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Der Israelit · 1931-03-26 · Heft 13 (26.3.1931) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 13 (26.3.1931)
Date
1931-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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114 Millionen Rm Gewinne bei der Preuss. Südd Kfassen-Lotterie Ziehung: I. Klasse 20. und 21. April Los preise Vs V2 Vl Doppellos 5.- 10,- 20.- 40.- 80.-HM Sichern Sie sich ein Los bei der Staatl. Lotterie Einnahme Ernst Lefeune SÄgassAs Am- und Verkauf Münzen In der Aussprache über die Wirtschaftsnot ergriffen noch Dir. Dr. Holländer vorn Zentralverein und Kurt B l u in e n f e l d von der Volkspartei das Wort. Justizrat F ranken referierte über B c a m t e n r e ch t, der Vorfreude des Haushaltsausschusses, Dr. L h a r i g , über die Aenderung des Etats durch den Haushaltsausschutz. Für Beihilfen an Gemeinden sind ML 441 00.—, an Beamte Mk. 222 002.—, für Bezirksrabbinate Vik. 35 006.— vorgesehen,' das Rabdinerseminar in Berlin erhält Mk. 25 000.—, die Hochschule in Berlin und das Jüdisch-theologische Seminar in Breslau je Mk. 27 500.—. Einen kleinen Sturm gab es, als Kareski gegen die Herabsetzung der Beihilfe für bic Sportbewegung polemisierte. Für Jugendpflege sind Mk. 14 COO — in den Etat eingestellt; ferner Mk. 35 000.— für liberale und Mk. 25 000.— für konservative Lehrer- und Kantorenausbildung. Die Verwaltung erfordert Mk. 100 002.—. Es folgten dann noch die Wahlen in den Rat, bei denen als Vertreter der Rabbiner gewählt wurden die Rabbinen Baeck und E. Levy-Berlin, Hoffmann, Horovitz und Seligmann, Frankfurt a. M. und Vogelstein, Breslau, ferner die Lehrer I. B. Levy und Reinhardt. Rach Annahme einiger Resolutionen gegen den Antisemitismus, für die Einbürgerung lange in Deutschland wohnender Juden und zu Gunsten der Staatenlosen wurde der Derbandstag geschlossen. Die katholische Kirche gegen das Hakenkreuz. V e r l i n , 22. März. Dem Beispiel der rheinischen und schlesischen Bischöfe folgen nunmehr auch der Erzbischof von Paderborn und die Bischöfe von Fulda und Hildesheim mit Erklärungen, wonach das Programm der nationalsozialistischen Partei im offenen Gegensatz zur katholischen Religion stehe. In der Erklärung heißt es ferner: Der Satz des nationalsozialistischen Programms „Freiheit aller religiösen Bekenntnisse, soweit sie nicht gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoße", sei direkt gegen die christlichen Grundsätze gerichtet, denn er mache das Gefühl einer Rasse zum Rchter über religiöse Wahrheiten. — Dieser Erklärung schließt sich auch, wie „Germania" mitteilt, das Bischöfliche Ordinariat in Berlin im Einvernehmen mit dem Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, an. Dr. Schreiber stellt sich voll und ganz auf den Boden der Erlasse von Breslau, Köln und Paderborn und der der bayerischen Bischöfe. Rabbinerseminar in Berlin. Berlin, 21. März. Das Verzeichnis der Vorlesungen für das Sommer-Halbjahr 1931 ist erschienen. Dr. Josef, Wohlgemuth leitet den Unterricht in Schulchan Aruch, Religionslehre, Exegese, die religionsphilosophifchen wie die homiletischen Uebungen. Dr. Jechiel Weinberg lehrt Talmud und Dezisoren, Dr. Samuel Grünberg Talmud, Bibelexegese, hebräische Grammatik und Literaturgeschichte, Dr. Moses Auerbach unterrichtet Talmud und Geschichte. Die Aufnahmeprüfungen finden Mittwoch, den 15. April statt. Am gleichen Tage wird auch das S 0 mm erfemefter eröffnet, und zwar mit einem halachifcheü Vortrag des Herrn Dr. Weinberg und. einem Referat Dr. M. Auerbachs über „Die Vraunfchweiger Rabbinerversammlung im Jahre 1844". Entlassungsfeier der Maß Jisroel-Schuten. Berlin, 23. März. Wie im Vorjahre gab auch jetzt wieder die Entlassung der Abiturienten der Schulleitung der Israelitischen Synagogengemeinde Adaß Jisroel zu Berlin Anlaß zu einer besonderen Akademischen Feier. Vor wenigen Tagen haben die 12 Oberprimaner die Reifeprüfung sämtlich bestanden, unter ihnen einer „mit Auszeichnung" und 4 mit „gut". Angesichts der gegenwärtig besonders hohen Anforderungen an die Prüflinge, der scharfen Kontrolle privater Schulen durch die Aufsichtsbehörde und des durch die spezifisch-jüdischen Fächer bedingten weiteren Umfangs des Pensums sieht man in diesem Ergebnis eine Hebung des Prestiges des Schulwerks der Adaß Jisroel wie überhaupt des jüdischen Schulwesens in Berlin. In der Turnhalle versammelten sich neben den Abiturienten die Lehrerkollegien der Volks- und Grundschule, des Realgymnasiums, Lyzeums und Oberlyzeums, der Vorstand, die Repräsentanten, das Rabbinat und der Schulvorstand der Adaß Jisroel sowie die Schüler und Schülerinnen der Oberklassen, und zahlreiche Freunde der Anstalt. Nach hebräischem Chorgesang hielt der Schuldirektor Dr. Nachmann Schlesinger nach Begrüßung der Gäste und der Presse die Festrede. Er skizzierte die Grundlagen des das Schulwerk leitenden Erziehungsprogramms und hob hervor, daß gerade jüdische Erziehung jede vom Staate gebotene Möglichkeit betreffs Intensität und Umfang der Ausbildung nützen müsse. So wäre es verfehlt gewesen, sich mit der „mittleren Reife" zu begnügen. Vielmehr biete vornehmlich die Oberstufe besondere Anregung und Ansporn zu vertiefter Arbeit an der Gesamtpersönlichkeit der Heranreifenden. Herr Martin B 0 n d i überbrachte die Grüße und Wünsche der Gemeindebehörden der Adaß Jisroel. Einer der Abiturienten drückte im Namen seiner Kameraden und Kameradinnen Lehrern und Gemeinde den Dank für ihre opfervolle Leistung aus. In deutschem Volksliedgesang des Mädchenchors fand die wegen der Not der Zeit allen äußeren Gepränges bare Feier ihren Ausklang. Im Anschluß an den Festakt wurde im Gesangsaale des als eines der modernsten in Berlin schon oft gewürdigten Schulhauses eine Ausstellung eröffnet, in der die Spitzenleistungen aus dem Werk- und Kunstunterricht aller Schulgattungen und -Stufen vereinigt sind. Bemerkenswert ist, daßhier fast alle Motive modernen Lebens — Mode, Spiel, Architektur und Natur — wie auch die uralten jüdischen Bräuche liebevolle Gestalter und zum Teil reife Gestaltung gefunden haben. Spontan wurde die Anregung gegeben, deren Verwirklichung Ausgabe des auch als ausübende Künstler tätigen Lehrerehepaares Singer sein wird, diese Ausstellung durch Photo und Presse auch einer breiteren jüdischen Oeffenilichkeit zugänglich zu machen. Lchächtverbol in Bielefeld. Bielefeld, 19. März. Das neugewählte Stadtparlament von Groß-Bielefeld hat auf Antrag der Nationalsozialisten beschlossen, das Schächten auf dem städtischen Schlachthof zu verbieten. Für den Antrag, der von dem Nationalsozialisten Stadtrat Höcker begründet wurde, stimmten die Vertreter sämtlicher Parteien. IZSZSN. Leichendebatte in der Sejmkommission. Warschau, 16. März. Die Verwaltungskommission des polnischen Sejm befaßte sich mit einem Vorschlag Grünbaums betreffend gesetzliche Regelung der Frage der Beistellung von Leichen für die medizinischen Fakultäten, den sich grundsätzlich mit der Auslieferung einer bestimmten Anzahl von Leichen einverstanden erklärt. Der Referent, Abg. B i e l i ck i (Nationaldemokrat), schob die Angelegenheit auf das antisemitische Gebiet, leugnete die Existenz eines Numerus clausus für jüdische Studenten und führte im Gegenteil aus, daß die christlichen Studenten zugunsten der die polnischen Universitäten überflutenden Juden verdrängt werden. In Wilna, sagte der Referent, haben die Juden im letzten Jahre nur eine Leiche, in Warschau haben sie im Verlauf von 5 Jahren 11 Leichen von insgesamt 1400 Leichen beigestellt. Die^ bringe die polnische Jugend in Erregung. Abg. Dr. S 0 m m e r st e i n (Jüdischer Klub) wies nach, daß die von Bielicki gebrachten Ziffern über die Zahl der jüdischen Studierenden an. den Universitäten falsch sind. Die Frage der Beistellung von Leichen hat zu zahlreichen antisemitischen Exzessen geführt, die jüdischen Medizinstudenten werden terrorisiert und mit Brachialgewalt von den Uebungen ferngehalten. Auch die Behörden schikanieren die jüdischen Studierenden. Der Senat der Wilnaer Universität hat eine Verordnung erlassen, wonach im Falle des Mangels an Leichen die jüdischen Studierenden nur in dem Maße zu den Uebungen zugelassen werden, als jüdische Leichen vorhanden sind. Man will die Leichenfrage dazu ausnutzen, um jüdische Studierende von den medizinischen Fakultäten ganz fernzuhalten. Die Staatsmacht verhält sich passiv und läßt es zu, daß die die Freiheit und Gleichheit aller Bürger garantierende Verfassung vergewaltigt wird. Das vorgeschlagene Gesetz soll diesem Zustand ein Ende machen. Der Vorschlag Grünbaums wurde mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Ukrainer ab - gelehnt. Abg. Sommerstein erklärte, er werde den Vorschlag im Plenum als Minderheitsvotum erneuern. Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten,Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichsten Magen gut bekommt. TOMOR m PALMIN für die rituelle Küche!Fleischig und milchig zu gebrauchen! TPK2—Hl «MUH— mm

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