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Der Israelit · 1930-12-24 · Heft 52 (24.12.1930) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 52 (24.12.1930)
Date
1930-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 52 Der Israelit sagen, in Frankfurt keinesfalls. Man huschte im Eiltempo mischen Lieder gelangen ihr trefflich. Herr Dr. Sterns durch die weite Welt, und als das Licht im Saale aufging, rieb man sich die Augen und fand sich langsam wieder heim. Aufregungen und Unruhen hat es nicht gegeben, auch keine weißen Mäuse und keine Blindschleichen, höchstens hie und da einmal einen Blindgänger an der Wand und vielleicht auch einen kleinen blinden Passagier im Publikum. Mags ihm gut bekommen! Die Kinder freuten sich aus vollem Herzen, die vielen Mütter und Tanten und weniger Väter freuten sich, weil sich die Kinder freuten. Und hinten in der Loge saßen die Vorstandsmitglieder um Frau Besthoff herum und freuten sich am meisten, — denn jedes der vielen lieben Köpfchen vor ihnen bedeutete eine Mark für den Hort der jüdi - fchenMädchen. Eine Ehrung der Ehorkinder. Am Sonntag abend, nachdem in der Synagoge die Menorah im achtfachen Lichterglanze erstrahlt war, fand sich im Hörsaale eine kleine geladene Gemeinde zusammen, um den Synagogenchor und seine kleinen Sänger zu ehren, letztere auch mit kleinen GeschMken zu erfreuen. Vor Mitgliedern des Vorstandes, des Gemeinderates, des Synagogenkomitees und einigen Gästen brachte der Chor unter Leitung des Herrn Max Neumann (er sieht jetzt auf eine 10jährige Tätigkeit als Chordirigent zurück) ein paar Glanznummern 'seines Repertoirs zu Gehör. Herr F i n k e l st e i n als Tenor- Solist zeigte dabei wiederum sein großes Können. Darauf ergriff unser Raw, Herr Rabbiner Josef H o r o - witz, das Wort zu einer kurzen Lobrede auf die Kunst, soweit sie gut und g'ttlich ist und, wie der Gesang des Synagogenchores, höheren Zwecken, zur Hebung der Andacht und' der G'ttesbegeisterung, dient. Herr Julius Strauß, der derzeitige Vorsitzende des Synagogenchores, überreichte mit kurzer Ansprache Prämien an die Knaben. Der Dirigent, Herr M. Neumann, hob besonders die Verdienste und die Leistungen des jungen Solosängers Siegfried G r ü n g l ü ck hervor und überreichte ihm, zum ersten Male in seiner Amtszeit, die silberne Chormedaille. Ein btnw’ nnw -Solo des Herrn Finkelstein fand großen Beifall. Mit dem m m^v-Gesang des Chores nahm die hübsche schlichte Feier ihr harmonisches Ende. Das Fest des Esra-Limmudamkes. Der tüchtigen Werbetätigkeit der jungen und jüngsten Esräer war es zu verdanken, daß der große Saal des Zoo am 4. Chanucka-Abend, dem Festabend des Limmud-Amtes, dicht besetzt war. Auch bei der Ausgestaltung des Programms und bei den Aufführungen selbst überwog bei weitem die Mitarbeit der Jüngeren, der Buben und Mädels, so daß man manche Unausgeglichenheit gern hinnahm, um des temperament- und hingebungsvollen Kräfteeinsatzes willen, mit dem . die Jugend dies alles geschaffen hatte. Die aufgeführten Szenen führten in bunter Reihenfolge bald in das Land der zehn Stämme — über deren sonderbare Lebensgewohnheiten man aus einem Staunen ins andere fiel —, bald in das mystische Halbdunkel der „Dybuk"-Legende, die sich mit der „Dreigroschenoper" unter der Firma „Dreigrofchendybuk" fusioniert hatte. Auch eine Rezitatorin (Frl. Ilse Stern) kam zu Wort, und besonders frisch wirkte die muntere Bearbeitung der verschiedenartigsten Musikinstrumente (vom Kochlöffel bis zu Jazztrommel und Klavier). Hervorzuheben ist vor allem auch eine unter dem Titel „Golus und Geulah" eschickt und sinnvoll zusammengestellte Folge hebräischer Lieder und Verse aus T'nach und Piutim. Auch ein Kuplet wurde zu Gehör und ein kleiner Esrafilm zu Gesicht gebracht. Das Wesentliche aber ist, daß der finanzielle Erfolg recht hübsch war und daß die eingegangenen Gelder nunmehr durch den Kanal des Limmud-Amtes dahin fließen, wo sie in Energien des Taurohlernens umgesetzt werden. Ehanukahfeier im Mädchenklub. Der Jüdische Mädchenklub hatte in seinen Räumen Langestraße 3 zu einer Ehanukah-Feier eingeladen. Das gehaltvolle und abwechslungsreiche Programm verschaffte den zahlreichen Zuhörerinnen einen genußreichen Abend. Nach einem sinnigen Vorspruch (verfaßt von Frau Selma Eisemann-Pappenheimer, vorgetragen von Frl. Rosa Tannenbaum) und dem Anzünden der Lichter bot Frau Marianne Strauß in einer Gluck'schen „Melodie" und einer Romanze von Reger hohe künstlerische Leistungen, die sich mit Kreisler Allegro zur Virtuosität steigerten. Den Klavierpart übernahm Frl. Oppenheimer mit vollständigem Einfühlen und gutem Gelingen. Dazwischen erfreute Gesang und Rezitation. Frl. Elsbeth Strauß' schöner Alt brachte die Arie aus Elias besonders wirkungsvoll zur Geltung, aber auch die schel- Rezitation überraschte durch interessante Stoffwahl und das warm und kraftvoll klingende Organ. Es war eine Freude, Heines „Prinzessin Sabbat" von ihm zu hören, eine der Zugaben, die das begeisterte Publikum dem Künstler abrang. Alles in allem: Hier war eine Chanukah-Feier, die den Wunsch „der Jugend das Beste" zur Wahrheit werden ließ. Personalien. Am 26. Dezember 1930 (irrtümlich war in voriger Nummer ein falsches Datum angegeben), feiert Herr Gustav Z i m m t, Frankfurt a. M., Röderbergweg 77, seinen 75. Geburtstag. Herr Solomon Marx, Vater des Hern Waisenhausdirektors Marx, Röderbergweg, begeht am 1. Januar 1931 seinen 70. Geburtstag. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Sonntag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) ms "m Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht), Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 9H4 (ebenso Montag abends 6V2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen. Sonntag abends 6 Uhr Hesped auf Joseph Sänger Montag morgens nach Schluß« der Synagoge (ebenso Donnerstag), Mifchna Mitgliederlernen —abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Freitag) Mischna, Herr Dr. E. Posen. Freitag abends ‘ nach Schul, im Hörsaal, Mikro, Herr Joseph Kaufmann. Samstag morgens nach Schul, im Hörsaale, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen — nachmittag 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokale Melochim, Herr Dr. W. Hofmann — abends r/z9 Uhr, Newiim, Herr Studr. Dr. Marcus Lange. Von Montag bis einschl. Freitag morgens. nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 28. Dezember, Geh. Sanitätsrat Dr. Elias Rosenbaum, Jsaac Weil. Mittwoch, 31. Dezember, Sara Moos geb. Hirsch. Donnerstag, 1. Januar, Justizrat Dr. Naftalt Hirsch. v2v, 3. Januar, Aron Moses Schwarzschild. Agudas Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Sonntag: 11—12 Daf Jaumi, Dozent Herz Holpern 19—20 Sefer Chinuch, Dozent Rabb. Jos I. Horowitz, Dieser Schiur findet nunmehr im Amtszimmer des Herrn Rabbiners statt. Montag: 20'/2 — 211/2 Schiur für Jugendliche (Awaudo Soro),Dozent Rabbiner Josef Horowitz. 20.45 — 22. Mischna Seder Maued, Dozent Gerson Schnerb, Kantstr. 4 201/2 — 22 Hilchaus Schabps, Dozent- V. Rachelsohn, Zeil 2. Dienstag: 20 — 21V4 Gemoro Bowo Kamo, Dozent Dr. Hofmonn, Eschenheimer Anlage 1. 21 — 22 Gemoro Vrochaus, Dozent B. Wollmann. 21 — 22 (14 tägig) Arbeitsgemeinschaft „Die Ideologie der Agudas Jisroel", Leitung Dr. W. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. 203/4 — 22 (14 tägig) Ausspracheabende über aktuelle Probleme, Leitung Jakob Landau. Mittwoch: 201/2 — 21'/2 Schiur für Jugendliche, (Awaudo Soro) Dozent Rabbiner Josef I. Horowitz. 20.45 — 22.15 Gemoro Kiduschin, Dozent Dr. I. Posen, Hölderlinstr. 9. 20.45 — 22.15 Gemoro Makkaus, Dozent Hermann Bing. 21 — 22 Dinim, Dozent Leopold Oppenheimer, Bärenstraße 12. Donnerstag: 20.45 — 22 Arbeitsgemeinschaft „Religions- Philosophie", Studienrat Max Munk. Schabbos: 7 V2 Frühminjan. 9.45 —11.30 Gemoro Kiduschin, Dozent Dr. I. Posen, Hölderlinstr. 9. 10 30 — 11.30 Schulchan Aruch Dozent Louis Kahn. 12 —13 Daf Jaumi, S)o$ent Herz Holpern. 14.30 — 15.30 Gemoro Bowo Kamo, Dozent Dr. W. Hofmann. 14.45 —17 Gemoro Makkaus, Dozent Hermann Bing. 15 — 16 Gemoro Brochaus, Dozent P. Wollmann. 15.30 — 16.30 Schulchan Aruch, Dozent Th. Spiegel, Ostendstraße 11. 16—17 Dinim, Dozent P. Wollmann, 21 — 22 Arbeitsgemeinschaft Tnach, Dozent Gerson Schnerb, (14 tägig), Kantstr. 4. Nur für die Mädchengruppe. Dienstag: 20.30—21.30 Tefilloh, Dozent Lehrer S. Una, Uhlandstr. 68. 24. Dezember 1930 Mittwoch: 20.30— 21.30 (14 tägig) 3)inim, Dozent Konrektor 21. Hirschberg. Schabbos: 10.30—11.30 Melochim, Dozent Julius Lewin. 16 — 17 Tauroh, Dozent Konrektor A. Hirschberg. 18.30 — 19.30 Hebräische Arbeitsgemeinschaft, Leitung Jakob Landau. Heim: Schwanenstratze 12. _ Liwjath Chen. (Hörsaal Friedbetger-Anlage.) Samstag 4*/4 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz Etwas von den „zehn Stämmen". Jüdische Frauenvereinigüng E. V. Des Taanis wegen fällt am Dienstag, den 30. Dez. die Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Chrmann aus. Ortsgruppe Frankfurt (2lt) des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag den 8. Januar, 5.30 Uhr, Langestr. 3, 1.: Fortbildungskurfus für Sozialarbeitende: Frl. Wüst: Polizeifürsorge. Donnerstag den 15. Januar, abends 8.15 Uhr, Langestraße 3, 1.: Arbeitssitzung. Donnerstag den 22. Januar, nachm. 5.30 Uhr, Langestraße 3, 1.: Fortbildungskursus für Sozialarbeitende: Herr Benjamin: Wandererfürsorge. Samstag den 31. Januar, abends 8.30 Uhr bei Frau Stern-Bing, Hammanstraße 11: Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Dienemann: Fragen des Religionsunterrichtes. Gäste find freundlichst willkommen. Gebetzeiten, wn raw Freitag abend 4.05 Samstag 7.05 Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— und 4.00 Samstag abend 5.20 Wochengottesdienst: Morgens 7.05 Nachmittags 4.— Tefillin-Legen am Morgen 7.05 Fastenbeginn Montag abend 6.25 Fastenende 5.19 Schiurim des Gemeinderabbiners. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, trnoa 'o» Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 20Uhr im Hürsaal Friedb. Anlage. Diesen Samstag abend schon L/28 Uhr. Seser Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 7 Uhr im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Pofkim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 23 Jahren. Montag und Mittwoch 20 V2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Können Sie Go spielen? Wahrscheinlich nicht, denn Go ist ein japanisches Nationalbrettspiel, das im Jahre 2000 vor u. Ztr. in China erfunden und um 700 n. u. Ztr. nach Japan gebracht wurde. Im 7. Band des „Großen Vrockhaus" (GAS —GZ, 796 Seiten, in Leinen Jt 26.—, bei Rückgabe eines alten Lexikons Jt 23.50) können wir darüber Nachlesen, daß das Go-Spiel hohe Anforderungen an die Spielenden stellt und in seiner Bedeutung dem Schach gleichgestellt wird. Wer Lust hat, seinen Geist an diesem.sinnreichen Spiel zu erproben, findet im >,Großen Brockhaus" Anleitung und Spielregeln. Wie immer, bringt auch dieser Band eine überwältigende Fülle des Wissenswerten und Nützlichen. Wenn man bedenkt, daß ein moderner Roman durchschnittlich Jt 6.— bis 8—, oft auch noch mehr kostet, etwa 250 bis 300 Seiten und keine Abbildungen enthält, während ein solcher Band des ,,Großen Brockhaus" den dreifachen Umfang hat. Tausende von einfarbigen und bunten Abbildungen und Karten bringt, — dann staunen wir über den geringen Bezugspreis des Werkes, der einen Erwerb für wenige Mark im Monat ermöglicht, und wir stimmen dem Ausspruch des bekannten Naturforschers Dr. Raoul France zu, der gesagt hat: „Ich kenne kern Deutsches Buch, das zu diesem Preise so viel bietet wie der „Große Brockhaus". §n Drogerie SCHNEEMANN W I RASEO . . 1.75 VICTOR'S m m? m PASTE . . 1,50 PULVER . 1.80 W Z 8? 8 DROSEMA 2.— 2fchöneVorderziminer mit Kochgelegenheit in der Hölderlinstratze per sowrl zu vermieten Näheres zu erfahren bet Jul. Schmidt, Fra"kf„rt-M. Lina-llr. 7.2. Für 2 Schwestern, 30 u. 26 Jahren, aus guter rel-giös. Familie mit gut. Aussteuer und Bermögen wird tücht Kaufmann otfei* Arzt gesucht. Zuschrift., die ftr verlraul oehandrlt werden unter 1640c an die Erped. Schadchen verbeten. Ein 86jähr. Mann aus Patrizierfamtlie, vermögend» Exporteur. 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