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Der Israelit · 1931-04-01 · Heft 14 (1.4.1931) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 14 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 14 Der Israe l i t l.'Äprik 1931 ' die alten üblichen D-anan aufs genaueste kannte, die in Fragen des nnw die crn aufs peinlichste beherrschte und befolgte. Ob es galt, seelischen Schmerz zu lindern, Kranken Trost und Hilfe zu bringen oder ihnen die letzte Sutnde zu erleichtern, stets war unsere liebe „Frau Dr. Lohn" mit an erster Stelle. Wollten arme Durchwanderet ihre nana — f:e gingen zu ihr, der langjährigen Vorsitzenden unseres llnterstühungsvereins. Kam die Zeit von nos oder am heran, da war es wiederum sie, die unermüdlich von Haus zu Haus ging, um das n^n Geld zu sammeln, das den zu gute kam, an denen ihr Herz in unendlicher Treue hing. Gibt es aber Worte, die unbeschreiblich große Liebe und Güte zu schildern, die sie in ihrer Ausgabe als Mutter erblickte? Sie glich der „heiligen Krone", zu der ihre Kinder, Enkel und Ilrenkeichen in tiefster Ehrfurcht aufblickten. Die ganze Gemeinde, Freunde von fern und nah, geleiteten die Verstorbene auf ihrem letzten Wege. Herr Distriktsrabbiner Dr. Neuwirth zeichnete bewegten Herzens das Lebensbild der Gattin seines verstorbenen Amtsoorgängers, die sich die Erfüllung von rrna .rnajr min zur Lebensaufgabe gemacht hatte. Herr Hauptlehier Hammelburger sprach der Dahingeschiedenen namens der D’«?a man in herzlichen Worten seinen Dank aus. Möge den Hinterbliebenen Kraft und Trost in ihrem tiefen Schmerze spenden. maxan vermischtes. Entlassungsfeier an der Jawne. Köln, 29. Mürz. Am vergangenen Donnerstag fand die diesjährige Entlassungsfeier am Resormrealgymnasium Jawne statt. Damit schloß das zwölfte Schuljahr seit Bestehen der Anstalt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aushändigung der Zeugnisse der Obersekundareise an 16 Schüler und Schülerinnen. Namens der abgehenden Schüler sprach Maly Eichel Worte des Dankes und des Abschieds. Hierauf begrüßte Direktor Dr. Kli - b a n s k y die erschienenen Gäste. Er gab einen kurzen Ueberblick über die wichtigsten Ereignisse im Leben der Schule während des abgelaufenen Jahres und wies auf die stetig wachsende Frequenz hin, die ein Zeichen für die Anerkennung sei, deren sich die Jawne in immer weiteren Kreisen der Kölner Judenheit erfreue. Mit Beginn des Schuljahres 1931/32 zähle die Anstalt, die jetzt die erste Oberprima eröffnet, über 230 Schüler. Insbesondere habe die neue Serta eine so starke Anmeldezahl, daß eine ganze Reihe von Kindern aus Platzmangel abgewiesen werden mußten. Dies ist umso bemerkenswerter, als das städtische Schulamt miigeteilt hat, daß in diesem Jahre die Zahl der neuen Sextaner an den übrigen Kölner Schulen wesentlich hinter dem Vorjahre zurüäbleibt. Den Abgehenden wünscht der Direktor alles Gute für den weiteren Lebensweg. Gerade in unserer Zeit wirtschaftlicher, politischer und geistiger Not gelte es, sich an den klassischen Ewigkeitswerten des Thorajudentums zu orientieren, das schon ganz andere Krisenzeiten überwunden habe. Umrahmt war die Feier von künstlerischen Darbietungen der Schülerschaft. Ein Sprechchor rezitierte aus Aefchylos' Agamemnon und einen Aufruf von Karl Bröger. Klavier- und Eesangsvorträge folgten. Heroorgehoben seien nur die erstaunlichen Darbietungen des Quintaners Milton Wohl, der ein Concertino von Rieding auf der Violine spielte. Newyork 10. März. Rabbiner Dr. Leo Jung hat eine Berufung an das Jeschiwa-Eollege und die Jeschiwa als Professor für Ethik erhalten. Neben seiner reichen rabbinrschen -und philanthropischen Wirksamkeit hat Rabbi Dr. Leo Jung aus jüsisch-wissenscha.tlichem Gebiete bedeutsame Publikationen veröffentlicht. Von seinen Hauptwerken seien genannt: „Fallen Angels", welches die Geschichte der gefallenen Engel in der spät-jüdischen, früh-christlichen Literatur behandelt, „Living Judaism", eine philosophische Begründung des gesetzestreuen Judentums, ferner eine Reihe bedeutsamer Aufsätze in der Zeitschrift „Forum" ii. a. Berlin, 10. März. Die am 1. März vom Synagogenverein Mögen Dowid angeordnete Sijumfeier übertraf alle Erwartungen und erwies sich mehr als imposant. Zirka 60 Personen nahmen an diesem Feste teil, unter denen die Dozenten des Rabbinerseminars, die Herren Dr. Wohlgemuth, Dr. Weinberg und De. Grünberg, durch ihr Erscheinen und herzliche Reden dem Abend ein besonderes Gepräge verliehen. Zur Eröffnung trug der Vereinsrabbiner, M. Flaschen, den letzten Abschnitt der nmp w» in der ihm eigenen gründlichen Art vor, bei deren halachischen Auseinandersetzung eine rege Diskussion sich entwickelte. Während der nniso ergriff Herr Rabbiner Fläscher das Wort, um die Gäste zu begrüßen und ganz besonders seinen Lehrern, den Dozenten für die Teilnahme an dernixa'7v nn»V zu danken. — Herr Dr. Wohlgemuth widmete seine Rede einer tieferen Betrachtung des Schabbüs. Herr Dr. Grünberg sprach auch im Geiste dieser Feier. Zum Schluß ergriff Herr Dr. Weinberg das Wort, in dessen Rede eine wunderbare halachische Betrachtung eingeflochten war. Der Eindruck war überwältigend. llrfprlngen, 16. März. Die Chewra konnte am 27. Adar auf ihr 80 jähriges Bestehen zurückblicken. Die Chewra wurde im Jahre 1631 durch Herrn Lehrer Frilner gegründet und sind die von dem Gründer wunderbar ausgearbeiteten Statuten fast alle heute noch maßgebend. Derzeitiger Kassierer ist Justin Adler, der das Amt seit 7 Jahren bekleidet. Landeshuk, 12. März. Die hiesige Synägogengemeinde und insbesondere die Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten waren für Samstag Abend zu einer Gedenkfeier emgeladen und fast vollzählig erschienen. Prediger. F a l k e n st e i n peranstaltete eine erhebende Feier> die mit dem Aufruf der in unserer Synagogengemeinde Gefallenen schloß. — Hiernach folgte ein Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Jacobsohn, Breslau, über: „Meine Reise nach Palästina". Dieser Vortrag gab uns ein klares Bild über die Entwicklung des heiligen Landes, über die Mängel und Vorzüge desselben. Cr zeigte uns die Wunder der dortigen Vege? tation und die Möglichkeit, das Land durch seine natürlichen Hilfskräfte noch für viele Flüchtlinge, Heimatslofen und ebenso für Freunde Zions zu einer neuen Heimstätte zu machen, in der ihre Hoffnung und Sehnsucht Befriedigung findet. Der geistreiche, formvollendete Vortrag riß alle Zuhörer mit sich, und eine daraus folgende lebhafte Diskussion gab weitere Aufklärung. Der Dank der Zuhörer war innig und aufrichtig und zeigte, daß ein Gebiet behandelt wurde, das im Herzen aller Anwesenden Saiten anschlug, die für gewöhnlich in kleinen Gemeinden selten bewegt werden. Breslau, 22. März. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens der I üdischen Volksschule und der bevorstehenden Einweihung des Schulhauses am Rehdigerplatz findet am Sonntag, den 29. März 1931, vormittags 11V2 Uhr im Großen Konzerthaussaal, Gartenstr. 39-41 ein Festakt statt, bei dem Herr Dr. Heinrich Speyer eine Festrede über: „Das jüdische Bildungsideal im Wandes der Zelten" halten wird. Ferner werden von dem Schulchor (Leitung: David Tichauer) und von einem aus Freunden der Schule gebildeten Kammerorchester (Leitung: Hans, Krieg) Werke von Bach, Händelund' Schnabel zu Gehör gebracht werden. Wien, 26. März. Für die neu zu gründenden Upsn'a- Schulen in der Bukowina werden für bald Lehrkräfte gesucht. Lehrerinnen, die sich über ein gründliches, jüdisches Wissen ausweisen können, werden gebeten, Bewerbung und Zeugnisse mit Lebenslauf an die Beth Jacob-Zentrale, Wien II, Leopoldsgasse 26 einzusenden. Briefkasten. Unser Mitarbeiter, Herr Saly Geis in Tel Awiw, legt Wert auf die Feststellung, daß die in seinem Artikel „Thora-Galuth im Thora-Land" in Nr. 8 enthaltenen zwei Sätze, die sich auf Purim beziehen, nicht von ihm stammen, sondern von der Redaktion eingefügt wurden, um die Verbindung des bereits vor Chanuka geschriebenen Aufsatzes mit der Jahreszeit der Veröffentlichung herzustellen. Familiennachrichken. Geburtstag: Frau Varuch Goldschmidt Wwe., Iettchen geb. Strauß in Hochstadt, Krs. Hanau, feiert am 4. April in voller Rüstigkeit ihren 85. Geburtstag. Wochenkalender. v. 4. - 11. April 1931 , n. 17. - 24. «Riga« 6691 Samstag 4 17 \ c Dvnw N'v zrnw nun Sonntag 5 JD'3 18 U Montag 6 19, ( | Dienstag 7 20 Mittwoch s 8 21 - ' '1 DT» n t s Donnerstag U tzr 9 22 m BV Nvs Freitag 19 23 itf <nvrr Samstag 11 24 enftn pnaa »rat Maulet Freitag abends 6 Uhr 33'/, Min. mmSSBSB Die Woche. Ein Tag der Schule. Der letzte Sonntag konnte als ein Tag d er Schule angesprochen werden. Vormittags Schlutzfeier, abends .musikalische Veranstaltung. Klangen wehmutsvolle Töne in die Morgenfeier hienein, Sorge um die Zukunft der Schule, so wirkte abends das lebendige und zukunftoerheißende Werk von S. R. Hirsch in solch strahlenden Farben und Tönen auf uns ein, daß man die Gewißheit hatte: diese Schule wird als lebendiges und lebenschaffendes Gebilde ferner bestehen, als Seele unserer Kehilla. ' Die Schl ußseier. Um 11 Uhr vormittags füllte sich die Aula der S. R. Hirsch-Schule mit Schülern, Lehrern, Eltern, Verwaltungsmitgliedern und Freunden der Schule , bis auf den letzten Platz. Ein Musikstück, - gespielt von Edith Blumenthal und Erwin Offenbacher, leitete den Festakt ein, woraus Herr Nathan Sondheimer im Namen der Verwaltung Worte der Begrüßung an die Schüler und des Dankes an Lehrer und Direktor richtete. Die Frankfurter S. R. Hirsch-Schule diente auch anderen jüdischen Gemeinden als Beispiel und Muster, so daß sich der Hirsch-Geist auch in dortigen' Schulen züm Wohles des deutschen Judentums auswirkt. Ergedenkt auch irt|* ehrenden Worten der Dr. N. E. Weillffchen Stiftungen! für die Schulen Die Ansprache wurde sinnig und - stimmungsvoll illustriert durch den - folgenden Vortrag eines Sch ul ged ich tes von M end el Hirsch, durch Irmgard Offenbacher. Wieder ein Musikstück (Berta' Jgra), und dann in gutem Frankfurter Lokalpatriotismus ein Kabcnettstückchen von S t 0 l tz e, wirksam vorgetragen von Markus Breuer. Ein Mädchenchor stand auf der Bühne und fang allerliebst, zur ungeteilten Freude aller, das Volkslied von der „Vvgelhochzeit". Eine dramatische Szene in klassischem und — weil in verständlicher aschkenasischer Aussprache — besonders wirksamem Hebräisch nach Daniel II wurde von Schülern der oberen Klassen klar und sauber durchgeführt. Die obligatorische Abschiedsansprache hielt» fein pointiert: und herzlich in den Dankesäußerungen an Lehrerinnen und" Direktor, Fanny Oppenheimer. Den Schluß- und zugleich Höhepunkt bildete die feinsinnige und gedankenreiche Rede des Herrn Dir. Dr? Elias. Von einem Verse im Hohenlieds ausgehend, sprach er vom Wachstum in der Natur und im Menschen. Kein Wachstum ohne Wurzel, darum kein Wissen ohne Voraussetzung. Die Schule vermittelt Wissen und Bildung, die Voraussetzung, der feste Grund, auf dem sich! die Arbeit aufbaut, ist Kenntnis und Erkenntnis der Thora. Wie lange noch? Die Not der Zeit bedroht die Schule, es gilt, im Kampfe mit der Not durchzuhalten. In so schwerer Zeit trifft uns der Verlust von hochherzigeg Männern, die ihre tätige Liebe der Schule bekundeten, doppelt schwer. Daran schließt sich ein herzlicher und ehrenvoller Nachruf auf Dr. N. E. W e i U b«i. unter Nennung seiner Schulstiftungen an. Er stand mit offener Hand, mit warmem Herzen, mit klugem Kopf und pädagogischem Sinne der Schule zur Seite. Redner geht aus die Frage ein, ob heute die Schule allgemein noch dem harten Leben gerecht wird. S. R. Hirsch wollte mit der Synthese von Thora und Bildung nicht allein der Judenheit, sondern auch dem Judentum helfen. Wir Juden sind mitverantwortlich für die Abwege, auf dio die Völker geraten, und müssen daher am Bau der Weltkultur Mitarbeiten. Freilich entsteht dabei die andere Gefahr, daß wir den eigenen Weinberg vernachlässigen^ Nur Schulen wie unsere sind nach ihrer ganzen Anlage und' Struktur imstande, diese Gefahr zu bannen. In seinem' Abschiedswort an die Schüler und Schülerinnen schlägt er warmherzige Töne an. Drei Hammerschläge sollen die Grundsteinlegung für das Leben, in das die abgehenden Schüler jetzt treten, besiegeln. Sie heißen: Wahrheit, Freiheit, Ehrfurcht! Ein Schlußchor beendete die Feier, die nicht allein den abgehenden Schülerinnen und Schülern dauernd im Gedächtnis bleiben wird. Der musikalische Abend. Abends war der Andrang zu der Schulveranstaltung im großen Saal des Hoch'schen Konservatoriums so groß, daß schon vor Anfang sämtliche Plötze, besetzt waren. 3Jtax. Sfteuma.nn, der schon vormittags feinen Mann stellte, feierte an diesem Abend als Dirigent und Organisator einen seiner größten Triumphe. Der erste Teil war von Musikstücken ausgefüllt, vortrefflich ausgeführt durch Erwin Offenbacher, Marcel Oppenheimer,, Marguerite Oppenheimer, Kurt Enger (Kol-Nidre) und Hans Kraft. Eines dieser Stücke, eine Romanze, ist Komposition von M. Neumann, alle änderen' klassische Musik von Mozart, Mendelssohn, Händel und Bruch. ' Hach kurzer. Pause begann die Aufführung des Liedes von' der, Glocke. Es war eine Feierstunde künstlerischen Erlebens,' die das Publikum bis zum Schluß im Bann hielt. Wie, da Orchester, Schulchöre, Rezitationen und/ Sologesänge , miteinander wechselten und sich,' in einem Zusammenspiel von „unbeschreiblicher Reinheit und Schönheit fanden, wurde das Schiller'sche Lied zu einem Liede unseres Lebens. Als ^Solisten sind zu nennen und hervorzuheben : Richard .S ch . efer und Lazar F i n k e l st e i n. Vortrefflich rechten sich die Deklamationen einer abgehenden Schülerin, Berta Felsen, in das Gesamtbild ein. Das Klavier meisterte mit sicherer Hand Frau Klärchen Wohlfarth, die Orgel Hans Kraft. Wir gingen gehoben und innerlich bereichert von dieser Veranstaltung heim. In Klängen und Tönen wurde uns nahegebracht, was wir an unserer Schule haben. Mögew 'ich die Eindrücke dieses „Tages der Schule" in poitive Werke und Werte für die Schule umsetzen. Preisfragen des Keren Hatorah. Der Frankfurter Keren Hatorah schreibt ein Preisrätsel aus, und zwar unter folgenden Bedingungen:? Jeder Einsender von mindestens Mk. 1.— kann sich an der Lösung nachstehender Preisfragen beteiligen. Die Lösung muß bis Rausch-Chaudesch Jjar (Freitag, 17 April 1931) an die Adresse des Herrn Notar Dr. S. Goldschmidt, Frankfurt a. M.,'Börsen,- ltraße 1 gesandt werden. Später eintreffende Lösungen, können nicht mehr berücksichtigt werden. — Die in verschlossenem Umschlag mit Aufschrift „Preisrätsel" emznsendenden Antworten werden beim Eingang numeriert ungemeinsam am Sonntag, den 19. April 1931 ngeöffnet.. Jede 50. Antwort enthält, einerlei, ob die, Lösung, richtig ist oder nicht, ein Geschenk. — Außerdem wird unter Len Einsendern der besten Lösungen eine Verlosung veranstaltet und es werden, genügende Beteiligung vorausgesetzt, folgende Preise verteilt: 1 komplettes Misch nah- Exemplar, 1 Tallis, 1 Cederschüssel, 1 Kidduschbecheh. 1 . Hawdolohteller, 1 silberne Mesusoh, 1 Talschermesser, 1 TatscherdeckcheN) 1 Schabbosklopfer, 1/ Buch. jüdischen Inhalts. Das Preisrichterkollegium besteht aus litt.

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