Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1931)
- Date
- 1931-04-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Nr. 17 Der Israelit 23. April 1931 es gemeiniglich gehört hat. Der Zar war ein anständiger Schwächling und Spielball in der Hand einer Hofkamarilla. Der Zarin konnte das einfache Volk in seinem gesunden Instinkte den Glaubenswechsel nicht verzeihen. Die Religion sitzt noch heute fest in der Seele des russischen Volkes, oder der Völker, deren Rußland etwa 150 zählt. Ob sie morgen noch die Religion haben, ist die Frage. Er bespricht die Lage der zwei bis drei Millionen Deutschen in Rußland, die den intelligentesten und wohlhabendsten Teil des Volkes ausmachten, heute zum Teil aus dem an Bodenschätzen so reichen Lande auswandern müssen. Die Bolschewisten kamen ursprünglich nur 60 Mann an der Zahl nach Rußland und eroberten mit Hilfe der Arbeiter und der Bauern (letztere machen 85 Proz. der Bevölkerung aus), denen man den Himmel auf Erden versprach, die Macht. Der Vernichtungskamps gegen das Bürgertum begann. Eine ganze Reihe von Greueltaten schildert er einzeln und in den grellsten Farben, auch eigene Erlebnisse in den russischen Gefängnissen. Ein Märchen sei es, den Bolschewismus als eine jüdische Sache hinzustellen. Wahr ist es, daß auch Juden in den Kommissariaten sitzen, im ganzen seien aber die Juden die Opfer des Systems. Die schweren Neligionsverfolgungen richten sich in gleichem Maße wie gegen die russische Kirche auch gegen die Synagoge. Die T s ch e k a — die bolschewistische Geheimpolizei nach Muster der alten Ochrana — ist die Basis der Sowjets, sie hat mindestens 300 000 Menschenleben auf dem Gewissen. Der Bolschewismus rücke mit dem Fünfjahresplan als größte Gefahr ganz nahe an die Toren Europas heran, helfen könne nur Zusammenschluß aller Gutgesinnten gegen die rote Flut. Der Vorsitzende, der in einleitender Rede die Notwendigkeit dieses Zusammenschlusses hervorhob, verlas nun eine Entschließung, die sich auch gegen die antireligiöse Propaganda und die „Gottlosen Abende" in Deutschland richtet. Alle Gläubigen, ohne Rücksicht auf die eigene Konfession, müssen Front machen gegen diese Gefahr. (Wir kommen auf die Veranstaltung zurück. Red.). Sonderausstellung im Museum jüdischer Altertümer. Vom 1. bis 25. Mai wird im Museum eine Ausstellung der ältesten Frankfurter hebräischen Drucke bis 1700 veranstaltet unter besonderer Berücksichtigung der künstlerischen Ausstattung der Bücher. Die abwechslungsreichen Titelblätter, Vignetten und Zierleisten verdienen eine besondere Beachtung. Ausbau des Rothschild-Museums. Das alte Bankhaus der Rothschild in Frankfurt ist vor kurzem in ein Museum für jüdische Altertümer umgewandelt worden. Frau Baronin Edmond de Rothschild hat nunmehr eine bedeutende Summe zur Erhaltung des Hauses und zur Erweiterung des Museums gestiftet. Neben den eigentlichen Ausstellungsräumen im Erdgeschoß wird im Hause eine Bibliothek, ein Vortragssaal und ein Lesesaal eingerichtet werden. Sind Synagogen nicht mit den christlichen Religionsgemeinschaften gleichberechtigt? Vor kurzem brachten wir eine Entscheidung des preußischen Oberverwaltungsgerichts, in der dieses sich auf den Standpunkt stellt, daß Rabbiner nicht Geistliche im Sinne der Hauszinssteuerverordnung sind und daß deshalb für Dienstwohnungen von Rabbinern eine Befreiung von der Hauszinssteuerpflicht nicht eintritt. Wie der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden der ITA. mitteilt, dürfte diese Entscheidung praktisch für die jüdischen Gemeinden deswege nicht von Bedeutung sein, weil der preußische Finanzminister durch Runderlaß vom 3. März 192/ die Finanzämter angewiesen hat, bei Dienstwohnungen von Rabbinern und anderen Kultusbeamten die Hauszinssteuer aus Billigkeitsgründen zu erlassen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E- Posen. — nachm. 3k Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — % Stundevor Nacht im Hörsaal, Midrasch. Herr Dr. R. Rothschild. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) o-m "n- Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 91/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6l/2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mifchna'Mitgliederlernen—abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, abends 8 7<i Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 V4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Halpern. Jahrzeitrstiftungen. Mittwoch, 29. April. Hermann Goldschmidt-Stiftung. Agudar Jisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11 Uhr, Gelegenheit zum Lernen. 11—12 Uhr, Däf Jaumi. Dozent Herr Halpern. Montag bis einschließlich Freitag, 9—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen, 12—13 Uhr, Das Jaumi. Dozent Herr Halpern. — 2072—2172 Uhr, Schiur für Jugendliche. Herr Rabbiner Horovitz. — 201/2—22 Uhr, Hilchaus Schabbos (Prioatwohnung Zeit 2). Herr Rachelsohn. — 20^4—22 Uhr, Mischna (Privatwohnung Kantstraße 4). Herr G. Schnerb. Dienstag. 21—22 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 20'j2—2172 Uhr, Bowo Kamo (Privawohnung Mauerweg 34). . Herr Dr. Hofmann. Mittwoch, 2074—22l/4 Uhr, Makkaus. Herr Bing. — 21—22 Uhr, Dinim (Privatwohnung Bärenstraße 12). Herr L. Oppenheimer. Donnerstag, 2072—22 Uhr (14tägig) Jüdische Geschichte. Herr S. Schachnowitz. naw, 1072—1172 Uhr, Melechim. Dozent Herr Lewin.— 12—13 Uhr, Das Jaumi. Herr Halpern. — 1072—HV2 Uhr, Schulchan Aruch. Herr Kahn. — 15—16 Uhr, Bowo Kamo. Herr Dr. Hofmann. — 15—16 Uhr, Brochaus. Herr Wollmann. — 16 72 Uhr, Schulchan Aruch (Prioatwohnung Ostendftraße 11). Herr Spiegel. — 16—17 Uhr, Dinim. Herr Wollmann. — 17—1872 Uhr, Makkaus. Herr Bing. Liwjath Chen. (Hörsaal Friedberger-Anlage.) Nach Mincho 574 Uhr Vorttag des Herrn S. Schachnowitz „Ein Wort des Perek". Agudistische Frauenorksgruppe Frankfurt a. M. Am Montag, den 27. April, abends 9 Uhr findet im Hause von Herrn Dr. W. Hofmann, Mauerweg 34, ein Vortrag von Herrn Dr. Willi Hofmann über „Die rjeligionsgesetzlichen Dorschri ften in der Krankenpflege" statt. Gäste, Damen herzlich willkommen. Jüdischer Turnerbund E. V. 1. Sonntag, den 26. April findet eine Taunuswanderung statt. Treffpunkt: 1ZU Uhr Hauptbahnhof. 2. Donnerstag, den 14. Mai (Himmelfahrt) Spessartwanderung. Treffpunkt: 774 Uhr Hauptbahnhof. 3. Unsere diesjährige Pfingstwanderung geht ins Weil-Tal. Fahrt und Übernachtungskosten ca. Mk. 5.— Für die Wanderung ist rechtzeitige Anmeldung erwünscht. Gäste willkommen. Führung: Herr H. Hackel und Herr K. Buchbinder. Gebeizeiten. ä’tinp *nrw nrup Freitag abend 7.— Samstag 0.45 Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— und 5.— Samstag abend 8.25 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefillin-Legen am Morgen 3.55 Schiurim des Gemeinderabbiners. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, vmvs 'Oö Sonntag morg. 9.—, Dienstag und Donnerstag abends 201/2 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Samstag nachmittag nach nrua für angemeldete Teilnehmer im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 207z Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Iugendgruppe Schwanenstr. 12. Familiennachrichlen. V armiz wo: Erich, Sohn des Herrn Benno Adler, Vallendar Rh. iiv« 's y nv. — Helmut, Sohn des Herrn Albert Mainz, Bockenheimer Anlage 1a. Synagoge Friedberger Anlage, 11»« '£> y Gestorben: Leo Lorber, 34 Jahre alt. Köln, Neußerstrahe 20. ANNONCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURTA. M. JETZT HÖLDERLINSTR. 25 t DIE N E U E TELEFONNUMMER CAROLUS 45866 Die Geburt eines gesunden Jungen zeigen an LUDWIG ALTMANN und FRAU geh. Süss Karlsruhe i. B, Stefanienstr. 71 Die iTM glückliche Geburt ihrer eg Tochter zeigen an ERNST ADLER und FRAU Henny geh. Fröhlich Ffm., Merianstr. 27, 3. Ijar 5691 JULIUS VORCHHEIMER und Frau ELLI VORCHHEIMER geb. Grünebaum zeigen die Geburt eines Sohnes an Würzburd. 2Ü April 1931 Haugerring-2 4, Ijar 5691 Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme danken nur auf diesem Wege Studienrat Max Baer und Frau Regina geb. Schwarzschild Frankfurt a. M., den 22. 4. 31 ^Ich habe meine Praxis wieder aufgenommen?'', Neu eröffnet! Einz. rituelle Speise-Gelegenheit am Platze Restaurant Wohl Marburg a. d. Lahn Wettergasse 25 unter Aufsicht Sr. Khrwürd. Herrn Rabbiner Dr. N. Cohn Meine Wohnung befindet sich jetzt: Friedberger Anlage 22 Neuer Fernsprechanschluß: Carolas 42822 Sprechstunde: Mainzerlandslr. 167, 12—1 und 4—6 Uhr (außer Samstag) sonst nach Vereinbarung Dr.Siegfried Oppenheimer Facharzt für innere Krankheiten j Süd. Kinderheim Sf. dflorifj. Leiterin Schwester EvaLewensteinz.Zt.in Frankfurt nimmt ab Sonntag, den 28. April Anfragen und Anmeldungen entgegen. Mai und Juni. Vorsaisonpretse auch für erwachsene Kurgäste. Zu treffen bei Dr. E. Freimann, Hanauerlandslr. 14, Car. 47718 Neu-Er Öffnung! Am Dienstag, den 28. April, eröffne ich Sandweg 6 ein Spezial- Obst- und Gemüsegeschäft J. Weinstock, Kaffee, Tee und Schoholade ia jeder Preislage ELEKTROTECHNIK Kraft-, Licht-, Schwachstromu. Radio-Anlagen, Glühlampen Beleuchtungskörper, Apparate, Reparaturen, Schabb.-Uhren Ing. A. J. 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