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Der Israelit · 1931-05-13 · Heft 20 (13.5.1931) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 20 (13.5.1931)
Date
1931-05-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
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Nr. 10 Seite 3 13. Mai 1931 der beste agudistische Nachwuchs aus — Nürnberg stammt. An dieser Veranstaltung nahm auch der agudistische Erzieher der Preßburger Jugend, Oberrabbiner Hirschler, nach langer Krankheit zuerst wieder tel. Seine Jugend zu feurigen Agudisten zu erziehen, ist ihm gelungen, möge ihm n"vn der gleiche Erziehungserfolg beschieden sein, wenn er mit andern Gleichgesinnten nun daran geht, die! avu um die alte Fahne wieder frisch zu scharen. Von Preßburg fuhren wir am Sonntag früh nach Neutra, wo am 16. Jjar seitens der Gemeinde die naxafür ihren unvergeßlchen Rabbiner ' Rabbi Abraham Aron Katz b"xr errichtet wurde und die Agudojugend zu Ehren seines ersten Jahrzeitstages am 17. Jjar eine I u g e n d t a g u n g d e r Z s l o v a k i scheu A g u d o "veranstaltet hatte. Auf dem d"nn N'a würdigten der greise Reuhäusler Oberrabbiner Tigermann und Oberrabbiner Abeles aus GrohSchallo die große Persönlichkeit des Reutraer Raw, den Kämpfer für die Wahrheit, den unbestechlichen, goldreinen Charakter, den vorbildlichen Mann, voll von Gottesfurcht, frei von Menschenfurcht. . Hieraus fand im Prachtsaal der 'Gemeinde die I u g e n d L a g u n g statt, wobei Rabbiner Dr. Klein vor fast 1000 Menschen, de Gedenkrede aus den Gründer und Vorsitzenden der flovakischen Agudas Jisroel hielt. Es ist unmöglich, den Eindruck wiederzugeben, den die VA ständige Rede auf die Hörer machte, iin NV» na: pma- Was macht den wahrhaften Führer? Die Antworten, die auf diese Frage gegeben werden, ließen die Folie, das Lebensbild dieses Mannes und Kämpfers erstehen zu lassen, in gewaltiger Eindringlichkeit. Sie machten auch deutlich, warum Rabbi Abraham Aron Katz in Agudas Jisroel das Instrument fand, auf dem seine reiche, der Gesamtheit von Jugend an aufgeschlossene Seele ihr tiefstes und herrlichstes Lied spielte. Am Abend fand unter Teilnahme von 200 Herren ein Doppelsijum statt: sämtliche Jugendgruppen der Slovakei hatten niai^während des bnx Jahres einen jmwa tto gelernt, außerdem der engere Kreis seiner Schüler crv unter sich verteilt, so daß naw» und mm gemeinsam abgeschlossen wurden, pnm “|*?y pnn — unsere Gedanken sind in Siebe bei Dir, Deine Seele ist schützend und spornend bei uns, Aron Katz und die Agudojugend, das ist ein Begriff. Die Worte mögen hier wiedergegeben sein, die der Reutraer Raw einem, Stück Papier anvertraut hat, das, seine Gattin zwischen losen Zetteln fand und die so charakteristisch sind für seine Einstellung: „Welt — du Jammertal der Energielosigkeit einerseits, andererseits der Jnteressenjägerei — wie schwer ist es für einen ehrlichen Menschen m>i Rückgrat, sich da zu finden. Ich halte mich (so unbescheiden bin ich) für einen solchen, muß es daher vorziehen, mich abseits zu stellen und ruhig zusehen, wie die Unehrlichkeit ihre Triumphe feiert. Doch hoffentlich kommt auch noch die Zeit, daß die Sonne der Wahrheit sich durch das dichte Gewölk der Lüge Bahn brechen wird, dann will ich mich gern als Arbeiter in ihre Armee einreihen lassen!" Daß Aron Katz nicht umsonst gelebt, das zeigt die flovakische Agudojugend, die jetzt sogar ihr eigenes Organ herMSgibt, zeigt die Reutraer Agudojugend in ihrer tatfrohen Arbeit, zeigt vor allem die Wahl des Tirnauer Raw, seines treuesten Genossen im Kampf für die , zu seinem Nachfolger, zeigen die ungeheuren Anstrengungen, die ganz Neutra macht, ihn zur Annahme der Wahl zu bewegen. — ’KTipa brrivVi I'iniva pnm NN» Nach den beden Kohanim, Mansche und Aron Katz, unseren.letzten heben Führern, ist ‘pk w Der I s r a c lit Blatt er —• so heißt der Tirnauer Raw — der v onG' tt b e st i m m t e Nachfolger, — so plädiert Neutra und wartet auf die Entscheidung und hofft, daß sie zu seinen Gunsten ausfällt. W. S. I.! . (Fortsetzung folgt.) Internationale Vereinigung der Agudas Israel Frauen- und Mädchengruppen, ZenkraleZürich. Berichte wurden der Zentrale von den verschiedenen Frauen- und Mädchengruppen der Agudas Jisroel zugestellt, so aus Antwerpen, wo die Mädchengruppe ca. 50 Mitglieder umfaßt, und in einem sehr schönen Arbeitsprogramm die verschiedenen Gebiete der jüdischen Lehrstoffe bearbeitet. In Deutschland bestehen Frauen- und Mädchengruppen in B e r l i n, Breslau, H a m b u r g, K a f fe l uufi# Leipzi g. In Frankfurt a. M. zählt die Frauen- und Mädchengruppe über 100 Mitglieder, und zeigt ein ganz ausgezeichnetes Arbeitsprogramm. Da in Frankfurt den jüdischen Frauen schon immer reiche Gelegenheit geboten war, an Schiurim teilzunehmen, hat die dortige Frauengruppe davon abgesehen, neue Schiurim einzurichten. Jedoch veranstaltet sie jede Woche Vortrags- Abende, die sich fo regen Zuspruchs erfreuen, daß aft 200—300 Hörerinnen anwesend sind. Als Vorbild und Anregung auf diesem Gebiete für andere Gruppen zählen wir hier eine Anzahl der Vorträge auf, die in Frankfurt gehalten wurden, oder noch stattstnden werden. (Folgt ausführliche Aufzählung aller Frankfurter Vorträge, über die im „Israelit" bereits berichtet wurde.) Die Hamburger Frauengruppe umfaßt 120 Mitglieder. Die Arbeit dieser Gruppe zeichnet sich ganz besonders durch systematische und wertvolle Arbeit auf dem Gebiete der jüdischen Lehrstoffe aus. Dinim-Kurse, Sidroh-Vorträge, wo die Frauen in Arbeitsgemeinschaften die Sidroh bearbeiten (mit besonderer Berücksichtigung auf die Fragen der Kinder) werden durchgeführt. Mit großem Erfolge wurden Einführungen in die Methodik der modernen hebräischen Fibel durchgeführt, die die Mütter fähig machen, nach heutiger Methode ihren Kindern bei ihren jüdischen Schulaufgaben behilflich zu sein. Jede 4 Wochen findet eine Tee-Veranstaltung in einem Privathause statt, wobei Referat mit Ansprache der Zweck des Zusammenkommens ist. Diese Veranstaltungen haben sich sehr gut bewährt, nur hat man dieselben in Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse heute, in ein nicht privates Lokal verlegt. Die erste Zusammenkunft der WMersaison der Hamburger Frauengruppe erfreute sich einer ganz besonders starken Beteiligung, und auch die Winterkurse sind wieder mit großem Interesse ausgenommen worden. Als Neuerung ist ein Handarbeitszirkel mit Anleitung zur Verfertigung jüdischer Handarbeiten ein geführt worden. Unter bewährter agudistischer Leitung entwickelt sich.in Kassel ein besonders reges agudistifches Leben, wobei alle Altersstufen!, männlich und weiblich, vertreten sind. Für die weiblichen Teilnehmerinnen finden Schiurim über: Schir Hafchirim, Hiob statt. Eine Arbeitsgemeinschaft für männliche und weibliche Jugend, die auch auf literarischem Gebiete verschiedene Stoffe behandelt, n. a. „Kampf um G'tt" von Breuer usw. Dlskussionsabende und ein jüdisch-literarischer Zirkel vermitteln eine rege Geselligkeit. Die Leipziger Gruppe umfaßt ca. 20 Mitglieder, die in einer Arbeitsgememschast zusammengeschlossen sind. Perik, Ehumisch sowie andere jüdische Lehrstoffe werden verarbeitet. Es besteht auch eine Institution für jüdische Stellenvermittlung, sowie Geselligkeit in Form von gemütlichen Heimabenden. In Jugoslavien hat Subotica seit einigen Monaten eine Vnos-Agudas Jisroel- Frauen- und Mädchengruppe, die auf verschiedenen Gebieten sehr gut.arbeitet. In Lettland entfaltet eine besonders erfreuliche Tätigkeit die A. J.-Frauengruppe in Riga. Sie umfaßt ca. 85 Mitglieder in allen Altersstufen. In W i e n besteht eine Mädchengruppe, die über 300 Mitglieder zählt. Außerdem besteht eine Bnos-Gruppe mit angegliederter Bais-Jakauw-Schule für die Jüngeren, die insgesamt 100 bis 150 Mitglieder hat. In der Provinz z. B. Baden, Frauenkirchen, Wien-Neustadt usw. befinden sich auch noch kleinere Gruppen. Das Arbeitsprogramm dieser Gruppen ist natürlich außerordentlich reichhaltig. Kurse, für Sidroh, Tehilim, Dinim usw. finden am Schabbos und in der Woche fast allabendlich statt, aber auch profane Lehrstoffe, wie z. V. Englisch-, Französisch- und Samariterkurse werden von ib/er Gruppe aus arrangiert, und haben den großen Vorteil, dadurch die jungen Mädchen im eigenen Milieu zu halten, und nicht dem Einfluß anders denkender gleichaltriger Mädchen auszusetzen. Jeden Sonntag findet ein Ausflug statt. Eine ganz besonders schöne Aufgabe erfüllt die Wiener Mädchengruppe, indem die Mitglieder in ihren freien Stunden Blinden vorlesen, oder dieselben spazieren führen. Wien hat allein 1700 jüdische Blinde, die zum großen Teil in Kliniken untergebracht sind und deshalb Aufmunterung und Abwechslung in jeder Hinsicht dankbar entgegennehmen. In H o l l a n d war es bisher trotz mehrfachen Bemühungen nicht möglich, Frauengruppen der A. I. zu gründen. Die Ursache hierfür ist, daß in den Mädchengruppen sehr gut gearbeitet wird, und auch vielfach Frauen an den Schiurim und dortigen Darbietungen der Mädchengruppen teilnehmen, so daß das Bedürfnis für selbständige Frauenarbeit sehr gering ist. In Rotterdam, Amsterdam, Haag bestehen sehr tätige Mädchengruppen, die alle zu einer holländischen! Zentrale zusammengeschlossen sind. In der Schweiz bestanden bis zur Kenessio Gedaulo in den verschiedenen Städten nur A. I.- Mädchengruppen, die teilweise sehr schöne Arbeit leisten. Nachdem an der K. G. verschiedene junge Schweizer-Frauen anwesend waren, war das Interesse auch für Frauenarbeit erwacht, und es wurde im Winter 1929/30 eine A. J.-Schweizer- Frauengruppe gegründet, die in den verschiedenen Städten Arbeitsgemeinschaften errichtet hat. In Basel finden in der Arbeitsgemeinschaft der A. I. -Frauengruppe regelmäßig Schiurim statt, uud auch Vorträge werden häufig veranstaltet. Die M ä d ch e n g r u p p e Basel, die unter sehr schwierigen Verhältnissen arbeitet, hat doch ein reichhaltiges Winterprogramm, indem Haftoroh-Ueberfetzungen und -Erklärungen, sowie der Chaurerv von S. R. Hirsch als auch gemütliche Zusammenkünfte bei den verschiedenen Mitgliedern doch ein reges Leben verbreiten. In der Frauengruppe zu Luzern findet unter kundiger Leitung ein Dinim-Kurs statt, der in moderner Schlagwortförm das Thema zur Aussprache angibt. Außerdem finden unter Anleitung der Frauengruppe auch Kurse für Mädchen statt. Cs ist in Luzern im Hinblick auf dis A. J.-Frauen- und Mädchenarbeit eine aufsteigende Linie zu verzeichnen. Die Arbeitsgemeinschaft der A. J.-Frauengruppe in Zürich veranstaltet Vorträge, sowie Aussprache-Abende unter ihren Mitgliedern. Allwöchentlich findet eine Sidroh-Besprechung statt, die ohne Leitung eines Dozenten, lediglich auf reger Anteilnahme und Mitarbeit ihrer Mitglieder basiert. Die Mädchengruppe Zürich arbeitet schon seit 1912 in sehr erfreulicher Weise. Dieselbe hat es stets verstanden, durch ein reichhaltiges Arbeitsprogrannn das Interesse ihrer Mitglieder wach zu erhalten. Außer den gewöhnlichen Schiurim finden Arbeitsgemeinschaften für Reifere statt, die durch dieselbe befähigt werden, als Gruppenführerinnen zu arbeiten. .Besonders gelungen sind die Heimabende, die 14tägig stattfinden und mit einem Referat eingeleitet werden, welches zur Aussprache und Diskussion Anregung bietet. Veranstaltungen aller Art zu verschiedenen

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