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Der Israelit · 1930-11-27 · Heft 48 (27.11.1930) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 48 (27.11.1930)
Date
1930-11-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14. Nr. 48 Der Israelit 27. November 1930 Stände vielfach preisgegeben ist. In einer völlig materialisierten, entgötterten^Welt gezwungen tätig .miHuarbeiten, ist sie doch unabänderlich gebunden an das göttlich-mütterliche Gesetz ihrer. Fraulichkeit. Daraus ergibt sich die schwere Problematik des Frauenberufes. Doch kein Geschehen läßt sich zurückschrauben: und in der schönen Zukunft, die dem Menschengeschlecht hoffentlich aus dem äugen blicklichen Chaos einer Epoche niederbrechender Kultur erwächst, wird, so entwickelte zwingend die Rednerin, gerade der Gebundenheit im Wesen der Frau eine heilende, ausbauende, versöhnende Aufgabe zuteilen werden. Die Frau der Schutz und Verantwortung für das werdende und junge Leben Pflicht ist, wird die Menschheit Verantwor tung für den Nächsten lehren. Je mehr Wissen sie erwirbt desto mehr wird dieses, am eigenen Leib geschult, zum Gewisse» der Welt werden. Zn einer Weltordnung, die aufgebaut sein soll von der Gemeinschaft brüderlich schwesterlichen Menschen, wird die Frau aus der Mütter lichkeit ihres innersten Berufes heraus wertvolle Auf bauarbeiten leisten können und müssen. Durch diese Aufgabe wird sie auch für ihr eigenes Frauendasein jenes Glück erwerben, das nirgends ausbleiben kann, wo Auf gaben gestellt sind. Wechsel im polnischen Konsulate. Der polnische Generalkonsul, Dr. Sylvester Grüschka verläßt in wenigen Tagen seinen Frankfurter Posten den er seit dem Bestehen des polnischen Generalkonsulats in unserer Stadt (Mai 1929) innehat. Fürsorglich human hat Dr. Gruschka seine Amtsgeschäfte geführt getreu den Prinzipien der Demokratie und des Liberalis mus, die er sich schon früher in derselben Eigenschaft in New Park (U. S. A.) zu eigen machte. Gegen jedermann, ohne Rücksicht aus Religion oder Nationalität, zuvorkommend und hilsbereit, hat sich Generalkonsul Dr Gruschka Vertrauen in der hiesigen jüdisch-polnischen Kolo nie erworben, die der polnischen Vertretung im (Auslände zur Ehre gereicht.. Ein besonderes Interesse und Verständnis brachte Dr. Gruschka der Lage der Ostjuden im Auslande entgegen und trat insbesondere bei der Behandlung der Staatenlose» helfend hervor. Wir verlieren durch den Weggang Dr. Eruschkas (er wird nach Paris in eine höhere Stellung versetzt) einen wertvollen Menschen und hohen Beamten der polnischen Republik, der in der hiesigen polnischen Auslandsvertretung eine Atmosphäre der „Gegenseitigkeit"" und „Toleranz" geschaffen hat. An seine Stelle tritt Herr Dr D a l b o r , bisher Emigrationsrat bei der polnischen Botschaft in Paris, den Posten als Leiter des Generalkonsulats an und darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß auch er, als neuer Amtsleiter, der hiesigen polnischen Judenheit verständnisvoll und helfend gegenübertreten wird Ein neuer jüdischer Geiger. Zn dem von Kapellmeister Hans W. Steinberg geleiteten zweiten Opernhauskonzert stellte sich uns Nathan Mil st ein, ein bis jetzt in Deutschland unbekannter Geiger vor. Milstein kam, spielte und siegte. Schon nach den. ersten Takten des Dvorak-Konzerts in a-moll wußte man, wen man vor sich hatte: einen Geiger von ganz großem Format. In dem Spiel des aus Kiew gebürtigen jüdischen Musikers und Auerschülers vereinigen sich die drei Hauptpostulate für einen Geiger, technische Ueberlegenheit, sichere Intonation und virtuose Bravour zu einem sieghaften Ganzen. Was aber an Milsteins Spiel besonders auffällt, ist der volle breitausiegende und warme Ton, den er seinem herrlichen Guarneri-Jn strument entlockt, der Glanz der perlenden, vollenden Passagen, eine unnachahmliche Feinheit in der Trillertechnik und ein hinreißendes Temperament. Daß der junge Künler als Virtuose bereits die höchste Stufe erreicht hat, bewies er in dem feurigen Tempo der Schluß-Stretta des Doorak-Konzertes und mehr nach in der Ausführung der 24. Caprice für Solovioline von Paganini in der er mit selbstverständlicher Ueberlegenheit des geborenen Geigers alle Register prunkhaften Geigenspiels ziehen konnte. Doppelgriffe, perlende chromatische Läufe, Fle guolettöne von nie gehörter Reinheit, Springbogenkünste kurzum alles was den vollendeten Virtuosen kennzeichnet Der 60 jährige Konzertmeister Hock von der hiesigen Oper, der. wie er mir versicherte, alle großen Geiger der letzten 4 Jahrzehnte gehört hat, bekannte ergriffen, diese Paganini-Etüde von niemand, auch von Kubelek nicht — der als größtes technische Wunder galt — in dieser Vollendung gehört zu haben. Der Beifall des begeisterten Publikums, war frenetisch. Zum Schluß die Festellung einer einzigartigen Erscheinung: alle großen internationalen Geiger der Gegenwart sind ausnahmslos Juden: Fritz Kreisler, Bronislar Hubermann, Erika Morini, Sacha Heiferz, Mischa Elmann, Nathan Milstein und zu guterletzt das 13 jährige Phänomen Jehudi Menuhim. und alle entstammen sie — mit Ausnahme Kreislers, der Wiener ist — dem jüdischen Osten, der der Kunst nicht nur der bedeutendsten Geiger, sondern auch viele große Sänger geschenkt hat. Mar Neumann. Pädagogische Ausstellung in Frankfurt a. M. Pfingsten 1931 wird in Frankfurt a. M. die Tagung des Allgemeinen Deutschen Lehrervereins stattfinden. Aus diesem Anlaß ist eine pädagogische Ausstellung geplant, die eine statistische Schau des gesamten Bildungswesens in Frankfurt a. M. -bringen wird. Dabei ist nicht nur an alle rein schulischen und akademischen Einrichtungen gedacht, sondern auch an die Bildungsbestrebungen der Berufs- und Fachverbände, der Volksbildungsvereine, der Konfessionen, der Theater, des Rundfunks, der Presse u. s. w. Die Durchführung dieses Planes liegt in,den Händen des Frankfurter Lehrervereins, der einen Ausschuß mit der Ausführung beauftragt hat. Auch die Bildungsarbeit in Frankfurter jüdischen Gemeinschaften soll im Rahmen dieser Ausstellung aufgezeigt werden. In Anbetracht der repräsentativen Bedeutung eines solchen Unternehmens anläßlich einer großen Tagung, die Besucher aus allen Teilen des Reiches haben wird, werden alle zuständigen Stellen hierdurch zur Mitarbeit aufgefordert. Die betr. Stellen werden gebeten, dem Ausschuß Material zu überlassen, aus dem die Form ihrer Bildungsbezw. Fortbildungsbestrebungen hervorgeht. Es würde sich hierbei in der Hauptsache um ein Aufzeigen der Gliederung und des Aufbaues dieser Einrichtung, sowie des zu vermittelden Bilvungsgutes und ein zahlenmäßiges Erfassen der Teilnehmer nach den verschiedenen Gesichtspunkten handeln. Der Ausschuß bittet die Institutionen, ihre erbetene Mitarbeit im Interesse der Sache nicht versagen zu wollen und ihre Anschriften an den Ausschuß (zu Händen von Dr. Frieda Fuchs, Röderbergweg 6) zu senden. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag abends 6 Uhr Midrasch, Herr H. Holpern. Montag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), Mischna Mitgliederlernen — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag morgens nach Schluß der Synagoge: (ebenso Freitag) Mischna, Herr Dr. E. Posen. Freitag abends nach Schul, im Hörsaal, Mikro, Herr Leop. Oppenheimer. Samstag morgens nach Schul, im Hörsaale, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen — nachmittag % Stunde vor Mincho im Vereinslokale Melochim, Herr Dr. W. Hofmann — abends Vs 9 Uhr, Newiim, Herr Studr. Dr. Marcus Lange. Von Montag bis einfchl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 V4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, 13. Kislew 3. Dez., Estella Ehrmann geb. Roos. Agudas Iisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Sefer Chinnauch - Schiur, Dozent: Herr Rabbiner Josef j Horowitz. Jeden Sonntag Abend, 2072 Uhr, findet s dieser Schiur, Schwanenstr. 12, statt. i Das Jaumi-Schiur der Annaschule stattfindet, aufmerksam, und bittet Jugendliche im Alter von 12—18 Jahren um Beteiligung. ♦nasn DtP// &7ipn ptpV nsonVmnn ntns p"wnan a^pnn rmnn man riioan ]iyaw .11 ia bv uiyan pma swn ,wn xx'i apsr* :X'Lia.i *57 onaan .nv'ntm :xEnin Die nächste Arbeitsgemeinschaft des Vereins findet Samstag, den 29. 11. um 9 Uhr abends präcife, in der Wohnung des Herrn Dr. Simon Bamberger, Langeftr. 57. statt. Referent: Herr Jacob Landau, Thema: Neutralität. .j Gebelzellen. «L'i naip Freitag abend 4.05 Samstag riaauM 6.45 Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— Samstag abend 5.20 Wochengottesdienst: Morgens 6.50 Nachmittags 4.- Tefillin-Legen am Morgen 6.50 und 4.00 Schlimm des Gemeinderabbmers. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, D’noQ 'oa Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 20 72 Uhr im Hörfaal Friedb. Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 20 ll2 Uhr im Lokal der Agudas Äisroel-Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Schiur für Jugendliche im Atter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20 V2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Iugendgruppe Schwanenstr. 12. §°rr Her, §a.p-rn, Am' Familiennachrichten. Schabbos Täuldaus wird, um 12 Uhr Mittags, der | Geburten: Eine Tochter, Immanuel Herz und Sijum auf die Gemoro Kiddufchin gefeiert. — Am i! Frau geb. Rothschild, Luzern. daraus folgenden Tag (Sonntag, 23. November) be-§ Geburtstag: Fräulein Amalie Bärmann, Frankginnt man den letzten Abschnitt Schaß zu lernen, so jj surt a. M., Röderbergweg 77, feiert am 3. Dezember daß der Sijum Hagodaul aller Voraussicht nach am Chammifcho Ooffor Bifchwät gefeiert werden wird. — Der Das Jaum Schiur findet statt: Sonntags von 11 bis 12 Uhr, Montags von 12 bis 13 Uhr, Schabbos von 12 bis 13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen aller Art Montags bis Freitags von 9 bis 12 Uhr, immer: Schwanenstraße 12. Liwjalh Ehen. (Hörfaal Friedberger-Anlage.) i Samstag 4 l/4 Uhr Vorttag von Herrn S. Schachnowitz i über „Zwischen Esau und Laban". j Jüdisch« Frauen Vereinigung E. V.? ihren 77. Geburtstag. Berichtigung. . In der Nr. 46 vom 13. November ist bei der Notiz, jj Ehejubiläum der Eheleute Julius Kasper und Frau Olga j] geb. Salomon, bedauerlicherweise der Ort: Duisburg,, weggelassen worden. Brieflasten. Sonntag, 30. November, nachm. 6 Uhr im Hörsaak Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Lyzeal-Oberlehrer Karl Ochsenmann: „Alte Weisheit — moderne j Probleme im Bereiche der Erziehung". Dienstag, den 2. Dezember, nachm. '672 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage, Arbeitsgemeinschaft unter Lettung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann. Besprechung der Sidroh. Agudistische Frauenorksgruppe Frankfurt a. M. Am Montag den 1. Dezember füllt der Vortra-g ausnahmsweise aus, derselbe findet acht Tage später stcttt und wird noch bekannt gegeben. Jüdischer Turnerbund E. V. < Herren: Sonntags, von 8—9 vorm, städt. Schwimmbad Sonntags, von 9—12 Uhr vorm, kleine Ostparkwiese. Donnerstags, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule Jugend: Donnerstags, von 8.39—10 abends Turnen Anna-Schule. Alte Herren: Mittwochs, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule. Knaben: Dienstags von 6.—7.30 abends Anna-Schule. Damen: Donnerstags, von 8.30—10 abends Liebfrauenschule Schäferg. Mädchen: Abteilung I. bis elf Jahre: Mittwochs, von 4.30—5.30 nachmittags Anna-Schule. Abteilung II. ab! elf Jahre: Mittwochs, von 5.30—7. Anna-Schule.! Frauen: Mittwochs, von 7.30—9. abends S. R. Httfchfchule am Tiergarten 8- Gemetnfame Veranstaltungen. Heim- und Spielabende: Dienstags und Samstags, j abends von 8.30—10 im Heim Efchersheimerldftt. 65 j „Julius" Der Verleger ist uns unbekannt. Wendem | Sie sich an den Verfasser, der in Gießen wohnt. * Vas Ziou: Mk. 3.— für Spende eingegangen. R. Ploni, Aurich: Mk. 3.— für Spende verbucht. Eine hiesige ärztlische Autorität schreibt über den Kefir der Frankfurter Kefir-Anstalt, Friedberger Anlage 14, u. a.: Ich gebrauche seit Monaten in meinen eigenen Familie den von der Frankfurter Kefir-Anstalt hergestellten Kefir. Derselbe zeichnet sich durch seine stets, gleich'oleibende, vorzügliche Qualität aus. Ich sehe in ihm ein sehr gutes Nahrungs- und Genußmittel, daß sogar von unserem zweijährigen Kind gern genommen wird. Darüber hinaus habe ich Kefir verschiedenen Patienten als Stärkungsmittel und bei verschiedensten Erkrankungen des Magen-Darmkanal gegeben. Wegen feiner erfrischenden Wirkung erblicke ich in ihm ein Mittel, das bei fieberhaften Zuständen und bei darniederliegenden Appetit immer gern genommen wird. Der Kefir vereinigt demnach in idealer Weife die Eigenschaften eines .Heil- Nahrungs- und Genußmittels. Es ist allgemein bekannt, wie schwierig gerade im rituell geführten Haushalt die Fettversorgung ist. Praktische Hausfrauen weisen daher immer wieder darauf hin:, daß sich eine große Erleichterung durch Verwendung vom Mandelmilch-Margarine T 0 m 0 r und von Palmin Koscher schaffen läßt. Tomor ist, sowohl fleischig als auch milchig zu gebrauchen, daher besonders Kuchenbacken und als Brotaufstrich unter Fleisch- , zum Wanderungen: Sonntags, alle 14 Tage, nach vorheriger < belag sehr beliebt. Palmin Koscher wird überall dort Bekanntgabe. f bevorzugt. wo große Ausgiebigkeit erforderlich ist. Beide Zöglingsabteilung. Der Jüdische Turnerbund C. 58. f gelte sind zur rationellen Wirtschaftsführung sehr empmacht auf den neueröffneten Zöglingskurs, der Diens-! fehlensrwert, denn sie ersparen der vielbeschäftigten Haustagsabends von 6.45 bis 8.15 Uhr in der Turnhalle J fron Zeit, Arbeit und Geld.

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