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Der Israelit · 1931-06-11 · Heft 24 (11.6.1931) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 24 (11.6.1931)
Date
1931-06-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Seite 12 Nr. 24 De r Israelit 11. Juni 1931 vollständigen Zusammenbruch der jüdischen Bevölkerungsentwicklung von innen heraus und erwartet eine weitere Schrumpfung des jüdischen Volkes. Diese erschütternde Diagnose kann bei den bestehenden Verhältnissen gar nicht anders gestellt werden, wenn man bedenkt, daß jeder fünfte Jude, jede fünfte Jüdin eine Mischehe eingeht, daß die Sterblichkeit wohl geringer ist als bei der Gesamtbevölkerung, daß aber 1927 auf 1000 der jüdischen Bevölkerung nur 10,9 Kinder geboren wurden gegen 18,4 bei der Gesamtbevölkerung. Die Vergreisung der jüdischen Bevölkerung wird dazu führen, daß die Juden immer mehr dazu genötigt sind, statt Kinderpflegeanstalten und Schulen Altersasyle und Altersfürsorge- Einrichtungen zu schaffen. Macht sich doch nach den schulstatistischen Erhebungen bei den jüdischen Volksschülern in Deutschland ein Rückgang von 23 333 im Jahre 1921/22 auf 19 956 im Jahre 1926/27 geltend, sind doch im gleichen Zeitraum die jüdischen Volksschulen von 207 auf 124 gesunken. Dabei zeigt sich außerdem eine starke Verstädterung der Juden. Es entfielen 1925 auf die preußischen Großstädte 294 230 (darunter Berlin mit 172 672), auf die sonstigen Stadtkreise 32 541, auf die Landkreise 77198. Die Zuwanderung in der Kriegs- und Nachkriegszeit äußert sich in einer hohen Ausländerquote 76 387 — 18 Proz.. Davon leben in Berlin 43 838, so daß sich die Berliner Juden zu 25,4 Proz. aus Ausländern zusammensetzen. Von 100 Kindern im Alter von 11 Jahren sind 54 in Berlin, 12 im übrigen Deutschland, 34 im Ausland geboren. Wenn wir nun aus diesen Zahlen Schlüsse ziehen, läßt sich feststellen, daß die angeführten Tatsachen außerordentliche Gefahren für die jüdische Bevölkerung in bevölkerungspolitischer Hinsicht in Erscheinung treten lassen. Ernst Kahn sucht in „Der internationale Geburtenstreik" die Geburtenbeschränkung nach Umfang, Ursachen und Wirkungen zu veranschaulichen. Bei Darstellung des Umfangs des Geburtenrückgangs wird die gegenwärtige bevölkerungspolitische Lage des Judentums als Sonderfall behandelt. Kahn weist mit Recht daraus hin, daß sinkende Geburtenziffern durch gleichfalls sinkende Sterbeziffern nicht ausgeglichen werden können. Bei den deutschen Juden haben sie bereits zu Sterbefallüberschüssen geführt. Abgesehen davon wird die jüdische Bevölkerungsbilanz noch durch die zahlreichen Mischehen, namentlich seitens jüdischer Männer, gedrückt. Das flache Land war früher für die jüdischen Großgemeinden die Quelle der Verjüngung. Die jüdische Landbevölkerung mit ihrem Fleiße, ihrer Ausdauer, ihrer Zähigkeit, ihrem Familiensinn und ihrer Glaubenstreue scheidet immer mehr aus, ein Reservoir der körperlichen und seelischen Erneuerung zu sein. Ich weiß wohl, daß man zwangsläufige Entwicklungen nicht aufhalten kann. Aber ich kann nicht umhin, die verantwortlichen Führer der Judenheit einer Pflichtversäumnis auf diesem Gebiete zu zeihen. Vor 25, vor 20 Jahren, als es noch Zeit war, sind Mahner und Warner aufgetreten, die auf die jüdische Solidaritätsverpflichtung der Großstädte gegen ihre ländlichen Glaubensgenossen hinwiesen. Einer meiner besten Freunde hat sich in Wort und Schrift mit aller Hingabe und aller Energie dafür eingesetzt, immer und immer wieder die Notwendigkeit betont, die dort vorhandenen Eemütswerte im Interesse des Judentums zu erhalten. Aber die Stimmen verhallten gleich der des Predigers in der Wüste. „Es hat keinen Sinn, für eine absterbende Schicht etwas zu tun. Die Verstädterung ist die beste Lösung für das gesetzestreue Judentum", so wurde mir von Männern bedeutet, die mit ihrem in die Ferne schweifenden Blicke das so nahe liegende Gute übersahen. Nun haben ww den Zusammenbruch. Wo ehemals fruchtbare Gefilde, da ist jetzt Steppe und Wüste. Mit blutendem Herzen sieht man nur noch traurige Ueberreste, äußerlich schöne Gehäuse ohne Inhalt, große Synagogen, in denen kaum mehr ein Minjan zu zählen ist. Und wenn heute jüdische Organisationen, die Landesverbände und der Reicksbund jüdischer Frontsoldaten, auch Einzelpersonen, Franz Oppenheimer, das Schicksalsrad zurück drehen wollen, so ist es nach menschlicher Berechnung zu spät. Auf das gleiche oder ähnliche Motiv, das dieser Einstellung gegenüber der jüdischen Landbevölkerung vor einigen Jahrzehnten zugrunde lag, läßt sich vielleicht eine moderne jüdische Erscheinung zurückführen. Jeder, der mich aus meiner langjährigen Praxis kennt, jedes Schulkind weiß von mir, daß es mir bei der Beurteilung von Menschen ganz gleich ist, ob jemand auf dem 10. oder 20. Grade ö. L. geboren ist. Wie ich die Menschen im allgemeinen nicht nach ihrer Landesherkunft in gute und schlechte einteile, so gewiß auch nicht die Juden. Es sollte sich ja jeder Gebildete zu der Meinung durchgerungen haben, daß es in Kiew und Ostrog gerade so feine und ordentliche Juden gibt, wie in München und Hamburg, daß andererseits minderwertige Menschen an den Ufern des Rheins ebenso anzutreffen sind wie im Stromgebiet der Weichsel. Aber gerade deshalb drängt es mich, mit aller Entschiedenheit Stellung zu nehmen gegen eine neujüdische Theorie, die die deutschen Juden vor 50, 40, 30 Jahren zu Juden minderen Grades degradieren will. Nach den Grundsätzen der dynamischen Länderkunde soll man in räumlichen Dingen nicht unbesehen generalisieren. Man kann nicht die Arktis und die Antarktis nach gleichem Maßstabe behandeln. Man muß zur rechten Wertung in jedem Einzelfalle erst die dynamische Kraft suchen, die nicht überall gleich ist. Es ist deshalb auch ein Unrecht, von dem schweren Fehler, den ausländischen Juden geringzuschätzen, jetzt in den entgegengesetzten zu verfallen, das deutsche Judentum einer zurückliegenden Periode generell zu verachten. Ich bestreite nicht, daß es vor 70 Jahren in Frankfurt mit jüdischen Belangen nicht geradezu rosig ausgesehen hat, obwohl auch hier damals eine, ganze Reihe nicht unbedeutender Talmide Chachomim gelebt hat. Aber auf dem Lande draußen, ich verweise nur auf die uns zunächst liegenden Landschaften von Kurhessen und Unterfranken, hat es damals Juden gegeben, die den Vergleich mit hochgerühmten Glaubensbrüdern unserer Zeit wohl aushalten können. Wenn sie nun heute von Veurteilern, die die damaligen Verhältnisse nicht kennen, oder von solchen yov vrr sn» xi> i«?«, die zur. Stützung ihrer Hypothese das nicht wissen wollen, wenn diese Generationen, die sich nicht mehr verteidigen können, einfach als Amei Hoorez und als Materialisten bezeichnet werden, so liegt das zunächst daran, daß man in gewissen Kreisen die Mentalität dieser Juden vor 70, vor 50 Jahren heute gar nicht mehr versteht. Die Religion war mit allen Handlungen ihres Lebens schlechthin verschmolzen, aber äüf eine so schlichte Art, daß sie davon kein Aussehens machten, sie waren naiv-gläubig, unpolitisch, ihr ganzes religiöses Leben war ihnen selbstverständlich. „Man lebte mit G'tt, aber seine Gegenwart wurde stillschweigend hingenommen, man sprach niemals von ihm" Aus einer reichen Fülle von Stoff will ich Ihnen nur 3 Typen vorführen. Es handelt sich dabei nicht um erdichtete Phantasiegebilde. Ich glaube behaupten zu dürfen, daß manchem Zuhörer in diesem Kreise diese Gestalten schon einmal auf seinem Lebenswege begegnet sind. In einer Waldlandschast der fränkischen Trias, wo die Frankfurter Baufirma Philipp Holzmann die weißen Keupersandsteine brechen ließ, aus denen unser Hauptpostamt gebaut ist, lebte ein Kaufmann, der Tag für Tag bei Wind und Wetter mit seinem Musterkoffer hinaus in die Dörfer ging, bis in die-späte Nacht hinein und am frühen Morgen aber tiefgebeugt über die Folianten des Talmuds lernte. Er starb in hohem Alter, und unter seinen Papieren fand man eine Urkunde, nach welcher er die ntnin nin.i vom alten Würzburger 21 besessen hatte. Niemand, keiner seiner nächsten Angehörigen hatte eine Ahnung davon gehabt. Wohl hatten seine Lernfreunde, die mit ihm zusammen einen Schiur lernten, es immer empfunden und gefühlt, daß er ein Mann von großem irs'-m und r-vs’pa war. Er aber hatte mit seinem überragenden Wissen sich niemals hervorgedrängt, er war ein iv-'i an vn, ein bescheidener Mann bis an sein Lebensende. Als der Weltkrieg begann und um den Hartmannsweilerkopf die blutigsten Kämpfe sich abspielten, flüchtete ein 21, der Schwiegersohn eines rrai rr-isowie ihn S. R. Hirsch nannte, nach einer vom Kriegsschauplatz entfernten deutschen Stadt mit regem jüdischem Gemeindeleben. Er war selbst ein Talmid Chochom von großem Format, aber ebenso demütig und bescheiden in seiner Gesinnungsart. In dieser Stadt kümmerte sich von den führenden Männern niemand um den deutschen Flüchtling, der nicht die Gabe besaß, etwas aus sich zu machen. Er, der glücklich war, an dem imposanten G'ttesdienste teilnehmen zu können, nahm Platz in der proletarischen Ecke. Die ---2ir> w»» in dieser Kehilla waren für ihn ein Erlebnis. Aber bald sollte er eine größte Enttäuschung erleben. Als am Thorafreudenfeste die wisv zu den mvp.i vergeben wurden, da schaltete man ihn aus, weil die Formalien seiner Eingliederung in die Gemeinde noch nicht erledigt waren. Man konnte sich wohl über das sinaitische Gebot jor »ja tmni hinwegsetzen, aber nicht über die Statuten der Synagogenordnung, diese suprema lex. Der kleine Kreis der Verehrer des von ihnen hochgeschätzten Greises, der sie nie entließ, ohne ihnen einen Segen, ein Thorawort oder eine jüdische Lebensweisheit mit auf den Weg zu geben, be-! stand eben aus Leuten, die nichts zu sagen hatten. Eim zweites Thorafreudenfest hat der seltene Mann nichts mehr in dieser Gemeinde erlebt. Aber dort in den lichten! Höhen ist sicher dem deutschen 21 die Ehre zuteil ge-' worden, die ihm auf Erden versagt worden ist. ' 'In einem Dörfchen, damals noch fernab gelegen von den die Welt verbindenden Schienensträngen, wohnten ein Mann und seine Frau, die wegen ihrer Rechtschaffenheit und ihres Fleißes, mit dem sie ihre Familie durch den harten Lebenskampf steuerten, vom Pfarrer bis zum letzten Taglöhner geschätzt und geehrt wurden. Nach einer Schulprüfung, die der Distriktsschulinspektor in der jüdischen Volksschule abgehalten hatte, begab sich der katholische Geistliche zu dem einfachen jüdischen Elternpaare, um ihm zu sagen: „Ihren Jungen, der zu den besten Schülern meines ganzen Bezirkes gehört, müssen Sie unbedingt studieren lassen." Als der Dechant aber hörte, daß es dazu an den Mitteln fehle, meinte er: „Schade, daß der Bub nicht katholisch ist, ich würde seine Ausnahme in ein Alumnat sofort durchsetzen." Bald daraus kam nun der Bruder der Frau, der in der Landeshauptstadt wohnte, kinderlos, sehr vermögend, aber nicht religiös war, zu seinen Geschwistern und erbot sich, den zehnjährigen Knaben in sein Haus aufzunehmen, ihn ins Gymnasium zu schicken und ihn später für das juristische Studium vorbereiten zu lassen. Aber die Leute, die ihr Kind über alles liebten, schlugen das Anerbieten aus, welches nach menschlicher Berechnung ihres Sohnes materielles Glück verbürgt hätte, weil er in erster Linie ein Jehudi bleiben sollte. So sah der Materialismus dieser Amei hoorez aus um das Jahr 1890 herum. Diese Beispiele aus dem Leben sollen nicht nur eine sachliche Berichtigung geben, > sondern barüoer fyinaus ganz allgemein einen Anschauungsunterricht erteilen, wie generalisierende Schlagwörter falsche Begriffe hervorzaubern können. Und gerade auf dem Gebiete der Erziehung wird in heutiger Zeit von pädagogischen Schwarmgeistern stark in dieser Weise gearbeitet. Da werden gewissenlose Versprechungen, geheimnisvolle Andeutungen gemachf, und der aufleuchtenden wilden Romantik verfallen insbesondere Mütter, die in bester Absicht zu diesen falschen Propheten wallfahren, um dort pädagogische Schnellwirkungsmittel kennen zu lernen, um gleichsam auf Flaschen aufgezogene Pädagogik mit nach Hause zu nehmen. Wenn nun diese Mütter noch jüdische Frauen sind, sogar Frauen aus gesetzestreuesten Kreisen, dann besteht dabei noch die Gefahr, daß sie durch eine nicht unbedeutende Dosis Apikorsus infiziert werden. Von diesen Modepädagogen wird in erster Linie Sturm gelaufen gegen die Autorität, da Individualismus auf den Schild gehoben. Nun ist aber Ehrfurcht vor dem Gehalte historischer Objektivität, auf gut jüdisch mvan nnia« ein Grundpfeiler unseres jüdischen Erziehungsgebäudes, an dem sich ungestraft nicht rütteln läßt. Da wird die neue Offenbarung von der Gemeinschaft verbreitet. Als ob im Judentum das patriarchalische Gemeinschaftsgefühl etwas Unbekanntes wäre. Beginnt ja unser Tag sofort mit einem ganz deutlichen Ausdruck jüdischen Gemeinschaftsbewußtseins, mit td»s2 Allerdings ist diese Art der Gemeinschaftsbekundung nicht immer im Sinne moderner Gemeinschaftsmenschen. Sie schwingen sich nach Rousseaus Worten, daß wahrer Idealismus nur auf gesundem Realismus erblühen kann, erst nach einem opulenten Frühstück zu ihren idealen Bestrebungen aus. Als ob durch irgend eine moderne Gemeinschaft der hohe sittliche Standpunkt unserer rnian erreicht würde, deren Mitgliedschaft persönliche Hingabe, persönliche Opferbereitschaft im höchsten Grade erfordert. Bereitsein bei Tag und bei Nacht, am Werktag und am Fasttag, wenn man gerufen wird. Das Judentum hat schon lange vor dem 20. Jahrhundert die Tugend der Gemeinschaft gekannt und geübt. Es hat aber darunter verstanden Einordnung, Unterordnung, Verträglichkeit, Achtung von fremdem Lebensrecht, Selbftoerantwortung, Selbstbescheidung, und es hat nach den Worten des Schuhmachers Rabbi Jochanan nur jener Gemeinschaft Bestand zugesprochen, die d->»iz? de?V gegründet wurde. Oder wie Martin Buber das in modernes Deutsch überträgt: Wahre Gemeinschaft ist nur die, in der das G'ttliche zwischen den Menschen sich verwirklicht. (Fortsetzung folgt.) Mcherbesprechungen. nrcnpn rriwn maW *nxa rv»a :unpn •navDm Lofchaun hakaudefch. Von Rosenstein. „Masvra"-Verlag, Lodz. Die vorliegende Fibel geht vom Einzel buchstaben aus, bringt Bilder, die Einzelnes darstellen, während heutzutage die moderne Fibel sinnvolle Sätze als Ausgangspunkt nimmt und Bilder bringt, die die Kinder durch das Geschehen fesseln. Es muß aber anerkannt werden, daß die zu besprechende Fibel nichts erzwingt ,was sich dem Kinde nicht von selbst erschließt, daß sie auf systematische einfache Weise zu sinnvollem Lesen führt und insbesondere dürre Wortreihen vermeidet. Beachtlich erscheint nur, wie das Zusammenlesen, das Hauptziel der Lesekunst, in praktischer Weise vorbereitet wird. In der Verbindung des Lesens mit der Erlernung der Kurrentschrift kann ich keinen Fortschritt erblicken, da sich doch m. E. die Quadratschrift viel besser arbeitsschulgemäß auswerten läßt. Für viel wertvoller halte ich den zweiten Teil der Fibel, der modernen Forderungen nach jeder Richtung hin Genüge leistet. Er behandelt Vorgänge.' aus dem Leben des Kindes, humorvolle Begebenheiten, versteht;es in sehr geschickter Darbietung durch Erregen der kindlichen Freude, durch Erzeugen lustbetonter Spannung über sprachliche Schwierigkeiten hinwegzuhelfen und flicht das jüdische Jahr und jüdisches Pflichtenleben mit feinem pädagogischen Takt in den Lesestoff ein. Die Illustrationen können noch eine künstlerische Vervollkommnung vertragen. K. £). Helden und Abenteurer der Bibel. Von Joachim P r i n z. Ein Kinderbuch. Paul Vaumann-Verlag, Berlin-Charlottenburg. 158- Seiten. Das Büchlein enthält 11 biblische Geschichten, die so ausgezeichnet wurden, wie sie vom Verfasser Kindern erzählt worden sind. (S. Vorwort.) Und das war ein Fehler. Denn die Form, in der man mit kleinen Kindern spricht, wirkt beim Lesen oft unangenehm, läppisch, kindisch. Wir können uns denken, daß der Verfasser so, wie er schreibt, zu den Kindern gesprochen hat, aber kaum, daß jemand, wie er es wünscht, die Geschichten in dieser Form seinen Kleinen vorliest. In dieser Weise kann er mit etwa sechs- bis achtjährigen Kindern gesprochen haben; da ist wiederum nicht zu verstehen, warum er in diesen kleinen Kreis von Geschichten „Die Hexe von Endor" eingesügt hat, einen Stoff, der einem weit reiferen Alter Vorbehalten bleiben muß. Die plastischen Züge der biblischen Erzählungen sind häufig ohne erkennbaren Zweck geändert worden; dadurch haben die Geschichten verloren. Das Deutsch mag modern sein, es ist aber nicht durchweg einwandfrei (S. S. 21: „Laßt uns den Midjanitern entgegen ziehen, und laßt sie uns schlagen. Denn G'tt wird bei uns sein, wie er mit unfern Tätern gewesen ist. Man nennt mich Jerubaal, Baalzerstörer. Ich werde auch ein Midjanitenzerstörer lein, denn G'tt wird mit mir sein.") E.

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