Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1931)
- Date
- 1931-01-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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& genügt 1931 - - D et 3 - re eilt WUMMWWWMMIUWfi Nr. Z Seite-1A Die Woche. Rabbiner M. Lngelmaier ^^r- Einer der mvom v^-na der ganz alten Schule ist im hohen Alter, und dennoch zu früh, von uns gegangen. Rabbi Engelmaier, früher als der' „Limner Raw" zu den größten Rabbinern Galiziens zählend, wurde vom Kriegssturm vor Jahren hierher verschlagen und fand hier sein Heim, seinen Lebensabend und nunmehr die letzte Ruhestätte. Wenige haben ihn gekannt, noch weniger war die Zähl derer, die diesen Mann nach seiner vollen Bedeutung zu würdigen wußten, aber jeden, dem dieser Rabbi mit seinem versonnenen Blick wie ein Heiliger aus früheren Zeiten einmal in den Weg kam, erfaßte doch die Ahnung: es ist ein Besonderer, einer, der nicht von dieser Welt ist, einer, der mit unermeßlichen Reichtümern in der Seele hoch über aller Not, allem Jammer, aller Kleinheit der Zeit steht. Und die kleme"Wemeinde derer, die ihn näher kannten, die zu ihm kamen und zu ihm hielten, fühlte sich in einen Lichtkreis gestellt, der beglückend wirkte. Nie traf Jüan den Rabbi anders als miayn >yi mwn!>ylieber die Lippen kamen Thoraworte, aber oft aus solchen Tiefen hervor, daß sie nur schwer und langsam ins Verständnis der Hörer übergingen. Rabbi Engelmaier, bewandert in allen Teilen des offen niedergelegten Schrifttums, befaßte sich in den letzten Jahren viel mit röty- Das machte ihn in Verbindung mit seinem mmx »mron und unvergleichlichen mvay zu einem ganz Besonderen, einem Begnadeten. Wohl denen, die das Glück hatten, ihn im Leben voll zu erkennen und aus dem tiefen Born seines Wissens zu schöpfen. Es war so, als wäre erst mit dem Heimgang dieses .Großen den Vielen aufgegangen, welches Kleinod wir m unseren Mauern besaßen und nun verloren haben. Seitdem am Freitag mittag die schwere Erkrankung des Greises bekannt war, herrschte tiefste Erregung in den Kreisen der rrn unserer Stadt. Mit Sabbateingang hauchte er seine Seele aus. Am Sonntag Vormittag bewegte sich hinter der Bahre ein Ehrenzug durch die Straßen, wie ihn in dieser Stärke und Ergriffenheit Frankfurt selten gesehen hat. Es war nicht leicht, bei dem ungeheuren Menschengedränge in der Friedhofstzalle der Israelitischen Religionsgesellschaft die Ruhe und Ordnung für die vmvn aufrecht zu erhalten. Als nun die letzten Töne des cmnn -nsn verklungen waren, stimmte unser Raw als erster ergreifende Klage an über „diese Thorarolle", die unter uns, nicht ganz nach Gebüor geachtet, geweilt hatte und nun in die Erde sinken sollte. Nach ihm hielt der Brodyer Dajan einen Hesped in der Art und Sprache seiner Heimat, aus der man die tiefe Ergriffenheit des. Redners herausfühlte. Rabbi Mosche K a r p e l nahm Gelegenheit, ein paar Mussarworte an das^ Auditorium zu richten, sich mehr als es bisher geschehen ist, um die in Not l e b e n d e n n"o zu kümmern und nicht mit d'er Ehrung erst bis nach ihrem Tode zu warten. Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Stuttgart, sprach einige herzliche Worte der Würdigung. Herr Jacob Rosen he im rief dem Nachbar und verehrten Rabbi, der in seine eigene Welt einzieht letzten Gruß zu. Cs sprachen noch die Herren B. R a ch e l s o h n, Rabbi Korn und Salomo Roftschild, die alle die große- Bedeutung Rabbi Engelmaiers schilderten und unter Anführung und Deutung von Schrift- und Talmudstellen den großen Verlust beklagten. Die Bestattung zog sich unter diesen spontanen Trauer- und Ehrenkundgebungen von 11 bis gegen 2 Uhr hinaus. Möge der -!ma und p’is uns allen ein p’V» sein. * -* * Ueber die Herkunft und das frühere Wirken Rabbi Engelmaiers irxr gehen uns aus dem Kreise seiner Vertrauten noch folgende Angaben zu: Er war in Lomna (Limne) in Galizien geboren. Die Familie führte ihren Stammbaum bis zu zurück. Sein Vater, ein hervorragender Talmid-Chochom, gehörte dem Kreise des Komarnoer Rebben an. Zu Füßen dieses großen Rabbi Eisik, der tiefe Kommentare zum- ->N7 geschrieben hat, sah der Heimgegangene vom 11. Lebensjahre an. An der Seite dieses Mannes lernte es Rabbi Engelmaier nbai, mit nasn zu einer Einheit zu verschmelzen. Auch das große Maß von Ti'V'is unü nivvn hatte er von diesem und den späteren großen Meistern angenommen. Mit 14 Jahren ging Rabbi Engelmaier nach D i - n o w zu dem 'Rebben Rabbi Dovid, dem Sohne des bei dem er bis zu dessen Tode blieb. Dort erhielt der Geist Engelmaiers das Gepräge, denn auch noch im Greisenalter bewegten sich seine Thoraworte in den Bahnen des ’sa Er ging dann nach Belz zu Rabbi Jehoschua, dem Großvater des derzeitigen Belzer Rebben, wo er enge Freundschaft mit dem Sohne, dem nachmaligen. Belzer Rebben, schloß. Er genoß in Belzer Meisen die höchsten Chrungenund er wurde auch mit dem Unterricht der Söhne vom Rebben betraut. Hier vervollständigte er sich in nivon bis zur höchsten Höhe. Von jener Zeit bis zum Kriegsausbruch, ca. 40 Jahre, sprach er am Sabbat kein Wort in anderer Sprache als in Er hatte an Wochentagen viel gefastet. Er übte Wohltätigkeit, so lange er es konnte, besonders zu Gunsten der Belzer Jeschiwa. Auf direkten Wunsch, ja Befehl des Rebben nahm er dann die Rabbinerstelle in seiner Geburtsstadt Limne an. Schon damals schreibt der Belzer Rebbe von ihm in einem Briese nach Limne u. a.: maix ]n ],i Vna rrn- 38 Jahre lang war er Führer seiner Gemeinde, und unzählige Chassidim aus der Umgegend pilgerten zu chm. Erst lange nach Mitternacht konnte er sich zu Bett begeben und morgens in aller Frühe begann der' Tag mit mp» ,:mv und n-my. Viele Bachurim aus der ganzen Umgegend scharten sich um ihn, um aus seinem Wissensborn zu schöpfen. Als seine Bedeutung bekannt wurde, wurden ihm höchste Ehrenstellen in großen Gemeinden angetragen. Er aber lehnte ab, in der Befürchtung, er könnte dort in seinem nn’om mms gestört werden. Die Freitagnacht verbrachte er stets im Lernen und in r-n-p®- Unzählige kamen zu ihm, um Trost zu suchen, und sie fanden ihn auch. Aus der Limner Zeit entstanden neun Werke, Erklärungen zu Thora nach kabbalistischer Methode. Ein Verwandter erzähtle, er habe einmal Rabbi E. beim Lernen angetrosfen, und es dauerte beinahe eine Stunde, bis er ihn überhaupt gewahrte. Er ließ von dieser Methode auch in seinen letzten Jahren, die Jahre der Not und der Entbehrung waren, nicht ab. Auch da konnte er immer noch von dem Wenigen, das' ihm zugedacht war, etwas für Arme erübrigen. Als der Krieg ausbrach und ihn, wie viele andere, aus der. Hemat vertrieb, flüchtete der Limner Raw nach Böhmen, von dort nach Nürnberg, wo eine Tochter von ihm wohnt. Rabbineer Dr. Klein erkannte sofort seine Bedeutung und blieb ihm bis zuletzt in treuer Freundschaft verbunden. 1918 zog er nach Frankfurt, wo einer seiner Söhne wohnte, und seitdem war er in unserer Mitte. Die Wenigsten konnten in diesem bescheidenen Manne den ,-nvu bna vermuten. Auf welchem Gebiete man es auch versuchte, der Limnaer Raw war überall gleich beschlagen. Sein Mussar, seine v'vii'n und auch feine o awj werden all denjenigen, die das Glück hatten, an seinen mnyo vbv teilzunehmen oder am Jomkippur bei der Tesillo in seinem Hause zu sein, unvergeßlich sein. Wer mit seiner Not und seinen Sorgen das Haus des Rabbi betrat, ging ueugestärkt von dannen. Am Mittwoch nacht verabschiedete er sich von seiner Familie und gab ihnen den Schlüssel zu seinen Kostvarkeiten: den Sephorim. Donnerstag nacht verschlimmerte sich sein Zustand, aber das Ringen dauerte bis zum Sabbateingang. Er gab seine heilige Neschomo seinem Schöpfer wieder mit dem deutlichen Ruse y»w urtö "ft» -i. . Am Sonntag morgen vor der waren alle seine Getreuen und Anhänger im Hause versammelt, um vor üer offiziellen Bestattung den vom p-ra noch einmal auf heimatlich chassidische Weise mit Lichtern und rmpn zu ehren. jryn- Konservaliv-jüd.scher (5emjiubet«än. Der „konservatio-Mische Gemeindeoerein", die Organisation der Frankfurter Gemeindeorthodorie, hielt am 3. Januar seine Jahresversammlung ab. Nach,Ermattung des Jahresberichtes ergri,f, wie wir einem offiziösen Berichte entnehmen — uns einzuladen hatte man ..icht als notwendig erachtet —, der Vorsitzende der Konservativen Fraktion in der Gemeindevertretung Herr Naftali Fromm das Wort, um sich u. a. gegen dtt Kritik des „Israelit" an seiner Geburtstagsrede zum Seligmann-Jubiläum zu verteidigen.. Er habe es b e * grüßt, bei jenem Anlaß als Sprecher fungieren zu dürfen, und er protestiere gegen die darum von seiten jer „Separat-Orthodorie" gegen ihn ergangenen Vorwürfe. Die Ceparatgemeinde habe kein Recht, hier Sittenrichter zu sein. Gerade der Verbleib der Konservativen m der Gemeinde diene der Stärkung des konservativen wie des Gesamt-Judentums. Wenn dir Austrittsgemeinde Israelitische Religionsgesellschaft sich als Fortsetzerin der alten Frankfurter jüoischen Gemeinde bezeichne, so sei oies sowohl formal als auch juristisch falsch. Selbst der Name, der sich bereits in im Gemeinde-Archiv vorhandenen Urkunden des 19. Jahrhunderts befindet, fei usurpiert. Die Großgemeinde bilde die legitime Fortsetzerin dev Alt-Frankfurter Kehilloh, und durch die Zusammenarbeit aller Richtungen in ihr sei allein die Zukunft des Judentums sichergestellt. Herr Felir Meyer wünscht, daß der konservativjüdische Eemeindeverein sich intensiver um die Gewinnung oer Jugend bemühe. Er weist vor allem die Anwürfe separatistischer Kreise gegen den konservativen Gemeindecabbiner und den Führer der konservativen Fraktion energisch zurück. Wenn die gegen sie gerichteten Angriffe Berechtigung hätten, dann müßten sie sich in gleicher Weise auch gegen einen Urenkel und Namensbruder Samson Raphael Hirschs wenden, der ebenfalls als ein offizieller Gratulant Rabbiner Seligmanns erschienen sei. Die orthodoxen Mitglieder der Gemeinde müßten gegen üe respektlose Verunglimpfung ihres Rabbiners durch Austritt aus der Separatgemeinde protestieren. R.-Anw. K l i b a n s k y erblickt einen Erfolg der konservativen Gemeindearbeit in dem neuen Steuerkompromiß wonach Mitglieder beider Gemeinden nur zwei Dritte! des üblichen Steuersatzes bei jeder der beiden Gemeinden zu entrichten haben. Damit habe zum ersten Male die Jsraelitische ReIigioNsgesel.scha,t de facto ihre Zustimmung dazu gegeben, daß das Steuergeld ihrer Mitglieder auch^ in die Kasse der Großgemeinde fließe. Eine Aufgabe des konservativ-jüdischen Gemeindeoereins bilde die Erhaltung des konservativen Judentums in den Außen- und Vorstadtbezirken, wo ein Autzendezernat für einen konservativen Rabbiner geschaffen werden müßte. Zur Ausgestaltung des konservativen Religionsunterrichtes sei zu erwägen, ob das Dezernat für Religionsunterricht bei der Gemeinde nicht getrennt durch einen konservativen und einen liberalen Referenten verwaltet werden könnte. Soweit der Bericht. Ob in der anschließenden lebhaftem Diskussion die kämpferischen Ausführungen der Vorredner allseitig gebilligt wurden, ist nicht bekannt. Wir möchten sie unsererseits jedenfalls nicht unerwidert lassen und bemerken dahtz.1 folgendes: 1. Warum die Separatgemeinde" kein Recht haben soll, den „Sittenrichter zu spielen", wenn öffentliche Akte füdischer Eemeindepolitiker überhaupt zur Diskussion stehen, ist das Geheimnis des Herrn Fromm. Wer Kegel spielt, mutz sich gefallen lassen, daß der Kegeljunge (lies: die Presse) angiebt, wieviel er geworfen hat —--das hat bekanntlich schon der alte Fritz erfahren und zugegeben. Aber hier liegt der Fall ja noch anders. Wir fühlen uns in innigstem Arewus mit denjenigen unsrer gesehestreuen Brüder verknüpft, die zu unserem Leidwesen einer religiös-neutralen Einheitsgemeinde angehören, und wir sind, das kann auch Herr Fromm nicht leugnen, auf Grund des "jmsy nx rnoi.i n'vin geradezu mim p verpflichtet, nnsre Stimme zu erheben, wenn wir Entwicklungstendenzen wahrnehmen, die das nach unserer Auffassung in der Zugehörigkeit zur Eiuheitsgemeinde liegender Unrecht verstärken und die Kluft unter den Gesetzestreuen selber noch erweitern. Wir sind ferner, darüber hinaus, auch verpflichtet, den eigenen Gesinnungsgenossen, der Jugend insbesondere, 6et gegebenem Anlaß zu zeigen, zu welch merkwürdigen Konsequenzen die Verquickung entgegengesetzter Weltanschauungen IN ein und derselben conseßionel-- len Gemeinde führen muß. Herr Fromm wird also ehrlicher Weise anerkennen, daß hinreichende Veranlassung ,ür uns vorlag, den „Sittenrichter zu spielen." Auf seine Polemik gegen die bekannte historische Feststellung, daß die Religionsgesellschaft die religiöse Erbin der alten, einheitlich gesetzestreuen und nicht in „Richtungen" organisierten Kehilloh kedäuscho Frankfurt ä'. M. ist, können wir in diesem Rahmen nicht eingehen. Es lohnt sich auch kaum, über eine derartige Binsenwahrheit zu diskutieren. 2. Von „Anwürfen" gegen den konservativen Gemeinderabbiner war in den Spalten unseres Blattes nichts zu lesen.Es handelte sich bei der uns zugegangenen und von uns veröffentlichten Zuschrift um eine sehr ernste und in der Form höchst respektvolle Kritik an einer Amtshandlung dieses Rabbiners, dem gleichzeitig sogar Worte der Anerkennung für manche Seiten seines sonstigen Wirkens gezollt wurden. Werden die Herren denn niemals die Fähigkeit erwerben, über weltanschauliche und halachische Differenzen innerhalb der Orthodoxie ohne hysterische Ueberempsindliihkeit und ohne Volksversammlungs-Pathos zu diskutieren? 3. Die Tatsache, daß auch ein Urenkel Samson Raphael Hirschs neben einem Enkel Seligmann Bär Bambergers dem Schöpfer der „Richtlinien" huldigte, war zwar dem Verfasser unsres Gemeindeberichtes noch nicht bekannt, aber sie wurde uns gleich nach Erscheinen dieses Berichtes von einem anderen Angehörigen der Familie des Würzburger Raws, der den Tenor jenes Berichtes völlig mißverstanden hatte, mitgeteilt. Wir hielten und haltendes nicht für nötig, von dieser Tatsache irgendwie Notiz zu nehmen — denn sie entbehrt völlig des öffentlichen Interesses. Der besagte „Urenkel" steht, wie seine Ausführungen selber beweisen — dem überlieferten Judentum vollkommen fern; er ist sich dessen sicherlich bewußt, und er hat mit seiner Rede gewiß nicht im entferntesten daran gedacht, einen öffentlichen - Akt im Sinne und Geiste seines Urgroßva.terL zu vollziehen. Wenn wir alles kontrollieren und kritisieren wollten, was abgefallene und aus dem religiösen -Kreise ausgeschiedene Enkel und Urenkel g'tiersüllter Großväter reden oder leisten, hätten wir viel zu tun. T o t.a l anders aber liegtder Fall ber dem Füft)- rer der . G e m e i n d e k o n s e r v a t i v e n. Hier-handelt es sich ja nicht nur, wie bereits oben bemerkt,,, hm eine Persönlichkeit, die nach Gesinnung und Lebensführung von dem unzerstörbaren Einheitsband umfaßt wird, das rnxvn ovpi nii»K um alle Gesetzestreuen schlingt, und der gegenüber daher die Pflicht der nn-m besteht,, sondern UM ein Mehreres. Herr Rastatt Fromm ist zweifellos überzeugt, daß seine Wirksamkeit als Gemeindevertreter ganz im Einklang mit den religiösen Anschauungen des großen Würzburger Raws^rr steht. Di fem Irrtum gegenüber war es daher das gute Recht und di: Pflicht unseres Korrespondenten mindestens in der milden Form einer rhetorischen Frage seiner gegenteiligen Meinung Ausdruck zu verleihen und darauf hinzuweisen, daß Rabbi Seligmann Bar Bamberger (für den ein Gemeindevorstand mit auch nur eine m «'o-nsa na» vt>n» in feiner Mitte schon kein Recht auf Steuererhebung mehr besaß!), die öffentliche Verherrlichung einer Persönlichkeit von der Art Dr. Cäsar Seligmanns aus der Tiefe seiner jüdischen Seele verurteilt hätte. 4. Wenn ein weiterer Redner es für richtig fand, das von ihm jo getaufte „Steuerkomprvmiß" als Erfolg der k o n s e r v a t i v e n G e m e i n d e a r b e i t zu feiern, so könnten wir mit dieser Auffassung ja an sich zufrieden sein, denn sie setzt voraus, daß auch die Gemeindeorthodoxie ein moralisches Interesse daran habe, die Religionsgesellschaft stark und leistungsfähig zu sehen. Das war in der Tat Jahrzehnte hindurch die ausnahmslose Ueberzeugung der alten Gemeindeorthodoxen, der Männer vom Schlage Jacob P. Posensirxl' Lassar Mainz' u. a. m. und ist noch heute die Ueberzeugung ihrer v"»y noch lebenden Zeit- und Kampfgenossen, die auch über die Seligmann-Feier anders denken dürsten wie!! M