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Der Israelit · 1931-05-21 · Heft 21 (21.5.1931) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 21 (21.5.1931)
Date
1931-05-21
Page
– (sequence 23)
Language
German
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21. Mai 1931 Der Israelit Nr. 31 Seite 3 Werke auf/kabbalistischem und religiansphilosophischem Gebiete., sowie..,seine künstlerischen Erzeugnisse^ Dramen und..lyrischen'. Gedichte. Im Anhang folgt eine mit"''an* erkennenswerter 1 Genauigkeit' ausgearbeikÄe Bibliographie der! 77' Werke Luzattos, l sowie der «saixf * ihm And (seine Zeitgenossen bszüglichen Quellen: uitd Hinweise in/,der Literatur. Endlich werden aus den in der Seminarbibiiothek aufgefundenen 130 Briefen und Dokumenten 8 Nummern einstweilen' im hebräischen Wortlaut wieder^ gegeben. ’ - Um die Kritik vorwegzunehmen, sei zunächst ausge-s sprochen. dätz dev/Wärt des neuen Buchäs vor alleM'i in seinem erstem Teile, .dem b i o g r a p h i s ch e n , liegt. Die Darstellung und Behandlung der Ideenwelt Lu^aftos dagegen entbehrt der Gründlichkeit und sie leidet unter der offensichtlichen Tatsache, daß dem Verfasser die Kabbalä und die damit iim Zusammenhang stehende Literatur nicht genügend Herzenssache und Gegenstand objektiven Studiums ist, um den Ewigkeitscharakter der Lebensleistung Luzattos gerade auf diesem Gebiete würdigen zu können. Dagegen verdient der erste Teil des Buches größte Beachtung und Anerkennung. .Er gewährt vor allem einen hochinteressanten Einblick in das kulturelle Milieu des jüdischen Italien im Beginne des 18. Jahrhunderts. Es war eine Zeit, in der das, was wir heute das „Thora im Derech Erez"-Prinzip zu nennen pflegen, in den oberen Schichten der italienischen Judenheit zur vollendeten Selbstverständlichkeit geworden par. Mehr als hundert jüdische junge Leute aus den angesehensten Familien, denen die Treue zur Ueberlieserung und zum Religionsgesetz nicht abgesprochen werden konnte, besuchten. damals die,.,Univ e r s i t ä t Z N P a d u a und erwarben dort den Doktorgrad. Unter diesen Studenten befand sich auch der aus Wilna nach Padua gekommene, später in Brest-Litowsk als'. Arzt, praktizierende bedeutendste/ Schüler und Verehrer Luzattos, Iekutiel Gordon, Der Unvorsichtigkeit dieses hervorragendsten Apostels Luzattos verdankt dis ganze Verfolgungscampagne gegen Luzatto und damit die Tragödie seines Lebens ihren Ursprung. In einem an einen Wiener Kaufmann, Mordechai Iasse; einen ehemaligen Schüler Sabbatai Zwis, gerichteten Schreiben stellte Iekutiel seinen damals 23 jährigen Meister und Lehrer Luzatto als den Inhaber himmlicher Geheimnisse hin, der einen neuen Sohar geschrieben habe und der der unmittelbare Nachfolger Nabbr Simon den Iochais sei. Luzatto selbst hätte diese Dinge nicht über den engen Kreis seiner Schülergemeinschaft oder einiger vertrauter Freunde hinausgelängen lassen und würde, wie man annehmen darf, nach außen sich wohl daraus beschränkt haben, die alte Kabbala, die ja auch in den Kreisen seiner Gegner durcha u s anerkannt war, zu lehren, fortzuentwickeln und zu verliefen. Allerdings liegt nun unter den neugefundenen Dokumenten ein persönliches Schreiben Luzattos datiert vom 3. Ehanukatag 5490 an Rabbi Benjamin Cohen Vitali in Reggio , vor, in dem Luzatto selbst-aus nicht ohne weiteres durchsichtigen Gründen das innerste Geheimnis seines Herzens bloßlegt, das ihn ins Unglück stürzte. Wir geben aus diesem interessanten Dokument den Schlußteii in deutscher Uebersetzung wieder, die natürlich nicht entfernt den Zauber der Luzattoschen hebräischen Sprachkunst ahnen lassen kann. Es heißt da: „Und nun da G'tt seinem Volke Gutes erweisen wollte, war es sein Wille, ein neues Licht aus seinem Strahlenglanze zu offenbaren, und er in seiner Liebe hat mich erwähl t. Wenn man mich nach meiner Tauglichkeit hierzu fragt, so ist öS gewiß wahr, daß nur E'ttes Liebe gewaltet hat und nicht meine Befähigung. Wahr ist, daß ich. allerdings mich jahrelang mit den..-S'i'n' bemüht habe, fast jede Viertelstunde, wie ich es auch jetzt G'tt Lob tue. Auch habe ich mich bemüht/-in .Reinheit zu verharren, nur gefastet habe ich nicht viel ... G'tt hat mich zum Werkzeug nackst seinem Willen gemacht. Der Vorgang! H'r Kürze ' war. folgender: 'Am Rauschchaudesch Siman 5.487, als ich mich einem : Tim hingab, schlief ich einIBeim'Erwachest.hörte ich einänStimiNe, Mlchckisprach: „Ich bin herniedergestiegen, um 'verborgene Geheimnisse des heiligen Königs /zu offenbaren." Ich erhob mich zitternd und gewann nachher wieder meine Stärke. Die Stimme hörte nicht auf und sprach Geheimnisse. Am zweiten Tag um die gleiche Stunde bemühte ich mich allein im Zimmer zu sein. Die Stimme kehrte wieder und sprach ein anderes Geheimnis. Bis sie nachher an einem Tage mir offenbarte, sie sel ein Magid, gesandt vom Himmel und überlieferte mir einzelne B’Yirvv auf die ich meine Andacht jeden Tag richten solle, dann werde er kommen. Ich sah ihn nie, sondern hörte' nur seine Stimme sprechen aus meinem Munde heraus. Nachher erteilte er mit. die Erlaubnms zu fragen und nachher nach etwa 3 Monaten gab er mir besondere die jeden Tag zu vollziehen seien, damit ich würdig würde der Offenbarung Elijahus. Dann befahl er mir ein Buch auf rmlmp zu verfassen, wobei er selbst mir das Geheimnis der einzelnen Verse erklärte. Dann kam Elijahu und offenbarte Geheimnisse und sagte, jetzt werde iinvv» kommen, der große Fürst und als er kam, wußte ich, daß er es fei durch die Worte Elijahus, die er mir sagte. Von da" au weiter habe ich sie, jeden Einzelnen, erkannt. Es gyb aber auch Seelen, die sich offenbarten und deren Rainen ich nicht kannte. . . Alle diese Dinge vollzogen sich; während ich auf meinem Antlitze lag. Ich sah die heiligen Seelen wie aus einem Traume in Menschengestalt. In aufrichtiger Wahrheit sage ich, daß ich noch nicht zur Hälfte dessen gelangt bin, was der '"in erlangte. Nur wurde ihm nicht gestattet, niederzuschreiben und mir wurde befohlen, niederzuschreiben. Mir offenbarte der Maggid G'tt Lob im Innersten der. Weisheit wunderbare Dinge-: die bisher von vielen, nicht erkannt worden find, d<mn-die . Worte des find rätselhaft und besonders die schwere Frage, wieder. Lichtstrahl des Unendlichen in die Welt der Tat eingeht. Im ällgämeinen find es 3 Diüge rüm; die es sich handelt': Die-Grundsätze der Weisheit, die. Abschnitte her Weltlenkung, das-allmähliche Nie-- d.ersteigen des Lichtes ... All diese Dinge habe ich mich gezwungen niederzuschreiben,, um ihrem Willen zu entsprechen .VoN' dem was am Ende der Tage sein wird, habe ich keine Erlaubnis zu sprechen, denn sie sind verschlossen und versiegelt." Nachdem - durch, das Verhalten der Schüler diese Bekenntnisse ihren Weg in einen weiteren Kreis genommen hatten, war die Reaktion der führenden rabbinischen Kreise der Zest, die insbesondere von -Rabbi Moschq Hagais, früher in Jerusalem, damals in Altona, auf die drohende Gefahr einer subjektiven Mystik von uferlosen Konsequenzen aumerksam gemacht wurden, nur zu verständlich. Der Verfasser schildert in anschaulicher, durch seine neuen Quellen vielfach ergänzter Ausführlichkeit den weiteren Verlauf des tragischen Kampfes, in die die reine Natur Luzattos verwickelt wurde und unter dem er zusammenbrechen /mußte. Die Darstellung findet ihren versöhneden Abschluß mit der Schilderung der Jahre beschaulicher Ruhe, die Luzatto dann in Amsterdam verbringen durfte, bevor er nach Erez Iisroel überfiedelte, um dort mit seiner Familie einer Epidemie zum Opfer zu fallen. Der Verfasser hat dem Titel seines Büches einen Untertitel hinzugesetzt, in dem Luzatto als „Schöpfer der modernen hebräischen Literatur" bezeichnet wird. Diese ästethische Seite in der geistigen Lebensarbeit Luzattos hat gewiß ihre literaturgeschichtliche Bedeutung, aber sie wird vollkommen überstrahlt, von der gewaltigsten Tat, die er vollbracht, die Niederschrift' derbvvn mrw n"bp, die bisher ihrer gründlichen Würdigung und Ausschöpfung für die Erkenntnis der metaphysischen Wirklichkeit noch harren. Wenn der Verfasser mit Recht an einer Stelle bemerkt, durch die nvvn m b n"Vj? sei Luzatto für die Kabbala das geworden, was der Rambam in seiner nnm hup» für die Halacha war, so möchte man wünschen, daß doch eines Tages eine Persönlichkeit erstehe, -die gründlichste Kenntnis des kabbalistischen Schrifttums mit derjenigen der gesammten Problematik der modernen Natur -und Religionsphilosophie verbindet und die dann erst das religionsphilosophische Lebenswerk Luzattos wahrheitsgemäß würdigen könnte. Es ist der Geist, der sich den Körper baut.*) Eine Umschau von B. E. Es mußte so kommen .Jeder Druck erzeugt Gegendruck. Sechzig Jahre krassester Materialismus, während deren jeder Zweifler an der herrschenden Lehre mit Stillschweigen übergangen wurde, haben eine Erplosion des Antimaterialismus hervorgerufen, deren Trümmer im Obigen benannt sind.; Geblieben war im vorigen Zeitalter nur die Dichtung. Gefügt hatte sie sich dem rein materialistischen Geiste, niemals. Aber wie hatte sie gekämpft? „Mit der Feder"', — sagt Unger — „seitdem heißt „Mensch" gewesen ein „Kämpfer" sein; . . . täuscht, inmitten einer, — trotz tobsüchtigen Lärms — totenähnlichen Starre im Wesentlichen, eine „Bewegung", eine „Entwicklung" vor, weil ohne diese halluzinierte „Entwicklung" augenblicks ein grenzenloser Trieb nach den letzten Möglichkeiten des Daseins erwachen.würde, vor denv alle Basteleien anMenschen- Beziehungen/und alle Kuren an.-den Leibern der Völker elend abbrechen würden.". Dichtung (19) „steht zwischen dem Orl'G'ttes und der Weltbund hat/schon ein bißchen magischer Energie.. Aber nur zum - Spiels zum Sport, — genau genommen zur -Ablenkung. Und -damitalles so -bleibe, ... hat Dichtung die Aufgabedieü Einöde wenigstens optisch / zu unterbrechen. . . Logisch-kritisch zerpflückt Unger die landläufige Lehre der Abstammung vom halbtierischen, sprach- und kulturlosen Urmenschen und läßt die Ursprache als Schöpfunng geistig hochstehender Gemeinschaften erscheinen, als Erzeugnis kollektiver Wesen. Und in gleicher Weise läßt er aus den höchsten und weltumspannendsten Gedanken dieser -ersten Menschengruppen die Poesie hervorgehen. Dabei werden die heidnischen Mythen auf eine zu ihrer Zeit in der Natursicht der Menschen begründete Wirklichkeit > zurückgeführt. Ebenso erhält die Thora hier ihre Würdigung als Zeugin der Schöpfung und Künderin eines' wirklich lebensnotwendigen Rituals und wird vor allein, wie bei - Goldberg, als nicht in Quellen zerlegbar sondern aus Einem Gusse be- *) 1. I. Gegen die Dichtung. Eine Begründung des Konstruktionsprinzips der Erkenntnis. Von Erich Unger. Leipzig 1925. (M eine r.) Klein-Quart. X 197. 2. II. Wirklichkeit, Mythos, Erkenntnis. Von Erich Unger. Münche n. 1930. (O l d e n b o u r g). - Klein-Quart. VH. 304 3. Leben als Symbol. Metaphysik einer Entwicklungslehre. Von Ed g är D a c q u e. M ü n ch e n. 1928. (O l d e n b o u r g). Klein-Quart. V 254. 4. Versuch einer Genitaltheorie. Von S. F e r e n c z i. 1924. Internationale Psychoanalytische Bibliothek. Band XV. 5. Das Menschengesicht. Von Mar Picard. Münzen... 1929^., (Delphin). Klein-Quart. 22?. . stehend anerkannt. Von einer Anerkennung der Thora als Offenbarung an das Volk ist hier, wohl nicht die Rede. Außerdem hat der von Hirsch geforderte Respekt vor der Tatsache der Thora als einem „Faktum wie Himmel und ' Erde" im Ungerfchen System . feinen Platz. Denn auch mit den Fakten der Schöpfung-/wird hier so umgegangen, wie es in der leidenschaftlichen Ablehnung des Materialismus eben verzeihlich ist. 2. Fünf Jahre nach Obigem schreibt Unger etwas weniger beziehungslos und eingeordnet in andere nichtmaterialistische Systeme. In reger Wechselwirkung, wenn auch nicht kritiklos, steht fein Schaffen jetzt mit den nichtdeszendenztheoretischen Thesen von Edgar Dacque; — äußerst kritisch verhält er sich zu Freuds Mythendeutung in „Totem und Tabu". Es ist schade, daß er gerade diese philologisch und biologisch gleich anfechtbare, grandios-einseitige Studie des Psychoanalytikers über Mythen in die Hände bekommen und noch keine Umschau nach tiefgründigeren Mythensorschungswerken dieser Schule gehalten hat. Ungers Ergebnisse nehmen einen guten Anlauf zu einer Menschheitspsychologie, wie sie von der psychologischen Seite her etwa C. G. Jung in seinen „Wandlungen und Symbolen der Libido" und seinen „Psychologischen Typen" anbahnt. Die ganz empirische Beobachtung, daß heutige Schizophrene in den Mythen entlegener Urvölker geistig schassen und daß eine philologisch-dokumentarische Altersbestimmung von Mythen , einfach arabeskenhajt an sich in aller Welt wiederholenden Motiven scheitern muß, hat ja schon- Jung 'zur Lehre vom „kollektivem Unbewußten" gedrängt, durch das uns die Gefühle und Wünsche ebenso a priori als Erbe unserer Ahnenreiche vorgezeichnet sind wie nach Kant die Denkformen. Es ist Ungers Fortschritt, diese Lehre aus dem deszendenztheoretischen Schema gerissen und außerdem -ie,,sür^ die Urzeil wichtige Beherrschung des Bewußtseins durch den Mythus in den Vordergrund gestellt zu haben. Er betrachtet das Bewußtsein weder metaphysisch noch psychologisch, sondern (137) „teleologisch, seiner Bestimmung gemäß" und unter Einbeziehung eines „möglichen universalen philosophischen Bewußtseins". Dieses soll nicht nur die schon möglichen Wirklichkeitsinhalte durch Eedachtwerden noch möglicher gestalten, sondern zugleich die unmögliche Wirklichkeit, soweit es sie wollen und wünschen kann (nicht den vollen Unsinn wie 2 mal 3—7) in mögliche verwandeln. Wir werden bei Fer.enczi sehen, — daß auch diese Position mehr, als sie es ahnt und möchte, sich aus empirisch Beobachtetes stützen kann. Sie ist zugleich die Vorbedingung des körperlichen und geistigen Wachsens des Menschen üb^. sich selbst hinaus, also der Offenbarung. Dennoch können wir ohne eine prinzipielle Bemerkung nicht den Ungerfchen Gedankenkreis verlassen. Mit Recht verwirft er (34) die psychoanalytische Mythendeutung, weil sie oftmals 90 von 100 Beobachtungen gegen sich hat. Wer solchen ehrlichen Tatsachenrespekt bekundet, sollte eigentlich einelik System widersprechen, das fast alle Gesetze der Thora als Urzeit-Angelenheiten ansieht, obgleich nur eine kleine Zahl derselben eine ausdrückliche zeitliche Beschränkung ausweist. Die Auseinandersetzung mit Kants Ueberfchrift mag dem Urteil der Fachphilosophen überlassen bleiben. Lesenswert ist die zweite Ungersche Schrift dennoch wegen ihrer öfters (so 269/70) angewendeten Lehre vom. Werden des Menschen nach seinem Idealziel hin, einer Lehre, die hier geistiger als bei Dacque und volkstümlicher als bei Goldberg ihren Ausdruck findet. Nicht alle Gedanken dieser Schule sind so originell, wie sie sich geben; so liegt die Beobachtung, daß Mythen nur in der Urzeit lebende Wirkung ausübten, wohl auch dem talmudischen Kanon zugrunde: um fn’maR irmn V~na rrjr- 3;, Etwas: näher. dev uns anerzogenen Lehrevom „Faktum" der Schöpfung, steht Dacques. „Leben -als Symhol", Das, was wir Hon unserem Standpunkte aus an der Goldbergfchen 'Lehre annehmbar finden, wird von Dacque zitiert, und er stützt auch feilte -Lehre, damit. Auch hier führt der Weg.weit von der Deszendenztheorie weg. Die. ganze Artwerdüngslehre .erhält hier ein neues, ein. Uns vertrauteres Gesicht (102). „Die äußere Art rst-eine reine Abstraktion; dieinnere Art im wesentlichen Sinne ist jene sormbildende Bestimmtheit, die in allen Individuen deutlich zum Ausdruck kommt, aber weder durch die Summe der Individuen bestimmt, noch dargestellt ist. . . . Wenn also eine neue Abart . . . zustandekommt, so heißt das ... die in der „Art" liegenden Fähigkeiten haben Gelegenheit bekommen, sich körperlich zu manifestieren" . .. . Denn „nicht immer deckt sich Phänotypus und Genotypus, d. h. die gesamte Körpetlichkeit als solche mit der' inneren, potentiellen erbmäßigen Forinbildungssähiqkeit." Diese betonte Artbildungsfühigkeit 'ist tatsächliche Herrschaft des Körpers Über den Geist. Die Spannung, die sie, wenn nicht voll sich auswirken könnend, an den Menschen vollzieht, wirkt mythenbildend, kultnr- und kunstschaffend. So entsprangen die großen religiösen Bauwerke der Vorzeit viel tieferen als nur■ ästhetischen Motiven (163). Die ganze aussteigende Entwicklung des Menschengeistes vollzieht sich selektiv, indem (201) der Menschenstamm „viel Tierhaftes aus sich" entließ. Auch die heutige Menschenform kann in der Zukunft von einer noch entwickelteren als tierhaft zurückgelassen werden, — wobei inan an den Gedanken .dem Auserwählung zu denken versucht ist. Dacques Anwendung dieser Gedanken auf die Religion biegt freilich m speziell protestantische Wege ein und polemisiert gegen jede Selbstrervollkommnungsreligion, obgleich er selbst den Begriff der sittlichen Freiheit in sein System fügt. 4. In allen diesen Systemen ist wohl die alte Gleichung Gehirn-Geist verlassen, und ihre: netteffortnel

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