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Der Israelit · 1931-02-19 · Heft 8 (19.2.1931) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 8 (19.2.1931)
Date
1931-02-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Sette 3 Jüdischer V o lks f r eund 19. Februar 1931 geschehen konnte, danken wir der vorbildlichen nimmermüden Arbeitsfreudigkeit unseres Herril Rendanten. Auch chm sei cm dies er Stelle herzlichster Dank ausgesprochen. Den schönsten Lohn aber und die beste Anerkennung für seine Arbeit wird er darin finden, wenn er die Hoffnung haben dürste, daß tms Wirtschaftsleben wieder in Gang kommt und daß unsere Mitglieder wieder vollzählig ihre Beiträge abführen können. Die seit zwei Jahren unter der Aufsicht, unseres Rabbinats stehende Menfa Judaica, die jüdische Studentenküche in Bonn, wirkt sich überaus segensreich aus. Mancher jüdische Mensch wird durch sie vor Straucheln bewahrt. Eine große Anzahl Studenten nehmen die Mensa während des Semesters in Anspruch. Selbstverständlich. ist die Küche nicht nur .auf Studenten beschränkt, vielmehr kann jeder Aridere daran teilnehmen. Bis jetzt war es Dank der hochherzigen Unterstützung verschiedener Korporationen möglich, die Mensa zu erhalten. Doch stehen uns nicht mehr hinreichende Mittel, die wir für die Zwecke benötigen, zur Verfügung. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn wir einen gewissen Fond für die Studentenküche hätten, damit sie nicht in Gefahr gerät, über kurz oder lang schließen zu müssen. Zu den unter der Aufsicht des Vereins stehenden Hotels Gottschalk und- Bismarck in Neuenahr, ist im Berichtsjahr das Hotel Löwenstein in Ems gekommen, das interimistisch unserem Vereinsrabbmer unterstellt wurde. Wie seit vielen Jahren, so steht auch weiterhin die Mazzothsabrik Markus in- Burgsteinfurt unter der Aufsicht des Vereinsrabbinats, ebenso verschiedene Nahrungs- und Putzmittelfabriken. Im Bibliotheksverlag sind während des Berichtsjahres der zweite Band der von Herrn Dr. Wolf verfaßten Diukim al Hatauroh, Schrifterklärungen der einzelnen Sidraus erschienen. Die beiden ersten Bücher Beveschis und Schernaus sind fertig abgeschlossen. Wir empfehlen diese von der Kritik bestens empfohlenen Werke aufs Wärmste und wünschen ihnen im Interesse der geistigen Bereicherung unserer Mitglieder weiteste Verbreitung. Während die in unserem Verlag erschienene Schrift „Die Speisegesetze" vollkommen vergriffen und mangels Mittel nicht neu gedruckt werden konnte, erschienen „Die Trauervorschriften" neu und fanden eine gute Abnahme. Eine Anzahl Chewraus bestellten sie für ihre Mitglieder, ebenso war der Bezug durch Einzelpersonen befriedigend. Wir bitten von dieser Stelle aus, die Vorstände der Gemeinden, der Chewraus und sonstigen Vereine, sich diese Trauervorschriften für ihre Mitglieder anzuschaffen, da der Preis sehr vorteilhaft ist. Die Auftochterhaltung unseres Bibliothekverlages ist uns eine Herzenssache und wir bitten Sie alle, das Ihrige dazu beizutragen. Es sind noch viele ungedruckte Schrifterklärungen unseres Vereinsrabbiners vorhanden, die wir gern endlich einmal veröffentlichen möchten. Nach wie vor konnten wir einzelnen angefchl-ossenen Gemeinden, wenn auch nur bescheidene Subventionen zukommen lassen. Unser Bezirksrabbinat Düsseldorf hat sich in dem bisherigen Rahmen weiter entwickelt und Gutes und Ersprießliches wurde im Berichtsjahr geleistet. Herrn Rabbiner Dr. W e y l danken wir für seine unermüdliche Tätigkeit und wünschen ihm weitere gute Erfolge. Nach wie vor war es uns leider nicht möglich, unsere früher allmonatlich herausgegebene Zeitung „Der Volksfreund" wieder zu neuem Leben zu erwecken. Wir mußten uns daraus beschränken, jeweils nur eine Nummer im Jahre erscheinen zu lassen und zwar im Anschluß an die Mitgliederversammlung. Es wäre sehr erwünscht, wenn wir ein ständiges Organ besäßen, da trotz angestrengter Reisetätigkeit und Mühe unseres Vereinsrabblners es ihm nicht möglich ist, unsere Mitglieder alle zu -erfassen. Nur wenn ein ständiger Kontakt mit unseren Mitgliedern vorhanden ist, kann ihr Interesse wach erhalten und gefördert werden. Dieser Kontakt aber kann nur durch regelmäßige Berichte über alle Vorkommnisse in der jüdischen Welt und durch belehrende Artikel vermittelt werden. Aufs Neue wende ich mich wiederum an Sie Alle mit dem Wunsch, den hiesigen Hilfsausschutz für Durchwanderer dadurch, zu unterstützen!, daß Sie uns alle überflüssigen und entbehrlichen Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhe usw. zusenden. Sie alle sind mehr oder minder in der glücklichen Lage, diese, von Haus und Heim vertriebenen, durch die Macht der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse ruhelos in der Welt umher irrenden Menschen nicht bei sich zu sehen. Wir aber hier in Köln sind die..im ganzen deutschen Reich am stärksten in Anspruch genommene Stelle. Viele, viele kommen zu uns in einem durch Not und Elend herabgekommenen Zustand, Greife, Frauen und Kinder mit zerrissener und zerschlissener Kleidung. Nackte zu kleiden, ist eine der schönsten menschlichen Pflichten. Helfen Sie uns, errichten Sie in Ihrer Heimat Sammelstellen, worin die abgelegten Kleidungsstücke oder entbehrlichen Gegenstände aus den Geschäften oder den Wohnungen abgesührt werden und schicken Sie uns diese Sendungen zu. Im Mittelpunkt unseres ganzen jüdischen Lebens aber steht als die Zentralsonne unseres Daseins der Sabbat. Wenn ich vorhin mit eindringlichen Worten bat, uns zum Wiederaufbau des Bibliothekverlages zu helfen, so deshalb' well die Verbreitung von Abhandlungen in echt jüdischem Sinne, Aufklärung über die Bedeutung und Heiligkeit des Sabbats, mehr als zu jeder anderen Zeit, gerade jetzt im wirtschaftlichen Niedergang nötig ist und segensreich wirken. In einer Epoche, die geeignet ist, so manchen treuen Bekenner von dem Wege der Thora abirren zu lassen, in einer Zeit, wo der alte Irrwahn des vorigen Jahrhunderts wieder sein Haupt erhebt, um die Söhne und Töchter Israels in Versuchung zu bringen, 80 LANGE DER VORRAT REICHT SIND WIR IN DER LAGE »DIE TRAUERVORSCHRIFTEN« VON RABBINER DR. B. WOLF ZU SEHR MASSIGEM PREIS ABZUGEBEN ♦ Bestellungen erbeten beim Büro des „Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands*’, Köln, Hohenstaufenring 14

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