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Der Israelit · 1931-04-01 · Heft 14 (1.4.1931) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 14 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Der Israelit Nr. 14 Seite 5 1. April 1931_• uns ganz anders -erfassen und begreifen läßt den Geist und die Erhabenheit unserer heiligen Schrift und daß sie uns auch in den profanen Fächern einen Abglanz göttlichen Lichtes erkennen läßt. Und rnaa wollen sie fein, sie wollen das reine Thoralicht, das '827 p pnr» 'an am Tage des Unterganges unseres Staates in die ,13'V'nach Nii2' gerettet, das noch heute in den wenigen Jawne-Stätten des Ostens fortleuchtet in der Finsternis des nV?> sie wollen es ihren Kindern überliefern und mit Flammenschrift in ihre Herren schreiben, die heilige Verpflichtung, für dieses Ideal zu leben und zu sterben. Zehn Jahre haben Schüler und Lehrer mit Begeisterung unter großen Entbehrungen für dieses Ideal gearbeitet, und reicher Segen war der Lohn ihrer Opferfreude. Es ist ihnen gelim* gen, ein Geschlecht von Mädchen zu erziehen, das nicht nur jüdisch ist, weil es fein Judentum als Erbteil von den Vätern überkommen hat, vielmehr weil es von Thorageist durchdrungen ist .und nur in ihrem Licht fein Glück herbeifehnt. Heute am Ende der zehn Jahre, haben sie sich alle, Schülerinnen und Lehrer, Gründer und Helfer von früheren Jahren und von jetzt versammelt, um in kurzen Stunden noch einmal gemeinsam alles zu durchleben Und G'tt zu preisen für den Segen, den er ihnen so reichlich gespendet. Die Feier wurde eröffnet durch die Rede des Vorsitzenden des Kuratoriums, Rabb. M. K a tz, der die Schülerinnen ermunterte, mit gleichem Opfermut weiter zu arbeiten und den Erfolg als Ansporn zu nehmen für zukünftige Tätigkeit. Viele begeisterte Reden der Regierungs- Vertreter und der Vertreter andere Schulen legten Zeugnis ab für den großen Namen, den Jawne sich hier erworben. Reichlichen Aufschluß über Wesen und Arbeit der Jawne gab der Telschier '"2 □> derzeitiger Leiter der N2'D', unter dessen geistiger Führung heute das Gymnasium steht. Genauere Richtlinien für den Weiterbau der Jawne gab Dir. Schmulewitfch von der Universalschule in Korvno an, der es verstanden hat, während seiner langjährigen Tätigkeit im Jawne . wahren Thorageist dort zu verbreiten. Kleine Aufführungen schufen eine gemütliche Purimstimmung. Rührend waren die hebräischen Reden der Kleinen, die m der Thorasprache heiliges Versprechen ablegten, immer zu erfüllen, was G'tt von seinem Volke verlangt.. Möge allen, die Erinnerung an diesen Abend in lebendiger Frische erhalten bleiben und möge das Beispiel der Jawne ihnen Mut geben, auch in Zukunft in.selbstloser Arbeit für das orthodoxe Schulwesen zu wirken. Korrespoiidtiizeit « Nachrichten. Deutsches Reich. Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Frankfurt a. M., 30. März. Getreu ihren Traditionen hat die „Freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" E. V. es feit jeher verstanden, ohne große Propaganda ihre segensreiche Tätigkeitauszuüben. Wenn, sie sich neuerdings (vergleiche Inseratenteil) mit einem Aufruf an weitere Kreise wendet, so hat dieses darin feine Ursache, daß der vor kurzem stattgefundene Vereinstag den neugewählten Vorstand beauftragt hat, mehr als bisher die jüdische Oeffentlichkeit daraus hinzuweisen, daß es Pflicht eines jeden deutschen gefetzestreuen Juden sei, sich die Mitgliedschaft der Freien Vereinigung zu erwerben und sie dadurch in ihrer mannigfachen, praktischen Arbeit für die Interessen des orthodoxen Judentums zu unterstützen. In den wenigen Wochen seit dem Vereinstag, hat die Freie Vereinigung nicht nur eine Reihe von Subventionen für verschiedene jüdische Zwecke, sowohl an Gemeinden, wie auch an Private bewilligt, sondern sie hat auch gegen 100 Zentner Mazzos zu ermäßigten Preisen zur Verteilung gebracht, teilweise ohne Entgelt abgegeben. Vor allem ist es zu begrüßen, daß ein lang vernachlässigter Zweig der Tätigkeit der [ Freien Vereinigung wieder von neuem in'Angriff genommen wurde, nämlich die religiöse Betreuung kleiner Landgemeinden, durch Abhaltung von Vorträgen an Sonntag-Nachmittagen. Die Freie Vereinigung hat in den letzten Wochen vor Pessach in die Gemeinden Reichelsheim, Fränkifch-Krumbach, Mittelsinn, Eschau und Klein-Heubach Redner entsandt, welche im Einvernehmen mit dem zuständigen Rabbinate, sowohl die Pessach-Vorschristen darlegten, als auch sonst über jüdische Zeitfragen, das überall stark interessierte Publikum unterrichteten. Diese Vorträge. finden .allgemeinen Beifall und dürften ihre wertvolle Ergänzung in BezirkstagUNgen finden, welche für den Sommer vorgesehen sind. Gerade in der heutigen Zeit wirtlungen sei, vor allem eine stattliche Zahl von Bachurim Stärkung und Erhebung nicht hoch genug geschätzt werden, welche durch einen solchen Vortrag vermittett wird. Es ist zu hoffen, daß zahlreiche Anmeldungen zur Mitgliedschaft der Freien Vereinigung es ermöglichen, diesen Zweig ihrer Tätigkeit weiter auszubauen. Zuschriften sind zu richten an das Büro der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt a. M., Rechneigrabenstr. 10. Iahresschluß in der Frankfurter Jeschiwa. Frankfurt a. M., 30. März. Am Sonntag, den 4. Nissan, fand das Wintersemester mit den üblichen Prüfungen, die sich auf mehrere Tage erstreckten, und der Entlassung der abgehenden Hörer seinen offiziellen Abschluß. Mit Befriedigung konnte der Rektor, Herr Rabbiner Dr. Breuer, in seiner Entlassungsanfprache auf die erfreulichen Erfolge Hinweisen, die der Jeschiwa auch in diesem Jahre beschieden gewesen seien, indem es ihr geschäftlicher Not, kann für die Landgemeinden die seelische aus Deutschland so weit zu fördern, daß sie mehr oder weniger bis zur Selbständigkeit im Lernen gelangt seien. Dank gebühre hierfür vor allem der hingebungsvollen Tätigkeit der Dozenten. Einem Hörer der Jeschiwa konnte die rabbinische Autorisation, 5 Hörern die Autorisation zur Ausübung der Schechita erteilt werden. Der Redner sprach den Dank aus allen Freunden und Gönnern, die sich gerade in dieser wirtschaftlich so schweren Zeit mit doppeltem Ernst der großen Verantwortung bewußt sind, die sie auf sich laden würden, wenn eine Thorastätte von der-Bedeutung der Jeschiwa in ihrer heilvollen Entwicklung durch wirtschaftliche Notlage gehemmt wurde, dankte den Männern des-- Kuratoriums, die ihre Kraft und Zeit der Jeschiwa-'weihen, würdigte die Verdienste des Herrn Prof. Cüro, der nach einer Lehrtätigkeit von fast vier Jahrzehnten sich genötigt sah, aus der Jeschiwa zu scheiden, gedachte des schmerzlichen Verlustes, den die Jeschiwa durch den Heimgang des Herrn A. Eschwege V-r, der aus der Jeschiwa hervorgegangenen Rabbiner I. Levy bn Newport und Rabbiner A. Klein V~t Eisenstadt, die aus reichgefegneter Wirksamkeit abberufen worden seien, sowie des Verlustes, den die Jeschiwa durch den Tod von zwei würdigen Schülern (Katschalski und Löwensteinerlitten habe. Die abgehenden Hörer ermahnte der Redner in eindringlichen Worten, unter Zugrundelegung von Weisheitsworten, die die Verwirklichung der Verheißung.«b viTSM von der Erfüllung der p^rn-Forderungen erwarten, aus der Jeschiwa nicht nur Thorawiffen, sondern vor allem den Geist mit hinaus zu nehmen, den ihr ihr unvergeßlicher Gründer W eingehaucht, der ihnen in ihren akademischen und kaufmännischen Berufen zum Sieg verhelfen werde in den Kämpfen, die 114 Millionen Rm. Gewinne bei der Preuss. SM Klassen-Lotterie Ziehung: 1. Klasse 20. und 21. April I nenvnictA Vs lU lh Vf Doppellos Lospreise 5 . 2o.- 40T^ 80.-rm. Sichern Sie sich ein Los bei der Staatl. Lotterie Einnahme Ernst Lejeune sÄssew An- und Verkauf alter Münzen ihrer gerade in unserer Zeit harren, der sie aufruse, mit ihrem Leben sich einzusetzen für die Herrschaft des G'tteswillens im Einzel-, Gemeinde- und Gemeinschaftsleben und anzukämpfen wider die Tendenzen jener Halbheit, die gerade in unserer Gegenwart sich in erschreckendem Maße geltend machen, damit ihr Leben Beitrag werden für die g'ttgewollte Erlösung unseres Volkes. Aus dem Jahresbericht sei besonders auf die dankenswerte Bereicherung hingewiesen, die die Bücherbestände der Jeschiwa durch wertvolle Zuwendungen von Frau Jacob E. Eisen mann sowie von Frau Clem. Cramer (für die Prof. Bondi-Bücherstiftung) erhalten haben. Das Sommersemester beginnt Montag, den 3. Jjar mit der Aufnahmeprüfung. Mettverband Schomre Schabbos und die „ palästinensische Iudenheit. Berlin, 20. März. Die Herren Rabb. Dr. Ephraim Earleba ch-Letpzig und Isaak Nutzbau m-Berlin haben eine Reise nach Palästina angetreten. In., ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Zentralkomitees des Wellverbandes Schomre Schabbos werden sie die Gelegenheit wahrnehmen, zu den sabbathtreuen Kreisen des Heiligen Landes in engere Fühlung zu treten und den Zusammenschluß aller Kräfte zur Stärkung der Sabbathbewegung zu fördern. Sie werden insbesondere an einer Konferenz des palästinensischen Landeskomitees des Schomre Schabbos teilnehmen und im Einvernehmen mit der Leitung des Weltverbandes über die Maßnahmen beraten, durch die die Ziele der Sabbathbewegung in Palästina verwirklicht und vor allem die Kreise der Jugend für die konsequente Heilighaltung des Sabbath gewonnen werden können. (Entlaffunmeier der Adaß Iisroel-Schnlen. Berlin, 24. März. . Zu der Korrespondenz aus Berlin unter obiger Ueberfchrift ist noch nachzutragen, daß zum ersten Male auch am Oberlyzeum die Reifeprüfung abgenommen und von allen sieben Kandidatinnen, von zweien mit „gut", bestanden wurde. Belgien jeder Fremden-Einwandenmg verschlossen. »1 Berlin, 24. März. Die jüdische Wo hlfahrts stelle in Antwerpen benachrichtigte die Hauptstelle für jüdische Wauderjürsorge, dah laut Verfügung des belgischen Justizministeriums vom 15. März ab kein Fremder das belgische Gebiet betreten darf, um dort Arbeit zu suchen oder zu verrichten, ohne vorhergehende Erlaubnis der öffentlichen Sicherheitsbehörde. Jeder Fremde, der ohne Erlaubnis dieser Behörde das Land betritt, hat es sofort ohne weiteres zu verlassen. Das Dokument der Eintragung ins Fremdenregister, abgegeben an Personen, die keine besoldete Stelle annehmen, mutz deutlich den Passus enthalten: „Inhaber dieses verpflichtet sich, in Belgien keine Stellung anzunehmen, widrigenfalls er sofort des Landes verwiesen wird." GflfdiliOII llftd DfikOrflllOnCIl Durch eigene Fabrikation unerreichte Leistungsfähigkeit. Gröntes Spezialhaus Deutschlands nur bei Eugen KentnCr c! VeMSliaUS GoelheSlf, 4-6 r ' ■ - mechan. Weberei-Gardinenfabrilcen

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