Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1931)
- Date
- 1931-02-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 8 Der Israelit 19. Februar 1931 Es sprach dann Herr Redakteur S. Schachnoroih im Austrage der Agudas Jisroel Jugend- und Mädchengruppe, in der der Heimgegangene seit Bestehen der Gruppe bis in den letzten Wochen vor einem kleinen, aber überaus ausmerksamen und dankbaren Kreis von jungen Menschen die Propheten und die Tesilloh vortrug. Er war auch beauftragt, im Namen der Jüdischen Literarischen Gesellschaft zu danken, .an deren Jahrbuch der Verewigte mitarbeitete. Zuletzt sprach Herr Dr. Felir Kaussmänn im Namen der Synagoge der Israelitischen Männerkrankenkasse (Kippestube) und schilderte, von Jomkippurs Abschiedsgebeten ausgehend, die innere Verbundenheit Unnas mit seiner Gemeinde, die treue Gefolgschaft, die diese ihrem geliebten Führer leistete. Neben einer Thorarolle ruht nun der im Leben Rastlose, daß Mann und Lehre, wie im Leben auch im Tode in engster Gemeinschaft und Zugehörigkeit nebeneinander bleiben. Möge aus dem nieverlöschenden Andenken an den seltenen Mann Trost erblühen für dsn konginialen Sohn und die ganz im Geiste des Vaters erzogenen und wirkenden Töchter. .rrsxjn Das Purimfrst der Palaftina-Centrale. Wir bedürfen in dieser schweren Zeit einer kleinen Aufmunterung. Der Monat Adar drängt zur Freude, wie der Monat Aw zur Trauer mahnt; das heißt: Wie die Trauer des Aw auch in glücklichen Zeiten beobachtet werden mutz, so darf der Freude des Adar unter der Ungunst der Zeit nicht leiden. Die Palästina- Centrale braucht Geld, viel Geld für die Erhaltung der geistigen Positionen, vor allem der Schulen in Palästina. All das hat dazu geführt, dah die P. C. auch in diesem Winter des Mißvergnügens ein Fest feiert, und es soll ein jüdisches Fest sein, eine Adar-Freude, ein Purimfest. Ben Spanier wird seine Hand über dem Ganzen halten, Frl. Bach-Wien, die gotze Künstlerin, dje wir vor kurzem bei einer Veranstaltung der „Ehemaligen Schüler und Schülerinnen der S. R. Hirsch-Schule" so überaus bewunderten, wird rezitieren, die Herren Finke l st e i n und Nahm werden singen, Kinder werden Reigen aufführen, und vieles andere wird sich ereignen, was jedem Freund heiterer jüdischer Kunst und Geselligkeit Freude bereiten mutz. Das Fest wird am Ausgang des Sabbat *vdt in der Frankfurt-Logs ftattfindsn. Der Kartenverkauf (MI. 2.—), der bei Sänger und Friedberg, B. Rachelsohn und Conditorei Grünebaum, sowie von jungen Damen der Aguda besorgt wird, hat begonnen und nimmt einen guten Verlauf. Es ist das Beste zu erwarten. Ablösungstrlegramme. Die Jüdische Frauenvereinigung hat hübsch ausgestattete Ablösungstelegramme in Vorrat. Will ein Jude und eine Jüdin in dieser Zeit der bitteren Not einem Juden und einer Jüdin bei irgend einem Anlatz eine Freude machen, so gibt es wohl keine schönere Freude, als wenn man dem Freund oder der Freundin durch Zusendung eines solchen Formulars bekundet: „Siehe, ich habe meine Teilnahme an deiner Freude damit bekundet, datz ich einen anderen, einen Armem und Bedürftigen, Witwen und schutzlose Kinder mit dem und dem Betrage an diesem Tage erfreut habe." E'me dreifache Freude: Für den Spender, den Freund und den Armen. Ablösungstelegramme der Jüdischen Frauenvereinigung sind zu haben in der Conditorei Erünebaum, Hanauer Landstr. 6 und der Zigarrenhandlung Jeidel, Sandweg 5. Liwjakh Chen. Die Sabbatvorträge des Liwjath Chen finden von jetzt ab 4.45 Uhr im Anschluß ans Minchogebet in der Synagoge Friedberger Anlage im Hörfaale statt. Jüdischer Turnerbunh E. V. Der Jüdische Turnerbund E.' D., Frankfurt a. M! veranstaltet für seine Mitglieder —^ Damen und Herren — demnächst eine VereinsmeistersHaft iw Tischtennis und Schach. Anmeldungen werden im Heim .(Eschersheimerlandstratze 65) entgegengenommen. Wir bitten um rege Beteiligung. Am Sonntag, den 22. Februar 1931 unternimmt der Jüdische Turnerbund E. V. eine Wanderung in den Taunus. Treffpunkt um 8.15 Uhr am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Gäste find herzlich willkommen/ Jüdischer Männergesangverein „Hasomir". Im Anschluß au unsere' vorwöchentliche Notiz au gleicher Stelle, weisen wir heute nochmals auf die besondere jüdisch-musikalische Bedeutung der Uraufführung der Oper Sulamith von L. Rosenblüth, hin. Es ist dies die erste jiddische, abendfüllende Oper überhaupt, die die einschlägige Literatur kennt. Unter ganz besonders schweren Opfern ist es dem Hasomir gelungen, den zu diesem Unternehmen nötigen, vielgestaltigen künstlerischen Apparat zusammen zu stellen. Um allen kunstliebenden Kreisen die Möglichkeit zu bieten, diese Uraufführung zu hören, sind die Eintnltspreise auf denkbar niedrigster Stufe gehalten. Der Vorverkauf hat bereits mit großer Lebhaftigkeit eingesetzt. Interkonfessionelles Steueramk in Frankfurt? Die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche und der Israelitischen Gemeinden pflegen augenblicklich Verhandlungen in der Richtung, ob es möglich fei, in Frankfurt ein interkonfessionelles Steueramt zu errichten. Die Anregung zu diesen Besprechungen gab der Stadtkämmerer Dr. A s ch aus den Erwägungen heraus, daß die Stadt infolge der Neuordnung ihres Einziehungsdienstes mit Wirkung vom 1. April die Einziehung der katholischen Kirchensteuer und der israelitischen Kultussteuern nicht mehr mitoersehen kann. Diese Anregung ist bei allen drei Religionsgemeinschaften auf fruchtbaren-Boden gefallen. Es bestehen vorläufig noch technische und personelle Schwierigkeiten, aber überall ist der Wille zu einer Einigung vorhanden, der wiederum als Ausfluß der. Eintracht unter den KonsesfionLn angesehen wird. Phönir. Die Entwicklung der Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönir in Wien vollzog sich seit dem Jahre 1925 in einer ständigen Aufwärtsbewegung. Der Versicherungsbestand der Gesellschaft, die in, 14 europäischen und 5 außereuropäischen Ländern, u. a. in Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Holland, Italien, Spanien, Tschechoslowakei konzessioniert ist, beläuft sich augenblicklich auf ca. 1.6 Milliarden Goldmark. Der Neuzugang an Lebensversicherungen betrug im Jahre 1929 362 Millionen Goldmark, die Gesamtprämien- und Zinsenemnahmen in diesem Jahre 72 Millionen Goldmark. In der Zeit vom 1. Januar 1930 bis zum 30. November 1930 wurden 151.978 Lebensversicherungspolicen über ein Kapital von Reichsmark 346.000.000.— ausgestellt, was gegenüber dem gleichen Zeitraum des Borjahtes 'eine Steigerung von 24,000.000.— Reichsmark bedeutet. Es handelt sich hierbei nicht um vorliegende Anträge, ' sondern um bereits; Poli cierte Abschlüsse - An Versicherte wurde irch,Jahre 1929 18.000.000 — Goldmar5 ausgezahlt. DerHh p n ir 'ist augenblicklich die zweitgrößte private Lebensversicherungsgesellschaft des europäischen Kontinents. Schomer-Mizwoh. ' Das Lernen der Chewro findet diesen Sabbat vorm, im Hause von S. Unna H^xr, Uhlandstratze 58 statt. DruckfehlerberlchNgung.!' In dem Aufsatz zum Andenken an Ahron Marcus n der letzten Nummer heißt es irrtümlich „der fünfte Todestag". Es muß richtig heißen: der 15. Todestag. Ahron Marcus b"xr ist am 1. Roschchodesch Adar 1916 in Frankfurt gestorben und nach Krakau überführt worden, wo er zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Die Adresse zum Bezug der grundlegenden Werke von Ahron Marcus lautet: Verlag S. Marcus, Harburg (Elbe), Bremerstraße 58. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) m« "m Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stünde vor Nacht), Gemoro Herr I. Soffer — vormittag M/4 (ebenso Montag abends 6i/2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen. Sonntag abds. 6 Uhr, Megillas Esthes in Midrasch und Talmud, Herr Dr. S. Ehrmann. Montag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), Mifchna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Montag (auch Donnerstag) abend 8 i/4 Ufjr Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Freitag) Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Freitag abends nach Schul, im Hörsaal, Mikro, Schlußvortrag, Herr S. Schachnowitz. Samstag morgens nach Schul, im Hörsaale, Dtnim, Herr Dr. Elieser Posen — nachmittag 3/4 Stunde vor Min- Bereinslokale, Herr Dr. W. Hofmann. — abds. V29; Uhr, Newiim, Hexr Studr. Dr. Marcus.Lange, r Bon Montag bis einschl, Freitag prorgens nach Schul/ . im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden ' abend 83/4 Uhr,. imj. Vereinslokal Schahlernen, HerriH^Halpern..» Aahrzettsstlftungdn. Montag, 23. Februar. Louis' Joseph- Stiftung. Dienstag, 24. Februar. Karl Guggenhekm und Joseph Rosenfelder-Stiftung. Mittwoch, 25. Februar. Babette Goldschmidt-Stiftung. Freitag, 27. Februar. Willi Max Bier-Stiftung. Agudas Iisroel-Jugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11, Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz Halpern. — 11—12, Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. —19—20, Sefer Chinüch. Leitung: Rabbiner Horovitz (Friedb. Anlage 4). Moptag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herr Herz Halpern. — 12—13, Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. — 2OV2—21V2, Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Dozent: Herr Rabbiner Horovitz. — 203/4—22, Mifchna. Dozent: Herr Gerson Schnerb (Kantstraße 4). — 20 /V—22, Hilchaus Schabbos. Dozent: Herr B. Rachelsohn (Zeil 2). Dienstag. 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herr Herz Halpern. — i2—13, Das Jaumi. Dozent: Herz Halpern. — 20i/2—211/2, Tesilloh. Dozent: Lehrer S. Unna. — 20'/a—22, Ausspracheabend über aktuelle Probleme. Leitung: Jakob Landau (14 tägig). ,— 21—22, Die Ideologie der Agudas-Jisroel. Leitung: Dr. Willy Hofmann (14tägig). — 20l/2^2lll2, Bowo Kamo. Dozent: Dr. Willy Hofmann. — 21—22, Brochaus. Dozent: P. Wollmann. Mittwoch, 9—12, Gelegenheit zum Lernen- Dozent: Herz Halper. — 12—13, Das Jaumi Dozent: Herz Halpern, — 20i/2 - 21i/2, Ausgewählte Stücke aus Talmud und; Poskim Dozent: Rabb- Horovitz. — 2OV2—21'/2, Dinim. Dozent: Konrektor A- Hirschberg. — 20?/*—22, Mifchna. Dozent: Gerson Schnerb (Kantstraße 4). — 203,4—221/4, Kiduschin Dozent : Dr- I. Posen (Hölderlinstraße 9).—203/4-—22^, SDtoJfaus. Dozent: Herrn. . Bing. — 21—-22, Dinim. Dozent: Leopold Oppenheimer (Bärenstraße 12). Donnerstag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen- Dozent: Herz Halpern. — 1—13, Das Jaumi. Dozent: Herz Halpern. — 203/4—22, Religionsphilosophie. Leitung: Studienrat Max 'Munk. Freitag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herz Halpern. —12—13, Das Jaumi. Hvzent: Hetz Hplpern, Samstag abend 83/^ Uhr Geschichtskstrs.- Herr Redakteur S. Schachnowitz. nm 93/4—111/2, Kiduschin. Dozent: Dr. I. Posen (Hölderlinstr. 9). — 10l/2—HV2, Schulchan Aruch Dozent: Louis Kahn — 10'/2, nach Schluß der Synagoge, Melachim. Dozent: Julius Lewip. — 12i/4—13, Mesilas Iefchorim Dozent: Rechtsanwalt I. Rosenheim. — 15—16, Brochausi Dozent: P, Wollmann. — 15l/2 Schulchan Aruch. Dozent: Th.' Spiegel (Ostendstr. 11). — 14‘/2—15*/2, Bowo Kamo. Dozent: Dr. Willy Hofmann — 16—17, Dinim, Dozent: P. Wollmann. — 16—17, Tauro. Dozent: Konrektor A. Hirschberg — 181/;, Hebräische Arbeitsgemeinschaft für Damen.' Leitung: Jakob Landau — 21.— 22, T'nach. Dozent: Gerson Schnerb, (Kantstr. 4 14tägig). — 21— 22, Erez Jisroel - Arbeitsgemeinschaft.' Leitung : Dr. S. Ehrmann (14tägig), Heim: Schwanenstr 12.' Liwjath Chen. (Hörsaal Friedberger-Anlage.) Samstag 43/4 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowttz, „Höhepunkte". Jüdische Frauenvereinkgung E. B. Dienstag, den 24. Februar 1931, nachm. 6l/2 Uhr im Hörsaal, Vortrag des Herrn Dr. S. Ehrmann, „Charakterbilder aus Megillath Esther". Statt schriftlicher Anzeige! Einladung zur 22. ordentlichen Hauptversammlung auf Mittwoch, den 25. Februar 1931, 5l/2 Uhr pünktlich im Sitzungszimmer der Syn.-Gem. Jsr. Rel.-Ges., Friedberger-Anlage. Tagesordnung: 1) Entgegennahme des Jahresberichtes und Entlastung des Vorstandes. 2) Wahl zweier Revisoren. Etwaige Anträge bitten wir bis zum 21; Februar einzureichen. Jüdische Frauenvereinigung e. V. und Agudistifche Frauenortsgruppe Frankfurt a. M. Am Montag, den 23. Februar 1931, abends 83/4 Uhr, findet im Hörsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedberger Anlage 5, die letzte Fortsetzung des Vortrages von Herrn Dr. Jsaac Breuer über „das Recht der Frau" statt. Gäste herzlich willkommen. Schomre Schabbos-Skellenvermittlung ‘ Agudas Israel, Frankfurt-M., Schwanenstr. 12. Tel. 47324 Sprechstunden: Montag 20—21, Mittwoch 11—13. Gebetzelten. nJDTWl T)2W Freitag abend 5.25 Samstag n»Dffn 6.45 . Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— und 4.30 Samstag abend 6.40 Wochengottesdieyst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.30 Tefillin-Legen am Morgen 6.10 SchrMck des Gemelnderabblners. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, vmvp (pa Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 20 */2 Uhr im Hörfaal Friedb. Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 7 Uhr im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. ' Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20 i/2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Schwanenstr. 12. FamUiennachrichlen. Geburten: Eine Tochter, Dr. Simon Goldmann und Frau Karola geb. Sichel, Köln a. Rh. Geburtstag: Carl Berg, Tauberrettersheim, z. Zt. Bad Mergentheim, feiert f. G. w. am 24. Februar feinen 84. Geburtstag. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Sch achnoWitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. V : S. Schachnowitz, ebenda. — Für . die pädagogische Beilege: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbar). — Verlag des Israelit und Hermon (8m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck: tzermon-Druckerei, Frankfurt a, M.