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Der Israelit · 1931-02-05 · Heft 6 (5.2.1931) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 6 (5.2.1931)
Date
1931-02-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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otii.e 6 5u\ 6 DerÄsraelit 5. Februar 1931 Prsnkfurts gk-äktss 5 p e z i s I h s u s bietet „Beste Qualität zu b i 11 i gsten P reisen“. Uhren aller Art Gold . Silber Juwelen Bestecke Trauringe Nur Zeil 95 u. Töngesg. 25-27 Aus dem Hinterhalt unternommene Versuche die Unterschriften der konservativen Liste zu annullieren, scheiterten, und es kam zur Kampfwahl. Als Resultat ergab sich, daß auf die konservative Liste 3 Mandate entfielen. Da die Liberalen sich die ersten 10 Plätze gesichert hatten, sind ihre Kandidaten sämtlich gewählt, während die Zionisten die Kosten der Zeche S.aylen und sich mit 7 Mandaten begnügen müssen, wobei auch Herr Dr. Schornstein zu denen gehört, die auf der Wahlstatt blieben. Ob die erhaltene Lektion ausreichen wird, die hiesigen Zionisten für die Zukunft von einer solchen Verleugnung ihrer stets emphatisch betonten demokratischen Grundsätze abzuhalten, kann dahingestellt bleiben. Die Konservativen haben gezeigt, daß sie auf eigenen Füßen stehen können: das soll und wird dazu führen, daß auch ihre berechtigten Wünsche eine bessere Förderung erfahren als bisher. Baiaftina. Die palästinensischen Revisionisten fordern Weizmann vor ein Kongrestgericht. Jerusalem, 2. Febr. In Tel-Awiw wurde eine außerordentliche Konferenz der palästinensischen Revisionisten abgehalten. Die Konferenz faßte eine Resolution, in der. gefordert wird, daß Professor Weizmann und die übrigen zionisu,.yen Unterhändler bei den Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung wegen „verräterischer Führung der Verhandlungen" vor dem Kongreßgericht zur Verantwortung gezogen werden sollen. Die Exekutive der Weltunion der Zionisten-Revisionisten wurde aufgefordert, der britischen Regierung mitzuteilen, daß Weizmann zur Führung von Verhandlungen nicht berechtigt sei. Weiters wird die revisionistische Exekutive aufgeforüert, ihre Vertreter aus dem Aktions-Komitee zurückzuziehen und den 17. Zionistenkongreß einzuberufen. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, in der Assefath Haniwcharim gegen Verhandlungen über eine Gesetzgebende Körperschaft für Palästina und gegen eine Beteiligung an der im Weißbuch vorgeschlagenen Anleihe Stellung zu nehmen. Personalien. Frankfurt a. M., 3. Febr. Aus Kalvarie in Litauen wird uns mitgeteilt, daß der hochverehrte, als Gaon allbekannte Rabbi Selig Reuden Bengis von tie,er Trauer betroffen wurde. Seine Gattin schied nach längerem Leiden im Alter von 63 Jahren von dannen. Sie entstammte einer alten angesehenen Rabbinersamilie in Litauen. Als Nabbinersfrau folgte sie ihrem Mann durch all die Etappen seines Lebens und Aufstieges in Liebs und Treue ohnegleichen. In den schweren Kriegsjahren mußte Rabbi Bengis mit seiner Familie in die Verbannung nach Smolensk gehen. Dort hatte sich''die Heimgegangene unter den unerträglichen Lebensbedingungen den Keim zu.der Krankheit geholt, der sie nunmehr erlegen ist. Die Rabbinerssrau teilte nichr allein dir Achtung, die ihr Mann allerwärts genießt, sondern errang sich auch durch ihre eigenen Werke und ihr Wesen die Liebe aller Menschen. Sie hat ihre Kinder für ein Leben in Treue zur Thora erzogen und mit großer Aufopferung an den Wohlfahrt-institutionen ihrer Heimatstadt mitgearbeitet. Schreiber dieses hatte vor zwei Jahren Gelegenheit, diese treffliche Frau in Kissingen, wo sie mit ihrem Manne zur Kur weilte, kennen zu lernen, und er lernte sie achten als Muster einer klugen, umsichtigen und frommen jüdischen Frau vom echten alten Schlage. Bei der Bestattung war die ganze Gemeinde zugegen. Alle jüdischen Geschäfte waren geschlossen. Im Be-hamidrasch hielten ergreifende Trauerreden an ihrer Bahre ihr Gatte, ihr Sohn, Herr Simon Bengis aus Tilsit u. a. Auch am offenen Grabe brach sich das Wort der Klage und der Ehrung Bahn zu den Herzen. Möge rrapn dem ehrwürdigen Rabbi seinen Trost angedeihen lassen. n"onn Nitra, 1. Febr. Unsere Talmud Thora und mit ihr unsere Gemeinde feierte das: 23 jährige ÄMtSjjUbiläUM ihres Lehrers Chajim Klei.n. Der Jubilar, ein echter Thoralehrer mit Begeisterung" und voller Hingebung für die heilige Thora und die Jugend, erfreut sich der Liebe und Achtung der gatten Gemeinde und der heißen Dankbarkeit einer .von. Ihm. in Thora großgezoaenen Generation. Diese Dankbarkeit zeigte sich bei der Feier, die im großen Saale der Talmud Thora stattfand und zu der neben dem Rabbinate der Vorstand' der orthodoxen Gemeinde, die Leiter der Talmud-Thora und.'zahlreiche Schüler äus nah und fern erschienen waren. Herr Hönigsberg begrüßte die Festgäste. Der Jubilar, von einer Schülerabordnung in den Saal geführt, wurde mit einem brausenden „Jechi" empfangen. Die Reiheder Begrüssungen eröffnete Herr Rabbiner M. Vorhand; für die ehemaligen Schüler beglückwünschte Herr P. Stark den Lehrer^, und überreichte ihm einen wertvollen Becher zum Zeichen dankbarer Anerkennung. Es sprachen noch die Herren I. R e u w a l d e r sür Talmud-Thora, A. K o h n für die Gemeinde, Aron Adler sür die Kollegen und Direktor S. Feher für den Lehrkörper. Auch die gegenwärtige Schülergeneration stellte ihren Redner. Der Jubilar sprach tief ergriffen seinen Dank für die Ehrungen aus und gelobte, auch fernerhin feine Kraft in den Dienst der heiligen Sache und der Jugend zu stellen. Möge ihm dieses noch lange Jahre vergönnt sein. w"»y. Malmö, (Schweden), 28. Jan. Am ' vav n"-, ist Frau Deborah Schönkopf nach vielen Jahren langwieriger Krankheit abberufen worden. Die dahingeschiedene Fi.au Deborah Schönkopf, Gattin des Religionslehrers in Lund, gehörte zu den o'vz, deren ganzes Leben erfüllt war von den heiligen Idealen des Judentums und von dem Bestreben, ihre Kinder zu guten treuen Jehudim zu erziehen. Einer ihrer' Söhne, Dr. M. Schönkops, wirkt als verdienstvoller Synagogenvorsteher der Gemeinde in Malmö. Die große Beteiligung bei der Beerdigung zeugte von der Wertschätzung, deren sich die Dahingeschiedene in allen Kreisen erfreute. An der Bahre schilderte Herr Rabbiner Dr. W o h l st e i n in' ergreifenden Worten das ftomme Leben und Wirken der Dahingeschiedenen, die demutsvolle Ergebung in den Willen G'ttes, mit der sie alle Leiden und Schmerzen, alle Prüfungen des Lebens ertragen. Möge der Mlgülige dem frommen Gatten und den tiefgebeugten Kindern seinen Trost spenden. ' rraiurv Base^, 1. Febr. Am rw 's p"vv begleiteten Freunde und Bekannte aus allen Teilen der Schweiz und des naheliegenden Auslands Jfaac Rokowsky zur letzten Ruhe. Was die schweizerische Judenheit an dem allzufrüh Heimgegangenen p'nr verloren hat, wurde in den verschiedenen von Herrn Rabbiner.Dr. Weil Basel, Jeschiwaleiter E. Botschkos Montreux und Dr. Marcus Cohn, Basel in warmen Worten zum Ausdruck gebracht. . . . In jungen Jahren kam der Verstorbene mit seiner ihm gleichgesinnten Gattin nach Basel, um sich hier einen Hausstan) zu gründen. Er hat es verstanden, in redlicher und fleißiger Arbeit seinem Geschäfte Ansehen und seinem Ramep güten Klang weit über die Grenzen seines Wirkungskreises zu verschaffen. Reicher Lohn erblühte ihm in den Kindern, die alle in dem von ihm gewiesenen Weg wandeln. Nicht nur seiner Familie, auch seinen Geschwistern und weiteren Anverwandten war er stets ‘ ein väterlicher Freund und Berater. Wer auch sonst als Gebeugter sein Haus betrat, verließ es getröstet durch Wort und Tat. Auch in der Basler Judenheit wird die Lücke verspürbar bleiben. Rokowsky widmete-sich trotz seiner geschäftlichen angespannten Tätigkeit ständig den Aufgaben der Thora. So gehörte er auch zu den ersten, -welche sich s. Zt. um den verewigten Rabbiner Dr. A. Cohn sammelten, um in Basel den Schomre Thora- Verein mit Beshamidrasch zu gründen und zu fördern Sein Haus ist es, welches „Gemillus Chesed" in wahrem Sinne des Wortes zur Wirklichkeit werden ließ. Wohl kaum ein Fremder kam nach Bafel, ohne darin Ausnahme gefunden zu haben. Selbst in den letzten Monaten seines Lebens, als eine heimtückische Krankheit ihn befallen, ließ er sich nicht nehmen, omnin nojon in schönster Weise zu üben. Seine Gattin, welche ihm im Leben treu zur Seite gestanden, hatte ihn in aufopfernder Liebe und Fürsorge fast fünf Monate lang Tag und Nacht gepflegt. Sie wird auch weiterhin darüber wachen, daß das, was der teure Heimgegangene mit ihr gemeinsam geschaffen, in der gleichen Art und Weise weitergeführt werde, unterstützt von den Kindern und Schwiegerkindern. Darin mögen die trauernden Hinterlassenden ihren Trost fiden. •rr'axan Gailingen, 23. Jan. Unsere Gemeinde hat leider einen sehr schweren Verlust erlitten. In ihrem 77. Lebensjahre wurde die allverehrte Frau Mathilde H a s - gall geb. Wallensteiner, plötzlich ihrer Familie und ihrem großen Freundeskreis entrissen. Eine wahrhaft, g'ttesfürchtige Frau, in der Sorge für den Gatten und die Kinder unablässig bemüht, war die teure Dahingeschiedene. In mehr als 46 jähriger Ehe verstand sie es, dem unablässig schaffenden Gatten das Leben zu verschönen, ihren Kindern in Liebe und G'ltergebenheit ein leuchtendes Vorbild zu sein. Es war ihr gegönnt, alle Kinder zu prächtigen. tätigen Menschen heranwachsen zu sehen, denen, wie den Eltern, das G'tteswort heilig und unverletzlich geblieben ist. Trotz des herannahenden Sabbat war die Beteiligung bei der ungemein rege; die jüdische und christliche Bevölkerung unseres Städtchens.gaben der teuren Verblichenen das letzte Geleite. >n"arun . Sulzbürg. Oberpf., 3. Febr. Am 17. Februär feiert Frau. Jette N e u st ä d t e r , Witwe des im Jahre 1915 in Sülzbürg, Oberpf.. verstorbenen , und in dortiger Gegend Noch in bester Erinnerung stehenden I. D. Neu-» städter Vit. im Kreise ihrer Kinder ihren .75. Geburtstag. Frau Neustädter erfreut sich bester'körperlicher und geistiger Gesundheit und gilt atz eine jener frommen Frauen, für die es zu allen Zeiten nur einen Weg " m c> soHn gibt, den von der Thäürö vorgeschriebeNen. Arme und Bedürftige waren) solange sie eigenen Haushalt führte, die gern gesehenen Gäste ihres Hauses, und in gleichem, treuem Sinne hat sie ihre Kinder erzogen. Möge sie im Kreise ihrer Kinder und Enkel noch, recht viele Simchaus erleben. "•erywy ßalberstadt, 2. Febr. Mit dem Heimgang -Meyer Wegers der, 70 Jahre alt, nach schweren Leidensmonaten am'rra'poäv gestorben ist, hat das Maurohlernen in Deutschland einen beklagenswerten Verlust erlitten. Auf den Jeschiwaus seines Heimatlandes erwarb er ein außergewöhnliches Maß von Kenntnissen And widmete die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens lediglich dem Lernen. Ein geradezu wunderbares Gedächtnis, mit großer Scharjsinnigkeit verknüpft, befähigten ihn, daweite Gebiet von Schaß und Poskin mühelos zu beherrschen, und die Hatoras Haurohoh, die er aus den Händen Rabbi Jizchok Elchonons in Kowno empfing, bekundet das Maß von Werlschätzung, das dieser Lehrer diesem Schüler entgegenbrachte. Seit 1889 lebte er in Halberstadt. Hier galt es einen nicht leichten Lebenskampf zu bestehen. Dennoch kehrte Meyer Weger in den Morgen- und Abendstunden eines' jeden Tages allezeit zu seinem Lernen, das ihm 'jegliche Art von Zerstreuung zu ersetzen vermochte, zurück, und eine große Zahl von Schülern hat, in ihm den Lehrer verehrt. Im Trauerhause nahm der älteste Sohn, 'Studienrat Dr. Weger, Frankfurt» «. M. namens der Familie von dem Vater ergreifenden Abschied, und auf dem Beis Aulom zeichnete' Rabbiner Dr. I. Auerbach, selbst tief ergriffen, ein Bild de- Heimgegangenen Talmid Ehochom. J , ■»n*axin Vermischtes V HadäMär 5: Febr. Anläßlich" des 40, jährigen Bestehens des Jüdischen Frauenvereins hatten'''sich die-'Mitglieder desselben am Samstag, 24. Januar zu einer schlichten Feier zusammengefunden. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage, sah man von einer großen Feier ab. Herr Lehrer unb Kantor Carl Hartogsohn überbrachte die Glückwünsche dex Gemeinde und gedachte in seiner-Rede besonders der Verdienste des Vereins. Anschließend trug Frau Franziska Neuhaus in humorvollen Reimen vor. Der wohlgelungene Abend wird den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben. Köln, 3. Febr. Eine stattliche Reihe ehemaliger Uebungsschüler, jetzt Herren und Damen, wählten in, feinsinniger Weise den altjüdischen Schülerfesttag, den 15. Schewat, um an der trauten Stätte ihrer Schulzeit einige vergnügte Stunden der Erinnerung und des Wiedersehens mit ihren alten Lehrern zu verbringen. Für leibliche Genüsse war bestens gesorgt, für geistige Nahrung machte sich der Leiter des Abends, Uebungsschullehrer Großmann, verdient. Studienrat Gut zeigte in einem humorvollen Streiszuge durch vier Jahrzehnte, was die Seminaraula im Wandel der "Zeiten gesehen, gehört und erlebt hat. Oberlehrer Dr. Harth gab einen interessanten Rückblick über die Entwicklung der Morijah und den Wert der Schülervereinigungen. Lehrer und Schülev erzähften in buntem Wechsel aus dem reichen Schatze der Jugend- und Schulerinnerungen. von schönen und schweren Tagen, und Zeiten. Ehorgesänge und Solovorträge bewiesen, daß die edle Frau Musika im jüdischen Lehrerseminar eine gute Pslegestätte gefunden hat. Möge dieser gute Geist noch lange Jahre bleiben im Hause der jüdischen Lehrerbildung. Sprechfaul. f Kaschr,u-v:rhältnisse in Karlsbad. Verehrliche Redaktion! Mit Bezug auf die in ihrer Zeitung veröffentlichtem Zuschriften üver die Kaschrusverhättnisse im Kurort Karlsbad möchten wir zur Aufklärung der Oeffentlichkeit Folgendes feststellen: Vor zwei und den vorangegangenen Jahren fanden während der Kursaison in Marienbad eine Reihe größerer und kleinerer Versammlungen der bedeutendsten dort zur Kur weilenden Ra-biner und anderer orthodoxen Juden aus allen Ländern statt, die sich mit dem Kaschruswesen in Marienbad,-Karlsbad und anderen großen Kurorten auf dem Gebiet dree tschechoflovakifchen Republik beschäftigten. Es wurden die schwersten Bedenken gegen die in den KoscherrestallraNtherrschenden Verhältnisse vorgebracht und in ein Protokoll mit den Unterschriften einer großen Anzahl von Rabbinern festgelegt. Es wurdo beschlossen, daß diese Restaurants in Kaschrus unmöglich als verläßlich gelten können, bis nicht ein orthodoxer „ M ü r e H o r o o h " in diesen Orten, angestellt wird, der alle Speisegelegenheiten genau überwacht ünd für das gesamte.Kaschruswesen verantwortlich ist. - Das Rabbinerkomitee der orthodoxen Landesorgamfatipn in der Slovakei als die nächste autoritative orthodoxe rabbinische Körperschaft, wurde ersucht und bevollmächtigt, die Verhandlungen mit den Restaurateuren zu führen und dir notwendigen Maßnahmen zur Sicherung, des Kaschrus durch Einsetzung des My r e H o rö oh der natürlich auch über .die Schechita die Aufsicht zu führen hätte,^ zu treffen. . Das geschah auch. Nach inühenollen Vgrdirbeitett wurde . ein solcher More - H o r o o h in 'MatieNbäd antjestellt, deic dort, m älten Restaurationen, die sich dieser, Aufsicht-uitterstelleir, das Kaschrus zur allgemeinen Zufriedenheit überwacht und dafür unserem

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