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Der Israelit · 1931-02-12 · Heft 7 (12.2.1931) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 7 (12.2.1931)
Date
1931-02-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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12. Fübeuar 1931. D er Israel 15 t i e,;.. Nr. 4 Seite 3 : . e n er g i f ch-e T a t umwandM, sei es im Rahmen -der A. I. selber, sei es im Schoß der nunmehr vollzogenen Gründung des „Verbandes der der- A. I. angeschlossenen orthodoxen ParnossiM > ->iy r u. -• : Die a'iivx -Tagung in Czernowitz. . Trugen die Teilnahme an der Lemberger Konferenz und der daranangeschlossene kurze Besuch, bei den alten undjungen Freunden in "Kol-oMa rnehr den Charakter eines ägudistischen '/Festtags, so war der achttägige Aufenthalt in der 'Bukowina ein einziger agudisti-scher Arb-ettstag, beigem ich dem 'n i'aa bis zur völligen Heiserkeit entsprechen mußte. „Wir haben Sie ausgepreßt wie. eine Zitrone. Bestellen Sie der ' Ägudolestung, daß s§ fo fein mußte, nachdem sis Rumänien mit einer jüdischen, zum starken Teil kannte Politiker Dr. Straucher, teilnahmen. Das Wort: „A. I. ist nicht die Partei, der Denunzianten^ Verräter und Afsimilanten, wie es hierorts so oft zu lesen war — D umfaßt das g e [am t e w'i ed el e'rw ächeN de G^tt-es v o l k " — fand ein lautes Echo! Ob die freundUchen Begrüßungsworte durch die verschiedenen Sprecher der Gemeindefraktt-onen-, ob der Aufruf Dr. Strauchers zum einmütigen Eintritt in die A. I., ob die Zusage des Kultuspräsidenten, Dr. Gutherz, bei der Errichtung einer Bars Jakauw-Schule in Czernowitz, bei der Durchführung der übrigen agudistischen Forderungen mit ganzer Kraft mitzuwirken, ob d-as mehr waren als freundliche, von der Stimmung des Augenblicks diktierte Worte, bkM abzuwarten. „Agudist sein heißt Optimist sein" — Internat der Äeschirvo von Wischnitz (Bucovina). noch orthodoxen Bevölkerung von über 1 Million Juden rryla trotz unseres Bittens bisher völlig vernachlässigt hat", so sagte der sehr -energische Vorsitzende der '"Nyx in der Bukowina, Leib Mynster, in der Schlußsitzung. Seine Vorwürfe sind leider zu berechtigt und Ich konnte nur versprechen, daß wir in Zukunft diesen Boden agudlstischer Zukunft besser bearbeiten werden ,i"oar Genaue Kenner -der Bukowiner und speziell der Czernowitzer Verhältnisse hatten mich gewarnt, mir die Dinge schwarz in schwarz gemalt, wenn ich es wagen würde, in Czernowitz frank und frei über A. I. auch als politische Organisation zu sprechen. Ich unternahm das Wagnis, so bin ichs auch hier. Jedenfalls darf man sich jetzt in Czernowitz ung-escheut als Agudist bekennen, ohne die Gefahr gesellschaftlicher Aechtung zu lausen und darum ist zu hoffen, daß auch der Czernowitzer Raw Benzion Katz, der in früheren Jahren Wiener Aufenthalts der Agudo von seinen reichen Kräften gab, nun aus seiner Reserve heraustreten wird, ein wahrer seiner orthodoxen- Gemeinde und vor allem seiner Jugend. Heil aber vor allem den Männern, die in den schwersten Zeiten den Gedanken der Agudo treu gehütet, die heilige Flamme geschürt, die die Jugend gespornt und getragen haben. Ich nenne .!■ rf : -'li* ’<<<'£ij«c Das große Beshainedrasch des Rabbi von Wischnitz (Sucovina). weil es. mir feit je als Schmach erscheint, unser Ziel und unser Wollen zu verhüllen, damit „der andere" uns Ruhe läßt. Ich freue mich, daß ich mich nicht abschrecken ließ' die offene Auseinandersetzung mit dem Gegner: und den in seinem Czernowitzer Organ seit! vielen Jahren angewandten Verunglimpfungsmethoden hat unserer Sache sicherlich nichts geschadet. Sie wurde, gemeinsam mit dem Kozmaner Rabbiner Bäruch Hager, einem jüngeren Sohn des Wisnitzer Rebbe, in eüh«r außerordentlich stark besuchten M a s s e n versammln n g vorgenommen, an der -die angesehensten Bürger der Stadt, u. a. der Präsident der Kultus- . gemeinde, ein Vertreter der- Stadt und der b-edrei Namen: den Wisnitzer Raw, Rabbi Eliefer Hager, Rabbi Josef Stern in Sereth und Jsak Sonnenschein -in Czernowitz, nun haben sie die Genugtuung, daß die Saat, die sie gepflanzt, auskeimt, -der Baum Früchte trägt. Der Teilnahme -an derA.I.-Jugendkonferen z inCz er nowitz, von ca. 100, in der Mehrzahl jugendlichen Agudisten besucht, galt der Hauptzweck meines Kommens, von dieser Konferenz sei nur ausgesagt, daß sie sich mit allen Fragen, den geistigen des Jeschiwohnachwuchses, den organisatorischen der Sammlung für die verschiedenen Agudafondsden seelischen der Verttefung des rrriiian-Gedankens mit dem gleichen Ernst hingab und daß hier die Sorge um den Nachwuchs, V'N ■»ms* kein Problem, sondern eine selbstverständliche Aufgabe ist. Nach edlem Wettstreit wurde Czernowitz zum Vorort gewählt. Der felbstvexständüche Abschluß war ein „Tanzel"; vielstimmig klaüg es in den Morgen hinaus — um 6 Uhr früh ging man auseinander — verheißungsvoll und zukunftsgewiß: das Lied unseres jüdischen Ostens: -'s iwv '2 ***i9invnxy ixv iii. In Msnih und in Sereth. Dem eigentlichen S)anptiampftag in Czernvwitz ging ein Besuch in Wisnitz voran und folgte ein solcher in Sereth. Wisnitz: In weiten chasstdifchen Kreisen löst dieser Name die höchsten Empfindungen aus: vor dem Krieg war es der Wohnsitz des „Wismtzer Rebbe", der heute in Großwardein residiert, einer der großen, führenden Rebbes, einer der kräftigsten Fördere des Agudogedankens in diesen Gegenden. Wisnitz hat unter dem Krieg furchtbar gelitten, auch das Haus des Rebben, ein.Schloß von großen Ausmaßen, die Klaus des Rebbe, ein Bau von reicher Schönheit, der Krieg übte hier sein furchtbares Handwerk, und nur notdürftig hat man die Bauten wieder aufgerichtet, der Beschauer ahnt, wie prunkvoll all dies früher gewesen sein muß. Und doch, gerade in diesem Wisnitz hat sich die ungeheure Lebenskraft unseres Volkes, seiner Führer, erwiesen. Die Stadt, deren Bevölkerung zu 90 Proz. aus Jehudim besteht, von denen wiederum der größte Teil vom „Hof" und dem reichen Fremdenverkehr, den er veranlaßte, lebte, ist ärmer geworden, schwer lastet auf ihr das nans.i ‘pvj - und nun mitten hinein in diese Rot, in diese abgebrannte, zerschossene, geplünderte, ruinierte n*?n,? hat der Wisnitzer Raw, ein Sohn des Rebbe, hat Rabbi Elifer Hager seine .12'V' hineingestellt, irv'lrr pwai rra na'V'- für seine nmna ein auch für westliche Begriffe herrliches Internat aufgestellt und für sie in der großen Küche des Rebbe, in der früher für die vielen hundert Gäste, die allfabbatl-ich kamen, gekocht wurde, eine geräumige Mensa eingerichtet. Aus der ganzen Bukowina lernen hier die Bachurim, von hier geht aus der "mn nrv der belebende Geist der Jüdifchkeit und wo man in der Bukowina, in ihren großen Städten und kleinsten Dörfern feste, starke, junge Leute findet, Menschen mit warn mma für G'tt und Sein Volk, Menschen voll Hingebung für die Agudas Jisroel, du weiß man, das -ist Geist vom Wisnitzer Geist, ein Vochur der Wisnitzer Jefchiwo. Und wenn eine an Zahl geringe Jugend in diesem Land mit Löwenmut für unsere Sache kämpft und nun .i"ya* Position um Position zu erringen beginnt, dann ist dies, all dies das Verdienst des Wisnitzer Raw, der allerdings in sei- Mr Bescheidenheit alle seine Erfolge auf axn na zurückführt. Vielleicht waren auch die erhebenden Eindrücke, -die ich von Wisnitz mi-tnehmen konnte, mit die Ursache, daß ich in Czernowitz unser Bister so völlig enthüllte. Alle Anstrengung und Erschöpfung war überwunden, als ich am Dienstag dann in Sereth weifte, Gast der Kinder des Rabbi Schlaumau Alexander Schreiber und im Haufe des Rabbi Josef Naftali Stern Einblick nehmen durfte in einen der größten Schätze dieser Familie und unseres Volkes: in die Manuskripte vieler gedruckter und fast aller ungedruckten Werke des I2it> arm* Die ganze jüdische Welt lebt vondem, was aus der Geisteswerkstatt dieses Riefen ihr bisher durch den Druck zugänglich gemacht, wurde, hier in Sereth liegt noch -eine Fülle des kostbaren Gutes, von dem einen Teil, -einem kleinen Teil, mein verehrter Gastgeber der jüdischen Welt erst vor wenigen Jahren durch Herausgabe derniVii 1818 arm!übergeben hat. Hier liegt ein reiches Gut, noch ungehoben, und ich durfte Einblick nehmen in all dies Herrliche, geschrieben anaa iwip t» von den Tagen der Jugend an bis ganz kurz vor seiner .ii'vs* durfte den iw aus dem

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