Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1931)
- Date
- 1931-03-12
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 2 Nr. 6 D er 3 3 1 ® e l i t Blätter 12. März 1931 den Zustrom neuer Menschen m die Jugendnorvitz stehende ArbeiLsgerneinschaft über gruppe bietenc -'-DieseMaßnahme war teinesw-egs, Geschuhte behandelte dve ,des?Christenals Kampfansage gegen den Esra ckllfzufassen, tunis. UnterLeiitung. vonStudien-rat:Munk,arsondern wir,wollen mit den in diesen'Gruppen.^bei-tete.eiMMglrmsphttoföpMcheEArbeiisserMüzusammengefaßten jungen Menschen gemeinsam schaft und unter Leitung von Dr. WM'HofmaNn unsere Agudas Jisroel ausbauen Helsen! Es war stand eine Arbeitsgemeinschaft^ di>e. dw Ideologie naturgemäß nicht zu vermeiden, daß in der ersten Zeit des Bestehens unserer Schübergruppen Unsttrssmigkeiten zwischen uns und dem Esra sich der Agudas Jisroel auf Grund der Literatur usw. gründlich bearbeitete. Auf Wunsch zahlreicher Mitglieder veranstalteten wir, schließlich, -eine Erez ereigneten. Doch können wir heute mit großer Jisroel-Arbeitsgemeinschast unter Leitung des Befriedigung feststellen, daß —obwohl oder trotz Herrn Dr. S. Ehrmann, die nicht nur die Aust — dieser Gründung unserer Schülerbewegung' gäbe hatte, den Teilnehmern eine feste agudistische . unser Verhältnis zum Esra sich außerordentlich. Einstellung zu Erez Jisroel zu vermitteln, son gebessert hat, was besonders darin zum Ausdruck kommt, daß einmal einige Esräer heute gleich zeitig unseren Schülergruppen angehören, und andererseits besonders die früher vermißten Ate ren Esräer sich an unseren Veranstaltungen mehr als früher beteiligen. Die eine Schülergruppe wuchs in kurzer Zei außerordentlich und wir richteten auf Wunsch zahlreicher Jungens und Mädels auch späterhin derartige Gruppen ein, so daß wir heute insgesamt 14 Gruppen (7 für Jungens und 7 für Mädels) haben. Die Gruppen werden von Führern geleitet, die ihrerseits wieder in der Führerschaft zusammengeWossen sind. Der Führerschaftsleiter ist Herr Manfred Neuberger. Die Führerschaft kommt regelmäßig zusammen Und bearbeitet pädagogische Fragen, auch Probleme des Agudismus u.tä. Der' Sommer fand seinen Abschluß und das Winterprogramm wurde ein geleitet von einer großen Simchas Tauroh-Feier in sämtlichen Räumen unseres Heims. Am frühen Morgen versammelten sich etwa 70 Menschen, um bei Haschkomo in Tänzen und Hakosaus -bis nach 9 Uhr zusammen zu bleiben. Die Hauptfeier am Nachmittag vereinigte neben dem Raw, den als Chofon Tauroh in unserem Kreise weilenden Präsidenten der Agudas Jisroel-Weltorganifativn, Herrn Jacob Rosenheim, den Vorsitzenden des O. V. der A. I. I. £X, Herrn Dr. Willi Hofmann, Mitglieder des Dozentenkollegiums, u. a. Herrn Red. Schachnowitz, und Mitglieder der Orts- und Jugendgruppe sowie des Esra in bester Stimmung bis lange nach'Nacht. Neben schönen Ansprachen für die Aelteren vergnügte sich untere Jugend auf ihre Weise im Garten. Die Veranstaltung war besonders für unsere älteren Schn lergruppen von großem propagandistischen Wert. Mit Schabbos Verschis nahm dann das Winterprogramm feinen Anfang. In der Jugendgruppe vereinigte ein unter Leitung fr. Ehrw. Herrn Rabbiner Josef I. Horowitz stehenden Schur etwa 15 Jugendliche zur Behandlung,ausgewählter Stücke aus Talmud und Poskim. Im Laufe des Winters wurden 'durchgenommen Hilchaus Kibbud Aw Wvem, Hilchaud Akkum wefchukkausöthem, Hilchaus Erez Jisrotzbj.ünd HiljHstlls Loschaun Hora. Daneben wurden besonders die Schrurim im kleinen Kreis gepflegt.. Unter- Leitung von Herrn Hermann Ving wurde Makkaus, unter Leitung von Herrn P. Wollmann Vrochaus, unter Leitung von Herrn Dr. WM Hof- ,nann Bowo Kamo gelernt. Daneben fanden regelmäßige Hausfchiurim unter Leitung der Herren V. Rachelsohn, Leopold Oppenheimer, Dr. Isaak Posen, Theo Spiegel, Gerfon Schnerb, Louis Kahn statt, die entweder Gemoro, Mischna, Schulchan Aruch oder Tenach behandelten. In der Mädchengruppe wurde bei großer Beteiligung unter Leitung des Herrn Konrektor Hirschberg Tauroh und Dinim, unter Leitung des Heimgegangenen Lehrers Simon Unna Tefilo und unter Leitung des Herrn, Julius Lewin Melochm gelernt. . Nebenden Schiurim veranstalteten wir eine dern ihnen auch allgemeine Kenntnisse über Geographie, wirtschaftliche und politische Verhältnisse K; IM Uebrig ecktMtätigten sich unWet jüngeren FrsMde gemÄnsM Mit dep noch eifrigeren-Esräern an der technischen Durchführung - der > lim Herbst 1930 und-jetzt auf .Mssach aust Veranlassung der Agudäs Jisrpel-LanoesorgaNisätion zu Hamburg in die Wege geleiteten Rußlandhilfsaktion. Die beiden Aktionen unterstanden der musterhaften Leitung nuferer Freunde Fredi Lustig und Jofeft Vrgel. Leider betätigten sich noch länge micht alle MitgllHer in gebührendem Maße an dieser Arbeit. Besonders unsere Führer sollten sich aber der erzieherischen'Bedeutung derartiger Aktionen bewußt werden und erkennendaß hieraus eine Stärkung des Klallbewußtfeins unserer jugendlichen Freunde resultieren des Landes zu geben. In der Mädchellgruppe wird, das nicht durch theoretische Ausführungen, fand außerdem noch eine hebräisch-sprachliche Arsondern nur durch-praktische Mitarbeit an beitsgemeinschaft unter Leitung von Jakob Landau statt. Wir daNken allen Dozenten und Leitern auch an dieser Stelle herzlich für alle Mühe und Arbeit, die sie sich um unsere Gruppe gemacht haben. Von größeren Vorträgen sahen wir in diesem Winter ab, weil wir der Ansicht waren, daß es besser sei, von innen heraus aufzubauien, anstatt nach außen' mit großer Reklame aufzutreten. Einen großen Vortragsabend anläßlich des 60. Geburtstages des Präsidenten unserer Weltorgianilsatron, Herrn Jacob Rosenheims, veranficelmen wir gemeinsam mit der hesigen Ortsgruppe, wo Herr Oberrabbiner Carlebach-Altona über den Zusammenbruch der Bibelkritik referierte. Die Jugendgruppe hat übrigens dem Jubilar gemeinsam mit der hiesigen Ortsgruppe und der A. I. O. O. eine künstlerische Adresse überreichen lassen. Am Vorabend des Geburtstages überbrachten unsere jüngsten Freunde mit ihren Führern ihre Glückwünsche. Im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen veranstalteten wir im September 1930 einen Ausspracheabend, an dem nach drei einleitenden Referaten eine rege Beteiligung unserer Freunde und auch zahlreicher Gäste zu verzeichnen war. Die angekündigten Ausspracheabende über aktuelle Tagesfragen unter Leitung des Herrn Jakob Landau fanden nur zweimal statt. Der zweite Abend in größerem Rahmen stand unter dem Zeichen des Delegiertentages. Einleitend sprach Jakob Landau über „Biologie und Historie", anschließend referierten Albert Loewenthal und Hans Esriel Hildesheimer über die Probleme dles bevorstehenden Delegiertentages. In einer anschließenden - außerordentlichen Mitglied erverfammlnng * wurden! Albert Loewenthal, Hermann SchÄäh, Ha^,EsMk>,Hildeshesiner^ und, Exrch Weistfyw ieMatthä' 'Benjamin, ttriÜ Gisstet Grebenau zrv - Delegierten" giewähiltt Die, Fortführupg d'ieser Ausspracheabende lehnte der Leiter späterhin' ab. ° ' ' ■>' : .. h:! Auch während des Wintersemesters wurden insbesondere von den jüdischen Mitgliedern Aüslüge unternommen, die sich immer großen Zupruchs erfreuten. An Chanukka und Purim trafen sich unsere Freunde im Heim zu Spiel und geselliger Unterhaltung. Eine besondere Belebung hat die Mädchengruppe in den letzten Wochen erfahren. Ein kleiner Kreis von an der Arbeit interefsietten Mitgliedern traf sich kürzlich bei Frau Dr. Jfaac Breuer: Man einigte sich über die weitere Arbeit der Gruppe und wird auch gelegentlich einige Abende mit der hiesigen agudistifchen Frauengruppe gemeinschaftlich veranstalten. In sozialer Hinsicht wäre in erster Linie die von Mitgliedern unserer Gruppe geleitete Stel- Reihe von Arbeitsgemeinschaften, die teils die lenvermittlung der A. I. I. O. zu nennen. Die- Aufgabe hatten, das allgemeine jüdische Wissen selbe wurde im Berichtsjahr stark in Anspruch der Teilnehmer zu erweitern, andererseits sie'genommen und konnte auch eine nicht unbeweltanschaulich zu festigen und ihre Arbeit an sich trächtliche Zahl von Stellen vermitteln. Als Verselbst anzuregen und zu vertiefen. Die Arbeitstreter der Jugendgruppe versah bislang Herr gemeinschaften waren durchweg entsprechend dem Rechtsanwalt Martin Katz die Krankenhausfür- Stosfgebtet mehr oder weniger stark besucht. Die sorge gemeinsam mit dre Jüdischen Wohlfahttsuutei Leitung des Herrn Redakteurs S. Schach-. pflege. . - . GesamthMsausgaben geweckt werden kann. Unsere Freunde können sich hier, was Organisationsgeist und Arbeitswille anlangt, ein Beispiel an den jungen Esräern und Esräerinnen nehmen. Auch an der Durchführung des Purimfestes zu Gunsten des Schulwerks der Agudas' Jisroel in Erez Jisroel beteiligten sich unsere Mitglieder. Unsere "Gruppe hatte die Ehre, den: Delegiertentag der A. I. I. O. in ihrem Kreise veranstaltet zu sehen. Aus Anlaß des D. T. veranstaltete die Jugendgruppe gemeinsam mit der Orts- und Frauengruppe eine große Kundgebung,' an der etwa 500 Personen teilnahmen. Es referierte zunächst der Präsident der Exekutive der Agudas Jisroel, Herr Jacob Rosenheim, über die Tätigkel't der Agudas Jisroel feit der letzten Kenessio GedaUlo. Anschließend sprach der Direktor des Keren Hathauro, Wolf S. Jacobson-Hamburg, über die Tätigkeit des Keren Hathauro. Der Abend war umrahmt von Gesängen des Tenoristen Lasar Finkelftem in Begleitung von Frau Clärchen Wohlfahrt. Die neue Orgamsationsleltung in Hamburg nahm gleich nach dem Delegiertentag die Arbeit auf und wir stehen seitdem in regem Konnex mir Hamburg. Wir haben uns auch bereitwilligst in den Dienst der Organfatton gestellt und können Ihnen berichten, daß beispielsweise das gemeinsame Komitee der A. I. I. O. mit dem Brith Chaluzim Datmn hier in Frankfurt seinen! Sitz;, hat. Von der hiesigen Ortsgruppe erhalten wir nicht die geringste Unterstützung. Dagegen findet der Das Jaumi-Schiur der Ortsgruppe der kürzlich in unserem Heim seinen Sijum feierte, in unserem Heim statt, ohne daß die Ortsgruppe auch nur für die einfachen Spesen für Licht und Heizung aufkäme.. v < : ‘.1' Mit den Agubas Iisroel-^ugendgruppen: in unserer Umgebung hatten - wir im BeriWsjähr ebenfalls Konnex. - Wie bexetts oben -erwähnt, MfeN ^wir unsere Darmstädter und' Katttzttlher Freunde im Somrcker in Heidelberg; ' den MaiMer Fqeunden ständen wir in Ünterhandlung betreffs eines Besuches unserer-Gruppe in Mainz,, der in Bälde stattfmden wird. Auch in Darmstadt selbst sprachen Albert Loewenthal und Erech Weill vor dem Delegierientag der A. J< J. .O. über die Probleme des D, T., unter besonderer Hervorhebung"unserer Anträge, mit dem Erfolg, daß eine Anzahl. Darmstädt^ Freunde an dem D.-T. teilnahmen. Was unsere Stellung im Kreise anderer Jugendbünde an geht, so können wir berichten, daß mir — soweit wir dazu in der Lage waren — allen Einladungen Folge gaben. So waren wir vertreten bei einer auf Einladung des Reichsausfchusses der Jüdischen Jugendverbände zufämmengerufenen Konferenz, beim Sijum des Talmud Thora-Vereins, bei der Deutsch-Jüdischen Jugend, die sich späterhin in die Freie Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus giewandelt hat, u. a. m. Wir glauben unsere- Freunde ganz besonders auf diesen Zweig agudisttscher Tätigkeit Hinweisen zu sollen, der eine- Verbreitung der Jüdrschkeit in liberalen Kreisen zum Inhalt hat. Auf Grund unserer Erfahrungen glauben wir. Hier eim große Möglichfeit zusehend diesen.'Kreisen jdasi^Tudentüm^ .nähere zur