Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1931)
- Date
- 1931-03-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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'i!! 7. Jahrgang fandesorganifaHon der Ngudas-Iisroel In Deutfcfiland. Hamburg. 12. März 1931 / 23. War 5601 Schristleitung: Wolf S. AacoVson in KamVnrg. Nummer 6 MyeUungen der Palästina- Lenkcale der Agüdas-Zisröel. 1. Preisausschreiben: Einem vielfachen Wunsche, besonders der östlichen Landesorganisationen der Agudas Israel, Folge leistend, haben wir uns entschlossen, auch in diesem Jahre den 'Termin der Verlosung unseres Preisausschreibens um einen Monat zu verschieben. Die Verlosung sindet a so erst am Montag, den 3. Jjar 5591/20. April 1931 statt. Wir bemerken auf verschiedene Anfragen weiterhin, d ah eine Beteiligung mit Mk. 200.— zu zwei Punkten der Klasse 1 und sinngemäß eine Beteiligung mit dem vielfach von Mk. 100.— zu ebensoviel Punkten zur Beteiligung an der Verlosung berechtigt. 2. Adar-Aktion: Damit wir in der Lage sind, noch rechtzeitig; auf Pessach Unterstützungsgelder nach Erez Jisroel zu überweisen, bitten wir, die bei den Vertrauensmännern noch vorliegenden Ergebnisse der ' Adar-Aktion, insbesondere Sammeltäschchen für Kinder usw., uns baldmöglichst zu überweisen. Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M. Hanauerlandstraße 15 Postscheckkonto 53900 i ipiUso Wenn am Sedertisch, wie Jahrtausende hindurch, wieder jene erlauchte Tischgesellschaft von Bne Brak uns vor die Seele gezaubert wird, die Führer unseres Volkes, die „jene ganze Nacht von a’^s ns’X’ erzählten", so wird in diesem Jahre die Möglichkeit gegeben sein, auch dem jüngsten der Linder, „das nicht zu fragen versteht", den Mund zu öffnen und zwar im eigentlichsten Sinne des Wortes und ihm Bne Brak wieder zur lebendigen Wirklichkeit zu machen. In der gesetzestreuen Kolonie B n e B r a k ist nämlich unter der Aufsicht der Herren Oberrabbiner Sonnenfeld und Luk und sämtlicher führender Rabbiner des Heiligen' Landes nach einem patentamtlichen Verfahren Charauses hergestellt worden, welches von der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M., Schwanenstratze 12, ZU beziehen ist. . , Wer möchte die Gelegenheit versäumen, auf seinem Sedertisch jene Früchte von Erez Jisroel aufzustellen, mn denen die Mizwo von Trummo und Mäher vollzogen worden ist, Mizwaus, die sonst in der Gola nicht ausgeübt werden können! - . Wer möchte versäumen, durch seinen Sedertisch jüdischen gesehestreuen Arbeitern im heiligen Lande auf diese Weise durch den Bezug von Charauses Unterstützung ZU gewähren! ‘ Wer möchte nicht in jener Nacht, da das nx=n xma den Seder einleitet, etwas Sichtbares von Erez Jisroel aufweisen können! Eine Portion Charauses, her ge stellt in Er ez! Jisroel, (die, mit etwas Rotwein angefeuchtet, gebrauchsfertig wird,) ist inPapierumhüllung zum Preise von Mk. 0.50, in geschmackvollen, . ebenfalls in Erez > Jisroel hergeftellten Blechdöschen zum Preise von Mk. 0.60 ZU beziehen. / Da der Vorrat eist beschränkter ist bitten wir um fofortige Bestellung. 'Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M. Die Agudo-Agency-Verhandlungen. Zu den Agudo-Agency-Verhandlungen veräffentliicht Rabbiner Benzito-n L -e ch t m a nn in Tel- Awiw einen längeren Aufsatz, der an bem bisherigen Ergebnis derin Berlin geführten Verhandlungen scharfe Kritik übt. Insbesondere führt der Verfasser aus, daß es nicht den geringsten Zweck habe, wenn das Erziehungswefen auch ganz und gar aus dem Arbeitsgebiet der 'Agency herausgenommen und in dasjenige der Kneses Israel überführt werde. Solange Jahr für Jahr taufende junger jüdischer 'Seelen von dem religionslosen oder rellgionsfeiindlichen zionistischen Chinnuch vergiftet oder vernichtet werden, könne von irgend einer Annäherung und Zusammenarbeit zwischen Agudas Jisroel und Agency nicht die Rede fein. Denn mindestens die fünfzig Prozent Z i o n t ft e n in der Agency feien die.: gleichen Legte, die für dieses geistige Zerstörungswerk im heAgen Lande die Verantwortung -tragen. Dieser zionistische Chinnuch sei auch keiner Besserung fähig. Für ihn gelte, was die G'tteslehre vom Götzendienst in Erez Jisroel sage: völlige Zerstörung und Entwurzelung dieses Chinnuch sei die einzige Form der Stellungnahme zu ihm. * * * Die Leitung der „Agudas Jisroel" wird gewiß auch von «dieser Stellungnahme gebührend Kenntnis nehmen und.sie als Symptom der gerade-in orthodoxen Kreisen- Erez Jisroels herrschend en Stimmung ernstlich beachten. Es muß aber -immer wieder daraus hingewiesen werden, daß die Frage/ der BeteiAgung der Agudas. Jisroel an der Agency "'Nicht'plvtzliich^ nach gan zneue n G e s i ch t s p u n k t e n, mögen sie sachlich auch noch so beachtenswert sein, beurteilt werden kann, sondern daß es sich im Prinzip um eine re8jucücata um eine npios nD^n Handels, Der Rabbknische Rat hat die Bedingungen, unter denen die Möglichkeit für eine Teilnahme der Agudas Jisroel -an der Agency vorhanden! ist, in voller Präzision formulier und es kann für die Leitung der Agudas Jisroel nur die gewissenhafte Beachtung dieser Richtlinie m Betracht kommen. Unseres Erachtens ist eine Beteiligung der Agudo an der Agency gemäß diesen vom Rabbinischen Rat aufgestellten Richtlinien unmöglich, solange die Agency dem unjüdischen Schulwerk -irgendwelche finanzielle Beih -kl f e l e i st e t. Träte aber der — leider unwahrscheinliche — Fall ein, daß die Jewifh Agency in der Tat mit kulturellen Aufg aben gar nichts mehr zutun h ä t te und sich g ä nzlich a uf d ie L ö su n g ihrer wirtschaftlichen und politischen Aufgab en unter Anerkennung der A u t o ri tät d e s R eligion s ge s e tzes widmete, so wäre es ein V e rstoß gegen d i-e Be schl ü s se d e rKen e ssioGedaulo und des Rabbrn-ischen Rates, wollte man soweit gehen, wie Rabbiner Lechtmann es ford>ert. Daß die Agency Zionisten in sich begreift, dürfte dann keinen Grund abgeben, um ein aus fachlichen Gründen äußerst wünschenswerte Zufämmenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete "mvn' biai unmöglich zu machen. Unser Kampf gegen die n->'sy - in Erez Israel wird um so 'erfolgreicher soin, je inehr wir das Vertrauen der orthodoxen Masten durch irgendwelchen Einfluß auf die Besserung' ihrer wirtschaftlichen Lebensbedingungen zu erwerbest -imstande sind. TäkigkeUsberichk der Agudas Zisroel Zugendgrüppe e. V. Arankfurk a. Main für das Geschäftsjahr 1930—31. Die letztjährige Generalversammlung wählte einen nicht arbeitsfähigen Vorstand und es gelang den verbleibenden, arbeitswilligen Vor-' standsmitgliedern nur mit großer Mühe, die geeigneten Persönlichkeiten zur Mitarbeit zu gewinnen. Wir hoffen, daß es der diesjährigen Generalversammlung gelingen möge, die Personen kn den.Vorstand zu wählen, die eine Gewähr für die Fortführung der begonnenen Arbeit bieten.' Leider ging das vergangene Jahr nicht zu Ende, ohne uns noch mit Trauer über den Heim- * gang eines unserer treuesten Dozenten zu erfüllen. Mit.Simon Unna s. A. verliert die Jugend- und Mädchengruppe nicht nur einen hervorragenden Dozenten, sondern jedes einzelne Mitglied, das an seinen Schiurim teilgenommen hat, verliert in ihm einen aufrichtigen Freund. Der Verstorbene hat jahrelang in unserer Gruppe einen Rewrimschiur und später einen Tefilloschiür geleitet. Der Vorstand hat beschlossen, zu Ehren des Heimgegangenen Lehrers eine Jahrzeitslernstiftung zu errichten. Der Mitgliederbestand ging in der ersten Hälfte des Berichtsjahres außerordentlich zurück, was sich in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen erklärt. Im Hinblick und im Anschluß an den Delegiertentag der A. I. I. O. war ein erfreulicher Zustrom von arbeitswilligen Mitgliedern zu bemerken, der uns noch heute dauernd neue Mitglieder aus Kreisen, die früher unserer Arbeit abseits standen, bringt. Wir zählenzyx Zeit gegen 330 Mitglieder. Die Schwierigkeiten in der Zusammensetzung des Vorstand es ermöglichten km Sommer keine ersprießliche Arbeit. Hinzu kamen noch Schwiertgfeiten in der Hausverwaltung, die einen Teil unserer Kraft in Anspruch nahmen. Die laufenden Schiurim des Wintersemesters 1929/1930 wurden fortgeführt. Zu Beginn des Berichtsjahres am Pestach hielten Herr Redakteur S. Schachnowitz und der als Gast hier weilende Herr Simon Schwab homiletische Vorträge. Während des Sommmersemesters fand unter Leitung des Herrn Jakob Landau des weiteren eine weltanschauliche Arbeitsgemeinschaft statt. Am Schowuaus veranstalteten wir ein gut besuchtes Lernen. Im Laufe des Sommers machten wir größere Ausflüge, dlie uns vielfach auch neue Mitglieder brachten. So besichtigten wir unter der sachkundigen Leitung des Herrn Redakteur S. Schachnowitz bei einer Teilnehmerzahl von etwa 90 die Wormser Sehenswürdigkeiten, kamen ein anderes Mal nach Heidelberg, wo uns ebenfalls Herr Redakteur S. Schachnowitz km Walde mit einem Vortrag über die Juden am Rhein erfreute, und trafen dort mit unseren Karlsruhern und Darmstädter Freunden zusammen. Im Uebrigen war der Vorstand während des Sommerhalbjahres mit den Vorarbeiten für den Arbeitsplan des Wintersemesters beschädigt. Roch ein bemerkenswertes Ereignis fällt in die Zeit d-es Nachsommers 1930: die Gründung unserer ersten Schülergruppe. Unsere Mitglieder werden sich erinnern, daß ein wesentlicher Teil der Beratungen der letztjährigen Generalversammlung unseren Beziehungen' zu dem Jugendbung Esra galt. Obwohl sich d-er Vorstand mündlich und schriftlich bemüht hat, eine friedliche Rebeneincmderarbeit unserer Gruppe mit dem hiesigen Esra zu ermöglichen, mit dem Ziel einer Erfassung der schulentlassenen Esräer in der Jugendgruppe schlugen die Verhandlungen fehl. Unter diesen mißlichen Verhältnissen sah sich der Vorstand vor d>ie Aufgabe gestellt, den Nachwuchs für unsere Gruppe auf andere Weise zu erstellen. Bei diesen Beratungen einigte man sich schließlich darauf, mit-dem Aufbau der Jugendgruppe wieder da anzufangen, von wo im Jahre 1918 der Würzburger Bundestag der A. I. I. O. bei der Gründung des Esra ausging. Die Entwicklung des Esra während -der letzten zwölf Jahre hat immerhin gezeigt, daß die A. I. I. O. heute nicht mehr auf den Nachwuchs aus dem Esra rechnen kann. Wir sahen uns daher gezwungen-, agMstifche Schülergruppen ins Leben zu rufen, die uns eine Gewähr für den dauern- . '' - f . ■■■£ 4 Ä