Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1931)
- Date
- 1931-02-12
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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llf äffet* der Candesorganijafion der Agudar-Iisroel in Deuifcfiland. 7. Jahrgang Hamburg, 12. Februar 1931 / 25, Schebat 5691 Schriftleitung: ZSokf S. Jacobson in Kambttrg. Nummer 4 Zur Unterschriftensammlung gegen die Kalenderreform. Der Bor stand d-er Dentschen Landesorganisation der Agudas Jisroel hat beschlossen, durch etrti Rundschreiben an die Orts- und Jugendgruppen der Agudas Jisroel, diese erneut aufzufordern, sich in den Dienst der von dem Züricher Komitee organisiertet! Un t e rschr iften -S ammlun g gegen e in e Kale nd e rreform mit Blankot a g e n zu stellen. In vielen Orten Deutschlands ist bisher die Sammlung dieser Unterschriften noch gar nicht oder mit großer Lässigkeit durchgeführt worden, so daß es der energischen Initiative der Ortsgruppen und insbesondere auch des Eifers der Äuge n d bedarf, um an allen Orten die Gemeindevorstände zur Durchführung der Aktion anzueifern. Der Vorstand der Landesorganisation ist überzeugt, daß überall ein Angebot der Mitglieder der Iugendgruppen und Mädchengruppen an den Gemeindevorstand persönlich Unterschriften zu sammeln, dankbar angenommen werden wird. Aufruf! Angesichts der Lage in Erez Jisroel ist die Adar-Aktion des Jahres 5691, welche von'der Leitung der Agudas Jisroel dafür bestimmt wurde, das Schulwerk in Erez Jisroel Zu fördern, von ganz besonderer Bedeutung. Angesichts der Tatsache, daß über 500 Kinder in Erez Jisroel Missionsschulen besuchen, daß Tausende von Kindern aus Mangel an Mitteln nicht in das agudiftische Schulwerk ausgenommen werden können, daß angesichts der wirtschaftlichen Lage in Erez Jisroel das wenige, bisher von den Eltern gezahlte Schulgeld nicht mehr aufgebracht werden kann, daß die Einschränkung oder G'tt behüte, der Untergang des Schulwerkes mit seinen. 11 S chulen und etwa 1600 Kind ern eine verhängnisvolle Lücke im religiösen Erziehungswerk des heiligen Landes bedeuten würde, s o r d e r n w i r j e d e n A g u d i st e n a u f, im Ädardem traditionellen Werbemonat zur Heiligung des jüdischen Gesetzes — mit dem vollen Ausmaß feiner Kräfte das Schulwerk in Erez Jisroel zu fördern. Lasset uns a u ch j e tz t, trotz der Not der Zeit und der wirtschaftlichem Bedrängnis, nicht m ü d e und m a 11 w e rde n! Eine Sehnsucht nach Erlösung von nie gekanntem Ausmaße erfüllt die Herzen-der Juden in Erez Jisroel und der Gola. Helft uns durch die Größe der Z e d o k o h d i e E r l ö f un g beschleunigen! mVisan m nnpw npis nVm Helft uns, den Monat A da r 5 6 9 1 zu einem Denkmal jüdischer Bruderliebe für Erez Jisroel zu gestalten! . Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel: Dr. S. Ehrmann, Dr. S. Oppenheimer, 3. Holländer, iRabb. 3on. Horovicz, S. Mugdan, Rabb. M. Auerbach, - Rabb. Barnborm, 3. Blumenlhal. 3. 3. Braun, Oberrabb. £. Zirelfon, S. Deutsch, 3. Eisenberg, Eh. 3. Eiß, R. Fellheirner, Rabb. H. Ferber, Dr. B. Feßler, L. Goodman. A. Heiselbeck. Dbetzabbinet Hirsch, Dr. E. Hirsch, Rabb. L. Horowitz, B. Kammer, D. Kästner, Th. klein» 3St. Lewenstein, P. Lewin, A. Lissauer, 3. Möller, S. T. Reiwiedel, 3. Rußbaum, Rechtsanwalt Pinkus, Rabb. L. Z. Portugal, M. Rosenstrauch, Dr. 3. Segall, 3. Schwabacher, K. Spira, F. Stempel, 3. Skernberg. L. Stiebet, 3. Szuw» Rabb. Veiwelson, D. Weidenfeld, Oberrabb. Weill, S. Wertheimer, Rabb. Dr. Winkler, 3. Wittels, V. Wolschonek. Geschaftsführettder Ausschuß der Agudas Jisroel: Rabb. Dr. P. Kohn. 3. M. Lewin, 3acob Rosenheim. Zenlralrat der Agudsts Jisroel: Rabb. Aron Lewin. Oberrabb. A. 3. Friedmann. Robb. Dr. 3. Auerbach. Line aktuelle Aufgabe. Nachdem in diesem wie im vorigen Jahre keinerlei Möglichkeit besteht, Mazzos i n größere m Maß st a b e in Rußland herzustellen, oder Waggons mit Mehl oder Mazzos dorthin emzuführen, ist der einzige Weg, um wenigstens einen Teil unserer unglücklichen Brüder in Sowjetrußland vor Rot und Entbehrung am Pessachsest zu schützen, die Sendung von Mehl- Paketen, wie sie gesetzlich zugelassen sind, von Emzeladressen im Ausland an Einzeladressen nach Rußland. Um eine solche Aktion in möglichst großem Maßstabe durchzuführen, hat der Präsident desRabbini f ch e n R at es derAgudas Jisroel, Rabbiner C h a j i m Ofer rodzenski in Wilno, gemeinsam mit dem 'Chofez Chasim und dem Lubawitscher Rebbe die deutsche Landesorganisation der Agudas Jisroel aufgefordert, eine entsprechende Aktion in Deutschland auf möglichst breiter, ü b e rp art eilrcher B asis zu organisieren. Die Anregung isterfreulicherweise auf fruchtbaren Boden gefallen, und es hat sich ein kleines Komitee gebildet, dem in B e r t i n die Herren Rabbiner Dr. Baeck, Rabbiner Dr. Hildesheimer, Ministerialrat Hans Goslar und Syndikus Dr. Holländer, in Frankfurt Rabbiner Dr. Jacob Horovitz und Jacob Rosenheim, in München Oberlandesgerrchtsrat Dr. Neumeyer nnd Justizrat Dr. Straus angehören. Das Komitee wird sich an alle Kreise ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit wenden, um die Absendung möglichst zahlreicher Pakete nach Rußland zu ermöglichen. Die Organisation entsprechender Maßnahmen in Amerika hat der Lubawitscher R e b b e , Rabbiner S ch n e e r s o h n , übernommen. während der G. A. der Agudas Jisroel sich bemühen wird, in den westeuropäischen Ländern ebenfalls die Bildung parteiloser Komitees zur Durchführung der Aktion zu veranlassen. Ueberall jedoch wird es Aufgabe d e r a g u d r st r f ch e nOr t su n d I u g e n dgruppen fein, sich möglichst intens io i n Öen, 5) re n st de sgroßenL i e b e sw e r k e s z u st e l l e n u n d v o r a l l e n D i ngen die erforderliche praktische Arber t z u ü b e r n e h m e n. Für die Propaganda in den östlichen Ländern hat der G. A. der Agudas Jisroel in Wien ebenfalls ein neutrales Komitee gebildet, dem folgende Persönlichkeiten angehären: Großrabbiner 3srael Friedmann, Czortkow Wien, Rabbiner 5. Fürst, Rabb. der Adah Israel, Wien; Dr. D. Feuchlwang, Oberrabb.-Stellvertr., Wien; Professor Dr. Alois Pick, Präsident der Israel. Kuttusgemeinde; Dr. 3akob Ornstein, Präsident der Union österr. Juden; Hofrat Dr. Siegmund Fuchs, Arthur Schnitzler, Felix Satten. Ing. 3ohann üremenezki, Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim,, Direktor der N.-Oe. Escomptegesellfchaft; Reg.-Rat Dr. Max Lenk, Marcus Hornstein, David Lernberger, Wolf Pappenheim, Dr. Max Eisler. Univ.-Prof., Dr. Leo Deutfchländer, Dr. Ernst Feldsberg. Alfred Stroh. Die Verhandlungen zwischen Agudas Zisroel und Ageucy. Wie aus dem in voriger Nummer dieser Blätter veröffentlichten offiziellen Communique hervorgeht, ist in der am 20. Januar in Berlin stattgehabten Sitzung zunächst doch noch einmal über die Frage diskutiert worden, ob eine Möglichkeit für die Erfüllung der von der K. G. gestellten Bedingungen zum Eintritt in die Agency vorhanden ist. An sich war dazu kein Anlaß mehr gegeben, nachdem der Vorsitzende des Administrativ-Komitees der Agency, Herr Felix Marburg, sowohl schriftlich als mündlich nur noch von der Frage einer Kooperation gesprochen und damit bk Möglichkeit einer Erfüllung jener Bedingungen eigentlich bereits negiert hatte. Daß das Ergebnis der Berliner Verhandlungen über die Frage des Eintritts besonders ermutigend wäre, wird man bei objektiver Beurteilung nicht behaupten können. Denn wenn auch eine Ausschaltung des Kulturwerkes, insbesondere des Schulwerkes aus dem Aufgabenkreis der Agency und der Uebergang dieses Schulwerkes auf die Knefes Israel in der letzten Zeit häufiger diskutiert worden ist. so würde eine Erleichterung im Sinne einer Zusammenarbeit zwischen Agudo und Agency durch eine solche organisatorische Maßnahme nur dann gegeben sein, wenn die Agency auch an der Finanzierung der Kulturaufgaben in keiner Weise teilnähme. Das aber ist insbesondere angesichts der — auch anderwärts nicht seltenen — geringen Geneigtheit der palästinensischen Bevölkerung zum Steuerzahlen im höchsten Grade unwahrscheinlich. Schon aus diesem Grunde erübrigt sich die Erörterung der Frage, ob und wie nach einer Beschränkung der Agency-Kompetenz auf wirtschaftliche und politische Aufgaben bei der Lösung der ersteren wirkliche Garantien für die Wahrung des Religionsgesetzes geschaffen werden können. Wir halten uns deshalb für verpflichtet, die öffentliche Meinung vor irgend welchem Optimismus hinsichtlich eines Erfolges der Verhandlungen über den Eintritt der Agudo in die Agency zu warnen. Auf der anderen Seite können die namentlich in der agudistifchen Jugend weit verbreiteten Befürchtungen, daß die Agudo durch eine Zusammenarbeit mit zionistischen Instanzen in der Reinheit ihrer Prinzipien und der Entschiedenheit ihrer religiösen Stellungnahme Not leiden könnte, in keiner Weise als aktuell bezeichnet werden. Im zweiten Abschnitt der Berliner Verhandlungen ist über die Möglichkeit eines Zusammenwirkens von Agudo und Agency auf politischem Gebiete gesprochen worden. Dieses