Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1931)
- Date
- 1931-04-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 14 Nr. 18 Der Israelit 30. April 1930 Frankfurter Vereiaskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E- Posen. — nachm. 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hosmann. — zj4 Stundevor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr Leopold Oppenheimer. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) wirr Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 9‘/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 672 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen — abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Nabb. Dr. Jos. Breuer, abends 8 1j4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Bon Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr H. Holpern. Jahrzeitrstiftungen. Samstag 9 Uhr, Oberkantor Julius Friesländer-Stistung. Aguda» Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen. 11—12 Uhr, Das Jaumi. Dozent Herr Halpern. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen, 12—13 Uhr, Das Jaumi. Dozent Herr Halpern. — 2072—2172 Uhr, Schiur für Jugendliche. Herr Rabbiner Horovitz. — 2OV2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos (Privatwohnung Zeil 2). Herr Rachelsohn. — 203,4—22 Uhr, Mischna (Privatwohnung Kantstraße 4). Herr G. Schneid. Dienstag 21—22 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 2OV2—2IH2 Uhr, Bowo Kamo (Privatwohnung Mauerweg 34). Herr Dr. Hofmann. Mittwoch, 203/4—22l/4 Uhr, Makkaus. Herr Bing. — 21—22 Uhr, Dinim (Privatwohnung Bärenstraße 12). Herr L. Oppenheimer. N2V, IOV2—Hi/2 Uhr, Melechim. Dozent Herr Lewin.— 12—13 Uhr, Das Jaumi. Herr Halpern. — 10i;2—HV2 Uhr, Schulchan Aruch. Herr Kahn. — 15—16 Uhr, Bowo Kamo. Herr Dr. Hofmann. — 15—16 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 15 ll2 Uhr, Schulchan Aruch (Privatwohnung Ostsndstraße 11). Herr Spiegel. — 16—17 Uhr, Dinim Herr Wollmann. — 17-1872 Uhr, Makkaus. Herr Bing. Liwjath Chen. (Hörfaal Friedberger-Anläge.) Nach Mincho 51/4 Uhr Vortrag des Herrn S. Schachnowitz „Von den drei Kronen". Agudistische Frauen-Orlsgruppe Frankfurt a. TXl. Am Montag, den 4. Mai findet im Hause von Frau Heinrich Eisemann, Friedberger Anlage 15 der Schiur von Herrn Konrektor A. Hirschberg über „Pirke Owaus" abends 9 Uhr statt. Gäste, Damen herzlich willkommen. Jüdischer Turnerbund E. V. Donnerstag, den 14. Mai (Himmelfahrt) Spessart» Wanderung. Treffpunkt: 71/4 Uhr Hauptbahnhof. Unsere diesjährige Pfingstwanderung geht ins Weil-Tal- Fahrt und übernachtungskosten ca. Mk. 5.— Für die Wanderung ist rechtzeitige Anmeldung erwünscht. Gäste willkommen. Führung: Herr H. Hackel und Herr K. Buchbinder. Gebetzelten. nnw Freitag abend 7.10 Samstag .nvZVN 6.45 Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— und 5.— Samstag abend 8.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefillin-Legen am Morgen 3.40 Schiurim der Gemeinderabbiner». Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, D^nos 'de Sonntag morg. 9.—, Dienstag und Donnerstag abends 20 ll2 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Samstag nachmittag nach nnaa für angemeldete Teilnehmer im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Pofkim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20 V2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Sprechsaal.! f 2-v » V Vor kurzem las man im „Israelit" sehr beachtenswerte Ausführungen von Herrn Rabbiner Dr. Munk über das Verbot des um®' für die wir ihm zu Dank verpflichtet sind. Wir glauben aber, im Anschluß an diese Ausführun'gen darauf aufmerksam machen zu müssen, daß an dieser schweren oi-ay leider fast die meisten Jehudim straucheln. Die Schwere des iiox von rwyv gegenüber anderen an-ios liegt darin, daß man beim Tragen von verbotenen Kleidern jeden Augenblick das Verbot dese^ox- Übertritt, während man z. B. beim Genuß von verbotenen Speisen die o-vsy nur beim Essen begeht. Unsere a’a.n sagen in s-srnsi:: wenn man ein Kleidungsstück solange trägt, daß man es in dieser Zeit hätte an- und ausziehen können, Übertritt man schon das Verbot von ovto fo daß man es an einem Tage 1500 Mal übertreten kann. Es ist daher erstaunlich, daß wohl jede Gemeinde, die den Anspruch erhebt, für orthodox zu gelten, dafür Sorge trägt, daß das Kaschrus allen Anforderungen des entspricht, wobei es selbstverständlich ist, daß die unter Aufsicht stehenden Metzgereien einem lai." unterstehen und daß bei der Herstellung von koscherer Milch und Milchprodukten genau so verfahren wird. Und dabei sind doch diese cr-nox: nicht mit dem Iiorr von rjoytp zu vergleichen, von dem es heißt: pma 11222 xs-nn „wer D’si’a in seinen Kleidern findet, muß sie ohne Rücksicht auf m--i2,i -122 sogar auf offener Straße ausziehen." Und diese schwere ni'2y wird mit Stillschweigen geduldet, ohne daß sich Jemand findet, der auf sie aufmerksam macht. Häufig verläßt man sich darauf, daß irgend ein»Geschäft in der Zeitung Kleider mit ir:-Verarbeitung anbietet, trotzdem der Inhaber des Geschäftes in Bezug aus Kaschrus nicht das geringste Vertrauen verdient. Folgender Vorfall kennzeichnet am besten, daß alle Zusicherung eines nicht strenggläubigen Geschäftes keinen Glauben verdient. Eine hiesige Familie ließ ber einer Konfektivnssirma Kleider ansertigen mit der Garantie der iv:-Verarbeitung, und zwar. verpflichtete sich diese Firma, auf ihre Kosten neue Kleider anfertigen zu lassen, falls sich in den von ihr angefertigten nmv oorfinöen sollte. Bei einer Untersuchung ergab sich aber, daß die Kleider zwar im ganzen koscher verarbeitet waren, aber an verschiedenen Stellen war doch iwVv verarbeitet. Die Firma hat sich wohl der Abmachung gemäß bereit erklärt, die Umarbeitung zu bezahlen, aber wie kann es wieder gut gemacht werden, wenn diese Kleider von frommen ca»™' eine Zeitlang getragen wurden? Es wird zwar Kindern, die mxn 12 werden, eingeschärft, daß sie ihre Pflichten als fromme wiim nicht vernachlässigen sollen und sie werden angehalten, zu legen, aber in demselben Augenblick tragen sie Kleider, die Tjayt? sind. Werden diese Kleider mit der Zeit an Arme verschenkt, verursacht man, daß auch diese nustf tragen; man tut also anstatt eine isa eine n-nay Es ist daher Pflicht aller ihrer Ausgabe bewußten m!>np ihre Mitglieder immer wieder zur Beachtung des »vpv i,ox zu mahnen. nuip m’atf' und Jugenderziehung. Es gibt heute leider noch eine große Anzahl jüdischer Kinder, die gezwungen sind, allgemeine Schulen zu beuchen, an denen am Schabbos Unterricht erteilt wird. Die Frage tritt nun an die Eltern heran, ob sichre Kinder am Sabbat die Schule besuchen lassen sollen, oder nicht. Aus den Erfahrungen, die gemacht wurden, muß man, wenn man es wirklich mit der Erziehung der Kinder zu nav m'M? Ernst meint, sich dafür einsetzen, daß jüdische Kinder dem Unterricht am Schabbos fernbleiben, insbesondere aber da in Preußen und auch in anderen Bundesstaaten, die unbedingte Möglichkeit besteht, dies auch durchzusetzen. Es mag vom halachischen Standpunkt aus erlaubt sein, wenn die Kinder keine am Schabbos verbotenen Arbeiten ausführen, daß die Schule besucht wird, dennoch birgt es große Gefahren in sich, wenn die Jugend, statt in die Synagoge zu gehen, sich in eine Umgebung begibt, die absolut der Schabbosstimmung, die wir in unseren Kindern erzeugen sollen, entgegengesetzt ist. Die Eindrücke, die den Jüngsten verloren gehen, wenn >ie den Schabbos-Vormittag fast genau wie den Werktag verbringen, sind nicht wieder einzubringen, und es darf nicht Wunder nehmen, wenn so erzogene Menschen im päteren Leben leicht zu na-? W>n neigen. Mit der so oft gerühmten jüdischen Intelligenz muß es möglich sein, das an einem Tage Versäumte mit Leichtigkeit nachzuholen. Ganz besonders bedauerlich aber ist es, wenn wir ehen, wie orthodoxe Rabbiner und Lehrer, ohne daß ein Grund vorliegt, ihre Kinder am Schabbos in die Schule schicken, und so dann auch andere durch das Beispiel angeregt, dazu veranlassen. Dies ist besonders beschämend, wenn wir bedenken, daß der liberale Rabbiner Dr. Goldmann in Leipzig monatelang gerade deswegen einen Prozeß geführt hat. Wenn unsere gesamte Schaumre-Schabbos-Bewegung^ ^nen Wert haben soll, müssen wir schon unseren Allerjüngsten den Schabbosgeist einimpfen, damit späteres Unheil verhütet wird. Ploni. Jüdische Geschichte. Geehrte Redaktion! * Vor nunmehr 16 Jahren schrieb Rabbiner Dr. Joseph Breuer in den damaligen „Jüdischen Monatsheften" bei Besprechung von Ko kt eck „Geschichte der Juden": „Wir warten auf die Feder, die jüdische Geschichte uns schreibt." Wir warten noch heute! Das Kotteck'sche Buch hat mehr den Charakter eines Leitfadens. Es ist sehr gut gemeint, — doch es mangeln ihm Kraft und Perspektiven. Dr. Breuer hatte mit seiner damaligen Besprechung Zeugnis abgelegt, daß er der geeignete Mann wäre, entweder eine neue Auflage des Kotteck'schen Buches in durchgreifender Umarbeitung herauszugeben oder selber das so sehr notwendige Buch zu verfassen. Dieses Buck ist längst eine der wichtigsten Aufgaben im Interesse des orthodoxen Judentums, von deren Lösung auch eine starke Beeinflussung auf nichtorthodoxe Teile der Judenheit ausgehen würde. Die Jüdisch-Literarische Gesellschaft sollte die Herausgabe ihrer Jahrbücher aussetzen, bis sie dieses Geschichtsbuch ermöglicht hat! Der Mann, der das Buch schaffen kann, ist in Dr. Joseph Breuer da, — inan gebe ihm nur die finanziellen Mittel, jede verfügbare Stunde für diesen Zweck freizumachen und die Gewißheit, daß das Buch erscheinen wird. Die Jüdisch-Literarische Gesellschaft müßte in eine großzügige Propaganda eintreten und zwar unter Heranziehung der Lernvereine und der Frauenvereine der orthodoxen Gemeinden. Denn die heutigen Verhältnisse verlangen die größte Kraftanstrengung, sonst bleibt der Erfolg versagt. Es ist auch zu erstreben, daß der deutschen Ausgabe schnell eine hebräische folgt. Eine hebräische Ausgabe würde für die Schulen der palästinensischen orthodoxen Judenheit von größter Bedeutung sein, aber auch in der gesamten hebräisch lesenden Judenheit Beachtung finden. Tel-Awiw. Saly Geis. vermischtes. Heidelberg, 19. April. In der hiesigen Mensae academicae judaicae im Restaurant Blum, Leopoldstr. 23a (Anlage) wird Mittag- und Abendessen zum wesentlich verbilligten Preise gut und reichlich verabfolgt, was viele jüdische Studierende interessieren wird. Darmstadt, 22. April. Die in Rubrik Woche der vorletzten Rümmer gebrachte Mitteilung von einem Landtagsbeschluß, der den hessischen Gemeinden Steuerrechte gibt, trifft, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, in dieser Form nicht zu. Das Steuerrecht haben diefe schon längst. Es handelt sich hier um eine rein formale Uebergangsbestimmung im Hinblick auf ein neu eingeführtes Kirchensteuergesetz, die sachlich gar keine Bedeutung hat. Briefkasten. G. K. St. Die Barmizwüh findet pnnRi nana statt. Familiennachrichten. Goldene Hochzeit: Herr und Frau H. Vargeboer, Pienchen geb. Lazarus, Hannover, Klagesmarkt 27, feiern am 5. Mai 1931 (Lag B'o.mer) das fest der Goldenen Hochzeit. Sind Sie es nicht Ihrer Familie schuldig, sich gesund zu erhalten, oder Ihr Leiden zu bessern? Nun wohl. „ D 0 b ü s i l " , die hervorragenden Balkanzwiebeltropen, gut zu nehmen, werden Ihnen helfen. (Siehe Jnerat.) Die Flasche zu Mk. 3.50, ca. 4 Wochen ausreichend, ist für jeden erschwinglich und erhältlich in den im Inserat angegebenen Apotheken. Nehmen Sie „ D 0 - b ü s i I " und Sie werben, neugekräftigk, Lust und Liebe ür Ihre Arbeit haben. In dieser schweren Zeit, wo die Erholung vielen Menschen so bitter nottut, aber das Geld für weite Reien und Kurkosten zumeist fehlt, wird es manch einem willkommen sein, daß eine gute fromme jüdische Familie mitten im Taunus (Eisenbahnstation) sich bereit indet, Logis und Pension für die Sommermonate zu billigen Preisen abzugeben. (Näheres siehe Inserat.) Vor kurzem erschien: DAS HOHELIED Ladenpreis Mark 12.— Zu beziehen d u rc h al le besseren Buchhandlungen, sowie direkt vom HERMON VERLAG Postscheckkonto 19802 Frankfurt am Main Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7