Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1930)
- Date
- 1930-12-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 4 Nr. 51 Der Israelit Weit über 1000 schreibfertige? Füllfederhalter zur Auswahl mit 14 karat. Goldfeder ab Rmk. 3.- Ceka, Juwel, Osmia-Suprä Pprker-Duofold, Wahl, Waterman Montblanc, Pelikan Und andere Marken Kaiserstrasse 75 Schreibwaren aller Art fett und oft genug -in einer unendlich gefahrvolleren Isolierung als heute das Leid um feine g'ttliche Auffassung auf sich genommen. Gerade wegen seiner Minderheit! Das Judentum ist der Protest gegen Stagnation und religiöse Verrottung; es hat. einen Unfang in" die Tat, sichtbar, umzusetzen. 1 . , . . . Nicht etwa im Rahmen der Weltbeziehungen. Wir sind selber im engen Betrieb unserer jüdischen Gemeinschaft unsäglich ausgepowert. Die Basis unserer physischen Existenz wird durch Geburtenrückgang, Mischehen unterwühlt, — aber die letzte Schuld trägt gewiß unsere seelische Tragödie, diese Anpassung an den Ungeist der Me thoden und Manieren, an Mechanisierung und Rationalisierung, — dieses immer bedenkenloser werdende Mit-Machen -in allen sozialen Ungerechtigkeiten, — dieses Verkleinerndes religiösen Willens, — diese Preisgabe unserer jüdisch-religiösen Verpflichtung. Es soll nicht — zum soundsovielten Male — an das „jüdische Herz" appelliert werden. Mit Sentimentalitäten hat man aufgeräumt, und außerdem steht das Judentum jenseits derartiger falscher oder zum mindesten unaufrichtiger Gefühlserscheinungen. Das Almosen muß der unb-edmgten Anerkennung der sozialen, ausgleichend-en Gerechtigkeit weichen! Wohltätigkeit ist nicht dem freien Ermessen und der beliebigen LaunenhaMgkeit überlassen, — der Arbeiter hat ein Anrecht aus Arbeit und Leben und auf Schonung seiner Existenz. Der unschuldig Verarmte hat das Recht, von der jüdischen Gesamtheit ein Mrmmum sozialer Bereitschaft zu fordern. Der jüdische Angestellte darf nicht ausgebeutet werden, — und wenn" er die (das heutige System des krassen Wettbewerbs bild 'des großen Verfassers"zeichnen und zeigen, -rvitz er nicht -nur, der große Gelehrte und Theoretiker Er, sondern als Führer im -Kampf für das Thoraheiligtüttl, als Leiter seiner Gemeinde und' Bannerträger der jüdischen Wahrheit fürdie GesanjthM, seine Ideale in der Praxis betätigte und auch dabei mannigfachster Art änf dem Altäre des jüdischen Heiligtumes . brachte. Jeder Thoragelehrte wird den. Herausgebern dankbar sein." '3 pbn -fixb dv isv ist züm Preise voh Mk. 10.— zu beziehen bei Frau Oberrabbiner Silberstein, Däe (Waitzen), Ungarn -und bei Buchhandlung Sänger u. Friedberg, Frankfurt a. M., Hanauerlandstratze '17. E. Wochenkalender. fSetantmorÜhf) für den allgemeinen Teil, und das Feuilletov S. Sch achnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S. Schächnowitz, ebenda. — Dür die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag des Israelit und Hermon (8. tn. b. H„ Frankfurt a. M. — Drum Sermon-Druckerei, Frankfurt a. M. und der Produktion um. d-es Profits willen hemmenden) Gebote des Sabbats und der Festtage HM; dann ist ^es unjüNfch und darum un-rel-iWs, ihy-aus dMen Gründen, zu anderer-.Zeit intensiM e-mzuifparmen oder An ga-r rnst. besonderer von jüdischen jungen Leuten sMungslos oder nur mit dem - Bruchteil eines Exiftenzmimmums herumlaufen und verelenden müssen! Wenn wir jetzt -das Judentum auf den Plan rufen, so geschieht es im Sinnei jeder Zeile unserer Thora, die den ganzen- Menschen fordert. Aber wir müssen vorher lernen, uns innerlich frei, zu machen von qll dein Widersinn, der uns imJ restlosen Denken hindert — zünächst brauchen wir Einheit in der ethischen und für uns Juden religiösen Auffassung von Gesittung und Moral draußen im Hasten nach Gewinn und Geschäft und daheim, wo — — wir vielleicht im stillen Kämmerlein „gute Juden" sind, wie man zu sagen pflegt. ,f<.. -In den religiösen Kreisen unsrer m'chtjüdischen vor allem unsrer katholischen Umgebung, schrei tetdie Wandlung, das Gebietdes -Meligiöfen wieder zum Faktor der' LebeNsMtaltung ^u machen, mit größter Konsequenz voran. Man verlangt die klare Linie des Bekennens undscheu sich nicht, radikal zu ändern, wenn der Boden auf dem man' GeneraÄonen hindurch fest .zu stehen geglaubt hat, morsch und brüchig geworden ist. Die Kirchenaustritte haben Anlaß zu jener ch-rWch-entfchiedenen Arbeit gegeben, die sich um Namen wie Pater Sirathmttnn, Nikolaus Ehlen, Kaplan Fcchfel, Dr. Uhde, Professor Keller, Prof. Martin Rahde gruppiert. Diele dieser Führer sind mutig und tapfer genug, um persönliche Enttäuschungen und Zurücksetzungen ja. selbst den Boykott der sogenannten Gesellschaft, auf sich zu nehmen, — eine religiöse Bewegung mit Märtyrern der Gesinnung ist fest verwurzelt in den Herzen der Masse. Es ist nich hier der Ort, aus die unerbittliche religiöse Aufrüttelung jener Männer näher emzugehen. Es ist auch des weiteren nicht nötig, zu sagen, daß dieser Weg, der die Reli-gion und besonders das Judentum aus den schmachvollen Ketten einer Privatsache herausführt, opfervoll und schwer ist. Denn er ist ja der Gesinnung der Zeit entgegengesetzt. Aber wir werden ihn gehen müssen. Die Religion darf die Zeichen des Tages nicht verkennen, — alles drängt zur Kollektiv! sierung, natürlich in erster Linie dort, wo die Machtpositionen von Wirtschaft und Politik sich int Interesse eines übersteigerten Materialismus festigen und formen. Die Entwicklung geht über die einzelnen Menschen hinweg. Das Judentum muß -als religiöse Tatsache zu diesen Menschen, zü den .Entwurzelten, Ausge stoßenen, Verdrängten und Verzweifelnden ge- ÜnÄ mutz in der Sprache dieser Armen reden undim Sinne seiner Ausgabe ^mittest meiner derartigen Zeit handeln! _18. Dezember 1930 treten. Nach einem Referate des. Herrn Dr. Adolf I a c o. b ü s und einer Diskussion, in. der säpstliche Anwesende einmütig erklärten, daß die jüdische Gesamtheit ohne Unterschied der, Parteirichung alles für hie Erhaltqngches.Sabbats. eipsMe«.-müsse, würde beschlossen, eine P Mi t i v n a n b^nDö l k e r b und M r i ch ten. die von a l l e n j.^d'hs M.n G e nuLLrvd e-n ü n d O r - ganisationen b e r W e l t ohne' Unterschied unterzeichnet werden soll. Die Versammlung war der Meinung, daß der von dem bestehenden jüdischen Komitee betretene Weg durch Sammlung von Einzelunterfch^sften die jüdische Gesamtheit zu erfassen, picht gangbar fei und daß die gleiche Wirkung-Wkch Äe Zusammenfassung aller jüdische^ Gemeinden undWrganisatio--' nen . erzielt werden könne.'^Positiv soll verlättgt.werden^ die Kalenderreform auf Grundlage der Schaltwoche, wie im „Israelit" wiederholt eingehend erörtert, zu erstreben. Die Aktion soll in enger Fühlungnahme mit dem Züricher Komitee für die Kalenderresorm durchgeführt werden. ... Die Ziffer von 12 000 jüdischen kriegsNefallenen zu gering bemessen. * - Münche n, 11. Dez, Die „Süddeutschen. Monatshefte" gaben,, wie seinerzeit von uns mitgeteilt, im September ein Sonderheft über die „Judenfrage" heraus. Zu diesem Heft ist nunmehr ein Nachtrag erschienen. Im Novemberheft schreibt der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Hauptmann a. D., -Dr. Leo Löw^epstein, mber den Ayteil der deutschen Juden an den Kbiegsleistungen. Cr berichtet über die Untersuchungen, die z. Zt. beim Zentralnachweisami in'Spandau geführt werden zum Zwecke der Identifizierung der jüdischen Gefallenen. Es ergab sich dabei bis jetzt die Tatsache, daß die bisher bekanntgewordene Ziffer von 12 000 jüdischen Gefallenen wahrscheinlich zu gering bemessen ist. Eine relativ beträchtliche Anzahl von Namen gefallener Soldaten, die nicht als jüdisch identifiziert waren, müsse auf Grund des amtlichen Materals der Liste jüdischer Gefallener angereiht werden. Der Abschluß der sehr schwierigen Untersuchungen wird sehr wichtige Ergebnisse zutage fördern. Löwenstein weist auf die bekannte Schichtung der Juden in der Großstadt hin und auf das natürliche Mißverhältnis, das sich daraus im Vergleich zu der Militärtüchtig'- keit anderer Konfessionen ergibt. Aufschlüsse über jüdische Kriegsflieger, jüdische Feldzugsteilnehmer in Ostafrika und über Juden, die dem Vaterlande durch wichtige kriegstechnische Erfindungen gedient und genützt haben, beschließen den Aufsatz.. Rituelle Verpflegung von jüdischen Kassenmitgliedern in Erholungsheimen. H a l b e r st a d t, 2. Dex. Der Preußische Landesverband gesetze streu er Synagogengemeinden (Sitz Halber st ad t) hat dem.. Minister für Volkswohlfahrt llmerpondevre« « naebriebten. v. 20. - 27. Dez. 1930 v. 30. Kislew b. 7. Tebet 5691 Deutsches Reich. Samstag 20 lVo3 30 1 Err-n 's dt> nswn 'nv ppn Zur Abwehr der kalenderresorm mit Blanko- Sonntag 21 1 ) S V1N 1TSTT o tri» tagen. Montag Dez. 22 2 ' ' N3N2N N31ZN - Berlin, 9. Dez. Dienstag 23 nav 3 Der Weltoerband „Schomre Schabbos" hatte Mittwoch 24 4 auf Sonntag die in Berlin vertretenen großen jüdischen Donnerstag 25 5 Organisationen zur Herbeiführung einer gemeinsamen Freitag 26 6 Aktion zur Abwehr der Gefahren der Kalenderresorm Samstag 27 7 gelad'M.^.',E^'' wären. die beiden Berliner jüdischen Ge- Arbeitnehmer,!jbie von ihrer.'Krankenkasse in eist. ErhöluügsHiisi estsiandt wekdM sollten,^ auf diese.Wohltat aus religiösen Gründen verzichten mußten, .weil sie auf rituelle Verpflegung- -Wert legten,' eine solche aber in hem betreffenden Heime' nicht Möglich''war. Der Ministep hat daraufhin mit Erlaß vom 2. Dezember III ölOOa/iö. 8. die Regierungspräsidenten ersucht, den Krankenkassen durch die Versicherungsämter erneut zu empfehlen, den Wünschen der jüdischen Kassenmitglieder nach Möglichkeit zu entsprechen und ihnen im Falle der Gewährung eines Erholungsaufenthaltes durch Uebernahme der bei der Kasse üblichen Verpflegungssätze die Benutzung eines mit Zustimmung der Kasse von dem 'Versicherten selbst gewählten Erholungsheimes zu ermöglichen. Der Erlaß wird auch im Volksministerialblatt veröffentlicht werden. meindtzn,. Agudas Jisroel, Gemeindebund, Preußischer Landesverbästd, Hilfsverein,, Zionistische Vereinigung und Misrächi, Vereinigung für das liberale Judentum, owie der Allgemeine. Rabbinerverband und die Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner u. a. m. ver- Schachkverbot im Hessischen Landtag abgelehnt. n D arm stad t, 12. Dez. Der letzten Sitzung des hessischen Landtags lag ein Antrag des nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Werner gegen das Schächten vor. Auch die hessischen ■ Tierschutzvereine hatten in einer Eingabe entsprechende! Forderungen gestellt, wahrend eine Eingabe: des? Landesverbandes gesetzestreuer hessischer Synägögen- - gemeinden für eine Beibehaltung des Schlichtens eintrat. Der zuständige Ausschuß hatte die natio--