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Der Israelit · 1931-01-08 · Heft 2 (8.1.1931) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 2 (8.1.1931)
Date
1931-01-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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8. Januar 1931 ' paläffituu Der letzte Hrözetz lm Iüsmnmenhayg mit den r Au^usl-Ünruhen iklPalästiya. . 1 Jerusalem, 2. Jan. Am 30. Dezember, jlvurde in dem letzten mit den -Angustnnruhen in / Palästina in Zusammenhang stehenden "Prozeß das Urteil gefällt. /Der Nachtwächter von Beth Malinr, der Mischen Vorstadt von Haifa, der ehemalige .Korporal Rubenstein, wurde wegen Mordversuchs zu Gefängnis. verurteilt.Rubenstein hat am 27. August 1929 Mfsteine Gruppe von Arabern, die-die Vorstadt Bäth Hälim angriff, gefeuert und dabei einen Araber verwundet. Dem Verurteilten wurde als mildernder llm- .stand angerechnet, daß er angesichts der Bedrohung von Bath Galim durch die Araber durch einen Schutz die Angreifer abschrecken wollte.- In der Urteilsbegründung wird Mer. erklärt, datz es seine Pflicht gewesen wäre, nicht nur selbst. nicht zu., schießen, sondernauch - andere vom Schietzen abzuhalten. Der Verteidiger Adv. Eliash erklärte, dem Staatsanwalt sei der Nachweis, datz Rubenstein wirklich den Schutz , abgegeben habe, nicht gelungen. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt. AMerikü. 275 Jahre jüdische Etnwänderuns nach Amerika. , . - . . . B o st o n, 3. Jan. Anläßlich der -275. Jahresfeier der ersten Nieder- . iassung von Juden in den Vereinigten Staaaten wurde sn dtzr historischen Fanciul Hall zu Boston, die. eine bedeutende Rolle im Beginn der amerikanischen Unabhängiigkeitsbewegung gespielt hat und daher als die . ^„Wiege der amerikanischen Freiheit" bezeichnet, wird, ein .Meeting abgehalten, an dem.viele Tausende von Juden Bostons teilnahmen. Ansprachen hielten der Präsident , der Columbia - Universität und viele andere führende -Männer.. Pas jüdische Mitglied des Repräsen- - .tantenhauses Bloom gab.eine historische Darstellung der .'Anfänge jüdischer Ansiedlung. in den Vereinigten Staaten. .Im Jahre 1655 wurde., von dem .Gouverneur Peters . Stuyvesant 23 Juden die - Erlaubnis erteilt, sich in der holländischen Kolonie Neu-Arnsterdam — aus der . später Newyork hervorging —unter der Voraussetzung nieder- Lulassen, „daß ihre Armen nicht der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last, fallen, sondern, von ihren eigenen Volksgenossen unterstützt werden würden." Diesen Kosttrakt, . .-erklärte. Bloom, haben die Juden treulich erfüllt. Das Mische . Wohltätigkeitssystem in Amerika, istbeispielgebend für die Wohl fahrtsarbeit der übrigen, Konfessionen geworden. Der Sinn der amerikanischen Juden für Wohl- „ Tätigkeit and . Philantropie ist in. der ganzen Welt" anerkannt. Zum 60. Geburtstag Felix Al. Warburgs. ... Newyork, 5. Jan. Am' 14. ‘ Januar 1931 vollendet - Felir M. Marburg fein 60. - Lebensjahr. Felir M. Marburg ist ein Hamburger Kind. Mit. 23 Jahren ging er, 1894, nach Amerika. Einige Jahre später -heiratete er die Tochter von Jacob H. Schiff und wurde Teilhaber des Bankhauses „Kuhn, Loeb u. Co.". Marburgs soziales Wirken W allbekannt.- Unzählige Organisationen sehen ihn in ihrer Mitte oder an ihrer Spitze. In Amerika selbst gibt es keine jüdische Wohlsahrtseinrichtung, an der Marburg nicht mit Herz und Hand eifrig mitarbeitete. Besonders ist es die K i n d e r h i l f e, die sich seines wärmsten Interesses erfreut. In den großen Organisationen leiht und weiht er seine Kraft für die notleidenden Brüder in Osteuropa-und für den Aufbau Palästinas. Er ist zür Zeit der Präsident des American Joint Dis- _ t r i 6 u t i o n Commitee, ebenso des Administrative «Commitee der Jewish Agency. Seit dem Tode von Jacob H. Schiff pflegt er auch dessen großes geistiges Erbe mit. Liebe und Aufopferung^ In der amerikanischen Judenheit rüstet man sich, den 60. Geburtstag dieses. hochverdienten Mannes feierlich zu begheen. Südamerika. Die argentinische Regierung erhöht die Visa- ''Gebühren. . -j' , . Paris, 30.. P'e'z. . .... Die Erhöhung .der. Visa-Gebühren für- Einwanderer Mf den Betrag .von 33 Goldpesos (33 Dollar) durch die argentinische 'Regierung bedeutet einen schweren Schlag __ De r 3 g, r a c 1 i t_ für die jüdischen Wanderungswilligen, für deren größeren Teil diese Maßnahme einer Einwänderungssperre gleich- .kymmt. Der Direktion von „Hiäs-Jca-Emigdirec't" wird aus Buenos Aies telegraphiert, daß die Regierung er- :klärt hat, - die Visa-Gebühren in Höhe von 33 Goldpesos würden ohne Ausnahme von jeder einwandernden Person über 15/ Jahren erhoben.- Dies bedeutet, daß eine ’ Emigrantenfamilie von nur drei Personen für das Visum rund 100 Dollar wird zahlen müssen, was dem Betrage für die ganze Schiffskarte gleichkommt. Wie der ITA seitens der Jmmigratiönsvereinigung Hias-Jca- Emigdirect mitgeteilt wird, plant die argentinische Regierung weitere EinschränkUngsmatznahmen für die Einwanderung nach. Argentinien. Australien. Die Wirtschaftskrise ui Australien. Melbourne, 30. Nov. Die in Australien gegenwärtig herrschende Wirtschaftskrise trifft die Mische Bevölkerung besonders hart und legt der Arbeit der; jüdischen Gemeinden und Wohlfahrtsinstitutionen bedeutende Hindernisse in den Weg!. Zahlreiche Gemeinden sind nicht mehr in der Lage, ihre Rabbiner zu besolden, sodatz diese genötigt sind, das Land zw verlassen. Unter anderen reist der Rabbiner der Mischen Gemeinde von Ost-Melbourne, Rabbi Mestel, der früher Rabbiner der Gemeinde von Nottingham war, mit seiner Familie anfangs Dezember nach England ab. Die Rabbi Mestel von der Melbourne! Jüdischen Gemeinde bewilligte Abfertigüngssumme von 1100 Pfund, kann nur durch Ausnahme einer Hypothek aus das Synagogengebäude aufgebracht werden. Auch Reo. David Hirsch, der Rabbiner der Gemeinde von Adelaide, der früher im East End Wellfare Comitee der United Synagoge in London wirkte und nach mehrjähriger Tätigkeit in Adelaide sein Amt im vergangenen August niederlegen mutzte, weil die Gemeinde außer Stande war, sein Gehalt zu bezahlen, wird demnächst mit seiner Familie nach England zurückkehren. In Brisbane hat die Gemeinde eine Kürzung des Gehalts ihres Rabbiners verfügt. Da dieser jedoch in die Gehaltsreduktion nicht einwilligt, wird eine gerichtliche Entscheidung notwendig sein. Zahlreiche andere australische Rabbiner mutzten eine einschneidende Kürzung ihrer Bezüge hinnehmen. Erst vor kurzem hat das Jüdische Hilfskomitee von Victoria erklärt, datz es ihm angesichts der finanziellen Depression im Lande in diesem Jahre nicht möglich sein werde, wie in früheren Jahren eine Sammlung zugunsten der Gesellschaft Ort, Ose und Emigdirekt durchzuführen. Sobald die wirtschaftliche Lage sich einigermaßen gebessert haben würde, würden diese Organisationen als erste bei der Einleitung von Sammlungen berücksichtigt werden. Der australische Obstbau ist infolge von Ueberproduktion in eine "so schwierige Lage geraten, datz die jüdische landwirtschaftliche Siedlung von Shepparton, die vorwiegend auf der Grundlage der Obstkultur ausgebaut ist/ in ihrem Bestände gefährdet erscheint. Die australischen Öbstoorräte sind so groß, daß sie den Bedarf des kommenden Jahres. vollkommen decken könnten, und die Preise find so gesunken,, datz die Höhe der Produktionskosten die Obsternte unrentabel macht. Ungeheure Mengen-won Obst wurden auf den Bäumen gelassen und fallen dem Verderben anheim. versonalien. Vad Hamburg 4. Jan. nivv nav begeht Herr Jsak I d st e i n hier seinen 70. Geburtstag. Ueber 30 Jahre gehört der Jubilar dem Vorstande unserer Gemeinde an und hat sich als solcher um die Erhaltung und Förderung wahrhaft jüdischen Lebens sehr -verdient gemacht. Ebenso ist zu würdigen und verdient Anerkennung seine Tätigkeit äks Vorstand der.uv'ip m, wo er mit Rat und Tat jederzeit hilfsbereit ist. ° . In all diesen edlen Bestrebungen ist ihm seine gleichgesinnte' Gattin, eine Tochter des Abraham Seckbach aus Frankfurt a. M. eine wahrhafte inraa ms- Möge. es dem Jubilar vergönnt fein, im Kreise seiner Familie in ungetrübter Gesundheit segensreich zu wirken •nVO H8J3 *1» Disburg, 4. Jan. Als in der Woche von m'i am 30. Dezember hier kn Frankfurt Mar Darmstädter aus D i e b u r g als 83 jähriger Greis nach einem Leben unermüdlichen, emsigen, Schaffens verschied, da dachten wohl viele, die die Trauerkunde hörten, an die Worts der ‘ Sidroh, wo von hohem Alter und mannigfachem Lebensschicksäl, von guten und schweren .Tagen, von Kindersegen und Enkelfreude, von Rückschau und Aus- ,_ Nr. 2 Seite 7 schau gesprochen wird. Und so war es naheliegend, datz bei der "iS die-auf dem heimatlichen vi-m wa unter überaus zahlreicher Beteiligung stattfand, auch die rnno den Ausgangspunkt bildete sowohl ftzr den greisen Lehrer der Gemeinde, Herrn Kaufmann, der mit dem. Verstorbenen wieder ein Stück seiner ins Grab finken sah, als auch für Herrn Prof. Freimann, der im Namen des Frankfurter Familien- und Freundeskreises in ehrenden Worten dem Heimgegangenen einen letzten - Gruß zurief. Verlor die Landgemeinde ein treues altes Mitglied, so entschwindet auch aus Frankfurt ein lieber und gern gesehener Gast, dessen Greisenjahre von Kinderliebe hier umhegt waren, bis es notwendig wurde, die Wochen des Leidens zu lindern und dem Greis die letzten Liebesdienste zu erweisen. Die größte Liebestat dem Verstorbenen gegenüber ist aber die, die im Hanfe seiner Kinder geübt wird: Dienst für min, nvn» und lon mbnv und diesen Dienst ausüben zu dürfen, das ist gewiß den Hinterbliebenen ein sichtbares Zeichen, datz sie mit dem Verstorbenen verknüpft, und zugleich ein Trost, der den Schmerz lindert und vom frischen nap zurückruft ins Leben. .. ' : n"asjn- Oberurfelj 4. Jan. Am Samstag, den 10. Januar vollendet Herr Bernhard Kahn von hier in seltener körperlicher und geistiger Frische sein 75. Lebensjahr. Herr Kahn ist Mitglied des Vorstandes der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde und nimmt noch regen Anteil an allen Interessen derselben. Möge ihm noch ein schöner Lebensabend beschieden sein, srsnajr. 1 Papenburg, 6. Jan. Mit dem Erlöschen des letzten Chanukahlichts ist diesmal auch ein Lebenslicht erloschen, das überall, wohin es drang, Licht und 'Wärme verbreitete. Frau Röschen M i n d u s, die edle Gattin de» Herrn Rüben Mindus,. eine jüngere Schwester des Herrn Lehrers und Predigers V. Wolff aus Aurich ‘ hauchte am Morgen des letzten Chanukahtages ihre reine Seele aus. Der plötzliche Heimgang dieser echt jüdischen Frau löste in unserer Gemeinde währen Schmerz und große Trauer aus. Wußte doch die in ihrem 63. Lebensjahre Dahingeschiedene im Verein mit ihrem Gatten ihr Haus zu einem '*ai?'a tow n-a zu madjen unb hier bie Traditionen ihres frommen Elternhauses zu pflegen, namentlich war es edle Gastfreundschaft, die ihr Haus vor allem ausgeichnete. Ihre Söhne und Töchter erzog sie zu guten Jehudim, die hoffentlich auch in Zukunft die Wege wandeln werden, die die Mutter ihnen gezeigt hat. Im Trauerhause hielt Herr Lehrer Wolff aus Aurich tiefempfundene. Worte und zeigte in dem Nachrufe, wie sich auch in diesem Fälle die Worte der Alten nn« nvsa D’ia1? bewahrheiteten. Am Grabe fand Herr Lehrer Grünfeld, ein Freund der Familie, ergreifende Worte der Trauer und des Trostes. Möge bie Hinterbliebenen aufrichten und Alle nach dieser Trauer dem Leben und Streben wiedergeben. ' maxan- Vermischtes Köln, 4. Jan. Der Verein für die jüdischen^ Interessen Rheinlands hält seine ordentliche Mitglrelder-^ Versammlung am Sonntag, den 18. Januar 1931, nachmittags 2.30 Uhr im Großen Festsaal der Rheinlandloge Köln, Cäcilienstraße 18—22 ab. Aus der Tagesordnung steht u. a.: Berichterstattung, Wahlen, Anträge, Beratungen, Ansprache des Vereinsrabbiners und Vortrag des Herrn Ministerialrat Hans Goslar, Berlin über „Die Zukunft des deutschen Judentums. Mainz, 20. Dez. Die Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft, .Mainz, kurz Bondischule nach ihrem unvergeßlichen Leiter, Rabbiner Dr. Bondi, genannt, lud ihre Schüler und deren Eltern, sowie die Freunde der Schule zu einer schlichten Feier ein, die sich cnls besonders gelungenen Darbietungen der Schüler und Schülerinnen zusammensehte, und obwohl keinerlei Propaganda stattfand, gar nicht für den Besuch geworben wurde, hat die Tilnaehme alle Erwartungen um ein Beträchliches übertroffen. Es war das erste Mal, datz die Schule eine, solche Feier veranstaltete und es darf als ein sehr erfreulicher Beweis für die Achtung vor der Schule und die Liebe zu ihr gebucht werden, daß viele Hunderte den Saal füllten' und trotz der engen Verhältnisse den ganzen Abend blieben. — Die Leistungen der sehr jungen Darsteller, darunter auch der jüngsten Klasse verdienten alle Anerkennung, wir waren erstaunt, ob der großen Zahl wirklich schauspielerischer Talente. Besonderes Lob ist der überaus hingebungsvollen Kleinarbeit der Lehrkräfte zu sollen, insbesondere dem Initiator der Feier, Herrn Lehrer Freimark, aber auch Fräulein .Latzmann und den Herren Rosenberg und Lomnitz. — Während der Pause nahm einer der ältesten Schüler, der dort vor mehr als 71 Jahren in die Schule eintrat, Herr Bankdirektor Ed. Simon spontan das Wort, und gab seiner hebhasten Freude über die schöne Feier und seinen Wünschen für die Schule Ausdruck. — Vor der letzen Programm-Rümmer richtete der Direktor der Schule, Herr Rabbiner Dr. Bamberger herzliche Worte der Begrüßung und des Da/rkes an die Anwesenden und bat um allseitige Anteilnahme an den Aufgaben der Schule, die zumal jetzt, wo das überlieferte Judentum unter Anfeindungen von innen und außen zu leiden hat, eine hohe Aufgabe zu erfüllen habe. Der sehr lebhafte Widerklang, den seine Worte fanden, läßt hoffen, datz die Feier der Schule die alten Freunde neu verbunden und ihr viele neue hinzugewonnen hat. Das Buffet stand unter der Leitung des neu niedergelassenen Restaurateurs . Herrn Goldschmidt. . Burghaun (Kreis Hünfeld), 21. Dez. Am Rausch Ehaudesch Tewes konnte der hiesige Frauenverein aus

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