Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 20 (13.5.1931)
- Date
- 1931-05-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 20 Der Israelit 13. Mai 1931 Möge die wiedererrichlete Schule namentlich in der jetzigen finanziell allzusehr bedrängten Zeit reichliche Unterstützung finden, mögen ihr Männer erstehen, die für den Bestand und die Fortführung der Schule ernstlichst Sorge tragen und gebe G'tt, dag namentlich seitens des Landesverbands die wie)eraufgegriffene Idee des unvergeßlichen Stifters durch entsprechende Subventionen durchgeführt werden kann. Es ergeht aber auch an alle ehemaligen Schüler der Burgpreppacher Talmud-Thora-Schule das höfliche Ersuchen, durch finanzielle Beiträge aus eigenen Mitteln und durch Sammlung mit Dankbarkeit ihrer Bildungsstätte zu gedenken. R. M. E. Berlin, 10. Mai. Die Volksbank Jwria e. G. m. b. $). ist aus der Französischen Straße 8 in die Rosenthaler Straße 55 in vergrößerte und gut ausgebaute Räume umgezogen. Entsprechend dem vergrößerten Geschäftsverkehr der Bank und der Notwendigkeit, ihre Kundschaft besser zu bedienen, zog sie in den Bezirk, in dem die Majorität der Berliner Juden wohnt. Die Jwria sieht jetzt auf eine dreijährige Existenz zurück und hat sich in diesen Jahren aus kleinsten Anfängen zu einem ersten Institut zur Behebung der jüdischen Wirtschaftsnot entwickelt. Die Umsätze der Bank, die im Jahre 1930 42 Millionen betrugen, sind unaufhörlich gestiegen, genau so wie das Eigenkapital und die Einlagen. Frankfurter Vereinskalender. verein Tttefot Lhajlm. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr E- Posen. — nachm. 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. - 3/4 Stunde vor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr Gustav Kaufmann. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) sin "v- Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 91/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6V2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerfon Posen Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen— abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, abends 8 V4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Das S che wu aus-Lernen findet Donnerstag den 21. Mai abends 11 Uhr in Vereinslokal, Langestraße 18 statt; rechtzeitige Anmeldung erwünscht. Der Teilnehmer beträgt RM. 1.25. Agudas Jisroel-Jugend- und Alädchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen. 11—12 Uhr, Das Jaumi. Dozent Herr Halpern. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen, 12—13 Uhr, Daf Jaumi. Dozent Herr Halpern. — 20V2—21l/2 Uhr, Schiur für Jugendliche. Herr Rabbiner Horovitz. — 20^—22 Uhr, Hilchaus Schabbos (Privatwohnung Zeit 2). Herr Rachelsohn. — 203 4—22 Uhr, Mischna (Privatwohnung Kantstraße 4). Herr G Schne^b. Dienstag. 21—22 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 2O/2—21^/2 Uhr, Bowo Kamo (Privatwohnung Maüerweg 34). Herr Dr. Hofmann. Mittwoch, 203/4—22V4 Uhr, Makkaus. Herr Bing. — 21—22 Uhr, Dinim (Privatwohnung Bnrenstraße 12). Herr L. Oppenheimer. mtP, 10'/2—11^/2 Uhr, Melechim Dozent HerrLewm. — 12—13 Uhr, Daf Jaumi. Herr Halpern. — 101 2—IIV2 Uhr, Schulchan Aruch. Herr Kahn. — 15—16 Uhr, Bowo Kamo. Herr Dr. Hofmann. — 15—16 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 15!/2 Uhr, Schulchan Aruch (Prioatwohnung Ostendstraße 11). Herr Spiegel. ~ 16—17 Uhr, Dinim. Herr Wollmann. — 17 — 18l/2 Uhr, Makkaus- Herr Bing. Neuerrichtete Schiurim der Agudas Iisroel-Müvchengrupps. ]-Q1P Nachmittag 4 — 5 Jeschajo-Schiur des Herrn Marcus Lange. Ferner wird die Mädchengruppe eingeladen, an dem von der Agudistifchen Frauengruppe veranstalteten Tfiloh-Schiur des Herrn Jacob^ Rosenheim teilzunehmen. Derselbe findet Montag abend 9 Uhr im Hörsaal statt. Liwjath Chen.! flUty nach Mincho 5>/4 Uhr in Hörsaal Friedberger- ’ antage Vortrag des Herrn S. Schachnowitz „Von den fünf Besitztümern" (Perekausklang).! Agidijtische Frauenortsgruppe, Frankfurt a. M. Am Montag, den 18. Mai, abends 9 Uhr findet im Hause von Herrn Dr. W. Hofmann Mnuerweg 34,! ein Vortrag "von Herrn Dr. Willi Hofmann über „die' religjonsge;etzlichen Vorschriften in der Krankenpflege" I statt Gäste, Damen, herzlich willkommeu. > Jüdischer Turnerbund <£. V Unsere diesjährige Pfingstwanderung geht ins Weil-Tal- Fahrt und Übernachtungskosten ca. Mk. 5.— Für die Wanderung ist rechtzeitige Anmeldung erwünscht. Gäste willkommen. Führung: Herr H. Hackel und Herr K. Buchbinder. Jüdischen Frauenbund Ortsgruppe Frankfurt a. IN. Montag, 18. Mai 20(/2 Uhr Abendzusammenkunft gemeinsam mit der Jugendgruppe des Jüd. Frauenbundes bei Frau Clem. Cramer, Fellnerstr. 7.,. „Das Wesen des Talmuds , Referent: Herr Dr. Ehrmann. Gebetzeiken. Freitag abend 7.30 Samstag n&svn 6.30 Samstag morgen 7.45 Samstag nachmittag 1.— und 5.— Samstag abend 9.00 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 3.05 Schiurim des Gemeinderabbinerr. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, □,noD '0r. Sonntag morg. 9.—, Dienstag und Donnerstag abends 20 ij2 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für jungt Leute, Samstag nachmittag nach nm» für angemeldete Teilnehmer im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim Schiur für Jugendliche im Alter von 1t bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20 V2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Schwanenstr. 12. ANNONCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT A. M. JETZT HOIDERLINSTR. 25 t DIE N E U E TELEFONNUMMER CAROLUS 45866 Berichtigung. Der Aufsatz „Lag beomer-Bilder aus M e r 0 n " in der Romanbeilage der jüngsten Nummer ist aus der Feder von Toni Loewenthal, Berlin. Durch Versehen in der Druckerei wurde der Autorname weggelassen. Familiennachrichken. Varmizwoh: Siegfried, Sohn des Herrn Julius Freudenberger ms-mn '3 in der Synagoge Veitshöchheim. — Ernst, Sohn des Herrn Adolf Oppenheimer, Buchen in Baden. Geburtstag: Frl. Emilie Feist, Mainz, Fran,jgkanerstr. 10/11, feiert am 15. Mai ihren 87. Geburtstag Briefkasten. M. N. in Straßburg. Frcs. 50.— für Abonnement eingegangen. Wer feine Familie gesund erhalten will, spart nicht an lebensnotwendigen Dingen. Um Fleischwaren, Fett, Butter und Milch und andere Lebensmittel frisch und genießbar zu erhalten, kann kein Haushalt E i s entbehren, bestimmt kann es aber nicht die pflichtbewußte Mutter zur Frischhaltung der Milch für Babys und Kleinkinder! Eis-Günther, hier Langestraße 23, Fernsprecher Samm.-Nr. 20 416. 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Einige Zusammenstellungen bieten aber die Möglichkeit, manche Seite dieses Problems aufzudecken. In mehreren Kategorien des Berufslebens und der sozialen Stellung im Berufe nehmen die ausländischen Juden einen mit ihrem Anteil in der jüdischen Bevölkerung Preußens (18,9 Proz.) gar nicht im Verhältnis stehenden Platz ein. Unter 100 beruflich selbständigen Juden sind die Ausländer mit 17,8, unter 100 Angestellten mit 17,5, unter 100 jüdischen Arbeitern aber mit 31,3 und unter 100 Industriearbeitern sogar mit 33,9 vertreten. Somit machen die Ausländer unter der jüdischen Arbeiterschaft 170 Proz., unter den Industriearbeitern 180 Proz. ihres Prozentanteils in der jüdischen Bevölkerung überhaupt aus. In einzelnen Berufsgruppen ist der Unterschied noch bedeutend höher. Unter den selbständigen jüdischen Schneidern machen die Ausländer 29,8 Proz., unter den Schneiderarbeitern 42,8 Proz. aus; der betreffende Prozentsatz für die selbständigen Kürschner ist 52,3 Proz. und für die Kürschner- Arbeiter 65,2 Proz. Von 100 jüdischen landwirtschaftlichen Arbeitern sind 26,4 Ausländer (140 Proz. ihres Anteils an der jüdischen Bevölkerung), während von 100 jüdschen Gutsbesitzern nur 2,5 Ausländer sind. Nur 10,4 - von 100 jüdischen Bankangestellten und nur 6,6 von 100 jüdischen Bankiers sind Ausländer. Unter 100 preußischen Juden, die vom eigenen Vermögen leben, sind bloß 11,1 Ausländer. Im Hausier- und Straßenhandel dagegen sind die Ausländer mit 36,1 auf 100 Juden vertreten (fast das Zweifache ihres Anteils an der jüdischen Bevölkerung). Ihr Prozentsatz im Hausdienst ist bedeutend niedriger: 14,2 von 100. Die ausländischen Juden sind demnach hauptsächlich im Kleinhandel un dim Handwerk tätig. Von Interesse ist, daß die Zahl der von den Wohlfahrtsanstalten unterstützten jüdischen Ausländer ihren Anteil an der jüdischen Bevölkerung (18,9 Proz.) nicht erreicht. Nur 13,7 von 100 Juden, die öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen oder in Versorgungsanstalten leben, sind Ausländer. Bloß 7,7 Ausländer befinden sich unter 100 jüdischen Insassen der Irrenanstalten. Es ist also die Meinung nicht richtig, daß die Ostjuden in besonderem Maße der einheimischen jüdischen Bevölkerung zur Last fallen. Der geringe Prozentsatz der ausländischen Juden unter den von Unterstützung Lebenden ist höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die eingewanderten Juden einen bedeutend geringeren Prozentsatz an Greisen aufweisen und ömit weniger die Altersheime in Anspruch nehmen, sowie auf die Praxis der Wohlfahrtsämter mancher jüdischer Gemeinden, die in allererster Linie die Bedürfnisse der einheimischen Juden und dann erst die der Ostjuden zu befriedigen trachten. Groß ist die Zahl der ausländischen Juden unter den Gefängnisinsassen. 42,3 von 100 jüdischen Verhafteten im Jahre 1925 waren Ausländer (220 Proz. ihres Anteils an der jüdischen Bevölkerung). Man wird nicht in der Annahme fehlgehen, daß unter den verhafteten ausländischen Juden sich nicht wenige befinden, die sich geringe Straftaten, wie unerlaubten Grenzüberschritt, Vergehen gegen die Paßvorschriften und dergl., zuschulden kommen ließen.