Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1931)
- Date
- 1931-06-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 25- Der 3 5 t fl c li t 18. Juni 1931 sam und ohne Schädigung praktisch durchführbar ist — Beamtenabbau. San.-Rat Dr. E t t l i n g e r, sich seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Gemeinde für den Augenblick entäußernd und nur als warmfühlender jüdischer Mensch und steter Beobachter der Verhältnisse in Langestraße 30 sprechend, ruft ergreifend aus: „Mitleid, Mitleid, Mitleid! Mitleid mit den Verarmten, denen aufgeholfen werden muß! Mitleid mit den Fremden, die ihre Zuflucht bei uns suchen! Laßt das stolze Gebäude der Jüdischen Wohlfahrtspflege nicht zusammenbrechen!" — Der Appell verhallt nicht eindruckslos, nicht ungehört, muß aber von Gemeindewegen praktisch ohne momentane Wirkung bleiben. Sollte sich der -^teuereingang über Erwarten günstig gestalten, so wird inan im November entgegenkommender sein. — In den allgemeinen Betrachtungen der Generaldebatte, zu der die Fraktionsführer fprachen, kam eine Werstchätzung oes Philantropin zum Ausdruck, hinter die man wohl ein Fragezeichen setzen darf. Nicht jeder objektiv Urteuenoe dürste der Meinung sein, daß es für die I ü d i s che Gemeinde ein Kulturwerk ersten Ranges und ein Stolz der Gemeinde fei. Im übrigen muß als bemerkenswert verzeichnet werden, daß im Gegensatz zu den früheren Stimmenthaltungen die Konservative Fraktion den Philantropin-Etat bewilligen wird. Um nicht mit trockenen Zahlen zu ermüden, gehen wir im Zickzack weiter. Nach einer Mitteilung findet die Signatur des Haushaltsplans ihre drastische Illustration darn, daß bis in die Inflation hinein die jüdische Bevölkerung Frankfurts 40 Proz. bis 45 Proz. der hiesigen Gesamtreichseinkommensteuer zahlte, 1929 um noch 11 Proz.. — Zur Aufbesserung des Wohlfahrtsetats meint man die Bildung eines Komitees anregen zu sollen, das eine ausgedehnte Propagandatätigkeit durch persönliche Besuche entfalten möge. Große Steuerzahler geben manchmal beschämend geringe Beiträge für soziale Fürsorge. — Das seit längerer Zeit sehr interessant gestaltete und redigierte Gemeindeblatt soll auch weiterhin ncht auf den Charakter eines bloßen Mitteilungsblattes herabgedrückt werden, sondern seine Aufsätze historischen, philosophischen, religiösen (immer wirklich religiösen?) Inhaltes beibehalten. Nur erwägt man aus Ersparnisgründen seine Umwandlung in eine G. m. b. H. unter starker Beteiligung der Gemeinde, die Abschaffung des farbigen Umschlagblattes und den Aufdruck des Titels auf der ersten weißen Seite. Versuchsweise erscheint in kurzem eine Beilage, „Gemeinde und Jugend", in der die Jugend zum Wort kommen soll. Der Heranziehung und Heranbildung der Jugend zu treuen und lebhaft interessierten Mitgliedern widmet man überhaupt rege Aufmerksamkeit, subventioniert die Jugendvereine, wenn auch nur in dem möglichen Umfange und plant ein besonderes Jugenddezernat. — Falls die Notverordnung in Kraft tritt, sollen die Angestellten bis zu M. 3000.— Jahresgehalt von einer Kürzung möglichst verschont werden. — Vom Führer der Volkspartei wird der Wunsch ausgesprochen, den Namen „Israelitische Gemeinde" in „Jüdische Gemeinde" umzuwandeln. Der Liberalismus erbittet Bedenkzeit bis nach Fraktionsberatung. — Eine geringe Dotation der Hebräischen Sprachschule begegnet einigem Widerstand, wird aber schließlich mit M. 600.— genehmigt. — Die Amtsdauer der Gemeindevertreter soll für die Zukunft von 3 aus 4 Jahre ausgedehnt werden, und zwar aus technischen Gründen, um sie mit den ebenfalls alle 4 Jahre stattfindenden Wahlen zum Preußischen Landesverband vereinigen zu können. Und nun doch noch einige Ziffern in runden Zahlen: Die Kultussteuer erbringt M. 1,080,000 bei M. 77,000 Ausgaben, Synagogen M. 60,000 gegenüber M. 33,000 Ausgaben. Besoldungen kosten M. 578,000, das Unterrichtswesen M. 321,000 Rituelle Betriebe schließen mit einem Ueberschuß von M. 20,000 ab, das Friedhofsamt mit einem solchen von M. 58,000, Schulden- und Zinsendienst (Bankschulden und Anleihezinsen) erfordern M.« 107,000. Der Gesamtetat wird genehmigt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E- Posen. — nachm. 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/4 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr S. Königshöfer. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) cm "n- Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 91/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6i/? Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mifchna Mitgliederlernen —abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, abends 8 1/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einfchl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr H. Halpern. Jahrreiirstiftungen. Freitag, 26. Juni. Ludwig Bender-Stiftung. Aguüa» Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Halpern. 11 — 12 Uhr, Weltschiur Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern 20V2 Uhr, Nach vorheriger Ankündigung Ausspracheabende. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen unter Leitung des Herrn Holpern. 12-13 Uhr, Weltschiur Das Jaumi Dozent: Herr Herz Halpern. 20 21 Uhr, Französischer Sprachunterricht. Dozent: Herr Studienrat I. Kaufmann (in der Wohnung des Dozenten). 20—2l Uhr, Sprechstunde der Stellenvermittlung. 20 /2—21 /z Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo). Dozent: Herr Rabbiner Horooitz. 20l/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos, Herr Rachelsohn (Privatwohnung Zell 2). 203 4—22 Uhr, Mifchna (Seder Maued) Herr Gers. Schneid (Privatwohnung Kantstr. 4). 21 Uhr, Arbeitsgemeinschaft I. Landau: „Agudas Jisroel" (gefchloff. Zirkel). Dienstag 20tj4—21 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Willi Hofmann (Privatwohn. Mauerweg 34). 20 j2—21l/2 Uhr, Englischer Sprachunterricht. Dozentin: Frl. Dr. Studienrätin R. Labensky. 203/,—213/4Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. W. Hofmann, „Die Ideologie der Aaudas Jisroel" (Privatwohn. Mauerweg 34), gefchl. Zirkel. 21—22 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. Mittwoch, 11 — 13 Uhr. Sprechst. der Stellenvermittlung. 2OV2—21 j2 Uhr, Stenogrophieunterricht, Herr S. Adler. 2ülj2—2V/2 Uhr, Schiur für Jugendliche (Bowo Kamo), Herr Rabbiner I. Horowitz. 21—22 Uhr, Schulchan Aruch, Herr L. Oppenheimer (Privatwohnung Bärenstraße 12). 21—22 Uhr, Makkaus. Herr Herm. Bing, riaiy, 7V4 Uhr, Frühminjan. IOV2—HV2 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Louis Kahn. 12—13 Uhr, Weltschiur, Das Jaumi. Herr Halpern. 15—16 Uhr, Bowo Kamo, Herr Dr. Hofmann. 15—16 Uhr, Brochaus, Herr Wollmann. 15-/2—I6V2 Uhr, Schulchan Aruch, Herr Th. Spiegel, (Privatwohnung Ostendstraße 1t). 21—22 Uhr, Tnach, Arbeitsgemeinschaft Gerson Schnerb (in der Wohnung Kantstraße 4). Besondere Veranstaltungen der Mädchengruppe. Montag, 201/4—211/4 Uhr Hebräischsprachliche Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Jacob Landau. Mittwoch, 201/2—211/2 Uhr Dinim. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg (14tägig). Schabbos, l/z Stunde nach Schul Melöchim. Dozent: Herr Julius Lewin. 16—17 Ui)r Tauroh. Dozent: Herr Konrektor A. Hirschberg. 16—17 Uhr Jeschajo. Dozent: Herr Studienrat Dr. Markus Lange (i. d. Wohnung Obermainanlage 16). Agudistifche Frauen-Orksgruppe Frankfurt a. M. Diesen Montag fällt der Vortrag aus. Ortsgruppe Frankfurt (M) des Jüdischen Frauenbundes. Montag, den 22. Juni, 20^ Uhr, Frankfurtloge, Eschersheimerldstr. 27, Gemeinsam mit den Frauenvereinigungen der Logen: Vortrag von Frau Landgerichtsrat Braun- Frank über „Gefährdung der Frauenberufsarbeit". Gäste sind freundlichst willkommen. Liwjath Lhen. (Hörfaai Friedberger-Anlage.) Nach Mincho 5l/4 Uhr Vortrag des Herrn S. Schachnowitz „Von den geheimen Schätzen Korachs". •nasn du?,, nsar?1? mnn na X'L-,' pinn vv ■’is1? srma mp 's nnwa v'rnix •'■'ö’BDn mipri" rvniK ms1? apsr Verein zur Pflege der hebräischen Sprache OE?" Samstag, 20. Juni um 53/4 spricht Herr Jakob Landau über: „Takanot Chachomim". Gäste sind willkommen. Ort: Pension Rachelsohn, Langestr. 55. Gel»stzeiten. mp rnw Freitag abend 7.45 Samstag nasurn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.30 Schiurim des Gemeinderabbiners. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, amvO Dv Sonntag morg. 9.—, Dienstag und Donnerstag abends 201/2 Uhr im Jugendlernzimmer Fichtestraße 5. Sefer . Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Samstag nachmittag nach NN2v für angemeldete Teilnehmer im Jugendlernzimmer Fichtestraße 5. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Pofkim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20^2 Uhr im Iugendlernzimmer Fichtestraße 5. Wir machen unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, daß die Firma für Optik, Gebrüder Eschwege yier, Peterssrraße 1 (am Peterstor) (s. Inserat) ihrer Grotzhanölung jetzt auch eine Kleinverkauss-Abteilung mit modernster maschineller Einrichtung, bedient von geprüftem Optiker, ungegliedert hat. Jeder Kunde, ob privat- oder Kapenkunde wird aufmerksam und rasch bedient. Ebenso werden Reparaturen prompt und billig ausgesührt. Die Firma unterhält außerdem Lager in allen einschlägigen Artikeln. Schabbos und Jomtes gejchwlsen. Das einzige Hotel in Bad W i l d u n g e n, welches unter Aufsicht des Vereins ritueller Speiseyäuser, Hamburg steht, ist Hotel Germania, Inhaber G. Krittenstein. Geld spart derjenige, der schon jetzt seinen Winterbeoarf in Brennmaterialieit zu den viliigen Sommerpreisen einoeckt. Nußkohlen, Hausbrand, Briketts, Koks, Grudekoks iu I a Qualität, sowie gut trockenes Bucheltholz und Anmachholz liefert unter sorgfältigster Bedienung die seit 1875 bestehende, hiesige Finna S. M o s e» & C o., Zeil 25 (Schabvos und Jaumtauw geschloffen) Wer seinen Vorteil wahren will, kaufe schon jetzt zu billigsten Sommerpreisen bei dieser Firma. (Siehe Inserat.) Ausspannung und Erholung bedeutet es, nach anstrengender Berufsarbeit seinen Garten zu pflegen. Die starke Hitze bringt den zarten Kindern der Flora Schaden, aber — — G lfm in ir o II er, Kaiserstraß,e 38 liefert billigst und prompt alle zum Wasserspenden notwendigen Dinge (siehe Inserat) und übernimmt die Reparatur schadhafter Schläuche. Außerdem finden dort die Liebhaber des Tennissportes eine große Auswahl an Gummibällen, Tennisschläger usw. Verlockend ist es bei starker Hitze, im Freien zu sitzen und sich an einer guten Portion Eis oder ähnlichen Erfrischung zu erlaben. Jetzt hat man die Möglichkeit, auch im Freien ein tadelloses Speiseeis sowohl einwandssrei in Bezug aus K a s ch r u t h , als auch in hygienischer Beziehung zu erhalten. Den nach dieser Richtung gehenden vielseitigen Wünschen entspricht die Conditvrei Erünebaum, Hanaueriandstr. 4, unter Aussicht der I. R. G., indem sie einen gemütlichen Eartenausenthalt geschaffen hat. Die Hauptsache jedoch ist, daß man sowohl innen als außen, ob mit Erfrischungen oder Cafe, Tee, Gebäck usw. in jeder Hinsicht gut bedient und zufriedengestellt wird, wovon sich die werte Kundschaft hoffentlich recht zahlreich überzeugen wird. Die Reisezeit rückt immer näher, die Reisepläne gewinnen immer festere Gestalt. Wer im schönen Dad-Homburg gut untergebracht sein will und zufriedengestellt in jeder Beziehung, auch aus streng koscher, tut gut daran, sich möglichst bald im altrenommierten Hotel Braunschweig, Inhaber Salo Schwarz, unter Aussicht von Rabb. Dr. Wreschner, Bad-Homburg, Lnisenstraße 72 (man achte genau aus die Hausnummer) anzumelden. Dieses, vollkommen neu renoviert, bietet unter neuev tadelloser Leitung jedem Kurgast die erwünschte Bequemlichkeit (fließend Wasser) verbunden mit zuvorkommendster Bedienung, sowie tadellose Verpflegung (Wiener Küche) und auf Wunsch sorgfältigst bereitete Diätkost. Dabei weiden die Preise so berechnet, daß es sich jeder leisten kann, einige angenehme Wochen zur Kur oder Erholung im lieblich gelegenem Bad-Homburg zu verbringen. (Siehe Inserat.) Von kompetenter ältlicher Seite wird UNS geschrieben: Mit Eintritt der heißen Jahreszeit ist das Durst- Problem wieder an der Tagesordnung. Es gilt einerseits den Durst zu stillen, andererseits den Organismus vor den schädlichen Folgen gesundheitswidrigen Trinkens zu bewahren. Man hilft si chmit Wasser, Mineralwasser, Bier oder Fruchtsästen, die aber nicht selten dem überhitzten Körper, dem empfindlichen Darm oder Magen ernstlichen Schaden zusügen. Sie überschwemmen die Verdauungsorgane. beeinträchtigen die Wirkung des Magensaftes und haben keinerlei wesentlichen Nährwert. Daher sind im Sommer Verdauungsstörungen an der Tagesordnung mit ihren lästigen und schwächenden Begleiterscheinungen. "Demgegenüber stellt Kefir milch ein ideales Getränk dar. Sie ist gleichzeitig wohlschmeckendes Erflischungsmittel und leicht bekömmliches Nahrungsmittel. Jung und Alt Gesunde und Kranke 'machen mit Vorteil davon Gebrauch. In Frankfurt a. M. wird eine rituell und. hygienisch einwandfdreie Kefirmilch in der Frankfurter Kefir Kuranstalt, die von den größten Autoritäten erprobt und empfohlen wird, hergesteklt. Das Rennen zu Frankfurt a. M. und N i e d e r r a d findet am Sonntag, den. 21. Juni nachmittags 3»/s Uhr statt. Die sonnigen und schattigen Plätze laden auch diejenigen zum angenehmen Aufenthalte, die für das Spie! der Pferde weniger Jptereffe haben,., ein. Man kann schon für 1 Mark (Kinder 50 Pfennige) sich den Eintritt verschaffen. 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