Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 20 (13.5.1931)
- Date
- 1931-05-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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jWWflEUT Srnl r/^m SmliJt 'v X>ie IDoche. Schwuäuslernen in der A. Z.-Jugendgruppe. Wie im Vorjahre, beabsichtigt die A. J.-Jugenügruppe auch in diesem Jahr ein Schwuäuslernen zu veranstalten. Teilnehmer werden gebeten, sich bis spätestens ‘ Dienstag, den 19. Mai, beim Vorstand schriftlich anzumelden. Der Preis beträgt Mk. 1.—. psingst'Ausstug der A. I.-Iugendgruppe. Für die beiden Pfingsttage ist eine Wanderung für Jungen und Mädels im Alter von 15 bis 25 Jahren vorgesehen. Ziel der Wanderung ist Odenwald oder Spessart. Teilnehmer unter 20 Jahren erhalten Vergünstigungen. Interessenten wollen sich spätestens Mittwoch, den 20. Mai, beim Vorstand melden. (lieber Einzelheiten vergleiche Anschläge im Heim). Eine Bezirkslagung der Freien Vereinigung in Hersfeld. Am Sonntag, den 17. Mai (1. Siwan 5691), nachmittags 1.30 Uhr, findet die erste diesjährige Bezirkstagung der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Hersfeld Hotel Stern statt. Das reichhaltige Programm umfaßt u. a.: Referate von: Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Cahn-Fulda: „Persönlichkeit und Gemeinde"; Herr Redakteur Schachno w itz-Frankfurt a. M.: „Jüdische Landgemeinden in Vergangenheit und Gegenwart". Herr Gustav Kaufm a n n-Franksurt a. M.: „Jüdische Wirtschaftsprobleme" Herr David U l l m a n n-Kassel: „Die jüdische Jugeni in Deutschland": Herr Jakob E s ch w e g e-Fulda: „Der gegenwärtige' Stand der Schächtangelegenheit" u. a. m. Künstlerische Darbietungen sind vorgesehen. Teilnehmer aus Frankfurt a. M. wollen sich betr. Ermäßigung der Reisespesen mit dem Büro der Freien Vereinigung, Rechneigrab enstr. 10, ins Benehmen setzen. Erez Iisroel-Arbeiksgemeinschafk. Im Hinblick aus die übergroße Teilnehmerzahl an dieser Arbeitsgemeinschaft hat sich der Vorstand, nach Uebereinkunft mit dem Dozenten, Herrn Dr. Js. Breuer, entschlossen, zur Erzielung einer ersprießlichen Arbeit die Teilnehmerzahl zu beschränken. Wir bitten daher um neuerliche sofortige Anmeldungen, da in Zukunft nur mit Zulassungskarten Versehene an der Arbeitsgemeinschaft teilnehmen können. mit 30 Proz. versucht. Der größte Gläubiger, eine Schuhfabrik bei Pirmasens hat sich geweigert, dem Vergleich zuzustimmen. Der Rechtsanwalt und andere Beauftragte gaben sich die größte Mühe, die Gläubigerin zur Zustimmung zum Vergleich zu bewegen, ohne Erfolg. Der Chef der Firma F., ein Mann von ca. 65 Jahren, ging selbst den Weg nach Canossa, um einen letzten Versuch zu wagen. Der Gläubiger sagte, daß er es allein nicht machen könne, er möge bis übermorgen warten, woraus der Kaufmann chm antwortete, dies sei unmöglich, da er am Schabbos nicht arbeite, auch nicht zurückfahren könne. Der Gläubiger, ein strenggläubiger Katholik, ries erstaunt: „Was, Sie halten Schabbos, wie kann man das heute noch? Ich habe aber hohe Achtung vor Ihnen. In diesem Falle kann und darf ich Ihnen meine Zustimmung nicht weiter vorenthalten." Er gab sie ihm unverzüglich, damit der Kaufmann noch vor Schabbos nach Hause kommmen konnte. Gemeindediensthaben den Jubilar nicht davon abgebracht, die eigentliche Bestimmung der Klaus als Thoralehrstätte und ihrer Rabbiner als Thoralehrer, aufs Energischste zu verwirklichen. — In den Herzen aller seiner täglichen Hörer, seiner Schüler und all derer, die am Fortbestände der Klaus als Thoralehrstätte echter Art, interessiert sind, lebt der Wunsch, daß ihm weitere Jahrzehnte seines stillen und doch so kraftvollen Wirkens an der Seite seiner Gattin, zur Freude seiner Kinder, zum Nutzen der Klaus und zu Ehren der Thora beschert sein mögen. Teitheim (Unterfr.), 10. Mai. Am 17. Mai feiern 'die Eheleute, Herr Eliefer Klau und Frau Regina geb. -Frank in körperlicher und geistiger Frische ihre goldene Hochzeit. Wir entbieten dem Jubelpaare unsere innigsten Glückwünsche. Möge dem frommen Ehepaar noch langes Leben befchieden fein, rruvnxa is Verjonalien. Brüssel, 5. Mai. Wortlos umstehen wir die Bahre der Frau Sophie Jurovics, geb. Göttlich. In der Blüte menschlicher und jüdischer Vollendung ist sie, kaum fünfunddreißigjährig, ftiedlich eingeschlummert. Keine menschliche Edeleigenschaft, die diese nw in wahrstem Sinne nicht geziert hätte. Unmöglich zu erzählen von den tausend kleinen und großen Guttaten, von der Liebe selbst zu der geringsten Mizwoh. Wie sie jeden . , , , , vav zu einem rechten Festtag zu gestalten wußte, wie sie l l m a n n-Kassel: „Die jüdische Jugend jede Sekunde die leuchtende Sonne ihres jungen Gatten ~ ~ ' war, welch zärtlich-fürsorgende Tochter ihrer Mutter. Wie sie ihre Kinderchen, das eine 6 jährig, das andere 5 Jahre e Darbietungen find vorgesehen. Teilnehmer alt, zu bewußten jüdischen Seelen heranzog, ihnen " ' - * liebevollste Erzieherin und Lehrerin war. Und sie war auch kluge Beraterin und Freundin all der Ein Raubüberfall auf das Israelitische Frauenheim, Bad Rauheim. In der Nacht zu Sonntag drang ein Geselle durch den Garten in das Büro des bekannten Israelitischen Frauenheims zu Bad Nauheim ein. Als die Oberin, von dem Geräusch geweckt, Nachsehen wollte, zückte der Einbrecher ein Messer und drohte mit Erschießen und Erstechen im Falle einer Störung. Er ging dann mit einer Beute von Mk. 250.— davon, nachdem ihm der Versuch eines noch schwereren Verbrechens mißlungen war. Für die jemenitischen Juden. Die Juden in Jemen, durchwegs fleißige Arbeiter und Handwerker von starker, tiefer Religiosität, leben in bitterster Not, sind schweren Verfolgungen ausgesetzi und haben kein Brot für ihre Kinder. Die Auswanderung ist ihnen in letzterer Zeit verboten. Ihr schönster Traum ist, ins heilige Land zu gelangen, wo sie stets einen Gewinn für die jüdische Arbeit, auch für das religiöse Leben bedeuten. Das ist ihnen aber mit größten Opfern verbunden. Es gilt, 250 Familien aus größter Not zu retten. Einer aus ihrer Mitte, Herr G l u s k a, bereist Europa, um die jüdische Diaspora für die jemenitischen Brüder zu interessieren. Er befindet sich zur Zeit auch in Frankfurt a. M., und hoffen wir, daß iym auch hier, wie in anderen Städten, gelingt, ein Komitee zu bilden und eine umfassende Hilfsaktion einzuleiten. Wir empfehlen ihn und feine gute Sache dem Wohlwollen und der Unterstützung aller, deren jüdisches Solidaritätsgefühl keine Landesgrenze kennt. Religiöse Solidarität. Man schreibt uns: Eine Schuhfirma in Mainz hat mit. ihren Gläubigern', verursacht durch große Berluste, einen Vergleich, die selbstlose, Jungen und Alten, die in ihr Haus kamen, sich zu wärmen an der Glut ihrer reinen, alles verstehenden Seele, sich zu stärken an der klingenden Harmonie dieses beispielgebenden Familienlebens. Bereits in jungen Jahren widmete sie sich der schweren Pflicht des heiligsten nvn pflegte unermüdlich, Tag und Nacht, Kranke und Sieche. Mit welcher Hingabe betreute sie ihre Patienten, ihrer selbst nicht achtend. So war ihr ganzes Leben vollendete Hingabe, die ihr tausendfach zurückströmte in dem grenzenlosen Glück der Gatten- und Kinderliebe. Sie war die würdigste Tochter eines alten Geschlechts von v'v n ’t>k>' ri, der berechtigte Stolz ihrer hochverehrten Mutter 'iw, die an ihrer Seite lebte und mitwebte an dem Band der Menschenliebe und der Verwirklichung schönster jüdischer Tugenden. Dieses restlose niwan in höchster Bedeutung ist unser aller Trost in dieser schweren Stunde und die Jahre vollendet-harmonischen Glücks mögen ihren lief-betrojfenen Gatten Ruhepunkt sein in seinem unfaßlichen Schmerz. Alle Freunde haben sich versammelt .dieser npnx das letzte Geleite zu geben, in Treue zu ihrem hochgqachteten Gatten, in wehem Schmerz um feinen so großen Verlust. Worte der innigen Dankbarkeit, ein Gebet um Kraft für die schwere Zukunftsausgabe sprach der Gatte seiner Gefährtin ins Grab. In bewegten Sätzen gab Herr Julius Holländer, Frankfurt, dem großen Mitgefühl seiner Freunde beredten Ausdruck. Diese Frau wird unvergessen bleiben, und wir möchten es laut hiuausrufen. Altona, 11. Mai. Am kommenden Sonntag, den 1. Siwan, sind 25 Jahre vergangen, seit der Stiftsrabbiner an der Sumbel-Stiftung, Herr Rabbiner Jacob B. Cohen zum „Klausner" der Chacham Zwi Klaus zu Altona eingesetzt wurde. Obgleich Herr Rabbiner Cohen sich durch Abwesenheit von Altona jeder Festveranstaltung entzogen hat, ist dieser Tag doch ein froher für die ganze Gemeinde. — Als ein „Jsch tarn joscheb ohalim" hat er es verstanden, die Sleligkeit und Ordnung des Lernens in t der Klaus durch alle unruhigen Kriegs- und Nachkriegszeitlaufte hindurch aufrecht zu erhalten und so das Erbe seiner Lehrer und Amtsvorgänger R. Ella Munk und R. Jekew Cohn V'xt dem heute Heranwachsenden Geschlechts zu überantworten. Auch dm im Kriege und während der Krankheitssahre des Oberrabbiners Dr. Lerner immer stärker gewordene Beanspruchung der Klausrabdiner durch Vermischtes. Burgpreppach, 7. Mai. Burgpreppach ist seit mehr denn hundert Jahren der Sitz eines Bezirksrabbiners, es herrscht wirklich vorbildliches jüdisches Gemeindeleben und echt jüdischer Gemeinschaftssinn. Es besteht eine staatliche israelitische Volksschule, deren Räume nicht nur freundlich gehalten; sondern auch modern eingerichtet sind. Daneben angebaut ist die würdige, weihevoll stimmende alte Synagoge mit einem in Barock gehaltenen Almemor und dem entzückenden Araun hakaudesch. Im Rüägeböude wurde erst vor kurzem die Mikwoh im neuesten Stil mit allem Komfort renoviert, die Wohnung des Lehrers und Kantors in den oberen Stockwerken des Schulhauses kann an Geräumigkeit und hinsichtlich ihrer fortgesetzten Instandhaltung als Muster einer Dienstwohnung dienen. Die Wiedereröffnung der Schule durch Herrn Rabbiner Dr. Ephraim wurde veranlaßt auf Wunsch prominenter Personen und Stellen, die aus Eewissensgründen die strikte Einhaltung des Testaments des Anstaltsstifters durch Wiederaufnahme des Schulbetriebs, sei es auch in Form einer jüdischen Handels- und Bürgerschule, um den Schülern wie früher in erster Linie Thora im derech Erez zu vermitteln, verlangten. Es war eine helle Freude für die Burgpreppacher, als der für die Unterrichtserteilung in den jüdischen und profanen Fächern gewonnene, ganz besonders geeignete Lehrer mit semen, wenn auch an Zahl noch geringen, Schülern in das schöne und geräumige, luftige und lichtersüllte Anstaltsgebäude unter Leitung des würdigen Rabbiners Dr Ephraim einzogen. Cs konnten die überaus zahlreichen Anmeldungen von Schülern nicht alle Berücksichtigung finden, weil für Stipendien oder kostenlose Aufnahme die finanzielle Lage erst gehoben und gebessert werden mutz. Gegen einen mäßigen Verpflegungssatz von ca. Mk. 65.— bis 75.— werden die Schüler in Prioathäufern so untergebracht, daß hinsichtlich Logis, Verpflegung und sorgsamer Aufsicht das Elternhaus vollkommen ersetzt werden soll. Die jüdischen Lehrfächer sind: Gründliche Kenntnis und volles Verständnis der Gebete, Tenach mit Rafchi. Poskim, M schnah, Talmud; als profane Lehrfächer gelten: Buchführung, Handelskorrespondenz, Kaufmännisches Rechnen, Scheck- und Wechsellehre, Warenkunde, Wirtschaftsgeographie, Handelskunde, Maschinenschrift, Stenographin, englische und französische Sprache. Zur körperlichen Ertüchtigung ist im Lehrplan vorgesehen: Turnen und Turnspiele auf eigenem schönen Turnplatz, bezw. in eigener Turnhalle, Gartenbau aus eigenem Grund und Boden. Den weitaus größten Teil des jüdischen Unterrichts erteilt Herr Rabbiner Dr. Ephraim. Die Anstalt übernimmt wie früher so auch künftighin Jahrzeitsstiftungen (Kaddisch-Cagen, Brennen des Seelenlichtes, Lernen des Schiur). Für die noch verhältnismäßig geringe Zahl von Schülern wurde vorläufig nur eine Lehrkraft neben dein zuständigen Rabbiner gewonnen, für besondere Fächer sind ortsansässige und benachbarte Fachlehrer nebenberuflich in Aussicht genommen. Sobald bei Vermehrung der Schülerzahl es erforderlich erscheint, werden weitere Lehrer lmu-tbmuf'ich angestellt, für welche 3 zur Anstalt gehörende schöne Wohnhäuser zur Verfügung stehen. ...