Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1931)
- Date
- 1931-03-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450652-2450663--77718-2535365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12. März 1931 Der Israelit Nr. 11 Seite 7 SLöaich war, im Namen des Bayrischen und Deutschen Lohreroereins letzten Abschied von seinem geliebten Kollegen und Freund, dessen Heimgang einen schmerzlichen Verlust für den Bezirkslehrerverein bedeute. Die Verdienste des Verblichenen um Heimatschutz und Heimatpslege würdigte in edler Form Bezirksamtmann Dr. Mallia. Tr dankte im Namen des Vereins „Heimatmuseum Ilffenheim^und Umgebung" wie im Namen des Bezirksamtes Uffenheim in herzlichen WorMi für seine kluge Beratung und rührige Mitarbeit, die er in dem Heimatmuseum als Mitbegründer, Förderer und Ausgestalter angedeihen ließ. Unendlich groß ist der Verlust, den die bayerische Judenheit durch den unerwarteten Tod dieses trefflichen Mannes erlitten. In Liebe und Verehrung wird man allezeit seiner gedenken. rosan. Urspringen, 8. März. Eine der beliebtesten und angesehensten Frauen unseres Ortes, Frau Lina Adler Wwe. feiert am 25. A)ar ihren 69. Geburtstag. Frau Adler ist eine Frau von echt jüdischer Frömmigkeit. Seit 14 Fahren bellet)et sie das Kassieramt des Jfr. Frauenoereins in gewissenhafter und mustergültiger Weise. G'tt möge sie noch lange Jqhre gesun) und frisch erhalten. Aurich; 1. März. Eine i"n nv'n in des Wortes wahrster Bedeutung ist am vergangenen Mittwoch -ns m. den 25. Februar hier zur miap gekommen. Nach 14 Wochen folgte Frau Susanna Ho ff mann geb. Leers ihrem Gatten in die Ewigkeit nach. Die tief überzeugte Frömmigkeit, das unerschütterliche G'tt vertrauen, der ausgeprägte Wohltätigkeiissintt der Entschlafenen, gepaart mit ungewöhnlicher Energie und großer Tüchtigkeit für jegliche Betätigung im Hause, in der Familie und nicht zuletzt für die Allgemeinheit, lassen die Charaktereigenschaften der Verstorbenen im hellsten Lichte erstrahlen. An Hand eines.pvs aus der Wochensidrah würdigte unser Prediger, Herr; Moses vor einer großen Trauergemeinde in ergreifenden Worten die Verdienste der Entschlafenen. Als 1. Vorsteherin des hiesigen Frauenvereins hat sie lange Jahre die Pflichten derselben mit Treue, Hingabe und Eifer erfüllt. Ihr Wunsch, ihrem verewigten Gattesn bald folgen zu können, ist ihr von '"n erfüllt worden, arr’iu v'v'smi v'unrrm- Eine große Gemeinde trauert um die Verstorbene, der es veirgönnt war, noch in den letzten Tagen ein Urenkelchen auf ihren Armen wiegen zu können. An dem Leichenbegängnis kam die große Beliebtheit der Entschlafenen so recht zum Ausdruck, wie über alles Erwarten groß der Kreis derer von Fern und Nah war. die der Heimgegangenen Dank und Verehrung über das Grab hinaus zollten. Brüssel, 3. März. Brüssels Judenheil hat ihrer Besten einen ve^oren. Jl'd.or Mauer ans Sbaßburq ist nicht mehr. Mit dem Ausgang des Sabbath ist er in ewigen Saboathfrieden hi.m^ergegangen. J,wor Mayer war Mensch und Jude in der Worte^ edelster Bedeutung. Kein Wunder, daß alle Verehrung und Wertschätzung sich ihm zuwandte, wo immer er erschien. Er war gütig, voller Verständnis für Jedermann, stets den jüdischen Menschen heroorkehrend. In dieser Stadt, wo Religion zur Form, Thorawort zum Dogma geworden ist, war er wahrhaft Oase in des Materialismus Wüste. Ein großer Idealist, bescheiden und unaufdringlich, zugleich jedoch heiß in der innigen Liebe zu unserem Schöpfer und seinem Gesetz. Bevor noch die jüdische Welt freudig zum Purimfest rüstet, trug man Isidor Mayer, kaum 49 jährig, zu Grabe. Ihn, der sich so herzlich freuen konnte, der den Sabbat und die Festtage seines Volkes liebte, wie fein ganzes Leben und Wirken Liebe war; Liebe zu seinen Mitmenschen — er war ein nimmermüder Baal Zedokoh — Liebe zum Judentum. Wir werden „unseren" Isidor Mayer nicht vergessen. ,i"3xm. Vermischtes. Frankfurt a. BL,'11. März. Auf einen Aufruf der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung (Frankfurt a. M., Berlin, Hamburg, Köln) und der Pekidim und Amarkalim in Amsterdam im Inseratenteil unserer heutigen Nummer machen wir noch einmal besonders aufmerksam. Die große Not der Thoragelehrten, von Frauen und Kindern, schreit in diesem Aufrufe zu uns um Hilfe, und wir sollten uns diesem Hilferuf nicht verschließen. Montreux» 9. März. Die Thora-Lehranstalt „ Ez - Chajim " in Montreux gibt bekannt, daß der Beginn des neuen Semesters auf Sonntag, den 19. April (2. Jjar) festgesetzt ist. Anmeldungen sidn spätestens bis zum 6. April an den Rektor der Jefchiwa, Herrn Rabb. E. B o t f ch k o zu richten. Vriefkasten. Hisenverg in Sir. Frs. 30.— eingegangen. W. «l* R- Mk- 50.— dem betr. Zweck zugeführt. Das Zion. Mk. 3.— für Spende eingegangen. W. Hk Mk. 9.— für Spende eingegangen. A. Z8. in G. Wenden Sie sich an die Jüdische Frauen-Vereinigung z. Hd. der Vorsitzenden, Frau Henriette Besthof, Frankfurt o. M., Palmstraße 10. Lehrer J>. in Z3. Der Geburtstag ist am 2. Tag im n"i 1932. Die n-no ist nann- Familiennachrichken. Barmizwo: Arnold, Sohn des Herrn Rechtsanwalt Dr. Siegfried Rosenthal, Oederweg 156. Irip’i na® mps. Synagoge Unterlindau — Max, Sohn des Herrn Isidor Josselowitz, Frankfurt a. M., Martin-Maystr. 22, am Lokalbahnhof. rwp'i n®nv- Synagoge Friedberger- Anlage. Silberne Hochzeit: Salomon Goldschmidt und Frau geb. Kohn, Hochstadt, Kreis Hauau, 14. März 31 Wocheakalevoer. 14. - 21. Mürz 1931 ' - 23. Adar b. 3. Mßan 8891 1 1 , ®in.i n®is iTipg 5np’i samstag j 14 -in« 25 VINN P222tt Mauled: Donnerstag früh Sonntag; 15 26 5 Uhr 494/„ Minuten. Montag j 16 27 1 Dienstag; 17 28 Mittwoch .ö 18 29 ]Vp 1133 Dl’ Donnerstag 19 1 ®in ®N1 Freitag - 20 >2 Samstag 21 3 rrip'i In den kommenden Wochen verlassen unzählige jüdische Töchter die Schule. Vor den Eltern steht die Frage, ob sie ihr Kind sofort in da; berufliche Leven eiinieieu lassen oder es nicht vorher oielinehr einem b e st b e'* währten j üdischen Pensionat anvertrauen sollen. Das bekannte, unter der Leitung von Frau Regina Bachrach stehende Haushaltungsxeusionat in Hamburg wird allen modernen Anforderungen gemäß in der Klosteralloe 14 (früher Rutschbahn 11) geführt. In dem großzügig eingerichteten modernen Pensionshaus, dem eine Hauswirtschastsschule eingegliederi ist, werden die Besucherinnen des Instituts in allen praktischen Fächern und gleichzeitig gesellschaftlich, wissenschaftlich und hauswirtscha.tlich ausgebiloet. Auch berufstätige Mädchen und Einzelpenfionännnen finden Aufnahme. (Vgl. Anzeige in vorliegender Nummer.) Die Woche. Vom Kampf gegen die Einheilsgemeinde. I. Es ist gut, heilsam und förberfirft, wenn von Zeit zu Zeit in den Vordergrund des jüdischen öffentlichen Interesses-der Gedanke der Notwendigkeit und Bedeutung der Austrittsgemeinde gerückt wird. Dieser Gedanke war und ist uns, der älteren Frankfurter Generation und den Miterlebern einer glorreichen Vergangenheit, mit Regulator unseres Daseins, Herzschlag unserer Ueberzeugung. Siegelbewahrer und Harnisch der Jüdischkeit. Er ist dem jüngeren Geschlecht vielfach kaum mehr als blasse, angestaubte Erinnerung, Märchen aus uralten Zeiten, zuweilen sogar überwundener Standpunkt, im günstigen Fall Pietäts-Erbgut — alles Anschauungen, denen der kernhaste Ernst, die Flamme, die stählerne Treue bis in den Tod fehlen. Unter diesem Gesichtswinkel sind wir dem „Konservativ Jüdischen Gemeindeverein" aufrichtig dankbar, daß er den konservativen Frankfurter Gemeinderabbiner Dr. Jacob H o s f m a n n ersucht hat, einen Vortrag „Vom Kampf gegen die Einyeitsgemeinde" zu halten. Die äußere Veranlassung dazu boten in erster Linie einige neuerliche Veröffentlichungen im „Israelit". Zunächst der kurze Rundblick des Referenten über die Gestaltung, das Kräfteverhältnis und die Beziehungen der verschiedenen Parteien der Gemeindevertretung der Frankfurter Israelitischen Gemeinde, der einigen Aufruhr bei einem Führer der Konservativen erregte. Dann die von einem Outsider kommende Konstatierung und Publizierung der an sich befremdlichen und angesichts der nach vielen Richtungen verehrungswürdigen Persönlichkeit des Herrn Rabbiner Dr. Hoffmann diesem Outsider unverständlichen Tatsache, daß er bei der offiziellen Gratulationskur zu Ehren des Geistlichen der Reform-Abteilung der Gemeinde, Dr. Cäsar S e l i g m a n n, diesen mitbeglückwünscht hat. Schließlich die an den Bericht über eine recht lebhaft verlaufene Versammlung des Konservativ Jüdischen Gemeindevereins geknüpften Randbemerkungen der Redaktion des „Israelit". Zum zweiten Punkte bemerkte der Redner: „Führende Männer der Frankfurter Gemeinde haben einem liberalen Rabbiner, der wegen seiner Charaktereigenschaften allgemeine Achtung genießt, zum 70. Geburtstag freundschaftlich die Hand gedrückt, unter Betonung des durch 'eine ganze Welt getrennten Gegensatzes der Anschauungen sind ein paar freundliche Worte gewechselt worden." Sarkastisch fügte er an. daß er auf die Schaala eines Anonymus, ob das dem Din nach gestattet fei, keine Antwort gebe. Verweilen wir ein wenig bei der Zuschrift in Sachen Gratulation und der Antwort des Angegriffenen. Dem konservativen Gemeinderabbiner daraus einen Vorwurf zu machen, scheint uns, so paradox es klingen mag, unbegründet. Diese Huldigung kann, wie wir aneiner auf jahrelange Beobachtung gestützten Kenntnis der Verhältnisse meinen, nicht als Einzelhandlung und Einzelerscheinung betrachtet und bewertet werden. Man muß das Problem, das sich da aufrollt, an der Wurzel anfassen, will man dieser Huldigung gerecht werden. Der Vorgang erhellt blitzartig und mit einer grellen Leuchtkraft, die hoffentlich nicht so bald verblassen wird, die innere Un Haltbarkeit und innere Unmöglichkeit einer Einheitsgemeinde. Er ist nur ein in die Augen springendes Symptom, ist die logische, unentrinnbare Konsequenz des Miteinanderarbeitens, des Nebeneinanderarbeitens von Rabbinen und ihrer Gefolgschaft, die ihrer ganzen Anschauung und Lebenshaltung noch außerhalb des traditionellen Judentums stehen, und von Rabbinen mit ihren Anhängern, die für das gesetzestreue Judentum erglühen und ihre Lebensführung danach gestalten, in einer und derselben Gemeinde. Die Frankfurter Israelitische Gemeinde anerkennt in ihrer „Verfassung" in aller Ruhe und mit aller Deutlichkeit zwei gleichberechtigte Judentümer, führt unter „Angelegenheiten des Kultus und Ritus" auf: „Liberale Kultuskommission". „Für die Kultusanaelegenbeiten der liberalen Richtung wirk» l>ine besondere Kultuskommission gewählt", und eine „Ritualkommission". ..Die nicht g'ttesdrenstlichen rituellen Anstalten der Gemeinde unterstehen der Aufsicht der Ritualkommission," die jeweiligen Rabbinen gehören den entsprechenden Kommissionen an. Was Wunder, wenn da der konservative Rabbiner in die Zwangslage gerät, feinen liberalen Kollegen zu beglückwünschen? Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! \ Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinem Cocosfett. Beim Kochen,Braten,Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichsten Magen gut bekommt. TOMOR -w- PALMIN für die rituelle Küche {Fleischig und milchig zu gebrauchen! .. TPK 2—121