Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1931)
- Date
- 1931-02-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seile 4 Nr. 9„ ■■IHH Der Israelit 26. Februar 1931 für die Alten geschmacklos, die Philosophie der I,rohen, frevelhaften GewaM, das ist der durch alle Alten für die Jugend. unverdWlich.^, Ei n-Buch gibt es, aus dech Großvater mit Enkel gemeinsam schöpfen -können, und das ist die Thora. Weil sie eben G'ttes-Werk ist und deshalb übe r G ene r a t i o n e-tt steht: Das- Aehnliche gilttfür den Schabbos. In einevWelt; die gunz auf Materielles eingestellt ist, käM'pfen' MMonen Menschen für ein Ideal - das-.-42.4- ''SttirMsD^chtzS -Rädchen stillstehen läßt, das ist kein Eenschengesttz, sondern ein lebendiger Zeuge fürvdMttmUns -wohnenden G'ttesgedanken: Es gibt kttne Msstpe Waffe gegen den oft erhobenen WrEch -d^ jüdischen Mammonismus, als? die Miek^dss.LSabbats und feine Uebertragung auf -öÄSxGaMe-Leben und das dürfte die Deutung ÜeZ- Sc^sHmK,,Wenn Jisroel den Sabbat hütet,- ts ,bafd erlöst wer- 'den." Auch diejemgen-Kreist)De -imder Praxis den Schabbos nicht hüten, müfstn erstßt um uns materiell zu unteMüAn^Me es in der Schrift heißt: „WennOrt des ‘ Heiligtums Dir zu weit ist, foDb hafür^das Geld". Wer sich nicht ernjiorschwingen kann auf das Niveau der eigenen ‘®ÄlKi^irt^.'öerJ«TmögI,iic^e. den Anderen. Jeder jüdische Betrieb, einigermaßen auf positivem Judentume stehend, insbesondere Personen, die EhrenäNitier bekleiden wollen, müßten sabbatfreie Stellen schaffen. Wie der Golem in der Sage-Mm?HerMeister den Schem nicht aus der Stttne-WMoMmen, zum tobenden Kobold wurde; so auch disüMenschenseeie, .die am Schabbos nicht -ihre Cm-rgie dem Schöpfer zu Füßen legt. Em Talmudwort erzählt: Der Riefenkönig Aug nahm Men)Stein aufs Hauptum damit das Lager - Israels zu vernichten. Aber Ameisen kamen nnd'^ dMächohrtM. ihn, daß er seinen TrägererwüxKM Der Ameisenfleiß, der auch in der Technik WMtzidurchbohrte, wird auch hier zum H^l JisrMsWHgeipEgstetl Hindernisse überwinden helfE nach dem Worte Jesajas einen neMnHstMtz^WOWne neue Erde schaffen, d. h.rMa Mty,, HtziMxl: stammenden Trieb des Jdeak^ffWM; M irdischen Schwierigkeiten milderch WMNe «Wische Sache.wild durch BetätiguN8M-^ex?;MabLWdee in unserem ganzen Leben,- die - zWest rMird. am Sabbat und seinem GW Mim -*>• Zeiten und Geschlechter laut fortklingende Weckruf, der aus der uns zur Pflicht gemachten Erinnerung an Amalek an unser Ohr und Herz Lin aMMsÄhokawürt. Von Rahb.ste^'^^^7 •pöi'itii Hamburg. ' Als zweitenkfirtzDer Mßhe ch«r vier ausgezeichneten Sabbate.gEMDMßeyen, deruns auf das nahende PM^WhiMeWüstd sich mit einem feierlichen eirWOWMD»Mi3>7 Gedenke" einführt. Krieg -ewige- Feindschaft der . . Das Amalekvolk ist längst von der Bühne >der Geschichte abgetreten. Nicht Haß und' Groll, nicht Rachsucht und zürnendes Nachträgen ist etwa der Sinn von nsns- Wesen und Bedeutung jenes kleinen Abschnittes, mit dem viele in sinnender Betrachtung ihr tägliches Morgengebet beschließen, ivft x^i opn üb „Du darfft dich nicht rächen und nicht grollend in deinem Herzen nachtrcrg.en,." bleibt ewiges Gebot unserer heiligen Lehre. Unser Abschnitt besagt ja auch nur: nnnn pVay. 13t r\ü „Du sollst die Erinnerung an AmMk tilgen unter dem Himmel," wie des Midrasch Weisen in Anlehnung an die Massora nachdrucksvoll hervorheben, irr mit „Segol" fei zu lesen, nicht etwa Sochor. Der Sünde, und nicht dem Sünder gilt der Kampf nach der Lehre des Judentums, wie auch Könitz David in den herrlichsten Akkorden davon singt: D'wm i»rp vttx iix v'vvni s»ftXN p „Mögen die Sünden schwinden von der Erde, dann sind nicht mehr Frevler auf ihr." Alles, was je cm Amalek erinnert, an seine Gewalt und Tücke, an seine Hinterlist und Verfolgungssucht, "soll wie Dunst und Nebel von der Erde verschwinden,^ daß allenthalben Recht und Wahrheit triumphieren und Harmonie und Menschenliebe das Szepter führen. nnv ft Lösche aus! Hierzu bemerken dieselben Mkdraschlehrer: W12X1 D’xyn p ib'vx selbst von Holz und Stein sollst du fortwischen, was etwa den Amaleksgeist verewigen könnte. Jene Denkmäler, die den Krieg verherrlichen und sich als eine Gefahrenquelle für neue Kämpfe und neue Leiden erweisen, trage ab und beseitige. Wenn doch diese Mahnung allenthalben vernommen worden wäre und die Herzen Und Seelen bezwungen hätte, wieviel Elend wäre da der Menschheit in allen Zeiten und im besonderen in unsern Tagen erspart geblieben! Damit soll nicht etoa gesagt sein, daß Ne Völker all' ihre Vergangenheit aus ihrem Gedächtnisse streichen sollen, um nicht etwa derer in Dankbarkeit zu gedenken, die mit Eifer und Hingebung an ihrer Größe gearbeitet. Muß aber deshalb die Feindschaft von einst sortdauern, und ist es nicht größer und würdiger, mehr zeugend von wahrem Heldentum, daß man großmütig von „Stein und Holz" tllgt, was an Amalek erinnert und immer neuen Haß aussät? . . . Für uns freilich tönen aus unferm Abschnitt neben diesen allgemein menschlichen Klängen noch besondere Weisen, die unsere jüdischen Herzen machte Stiftung der ffttt-'1918. von der englischen und ägyptischen Feldpost UiäNMrMvilUerwMung in Palästina herausgegebenen Briefmarke». -Es handelt-sich hierbei zunächst um die von dpr>rBesatzungsarmee.-herausgegebenen vorläufigen und endgültigett^Marken aus dem Jahre 1919. ferner um dieverschiedenen: in Jerusalem selbst von der Zivilverwaltung hergestellten Drucke, .die später auch in London hergestellt wurden, und um die seit 1924 kursierende Bilderserie. - Hieran: schließen., sich die Porto- Marken, von denen - ebenfalls, r-ie: ersten, in primitivem Buchdruck in Jerusalem selbst, (dft beiden, späteren in einer Londoner Privatdr-uaerei: fürl die /Verwaltung angefertigt wurden. ,*<:• *'• : - Es ist beabsichtigt, diese Interessante- Sammlung noch durch Material aus det Vorkrieg^-und Kriegszeit zu ergänzen, wozu det --SanymuE/H^itznete-. Fachleute zur Verfügung stehen. . . - v' ••.- -?«■? '-;4 v';, - - (Beim Geschtzrspstlen.^ ^Zu; d er Notiz unter obigem Titel in Nr. .6 unsere ^Plasißs sWiht uns ein angesehener katholischer Geistlicher:^ . ' . Das rathol-ischesM-^VSdi^'/des,-Rabbiners Dr. R. kam aus der Kirche:MWchMo-i:e-i eben:A?bqichtet hatte. Es ging zur Hausfrau: ustd^.sygtß::',/Frau- Doktor, ich muß Ihnen etwas bekennen. Ich habe in der Beichte gesagt, ich hätte der .einmal das Geschirr sür Fleisch und.-Milch verwechselt. Da hat mir der Herr Kaplan, bek^gesM, ..^Vassei eine Untreue im Dienstes ich MüstE^JhNen das Versehen eingestehen. Ich hätte beim Antritt meiner.. Stelle. Ihnen versprochen, die Küchenvvrschristen 'gelvissenhast zU erfüllen, di,e von den Rabbiyem besonders genäu genommen werden." — „Das hat mich", sagte die Dame' dem Schreiber dieses, „mit großer Achtung vor dem katholischen Geistlichen ersüllt. daß er eine uns so wichtige Vorschrift auch wichtig ansah,' er hätte offenbar auch leicht darüber hinweggehen können." Man sieht aber auch, daß es im eigenes Interesse liegt, wenn man das katholische Personal zur Messe und Beichte gehen läßt. (Ein Erzeugnis jüdischer Synagogenkunst.) In den Räumen der Hamburger Firma Eduard Joel war dieser Tage ein für die Leipziger jüdische Gemeinde bestimmter Trauhimmel ausgestellt, der nach Entwürfen des unlängst verstorbenen Eduard Joel, dessen vorbildlicher Frömmigkeit und Lebensführung auch im Israelit seinerzeit rühmend gedacht wurde, durch die künstlerisch begabten Erben und Fortführer der Firma ausgeführt worden war. Daß in unserer schnell hastenden Zeit mit ihren maschinellen Betrieben solche Kunstwerke in mühseliger aber sorgfältiger, monatelanger Handarbeit noch geschaffen werden, erinnert nns an die biblischen Zeiten, da „die Frauen weisen Herzens" zur Verschönerung des Heiligtums ihre herrlichen Handarbeiten anfertigten« Wir weisen auf diese Leistung gern hin in dem Wunsche, daß solche echtjüdische Arbeit stets Fronde und Förderer finden möge, damit die wenigen Stätten' in Deutschland, in denen zu G'ttes Ehre in diesem Sinne gearbeitet wird, nicht gezwungen sind, unter der Not der Zeit ihre Pforten zu schließen. (Historisches zur Bkankowoche.) Bekanntlich droht dem Sabbat durch die geplante Kalenderreform große Gefahr. Von jüdischer Seite wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die wesentlichen Vorteile der Reform auch mit stabilem Sabbat zu erreichen sind, wenn nämlich statt des verhängnisvollen jährlichen Blankotages, der und Seelen ergreifen und auftvühlen. So oft mir von Israels erstem Zusammentreffen mit Amalek vernehmen,, erinnern wir uns an alles Leid und Weh, das immer wieder uns heimgesucht hat und immer von neuem bezeugte die Wahrheit des Wortes unserer Weisen: der Thron G'ttes ist solange auf Erden nicht' gesichert, als der Geist Amaleks noch triumphiert. Unser jüdisches Schicksal ist gebunden an den Fortschritt der G'tteserkenntnis auf Erden. '.^.v m *y>y nrixi Du (Israel) warst matt und abgemüht; — ein schwaches von dem in Mizm? jim erlittenen Druck schwer mitgenommenes Volk, auf der Wanderung begriffen —, das hätte dich gegen jeden feindlichen Angriff schützen, überall dir menschliches Mitfühlen und Teilnehmen sichernmüssen, — aber 'p&K x-p x^v er (Amalek^ fürchtete nicht G'tt! Das erklärt alle?. So war es immer. Man griff Israel an, bedrückte £?? verfolgte es, wo man statt G'ttes die rohe Gewalt anbetete oder doch den G'tt nicht anerkennen wollte, den das Judentum verkündet. Man. versuchte und versucht auch heute noch hie und da andere Wege zu beschretten, man haßt das „auserwählte" Volk und verunglimpft darum die mift und gibt vor, eine neue Lehre zu besitzen, wiewohl es das reine Oel des Judentums ist, dasman in neue Gefäße gegossen. In diesem Sinneläßt sich auch das Wort alter Weisheit begreifen: G'tt, die Thora und Israel sind eine untrennbare Einhett. In dieser Erkenntnis liegt aber auch viel des Tröstenden und Hossnungsvollerr für unsere Gemeinschaft. Wir brauchen um. dett Sieg des G'ttesgedlankens auf Erden nicht besorgt zu fein. Darin liegt dann die Gewähr für un* sere endgültige Anerkennung und Würdigung als Träger der sinaitischen Lehre. Wie immer Amalek, wo und wann er Israel angrfff ftn in» von Geschlecht zu Geschlecht bv rvnV nwv bv rin» iftoxr’s'na VEM*mV!?xi»v bw im» ^xi»v zur Zeit unseres Lehrers Moses wie zur Zeit Samuels- und in den Tagen des Mordechai und der Ester, vor dem zu G'tt ausschauenden und> seine Hllfe erflchenden Israel unterlag Amalek — fo brauchen wir auch in unseren Tagen vor dem Drängen und Stürmen unserer Widersacher nicht zu verzagen. Nur bleiben wir uns der Mahnung bewußt, die unsere Lehrer gerade an unsere Abschrift anknüpfen.-"Ci'Tsizi 'X'w os; xan Amalek kam und kämpfte mit Israel in Refid i m ". Hier haderte Israel mit G'tt, sprach er das trotzige Wort des Unglaubens oder doch des Zweifels: px dx mipa n wm „Ob wohl G'tt in unserer Mttte ist oder nicht?" — hier wies es den Labetrank der Lehre von sich p nrpT’ isir msan bii mmn sie wurden schlaff in der Verehrung der niift und in der ErMung der Geben Sabbat Jahr für Jahr von einem Wochentag crüf den anderen verschieben würde, immer nach einer entsprechenden Anzahl von Jahren eine Blankowoche-züm Ausgleich eingeschoben würde, (s. Nr. 41/1930 d. Jsr.). In Nr. 47 desselben Jahrgangs berichtet Herr Rabbiner Dr. P 0 s n e r. Kiel, von der vermutlichen llrheberschast eines Dr. Meier, Kiel, für dieses wichtige Blankowochenprojekt. Tatsächlich hat aber bereits vor nun mehr als 20 Jahren Herr .Emil Breslauer, Breslau (damals Kempen, Pos.) in einem ausführlichen Feuilletonartikel der Nr. 36/1910 des „Israelit" die Einführung der Blankowoche bezw. Schaltwoche empfohlen und für ihre Verwendung ausführliche Vorschläge gemacht. Es dürfte sich der Neuabdruck von B.'s Artikel empfehlen. — Mochentaleuver. p. 28 Febr. 5. 7, März 1931 ' v. 11. - 18. Adar 8681 Samstag Feb. 28 11 •vor,'S sim Sonntag 1 12 Montag 2 13 Dienstag 3 11« 14 . DrYlfr Mittwoch 4 15 ö'Tis ]ri«r Donnerstag 5 16 Freitag 6 17 Samstag 7 18 nns 's «em ■>> Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das ffeuill eton S. Sch achnowitz, ffrankfurt a. M.; Inserate 1. B.: S. Schach« nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann,' ln, Sprendlingen (Kr. Offenbar^). — Verlags des Israelit und tzermon <3m. b. H„ Frankfurt a. M. — Dru« Hermon-DroSerei, Frankfurt a. M.