Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1931)
- Date
- 1931-02-19
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19. Februar 1931 I ü.d.i:.j 4et Bo l k s f t c u n d Nr. 1 Seile 5 alle profanen Wissenschaften' in ihr enthalten sinh Sie ist der Wuyderstab, mit . dem Mauscheh sei nem Volke den' Weg durchs Schilfmeer .bahnte / um es. auf Moriahs Höhen hinaufzuführen. „W'es Hamate Hase Tikach B'jodecho Asche Taasse Bau Es Hoauffaus". „Und diesen Stab nimm in Deine Hand, mit ihm tue Wunder Es ist derselbe Wunderstab, der nach der Er klärung des Midrasch, den hl. G'ttesnamen trug Md-mit dem Mgchcheh Mbenü noch.-.in seiner Abschiedsstunde den Todesengel bezwang. Mi diesem. Stab in der Hand sollen wir von Kindheit an bis zum 'letzten Atemzug wandern. Wenn unsere Kinder mit ihm, mit diesem Eiz Hachajim durch das Leben pilgern, brauchen wir uns niest zu sorgen. Er wird ihnen Stütze, Stab und Weg weiser sein und ihnen den Weg durch Dräng und No.t, durch die Sturmflut des Daseins bahnen Dazu aber brauchen wir Erzieher, Führer, di« selber erfüllt sind : von wahrer G'ttesfurcht und uns und sie mit dem Schätzen unserer Religion erfüllen. Daß es unserm Verein wieder wie srü her möglich sei, Lehrer in die uns angeschlossene Gemeinden überall da hinzufenden-, wo "Minder ohne jüdisches Wissen aufwachsen, dazu erwarte ich Ihre materielle Hilfe. Meine Damen und Herren i In den letzten Wochenabschnitten wird UNS von unfern Vätern erzählt, wie sie in tiefster Not im harten Golusgeschick ausseufzten zum himmlischen Vater: „Und G'tt erhörte ihr Flehen und erinnerte sich seines Bundes mit Awrohorn, Jizchok und Jaakauf." Er führte fein Volk aus dem Dunke zum Licht, aus der Knechtschaft zur Freiheit. So wollen auch wir nicht verzagen und in der Schwere der Gegenwart daran denken: Hinei lau Jonum Wtau Jischon Schäumer Jisroel — Es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels Unser Vitochaun auf ihn soll uns Kraft geben das Schwerste zu ertragen, in der sicheren Hoff nung, daß: Weachare kein Jeizeü Birchusch Go daul. Meine verehrten Damen und. Herren! Noch ruhen, wie dies unser großer Führer S. R. Hirsch so schön zeichnet, schlummernd unter der Hülle des Winters die kommenden.Blüten und Knospen, — dem sonnigen Strahl entgegenharrend, der sie zu Leben und Kraft und zur sruchtreichen Entfaltung wecken wird, n o ch um rauschen die kahlgewordenen Bäume und Sträucher ranhe Stürme«, noch peitscht sie der Orkan, noch schneidet sie eisiger Frost. Und doch feiern sie-. iA'-öllM Kürze, ihr Neujahr, den Mat haschönä Monaüs/' feiern sie^-'im ^Angesicht cheq Winters und ferner Stürme fUll Im-Innern / ihr . Astferstehungssefts/M'amsM Geburtstag des. Frühlingsist näh7 Db ^aüch'!die Stürmt dey, HeMstch Winters ihre Blätterkronen- Aeste und Zweige zerzausten und 'knickten, - -ins innerste Mark ihres Herzens, an die Wurzel, die Quelle ihres Lebens konnten sie nicht dringen. Und doch quillt bald aus der Tiefe neuer.-Saft, neue Kraft, neues Leben durch die Wurzel hinauf in das Mark.ihres Herzens, schon errystcht der nesteiMrühlmg' 'm ihrem' Innern!;^weue xiißbV, neue Sprossen treibt der Baum. Wohlan, laßt auch uns nicht schwankend werden im Vertrauen ' auf die Vorsehung des Allgütigen, laßt uns hoffen, daß auch bei uns bald stro tz äußerer Not und seelischer Bedrückung der Sonnenglanz schönerer Tage in unsere Herzen und Häufen einzieh e , daß auch wir aus dem Dunkel zUm Licht, , aus dem Golüs zur. Geüloh, der Freiheit und Erlösung entgegengeführt werden. Und wie der Mond, dessen Erneuerung wir ccm gestrigen Sabbat verkündeten durch Wolkenschleier hindurch am dunkeln Himmelsgewölbe sich uns immer, wieder aufs Neue leuchtend offenbart, so möge für uns alle der heutige Dag die Schwelle erneuten'Glückes und Wohlergehens werden und sich der Segen erfüllen, der uns an. geweihter Stätte entgegenklang: Der Allgütige erneuere die Tage -für uns Hamburg Mk. 630, die Freie Vereinigung Frank- und ganz Israel zum Leben und zum Frieden, zur Wonne und zur Freude'./ "Wer. .strefe';Ayspmche' liest/und auf sich wirken /t/wird ermessen können/welchen Beifall die gesprochenen Worte auslösten. Hierauf erhielt der Rendant des Vereins, Herr Grünsfeld, das Wort. Meine Damen und Herren!; Mit großen Lobgesängen kann ich heute nicht dienen. Dazu sind die Zeiten zu ernst, unsere finanzielle Lage zu schlecht. Sie sind zwar schon von mir Klagelieder, wegen der schlechten Geldeingänge, zu hören gewöhnt und werden sich deshalb nicht wundern, wenn ich heute eine ganz besondere Jeremiade anstimme! Ich werde es-jedoch kurz machen und beginne gleich mit unserer Wlcmz, die bei einem Haushalt von 13.000 Mk. mit einem Ueberfchuß von 186 Mark abfchließt. Verwendet die Ablösungs-Telegramme des Vereins für die Jüdischen Interessen Rheinlands. Meine Damen und Herren! Inmitten der schweren Wirtschaftskrise leiden alle jüdischen Institutionen. Am schwersten jedoch diejenigen Vereine und Anstalten, die allein vom wahren jüdischen Gedanken getragen, zur Verwirklichung seiner Ziele ausschließlich aus die reiwitlige Mitarbeit und Spenden angewiesen sind. -. So. hatten!jauch wir ganz besonders zu leiden. : » u, ln »•-f. i r-i t *!i y MM.fteirpistiHen Spenden sind mit Mk.; MM, önftünd'ein? Drittel weniger, emgegangen, wie iÄ'l ,IVS1 K fl. "Mich ör^hiverkHwie Pi/ Wllß Ax AbtösuNgsEelGrchnm'Kwaren M nahezu Mk. 700 geringer als im abgelaufeä neu Gerichtsjahr. Ferner sind Mk. 240 für Aufichten und Mk. 225 an Subventionen weniger erngegangen. Was diese Ausfälle von oa. Mk. 2165 für unseren Verein bedeuten, muß ich Ihnen wohl nicht erst sägen. . Nur dadurch, daß es den Bemühungen i unseres-^llperehrten Herrn Rabbiner Dr. Wolf gelursgen'iwÄr,. von außenstehender Seite, füb uneren,Verein eine namhafte Sonderspende' zu erhalten, konnten wir uns über Wasser halten und den< größten Teil der vor- und diesjährigen Schulden bezahlen. .. Trotzdem wir eine beinahe an Geiz grenzende Sparsamkeit an den Tag legten, konnten w ft unere Ausgaben nicht verringern. Ich muß dabei an die Unkosten, welche wir Nr die Koscherverköstigung der jüdischen Stuiienten in Bonn haben, denken. Trotzdem - uns der Verein zur Forderung ritueller Speisehäuser itU - II ‘ 6-iU: furt Mk. 100 und die Loge Mk. 50 für diesen Zweck zur Verfügung stellten, waren , wir gezwungen, ca Mk. 600 aus eigenen Mitteln zu bezahlen! 7 Der Zuschuß zur Neuauflage der Trauervorschriften, welche nicht mehr zu haben waren und deren Wiederauflage eine unaufschiebbare Notwendigkeit darstellte, wurde durch Erlös für verkaufte. und Spenden -für verschickte Exemplare vollkommen gedeckt bezw. wieder zurückgezahlt. Meine Damen und Herren! Wir haben in jahrzehntelangem Ringen das G'ttvertrauen nie verloren und wollen 1. unser „Betochaun" weiter beibehalten. Auf Wunder allein dürfen wir uns aber nicht verlassen. Der Mensch muh das Seinige dazu tun, wenn er auf G'ttes Hilfe Anspruch haben will. Wer Zedokoh gibt, den verläßt der Allgütige nicht. Darum, meine Verehrten, möchte ich mit der Bitte-schließen, führen Sie jede nur halbwegs entbehrliche Mark unserem Vereine, der doch nur für die Verbreitung von Tauroh und G'ttesfurcht sorgen will, zu, damit Ihnen und uns der Allmächtige Helsen möge bis Er feine große, Hilfe der verzagten Menschheit und ganz Jisroel schickt. Nach dem Revisionsbericht des Herrn Bier wird dem Rendanten Entlastung erteilt und sodann der von ihm vorgelegte Haushaltsplan'für 1931 genehmigt. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewählt die Herren: Nathan Kahn, Samuel Grünsfeld, Gottfried Loewenstein-Köln, Salo Meyer-Düsseldorf, Heinrich Levysohn-Siegburg, Dr. Rothschild- Dinslaken, Moses Schweizer-Euskirchen, Josef Alexander-Vallendar. Nem hinzugewählt wurden folgende Herren: Max Frank-Elberfeld, R.-A. Dr. Theo Heymann-Rheydt, Moritz Heymann- Siegburg, Louis Marcus-Rees, Dr. med. David Holstein-Köln, R.-A, Dr. Lichtigfeld-Köln. Nach einer kurzen Kaffeepause sprachen kurze Begrüßungsworte Herr Rabb. Dr. David Carlebach für die Synagogengemeinde Adaß Jeschurun, Herr Schnelling für die Synagogengemeinde, Frau Dr. Caro für den Jüdischen Frauenbund, Herr Moritz Levy jr. für die Chervraus und das Israelitische Lehrer-Seminar. Hieraus nahm Herr Rabb. Dr. Wolf das Wort zu folgender Ansprache: Meine Damen und Herren! .'7 tagen..im Zeichen des Themas unseres sthr verehrten Herrn Referenten: die Zukunft des - Deutschen Judentums.: Ohne dem Herrn Referen- : 'ten vorgreifen zu wollen,darf tchlvohl einen Ge» - danken über die Zukunftsgestattung des jüdischen 1 Volkes in schwerer Prüfungszeit wiedergeben. 6, 1.).. unsere Weisen schauen -den Sonnenball in leuchtenden Farben eines glücklichen Tages aus Nacht und Finsternis emportauchen. Sie verstehen ein knappes Wort großzügig zu deuten. Me lesen den ersten Vers des gestrigen Wochenäbfchnittes. Da fällt ihnen die. Binde von den Augen Md sie'stehen vor einem Naturwunder, has sie entzückt und erhebt, t-wnbx nn“n; 1! n ’ix r>Vx ivx'i Mosche glaubte, G'tt,- d-M Richter der Strenge, zu hören,-und es war doch das liebende Wort des barmherzigen Vaters! Mosche wähnte, er dürfte infolge der verschärften Behandlung seiner Volksgenossen m Aegypten händeringend und verzweifelnd klagen: rmsnr? nab Warum Hast. Du diesem Volk so weh getan? Und die Antwort lautet: Du verstehst mich nicht, n ’JK Ich bin doch der Liebende! Du, Mosche, wolltest, um mid Ko- . heteth zu reden — mit Deinem Menschenverstand •! die große Lebensoffenbarung des Allwissenden deuten rrto8i jv6^,yi nvvn mxnV -»ix 'n'isi (Kohel. 2, 12). Aber Deine menschliche Einsicht und Auffassung ist nichts als Wahn.und.^Aeit.