern ausgetragen wurde Die Lehrerin wurde dafür von der Schulbehörde in angemessener Weise bestraft. Es ist nicht der erste und nicht der letzte Fall, daß jüdische Kinder in nichtjüdischen Schulen wegen ihres religiösen Verhaltens zu leiden haben. Frühzeitig müssen solche arme Seelen lernen, was es bedeutet, Jude im vollen Sinne des Wortes zu sein. Aber nicht jedes Kind besitzt die Seelenstärke, derartigen Versuchungen hartnäckigen Widerstand leisten zu können. Da kann uns nur eines retten: die eigene jüdische Schule. London, 25. Juni. Eine Versammlung jüdischer Frauen fand am Sonntag, 14. Juni, im Hause der Frau Flora S a s s o o n , 32, Bruton St. London W stattt. Der Zweck der Versammlung war, der jüdischen Frau die Reinheit und Heiligkeit der jüdischen Ehe und des Familienlebens ans Herz zu legen. Mrs. Lazarus , Gattin des bekannten Rabbiners H. M. Lazarus, legte als Vorsitzende der Versammlung in einer einleitenden Rede Zweck und Ziel der Zusammenkunft dar. Sodann ergriff Dr. Mariel E. Land au-Sack, (Mrs. S. Sacks) eine bedeutende Autorität auf medizinischchirurgischem Gebiet, das Wort und führte in meisterhafter auf wissenschaftlicher Forschung beruhender Weise aus, wie die moderne Forschung sich immer mehr der Auffassung unserer heiligen Tora nähere, wie die Wissenschaft die Weisheit der jüdischen Ehegesetze anerkenne und auch die Gesetze der modernen Hygiene ganz auf mosaischem Eoder beruhen. Rednerin führte weiter aus, daß es statistisch bewiesen sei, daß gewisse Krankheiten in jüdischen Frauenkreisen, wo die Ehegesetze befolgt werden, weniger häufig seien als in unjüdischen und nichtjüdischen Kreisen. Zum Schluß ermahnte sie die jüdische Frau, ihre alten jüdischen Ehe- und Reinheilsgesetze zu befolgen zu ihrer und ihrer Kinder Heil. Dr. Annie H l l l m a n, auch auf medizinischem Gebiet tätig und ebenfalls auf orthodorem Standpunkt stehend, folgte mit einer höchst interessanten Ansprache und, sich auf Statistik und wissenschaftliche Forschung stützend, empfahl sie die gewissenhafte Befolgung der Reinheit und Heiligkeitsgesetze, wie das jüdische Eheleben regeln sollen. Sie führte u. a. aus, daß diese Gesetze t'tt die Kategorie der Chukim gehören, deren Grund uns nicht offenbart ist, die aber dennoch bindend für uns find. „Horakio, tbere are more things in Heaven and Earth than are dreamt of in our philosopby“. Sie betonte, daß der Zusammenhang zwischen Sinnlichem und Ilebersinnlichem, zwischen Körper und Geist noch immer ein Geheimnis sei und schloß mit den Worten: „Siehe', Ich lege Dir heute vor das Gute und das Leben usw. — aber das erwähle das Leben." Frau Rabbiner Dr. Feldmann und Frau Rabbiner Dr. S ch ö n f e l d , Frau Bloch und Frau SkIa „ hielten Ansprachen in demselben Sinne. Auf Anregung der Vorsitzenden, Frau Rabb. Lazarus, schloß sich die Versammlung zu einer „Liga jüdischer Frauen" zusammen, deren Zweck es sein soll, die jüdische Frau zu ihren alten jüdischen Idealen zurückzuführen. Mrs. Flora Saffoon wurde zur Ehrenpräsidentn, ‘ 1 . 1 f In der Rechneigrabenstr. 17 befindet sich, was viele Leser vielleicht nicht wissen, ein jüdisches Friseurgeschäft (S. Weiß), das bestens nach dem neusten hygienischen Gesetzen, und noch dazu zu billigen. Preisen arbeitet. Der Bart wird ohne Rasiermesser restlos entfernt. Auch Damensalon ist vorhanden, in dem auch Scheitelarbeiten bestens ausgeführt werden. Die guten Leistungen dieses Geschäftes in Verbindung mit der Tatsache, daß es am Schabbos und Jomtow streng geschlossen ist, sollten ihm die Unterstützung aller gesetzestreuen Glaubensgenossen sichern. 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