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Der Israelit · 1931-05-28 · Heft 22 (28.5.1931) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 22 (28.5.1931)
Date
1931-05-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 22 Der Israelit 28. Mai 1931 Schenken Sie einen 1 Füllfederhalter. 1000 schreibfertige Halter zur Auswahl! mit 14 karat. Goldfeder ab Rmk. 3.— - Osmia-Supra, Parker-Duofoid, Montblanc, Pelikan, Waterman ■ Hausmarken: Ceka und Juwel Und andere Marken CARL KLIPPEL Kaiserstrasse 75 Schreibwaren aller Art kommen war (Kultusgemeinde, Kooperativengesetz usw.) genehmigt hatte. Der Union wurden für die Kammer 5 und für den Senat 3 Mandate zugesichert. Die Union hatte bereits die Kandidaturen nominiert und zwar für die Kammer: Dr. W. Fildermann, Dr. I. Berkowitz, Dr. I. Ettinghsr (Bukarest), Dr. S. Kaßner (Cernauti) und Dr. Emil Jacoby (Cluj), für den Senat: Horia Carp, Dr. I. Vierer (Cernauti) und S. M. Guttnik (Cetatea Alba). In letzter Stunde ergaben sich Schwierigkeiten, die die Regierung veranlaßten, wohl nicht an den programmatischen Zugeständnissen gegenüber der Union zu rütteln, wohl aber an dem übrigen Teil des Paktes, der sich aus die Bezirke, in denen die Vertreter der Union kandidieren sollten, und die Plazierung der jüdischen Kandidaten bezogen hat. Die Vertreter der Union erblickten darin eine einseitige Aenderung der von der Regierung eingegangenen Verbindlichkeiten und bestanden aus deren restloser Einhaltung. Da die Regierung offenbar neue Verpflichtungen übernommen hatte, die auf Kosten des bereits abgeschlossenen Wahlpaktes mit der Union befriedigt werden sollten, zerschlugen sich in letzter Stunde die als bereits perfekt bekannt gemachten Verhandlungen und das Wahlkartell mit der Union wurde gesprengt. Seitens der Regierung wurden noch in letzter Stunde Versuche unternommen, mit der Union rumänischer Juden zwecks Erhaltung des Wahlkartells zu einer Verständigung zu gelangen,- heute jedoch sind die Verhandlungen als endgültig gescheitert anzusehen. England. Iahreskonferenz des Verbandes jüdischer Hilfsorganisationen Groß-Vritanniens. London, 19. Mai. Am Sonntag, den 17. Mai, fand in London die Jahreskonferenz des Verbandes jüdischer Hilfsorganisationen Großbritanniens statt. In seiner Eröffnungsansprache erklärte Chiefrabbi Dr. I. H. Hertz, der Verband habe heute, ebenso wie zur Zeit seiner Gründung vor 15 Jahren, die Aufgabe zu erfüllen, in menschlicher und jüdischer Brüderlichkeit notleidenden Juden zu Hilfe zu kommen. Chacham Dr. G a st e r schilderte die Lage in Osteuropa und die Tätigkeit des Verbandes in den letzten zehn Jahren. Der Verband habe in tausenden von Fällen geholfen, ohne bloße Wohltätigkeit zu üben. Cr habe nicht Bettler gezüchtet, sondern Bedürftige in Zeiten der Not gestützt und Tausende vor Kälte, Hunger, Verzweiflung und Krankheit bewahrt. Man könne sich kaum vorstellen, was aus den Millionen deklassierter Juden im Osten geworden wäre, wenn der Verband nicht den Juden Großbritanniens die Möglichkeit gegeben hätte, ihre Pflicht gegenüber ihren leidenden Brüdern zu erfüllen. Berichte über die Lage in Rußland und Polen wurden von S. Koldowsky, der kürzlich von einer im Auftrag des Verbandes in Sowjetrußland durchgeführten Mission zurückgekehrt ist, vom Herausgeber der Warschauer jiddischen Tageszeitung „Unser Expreß" Lazar Kahan und Rabbi Tobias H o r w i tz, einem der Führer der Agudas Jisroel in Polen, erstattet. Das Finanzreferat hielt Herr Machower. Ungeachtet der in den britischen Kolonien, wo früher große Summen für das Hilfswerk des Verbandes aufgebracht werden konnten, in den letzten Jahren herrschenden Wirtschaftskrise hat der Verband in der Verichtsperiode von Mai 1929 bis Dezember 1930 17.031 Pfund an Beiträgen eingenommen. 116 Gemeinden und Institutionen in Rußland. Polen und anderen osteuropäischen Ländern konnten Subventionen gewährt werden. Die Gelder des Verbandes wurden in Rußland zur Unterstützung von Volksküchen, Spitälern, Handwerkerschulen, Altersheimen usw. verwandt, in Polen hauptsächlich den Kreditgenossenschaften zugeführt. Die Sowjetregierung hat die Forderung erhoben, daß die Gelder des Verbandes in Rußland ausschließlich zur Speisung von Kindern in den jüdischen Kolonien verwandt werden. Im Hinblick daraus, daß die Gelder zum Zweck der Unterstützung von Juden in den Städten und Städtchen gesammelt wurden, konnte die Exekutive diesem Verlangen der russischen Behörden nicht entsprechen, doch wurde mit Rücksicht auf die Notlage der Kinder in den Kolonien beschlossen, von der auf Grund des Vertrages mit der russischen Regierung für Sowjetrußland bestimmten Summe von 20.000 Lst. 25 Proz. für die Hilfsarbeit in den Kolonien und die restlichen 75 Proz. für konstruktive Hilfe in den Städten und Städtchen auszugeben. Es sei zu hoffen, daß in absehbarer Zeit feste Vereinbarungen mit der russischen Regierung Zustandekommen werden. Inzwischen werde der Verband seine Arbeit in der bisherigen Weise fortsühren. Es folgte eine Aussprache, worauf nach einer Replik M. Großmanns eine Reihe von Resolutionen gefaßt wurde. Die Konferenz billigte die Verhandlungen der Verbandsexekutive mit der Sowjetregierung bezüglich einer Ausdehnung des Hilfswerks und ermächtigte die Exekutive, ihre auf das Zustandekommen endgültiger Vereinbarungen mit der russischen Regierung zum Wohle der deklassierten Juden gerichteten Bemühungen fortzusetzen, sowie die etwa notwendigen oder wünschenswerten Abänderungen und Ergänzungen des Abkommens mit der Sowjetregierung vorzunehmen. Die Beratungen zwischen englischer Regierung und Iewish Agency beendet. London, 20. Mai. Auf eine Anfrage des Abg. Howard Bury teilte der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drummond Shiels, im Unterhause mit, daß die Beratungen mit den jüdischen Führern faktisch beendet sind. Die von den Arabern gestellten Bedingungen, sagte Shiels weiter, hätten es zwar unmöglich gemacht, formelle Beratungen mit ihnen zu führen, doch habe der High Commissioner in persönlicher Eigenschaft mit den arabischen Führern Besprechungen gepflogen, um ihre Gesichtspunkte kennenzulernen. Dr. Shiels kündigte schließlich an, daß Vorschläge, die sich aus den Verhandlungen mit den jüdischen Führern ergeben, binnen kurzem dem Parlamente unterbreitet werden würden. Türkei. Gemeindeverbandstag und Verbandsrat. Konftantinopel, 18. Mai. Nach einer Pause von acht Jahren trat gestern wiederum der Verbandstag der Einheitsgemeinden Konstantinopels und der Umgebung zusammen. An der Beratung beteiligten sich etwa 60 gewählte Delegierte der Gemeinden. Den Vorsitz führte Dr. Gad Franco. Die Beratung wählte einen neungliedrigen Rat (Medjlis djismani), dem die Führung der Gemeindeangelegenheiten und des Chefrabbinats obliegt und der auch nach außen die Judenschaft Konstantinopels und der Umgebung vertritt. Dieser Rat wird die bisherige Leitung durch den „Rat der Gemeindenotabeln" ersetzen. Der Verbandstag konnte bis jetzt nicht zusammentreten, weil seiner Tagung seitens der Behörden Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden. Die Berichte über die materielle Lage der Verbandsgemeinden und des Chefrabbinats lauteten äußerst pessimistisch. Dem neugewählten Rat wurde aufgetragen, eine Sanierung der Gemeinden und des Chefrabbinats in die Wege zu leiten. palSstina. Der Bericht der Klagemauerkommission. Jerusalem, 18. Mai. Wie die ITA. erfährt, bildet die Feststellung, daß die Klagemauer den Juden allein heilig ist, einen der wichtigsten Schlüsse, zu denen der bisher noch unveröffentlichte Bericht der Klagemauer-Kommis- 'ion gelangt. Damit macht sich die Kommission den während der Verhandlungen von jüdischer Seite vertretenen Standpunkt, daß nur die Juden, nicht aber in gleicher Weise auch die Moslems, die Klagemauer als verehrungswürdiges Heiligtum betrachten, zu eigen. Der Gesamtinhalt des Berichtes scheint im allgemeinen auf einen der jüdischen Sache günstigen Ton abgestimmt zu sein, wenn auch die praktischen Vorschläge jene Juden, die erwartet hatten, es würde den Juden ein größeres Ausmaß liturgischer Freiheit gewährt werden, als jenes, das die Kommission als herkömmlich und dem Rahmen des Status quo entsprechend anerkannt hat, einigermaßen enttäuscht haben dürften. Anscheinend wird auch der Gebrauch von Thorarollen und anderen Ritualgegenständen bei der Klagemauer, auf den die jüdischen Unterhändler in den inoffiziellen Verhandlungen zu verzichten bereit waren, zugelassen sein. Eine Sijumfeier in Meron. Jerusalem, 20. Mai. Zu den sonstigen Feierlichkeiten am Lag Beomer am Grabe von Rabbi Schimon ben Jochai kam dieses Jahr noch ein grandioses Sijumfest hinzu. Es ist nicht allen bekannt, daß in Meron, ganz in der Nähe des heiligen Grabes, sich eine große Jeschiwa, genannt ’Hnv n na’®» befindet, ebenso ein Altersasyl (a’jpi asnn)- Am Tage der' „Hilula" feierten nun Jeschiwa und Altersheim einen Sijum auf alle sechs Traktate der Mischna, ebenso wurde an diesem Tage, wie alljährlich, der ganze Sohar ausgelernt. Das Fest wurde mit einem eigenen G'ttesdienst und mit Gebeten für die Gabajim und Gönner der Anstalten, wie für alle Brüder in der Gola gefeiert. Am Festmahle beteiligten sich viele Hunderte, u. i. namhafte Rabbiner. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß von der Jeschiwa und dem Altenheime in Meron Speis und Trank an jedermann unentgeltlich verabreicht werden. An den Festtagen waren es Hunderte, die die Gastfreundschaft des Hauses genossen. Die Ordnung während der ganzen Feierlichkeiten in Safed und Meron war eine musterhafte, trotzdem der Andrang dieses Jahr noch stärker war als sonst, was ein persönliches Verdienst des Polizeihauptmanns, Kapitän James in Safed, ist. Amerika, Iudenmijfion in den Vereinigten Staaten. N e w y o r k, 18. Mai. In dem soeben erschienenen Bericht des Ausschusses der Presbyterianischen Landesmissionen über die Missionstätigkeit unter den Juden wird angegeben, daß etwa 2000 Juden von den presbyterianischen Kirchen Amerikas bekehrt wurden. Die große Zahl von Mitgliedern jüdischer Abstammung in unseren Kirchen, wird in dem Bericht ausgeführt, ist ein Beweis für den Wert der unter den Juden geleisteten Arbeit. Für viele Juden hat der alte Glaube ferne religiöse Anziehungskraft verloren. Viele Juden haben die Synagoge verlassen, einige sind irreligiös geworden, andere haben sich einem philosophischen Atheismus zugewandt, die übrigen sind noch auf der Suche nach einem Weg zur Befriedigung ihrer seelischen Bedürfnisse. Die führenden Rabbiner von Newyork treten diesem Bericht entgegen und erklären, die angegebene Zahl von 2000 Bekehrten sei ungeheuer übertrieben. Die Missionstätigkeit der christlichen Kirchen unter den Juden sei erfolglos, das Geld, das von den Kirchen zur Bekehrung von Juden ausgegeben werde, sei nutzlos vergeudet. Zwangsregistrierrmg der Ausländer in Michigan. Detroit, 25. Mai. Das Parlament des Staates Michigan hat ein Gesetz angenommen, demzufolge alle Ausländer verpflichtet sind, sich polizeilich registrieren zu lassen und die Rechtmäßigkeit ihres Aufenthaltes im Lande nachzuweisen. Das Immigration Department hat sich für das Gesetz eingesetzt, um bei der Deportierung illegal eingewanderter Personen staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Das Department für öffentliche Wohlfahrt hat eine Verordnung erlassen, durch die die Anstellung von Ausländern, die nicht im Besitze einer Registrierungskarte sind, untersagt wird. Das Gesetz über die Registrierung der Ausländer muß noch durch den Staatsgouverneur sanktioniert werden. Die jüdischen Organi-

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