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Der Israelit · 1931-02-05 · Heft 6 (5.2.1931) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 6 (5.2.1931)
Date
1931-02-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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'5, Februar 1931 Der Israelit Nr. 6 Seite 7 Raöbinerkomitee verantwortlich ist. In Karlsbad hingegen Miterten alle Versuche, Wandel zu schaffen, an dem Widerstreben der Restaurateure. Infolgedessen blieb m Karlsbad alles bnm AlteM Die Beschlüsse der Räbbinerversammlnngen konnten gerade wegen des Widerstandes der in den Zuschriften an den Israelit genannten Nestau rareure dort nicht durchgeführt werden und das orthodore Rabbinerkomitse hat auch heute noch dort ebensowenig eine Ingerenz auf das Kaschruswesen wie zuvor. Don diesem Tatbestand, der an sich bedauerlich genug! ist und den orthodoren Kurgästen in Karlsbad sehr unangenehm ist, sprach unser Präsrs, Herr Oberraboine Weber gelegentlich auch mit Herrn Bachrach aus Hamburg. Er legte dar, daß es in Karlsbad im Gegensatz zu Marienbad nicht gelungen ist, die im Protokoll der Rabbinerversammlungen. sestgestellten Mängel durch die Bestellung! eines orthodoren More H o r o o h , der das gesamte Kaschrus überwachen sollte, zu beheben. Bratislava, den 8. Schewat 5891. Zentralbüro der o r t ho doren israelitischen Gemeinden in der Slovakei. Briefkasten. HI. Hl. W. 50 Mk. dem bestimmten Zweck zugeführt. A. A. in Kt. Sie schreiben uns zum Kapitel „Nächstenliebe", daß als vor zwei Jahren ihre Tante starb, ihnen noch der Beerdigung ihr Nachbar und Freund, der katholische Pfarrer, geweihte Kerzen sandte, die Sie für die Seelenruhe der Toten brennen sollten, da „die Juden keine Kränze nehmen". Wir kommen Ihrem Wunsche nach, darauf hinzuweisen, daß man beim Geschirrspülen mehr Vorsicht walten lasse, da Ihnen Äußerungen von Mädchen zu Ohren gekommen sind: „Wenn die Herrschaft nicht da ist, da spüle ich das Geschirr milchding und fleischding zusammen." * W. H*. in K. Die Berichte stammten . von der Jüdischen Telegraphenagentut (Berlin, Halensee, Eisenzahnstraße 6), die Ihnen vielleicht nähere Auskunft geben kann. Familiennachrichken. Geburten: Ein Sohn, Leo Lehmann, Fulda. 29. Januar 1931. — Zwei Töchter, Israel Freund und Frau Rosel geb. Lange, Tel Awiw. — Eine Tochter, M. Sohlberg-Hausdorff, Basel, Sängergasse 26. Die Woche. Der WellMm des Das-Jomi in Frankfurt. Ein düsterer Schatten lag aus der Feier, aus die vielesich schon lange so ehrlich gefreut hatten. Das schwere Unglück, das die Familie unseres Ooerkäntor Peifsachowitsch traf, ereignete sich bei der Vorbereitung für dieses Sstum-Fest, und man war am Sonntag morgen unter dem Eindruck.des entsetzlichen Vorfalls, nicht sicher, ob der Sifum überhaupt noch stattfinden sollte. Schließlich aber siegte doch jüdische Thorafreude über Trauer und Bestürzung, und sie gab auch dem Leiter des Schiur, Herrn Herz Halpern, der in nahen verwandfchaftlichen Beziehungen zum Hause P. steht, die Kraft, die siebenjährige Geistesarbeit in vorgesehener Weise zu beschließen und bis in später Nachtstunde am Feste tätig und sühend mit dabei zu sein. Der a k a d e m i s ch e Teil fand im vollbesetzten Lokale des Mekor Chajim gegen 7 Uhr abends statt und bestand in einem längeren Hädranvortrag des Herrn Halpern, dem die anwesenden cw'von an deren Spitze unser Raw, mit größtem Interesse folgten. Eine Stunde später sahen etwa 50 Menschen, beständige Schiurteilnehmer und Ehrengäste, an einer schön gedeckten Tafel in den Räumenn der A. I. Iugendgruppe. Junge Menschen, besonders Mädchen aus den Kreisen der Iugendgruppe, stellten sich in den Dienst der guten Sache, nahmen der Familie Halpern die Arbeit ab und halfen.unter Leitung der Frau Leopold Oppenheimer das,Fest zu einer wahren ms» nnvv zu gestalten. Zwischen den ganz vortrefflich zubereiteten und' schön servierten Speisen gab es gute Reden, die für Stunden Sorge und Trauer zurückstellten. Es sprach als erster unesr Raw, Herr Rabbiner Horowitz, und zeigte in geistvollen Erklärungen zur Schiro, wie wir Freude und Begeisterung, aus dem Augenblicke geboren, als dauerndes Gut, als Ouelle immer neuer Begeisterung und starken Willens zur Thora uns bewahren können. Herr Leopold Oppenheimer begrüßte mit herzlichen Worten die Gäste im Namen der Agudas Iisroel Orts- und Iugendgruppe und dankte dem Dozenten. Auch. Herr. Halpern ergriff noch. einmal das Wort zu einem Willkommsgruß und. bat die ^Gäste, unter den obwaltenden Umständen Nachsicht zu üben. Herr Philipp P o s.e n. der zusammen mit Herrn Dr. W. Hofmann den Vorstand der -Israelitischen ReligiostsMellschaft vertrat, entbot herzlichen Gruß m Namen der ,-Kehal Ädaß Jeschurun". , . Darauf erfreute uns Herr Rabbiner Moses Äfltf Völkerwüste, können wir auch nicht einen einzigen. Frau Rosa Peissachowilsch Rabbine^ D?^°M er"?b^m' au^^Ldt 2 1 Eine Schreckensnachricht durcheilte Sonntag morgen halachifche Abhandlung oor^ um damn Agadaworte über unsere Kehilla, und die jüdische Bevölkerung über dm den im Eruw sich dokumentierenden Einheitscharak-!t«C nhprf rm ter des jüdischen Volkes anzuknüpfen. Eine tiefschürfende prau Rosa Pest achowitsch d e Gattin unseres Oberkanhalachifche Abhandlung bekam man auch aus' jugendlichem •tors' wurde mitten aus tätigstem frohem Leben, mitten Munde dem hoc o.Vfic. u*L„ -aus den Vorbereitungsarbelten für eine Es' sprach dan?Herr Redaktem S. Schachno w itz inay\* /n den Tod gerissen Es ging lange bis man über die aeistiaen Stützounkte der Amidns fcQS Entsetzliche fassen konnte. Und diese Fassungslos:»- -°-l Mdm-N-ichtwchügst-V« D°, Jo^nii tcit b?h"/lchtnoch diüberaus große Traiiergememde sei. Zur Eharaiterisiernnq d« nnw°-,°N-n Lharalt«-?"*? ™ ^dho! der J-rn-Iüld-s Das Jomi, di-ftr „Talmnd.Jnt-rnttionak" gab -r Kn Re».g>°n-g-,«,ch°!t, wo w>r dw ,°h Dahmgeden Inhalt eines Briefes ans Sowjet-Rntziand wieder,1 febenc m roortl°fem Schmerze zur letzten Ruhe bet. der als Datum an der Spitze das betreffende Tages-! «\ -rc j. ., . , e , das aus dem Traltate Ri)a trägt. In verlteckter Dach. Sr-U P--!l°ch°wttsch war Tochter des bekannten kainmer sitze einsam -in Jude, °°n Spione^uqen °°r. Ob-rkantorder «d°b Jwrae m »erim, Dubow-Iy foltg. and fühlt sich mit dem Jndentün, der Welt °°r.-"" Z°l>° 2nt-ll'g°nz. Bildungsdrang, fester Wille, bnnden. das mit ihm Daf Jomi lernt. Er zitiert: "Tre und -me non den Eltern ererbte einige Am-,»räche de- „S-nn-ke," bei der G-bu.,-s1änd schlichte Frömmigkeit z°lchn°t-n ihr Wefen von de- Daf Jomi in Wi-N und schlicht mit warmen Slüif.;?S*“ ,? «5 £??r ÄSAtt S*"«f»e™ “ntrm0b^'n Bd,et bts Schm-- S«™ | “dm “" b S Sre 1$Ä Sb 8«sltf““ J " «Covr o o m , « rin fernes Lebens über ein Vierteljahrhundert lang. Wie sie hoc; itnh km |Ue^?aTMcn ihrem Manne in allen Lagen des Lebens stärkend und auf- »an SZlr “n,5 “6Ä --"- langerzur Seite stand wie ,ials Hausfrau mit klu- R ° »-1f° h n gi't s-qte-bli-.- Rabbi Met, Ämib7'b.w :L ,kN?'idr'?d»?Kind» ^°,w°l"Zjbnkund L?«7-!VLV'n?7kw?^^ Tochter erzog und öls Menfchm 7nd Juden ,1 ertüchtig,/, das konnte jedermann sehen der dieses tzaus Ä.1-7 m6' l8 s »nd diese Kinder kennte die aber tu Familie näher ff ®r- J>0f™“nn„b0=lfta"bm, rnugien es täglich von neuem bewundern. Mit Wort, um an d,° Aniange des Daf tu Frankfurt a.ifgefchlossenem Sinne stand diese Frau mitten zu erinnernr-Der erste Daf Jomi vor siebeneinhalb Jahren wurde von Herrn Dr. S. Ehrmann und dann von ihm, Herrn Dr. Hofmann, gelernt, bis er in die feste Hand des Herrn ^alvern überging. Den Reige'i der Reden schloß Herr Obekantor Varuch aus Karlsruhe. (den wir feit einiger Zeit h Frankfurt als den unsrigen anfvrechen dürfen) mit herzliche,: Worten des Grußes und Dankes. Es wurde zwifckiendurch auch einiaes gesungen, wenn auch die svontane Freude bei dem Ernst der Situation sich nicht in dem Maße wie bei sonstigen Anlässen dieser Art Bahn brechen konnte. Mit dem Tischgebete nahm das Fest nach Mitternacht sein Ende. So haben wir ims in Frankfurt an dem WeMeste des Daf Jomi beteiligt. Wer dabei war, ging geistig bereichert für sein Leben von dcnnren. Hermann Lehmann-Schule. Am Sonntag, den 18. Januar, fanden sich eine Anzahl Damen und Herren der Jüdischen Frauen-Vereinigung und des Keren Hathora in der Hermann Lehmann- Schule in Offenbach ein, um mit den Eltern der diese Schule besuchenden Kinder und deren Lehrer, Herrn Dr. Guttmann, gemütlich zusammen zu sein. Zwei lange Tafeln waren von einigen Damen >n liebenswürdiger Weife festlich heraerichtet und Teller mit Kuchen und Tee winkten verführerisch. Frau B e st h o s f begrüßte die Väter und Mütter, dankte den Damen der Frauen-Vereinigung für ihre Bemühungen und gab der Hofnung Ausdruck, daß das Ergebnis dieser Zusammenkunft ein förderliches für die Hermann Lehmann-Schule fein werde. Nach dem aus- und eindrucksvollen Gedichts-Vortrag einer Schülerin und nachdem den leiblichen Genüssen hinreichend zugesprochen worden war, ergriff Herr Dr. Ehrmann das Wort, um in zündender, geistvoller Rede die Eltern auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Hermann Lehmann-Schule hinzuweisen. Er verstand es meisterhaft, in zu Herzen gehenden, dem Verständnis der Eltern angepaßten Worten sie an das Erbgut, das sie übernommen und weiter zu pflanzen hätten, zu erinnern. Er schloß mit edr Bitte an die Eltern, ihre Wünsche zu äußern und eventuelle Vorschläge zu machen, um den Besuch der Hermann Lehmänn-Schule zu einem regeren zu gestalten. Herr Leopold Oppenheimer schloß sich in kurzen Ausführungen diesen Worten an. Nach längerer Diskussion wurde ein Elternrat gebildet, aus drei Damen und drei Herren bestehend, der sowohl mit dem Lehrer, wie mit der Jüöichen Frauenvereinigung und dem Keren Hathora in Verbindung bleiben soll. Cs steht zu hoffen, daß durch dieses Instrument das Interesse füt die Hermann Lehmann-Schule gesteigert und sie wieder zahlreicher von Kindern besucht wird. Nach dem Vortrage zweier Gedichte oon Schülerinnen und nach einigen Worten von Frau Besthoff, die trotz der wirtschaftlich schweren Zeiten den Kindern eine Chamicho-Oßor-Feier in Aussicht stellte, wurde dieses Beisammensein in später Nachmittagsstunde beschlossen. Wie versprochen, fand dann am letzten Montag die Chamischo-Oßor-Feier für die Kinder statt. Wie alljährlich hatten sich wiederum Damen der Jüdischen Fraüen- Vereinigung bemüht, die Tische reizend zu decken. Die Kinder nahmen vor ihren nnt Obst, Schokolade und Bonbons gefüllten Tellern Platz und Frau Vefthoff begrüßte sie in liebenswürdiger Weife, ihnen ans Herz legend, im Leben die Lehren der Hermann. LehinaNn- Schule zu betätigen. Herr Dt. Guttmann sprach zu ihnen von der Bedeutung des tnen nvp nvön und den Lehrest von... Hillel v. Schammai, sie besonders ermahnendalles avb zu tun . Die Kinder sckjMaustön mit Vergnügen, und einigö Schülerinnen mrgen durch den Vortrag ernster und heiterer Gedichte zstk Hebung ijer Stimmung bei. Eine Frankfurter Estättin sasig Jargostliever, und spitzltö mit iWst, ,.so vatz im Leben. Ihre Art, zu reden und sich zu geben, zeigte die Dame im guten und nicht zuletzt im jüdischen Sinne. Eine - war sie ihrem Manne, wie S. R.- Hirsch das Wort deutet, im Sinne »an ---- , die ihrem Manne bei seinem heiligen Amte im Dienste G'ttes und seiner Gemeinde etroa das war, was der Vorhof dem Heiligtume, diesem als Opferstätte äußere Aufgaben abnehmend, war. . Kaum fllnfundfünfzigjährig, mußte diese seltene Frau' von uns gehen, diese - V -- von ihrem Gatten, ihren Kindern, ihrem Hause, scheiden. Die Tragik und Plötzlichkeit, unter der dieses Hinscheiden vor sich ging, vermehrt noch den Schmerz. Ihre Verdienste bleiben unverwischt und werden fortwirken in der Zukunftsgestaltung ihrer Kinder, in denen auch dem Gatten, dem heute unser aller innigste Teilnahme gehört, der wahre g'ttliche Trost erblühen mag. mit ihnen UKWLMKMWH iirÄwÄsrunmö Thora leben könne. Heute, äuf dem Marsche Vom Vorstand des Vereins „Esras Noschim" geht uns noch ein Nachruf auf Frau Peifsachowitsch zu, die früher dem Vorstände angehärte, dem einige Sätze der Würdigung und des Dankes entnommen feien. Ausgestattet mit echt jüdischen Frauentugenden, ein Vorbild an Opferbereitschaft, voll starkem Empfinden für jüdisches Gemeinwohl,, wie sie war, wirkte sich ihre treu sorgende Liebe weit über den engen Familienkreis histaus, zum Wohle ihrer Mitmenschen, aus. Mit nie ermüdendem Eifer war sie stets zur Hand, wo es galt, Not und Elend zu lindern, und mit ihrem geistvollen Humor hat sie es verstanden, Niedergeschlagenheit i n Hoffnungsfreudigkeit umzuwandeln. So war sie zur Zeit ihrer Mitarbeit unserem Verein die Kraft, zu der wir mit wahrr Verehrung aufschauten, über den Verlust wie heute aus tiefstem Herzen trauern. Ihr Andenken bleibt uns Unvergessen. Frau Rabbimr Judith Adler. Man schreibt uns aus Frankfurt: Eine allverehrte Fürstin der Liebe zur Thauro und Gemikuth-Chesed hat ihre ewige Heimat erreicht. Im gesegneten Alter von 94 Jahren hat Frau Rabbiner Judith Adler, Kitzingen an: juv den 6. Schwat ihre bis zuletzt hellen und wachen Augen geschloffen. Sie war gefürsteter Abstammung, mit ihr ist das letzte Kind des Würzburger Naw ^"sr, des rvvn -n» von dieser Welt geschieden. Und sie hatte die reiche Würde, die reiche Bürde dieses kostbaren Erbteils stets klar und bewußt hochgelragen. Das übervolle Herz drängt, sie zu feiern als Prunkdenkmal alter, harmonisch gefügter Zeit, als strahlendes Vorbild für zerspaltene Gegenwart. Aber letzter heilig zu ehrender Wille ihrer Demut verbietet das. Nur eines muß gesagt werden, das ihr ganzes Leben als eine leuchtende Landschaft mit unendlichen Perspektiven erscheinen läßt. Sie hat verfügt, daß aus dem Tisch ihres.- Hauses an dem über sechzig Jahre gelernt wurde, ihr Sarg gezimmert wird. -rrasan Wohltätigkeitskonzert. Die „Jüdische Wohlfahrtspflege" veranstaltete am letzten Samstag abend ein Konzert zum Besten ihrer Wohlsahrtszwecke. Die Veranstaltung stand yiie immer auf hohem künstlerischem N'veäu. IDie Gesangskünstler Frau Wein s.ch e n k, Herr Karff Rehfutz, sodann Konzertmeister K o l b e r g, sowie Alfred Höhn, . Frau. Nosy G ei^ et-Küllm allst und Herr Erich Jwr Kühn am Ülaoier gäbest ihr Bestes, Der Saal war gut besucht. Män darf Höffen- Laß auch.der letzte Kuystzwech die Erschließung der.Herzen üüd Häüde.für die schMre Npt in der jüdischest Bevölkerüütz unserer Stadt, erreicht wurde.

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