Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 14 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1. April 1931 Der Israelit Nr. 14 Seite 7 Don der uralten Tradition der Woche. Bon den ältesten Seiten bis heute sind die Wochentage einander ohne Störung gefolgt, eine ununterbrochene Reihe. Und diese ehrwürdige Tradition der Reihe sollen wir nunmehr vernichten lassen — um einen amerikanischen Mechanismus auch in der Zeitberechnung einzuführen. Damit jedes Jahr mit dem gleichen Wochentag beginnt, soll ein unnötiger Schalttag eingefügt werden? Man möge das Osterfest festlegen, wenn man will, man möge sonstige Verbesserungen einführen, aber die alte Tradition der Woche soll man ohne Störung weiterführen, sie ist in Len Kalenderreformwirren das Einzige, was von Bestand geblieben ist." Soweit Dr. Schuchert. Es wäre im höchsten Grade wünschenswert, daß man in Zentrumskreisen , in viel höherem Grade als bisher 'der Gefährdung aller religiösen Traditionen, die mit den Blankotag-Bestre- Lungen verknüpft ist, ins Auge sähe. Wir können die bisherige Passivität der religiösen Kreise des Katholizismus in dieser Sache nicht begreifen. Sie verführt Ne Anhänger der Eastmann'schen Kalenderreform natürlich zu dem Glauben, als sei die katholische Kirche vhne weiteres damit einverstanden, daß der für sie doch eminent wichtige historische Sonntag aus äußeren Rücksichten abgeschafft und auf einen anderen Tag der Woche gelegt wird. England. Lin Festtag des englischen Judentums. London, 25. März. Anläßlich des 75jährigen Jubiläums des Jews College, der theologischen Lehranstalt der englischen Judenheit, des 70jährigen Jubiläums des aschkenasischen Synagogenverbandes (United Synagogue) und des 60jährigen Jubiläums des jüdisch^religiäsen Erziehungsausschusses (Jewish Religions Education Board) fand in London unter dem Vorsitz des Präsidenten der United Synagogue Lionel de Rothschild ein Festbankett statt. Der Hauptredner des Abends war der Minister für die Dominions I. H. Thomas. Weitere Ansprachen hielten der französische Großrabbiner Dr. Israel Levi, Chiefrabbi Dr. I. $). Hertz, der Vizepräsident der United Synagogue Sir Robert Waley Cohen, der Präsident des Verbandes der spanischen und portugiesischen Synagogen, Sir Francis Montefiore und der Präsident des Jews College, S. I a p h e t. In seiner Eröffnungsansprache erklärte Lionel de 'Rothschild, die Regierung habe durch die Teilnahme des Ministers I. H. Thomas an dem Festakt bekundet, daß sie ebenso wie ihre Vorgängerinnen die große Tradition der Freiheit des religiösen Gedankens aufrecht erhalten Molle. Präsident Rothschild gab der Hoffnung Ausdruck, Laß der zu einem Neubau für das Jews College erforderliche Betrag von 60.000 bis 100.000 Pfund bald aufgebracht werden wird. Nach Errichtung des neuen Ge- Läudes werde das Jews College nicht nur die Möglichkeit haben, Prediger für England auszubilden, sondern -auch ausländische Hörer aufzunehmen. Der Betrag von 1860 Pfund sei unter der Bedingung, daß ein Saal in Äem neuen Haufe nach der verewigten Frau Hertz benannt werde, bereits gezeichnet worden. Jtaläftma. Eine arabische Antwort auf Rabbi Sonnenfelds Friedensappell. Jerusalem, 29. März. Das Organ des Großmufti, „Jamea el Arabia", veröffentlicht eine Antwort auf den vom Führer der palästinensischen „Agudas Jisroel" an die ganze palästinensische Bevölkerung erlassenen Friedensaufruf. „Jamea el Arabia" schreibt u. a.: „Sind die orthodoxen Juden Palästinas bereit, sich gegen den Zionismus zu erheben, gemeinsam mit den Arabern diese schädliche Bewegung zu vernichten und so den Frieden im Heiligen Lande wiederherzustellen? Wenn dies nicht geschieht, dann sind Araber und Juden dazu verurteilt, unter dem Zionismus zu leiden." Die neue Leitung des Daad leumi Jerusalem, 25. März. Die Leitung des neuen Waad Leumi wird aus 3 Arbeitervertretern, 1 Allgemeinen Zionisten, 1 Misrachisten und 1 Sephardi bestehen. Von der Arbeiterpartei werden vermutlich Dr. Arlosoroff, Ben Zwi und Dr. Abraham Katzenelson, von den Allgemeinen Zionisten Elijahll Berligne, vom Misrachi Rabbi Ostrowski und von den Sephardim Elmaleh in die Leitung des Waad Leumi entsandt werden. Personalien. Fried berg (Hessen), 22. Mrnz. Am rn-» Adar, genau an dem Tage, an dem sie vor 50 Jahren unter die nom geführt worden, verschied die allverehrte Gattin unseres Lehrers und Führers, Frau Regina E h r m a n n. Mit ihr ist uns eine jener wams genommen worden, wie sie besonders in den Klein- und Mittelgemeinden immer seltener werden. Tiefe Frömmigkeit, fest gegründet auf und nvnan ran«» zeichnete diese Fra l aus. die may war so sehr hervorstechendes Merkmal ihres Charakters, daß kaum jemand ahnen konnte, wie viele Liebestaten von ihr ausgingen. Ihre Tätigkeit in der Frauenkippe war mustergültig. Geradezu beispielgebend aber war ihr Verhalten den Wanderarmen geenüber, die nicht nur Spende und Speise bei ihr fanden, sondern auch wie Freunde bei ihr ausgenommen wurden, wie sie überhaup. jedem Menschen mit stets gleichbleibender Güte und Freund ichke'.t ent^eger.trat. Die Anordnung u'srer Weisen, jeden Menschen mar zu beurteilen, befolgte sie in enier Weise, die fast als weltenfern zu bezeichnen ist. In ihren letzten Lebensjahren ^bezeichnest sie es als ihre größte n-rn»v. dem fabbathlichen Gemoro-Schiur ihres Gatten zuzuhören und manches interessante und kluge Wort das sie einwarf, ließ erkennen, daß das Leben dieser Frau sowohl im Elternhaus in Burgpreppach, als auch in dem von ihr gegründeten Heim stets vom Geiste der min umwoben war. Möge der Allmächtige dem greisen Gatten und ihren Kindern Trost spenden. Möge Er Söhne und Töchter die Pfade gehen lassen, die die verklärte Mutter zeitlebens gewandelt. masan. Es ist eine merkwürdige Fügung, daß eine greise Frauengestalt, die in Wirken und Wandel der verstorbenen Frau Regina Ehrmann so eng verbunden war — Frau Sabine Mayer — am gleichen Tage vom irdischen Sein abberufen wurde. Auch sie war eine Frau, die zeitlebens von tiefer Frömmigkeit beseelt war. Als Gründerin des Frauenvereins war sie jahrzehntelang dessen 1. Vorsitzende und hat in dieser Zeit unendlich viel Gutes an Armen und Kranken gewirkt. Ihr Leben war reich an Freud und Leid doch war sie in allen MgxmoL. FUHREN ROSSMARKT 1 v* *) KAISERSTR.31 FRITZ Lagen von unerschütterlichem G'ttoertrauen beseelt. Der Allgütige hat es aber gefügt, daß sie den Tod ihres ältesten Sohnes Eduard Mayer nicht mehr erleben mußte, der zwei Stunden nach ihr seine Seele aushauchte, beweint von Frau und Kindern, für die er zeitlebens in Liebe gesorgt hatte. So wurden in unserer Gemeinde am zv'2 m*i drei wertvolle Mitglieder zur letzten Ruhe gebettet. Wegen des Vin konnte die Trauer nicht zu gebührendem Ausdruck gelangen. maxan. Schlüchtern, 22. März. Herr Julius Neuhof in Schlüchtern begeht am 6. April in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 60. Geburtstag. Hochstadt (Kr. Hanau), 29. März. Ihren £5. Geburtstag begeht am 4. April in völliger geistiger und körperlicher Frische Frau Jettchen Goldschmidt geb. Strauß, dahier. Brandenburg, 20. März. Eine Matrone, reich an Jahren, an Erfahrung, an Wissen und Adel der Gesinnung, ging mit Frau Rahel Levinsohn im Alter von 82 Jahren von dannen. Einer Rabbinerfamilie in Litauen entstammend, hatte die Frau sich in den Kindesjahren ein Maß von jüdischem Wissen angeeignet, das alle in Staunen setzte. Sie beherrschte große Teile von 1"an fast auswendig und liebte, ihre anregenden Gespräche mit Talmndzitaten zu he.leqen, die in ihrem Gedächtnis bis in ihr Greisenalterl-hinein als unveräußerliches Gut hasteten. Sie folgte in jungen Jahren ihrem Gatten, einem thorakundigen litauischen Kantor, nach Deutschland, und teilte mit ihm Leiö und Freud auch in schweren Jahren in kleinen Stellen im Elsaß und Posen'schen Lände. »Dabei stand sie ihrem Manne stets wie ein Schutzengel helfend und leitend zur Seite. Mehrere Kinder, Söhne und Töchter, hatte sie zu Menschen und Jehudim großgezogen. Nach dem frühen Heimgang ihres Mannes, mit dem sie ein offenes Haus für Gelehrte, Arme und Bedürftige geführt hatte, zog sie hierher in dar Haus eines ihrer Söhne, der damals als Kantor und Lehrer der jüdischen Gemeinde zu Brandenburg fungierte. Sie sah diesen hoffnungsvollen Sohn in jungen Jahren aus dem Selen scheinen u d erlebte auch sonst noch manches Ungemach und Mißgesch'ck, tr'<g aber das alles mit der Heldenkraft und mit dem G'ttoertrauen einer wahren npax- Die unermeßliche Liebe in ihrem Herzen zu tt und den Menschen war ihr eine Quelle, aus der sie den schönsten Trost schöpfen konnte, den Trost des W o h l - t u n s. Sie war eine Säule des mm in Brandenburg, insbesondere in der sozialen Frauenarbeit. Nun ging sie, eine Patriarchin die uns Vorbild eines g'ttgesegneten Lebens war, von uns. Wir werden ihr ein liebes Angedenken bewahren und ihre Kinder werden den Segen ihres Lebens in ihrem eigenen Wirken fortwalten lassen. •moxin Jchenhausen, '20. März. Am in« 'n durcheilte die hiesige Gemeinde die Schreckenskunde. Frau Fanni Cohn, die Gattin unseres verstorbenen unvergeßlichen Rabbiners Dr. Ahron Cohn ist nicht mehr. In tragischer Weise wurde sie aus dem Leben abberufen. Nach einem mehrwöchentlichen Aufenthalte bei ihren Hamburger Kinder« war sie auf der Heimreise in der Nähe Ansbachs im Alter von 79 Jahren einem Herzschlage erlegen. Ueberaus schmerzlich ist der Verlust, den unsere nbmp erlitten hat. Eine V>n nrs in des Wortes tiefster Bedeutung ist von uns gegangen. Das Leben dieser edlen Frau war eine Kette von emaio D’tyym nnsn- Mehr als 30 Jahre lei ele die Dahingeschiedene in einer geradezu vorbildlichen Weise unsere Frauen-« an. Kaum läßt es sich schildern, was die Verstorbene für das innere Leben uiifecec Gemeinde bedeutete. Sie war die einzige Frau, die n»H KOSCHER FÜR PESSACH Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! no3 bv Ivo Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine i Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100°/0 aus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten, Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei ist Palmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichstenMagen gut bekommt. TOMOR iw PALMIN Mit diesen beiden Fetten KOSCHER gelingen die österlichen Speisen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit fpks—in