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Der Israelit · 1930-11-20 · Heft 47 (20.11.1930) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 47 (20.11.1930)
Date
1930-11-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Je J Seite 8 Nr. 47 zur Wirklichkeit, zur Sachlichkeit und Selbständigkeit den im Leben aus irgend welchen Gründen abseits stehenden Menschen wieder als nützliches Glied der Gemeinschaft zurückzuführen. Die klaren Ausführungen der Referentin regten zu einer langen und lebhaften Diskussion an, welche Wiederum der Referentin Gelegenheit gab, durch eine Fülle neuen wertvollen Materials das Referat zu ergänzen. Das Recht der Frau. Am Montag, den 10. November, hielt Herr Dr. Jsaac Breuer in der Agudistischen Frauenortsgruppe bei ungewöhnlich großer Beteiligung seinen Einführungsvortrag zu einem Zyklus über „Das Recht der Frau". „Wenn die Wahrheit in schöne Form gekleidet ist, so wird man mißtrauisch. Die nackte . Wahrheit spricht für sich selbst". '■ > Diese einleitenden Sätze waren auch das Leitmotiv des Referenten, dessen sachliche Ausführlichkeit aber die Entstehung und Entwicklung des Rechtsbegriffes im Vergleich zu unserem jüdischen Recht für sich selbst sprachen. Redner führte aus, daß eine vergleichende Betrachtung des jüdischen Frauenrechts und des modernen Frauenrechts zunächst eine fundamentale Einsicht in das Wesen des modernen Rechts und das Wesen des jüdischen Rechts voraussetzt. Redner entwickelte das Wesen des modernen Rechts, dem die Zweckmäßigkeit seinen Inhalt und die herrschenden ethischen Anschauungen seine Grenzen sehen. Der Wechsel der Wirtschaftsverhältnisse und der Wechsel der ethischen Anschauungen bedingt einen Wechsel des Rechts, sei es revolutionär, sei es evolutionistisch. Seit der französischen Revolution beherrscht das moderne Recht der Humanitätsgedanke. Die internationalen Beziehungen der Staaten zueinander sind freilich bis zum heutigen Tage keine eigentlichen Rechtsbeziehungen geworden, weil der souveräne Staat sich.als Quelle des, Rechts...betrachtet. Ganz im Gegensatz hierzu ist das jüdische Recht nicht Produkt des Staates, sondern Quelle des Staates. Es ist älter als der Staat, es hat ihn darum überdauert. Das jüdische Volk ist das Volk des Rechtes. Der Geist der jüdischen Knaben übt sich nicht in Märchen, sondernan Fällen des Rechts. Recht und Religion bilden eine Einheit, das Recht des Kaufvertrages ist dem Juden nicht minder heilig wie das innigste Gebet. Die Humanitätsidee ist eine urjüdische Idee. Wenn das jüdische Recht gleichwohl die hchen genannten drei Schrankest, wie sie im Frühgebet zum Ausdruck kommen, aufrecht erhält, so kann das nicht iN dSr Ablehnung des Hümanitätsgedankens, sondern im Wesen des jüdischen Rechts begründet sein, das klar gelegt werden muß. Eine baldige Fortsetzung des Zyklus war der Wunsch aller Zuhörer. Schulkinderkreise. Einem fühlbaren Bedürfnis kommt feit einiger Zeit ein so geheißener „Schulkinderkreis" entgegen, der unter fachmännischer Leitung Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren gegen mäßiges Honorar die Nachmittage gut und zweckmäßig beschäftigt. Ihre Schularbeiten werden beaufsichtigt und es wird ihnen, wenn nötige auch leichte Nachhilfe geboten. Nach getaner Arbeit werden Spaziergänge, Schwimmen und kleine Ausflüße unternommen, so daß der Nachmittag bis 7 Uhr vollkommen aüsgefüllt ist. Bei schlechtem Wetter werden die Kinder bei modernem Werkunterricht beschäftigt. Eine innerhalb dieses Kreises gebildete Ferienkolon i e umfaßte letzten Sommer über 40 Kinder aus den besten Familien unserer Gemeinde. Leiterinnen des Der Israelit 20. November 1930 Kreises sind, wie im Anzeigenteil schon wiederholt berichtet wurde, Frl. Gusti Grebenau und Fr. Else Salzmann. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten Sändweg 16 (Tel. C. 43868.) 21t. herschmann singt in Frankfurt. M. Herschmann, früher Oberkantor m Wilna, jetzt wohl der erste Kantor in Amerika, dessen eigenartige geniale Kunst Grammophonplatten in die Welt hinausgetragen, weilt in Deutschland. Sein Berliner Konzert wird in der gesamten Berliner Presse als ein großes Ereignis im Berliner Kunstleben gefeiert. Herschmann singt am Sonntag, den 30. November, in Frankfurt und zwar im Großen Saal des Saalbaus. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Herschmann ist ein lyrischer und. Heldentenor zugleich, aus welchem Grunde er sich in Amerika den Namen der jüdische Caruso erworben hat? Er ist aber ein Chüsan der alten Tradition, der bei aller Kunst und Technik das alte Chafonus in Reinkultur pflegt. Wie Jossel Rosenblatt ist auch Herschmann r e l igionstreuer Jude. Er wirkt in Amerika in einer Synagoge gesetzestreuer Richtung. Zu Vortrag bringt er nur Gebetstücke, und jiddische Volkslieder. Man sollte sich die einmalige Gelegenheit, den Hochmeister jiddischer Gesangskunst zu hören, nicht entgehen lassen. Frankfurter Verelnskalender. Verein Mekör LtzaM. Sonntag abends 6 Uhr fällt der Vortrag wegen des Sijum des Schaß-Pereins aus. Montag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), Mifchna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch), Gemoro, Herr Robb, Dr. Jos. Breuer. Dienstag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Freitag) Mtschna, Herr Dr. E. Posen. Freitag abends nach Schul, im Hörsaal, Mikro, Herr Julius Lewin. _ . (Alle Schiurun wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Samstag, 22. Nov. Louis Golde-Stistung. . Agudas Iisroel-Iugend- und Madchengruppe. Sefer Chinnauch - Schiur, Dozent: Herr Rabbiner Josef Horowitz. Jeden Sonntag Abend, 20l/2 Uhr, findet dieser Schiur, Schwanenstr. 12, statt. Samstag abend 8V2 Uhr Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Geschichte" unter Leitung des Herrn S. Schachnowitz, „Jude Makkabi". Daf Jaumi-Schiur. Dozent: Herr Herz Halpern. Am Schabbos Tauldaus wird, um 12 Uhr Mittags, der Sijum auf die Gemoro Ktdduschin gefeiert. — Am darauf folgenden Tag (Sonntag, 23. November) beginnt man den letzten Abschnitt Schaß zu lernen, so daß der Sijum Hagodaul aller Voraussicht nach am Chammischo Oossor Bischwat gefeiert werden wird. — Der Daf Jaum Schiur findet statt: Sonntags von 11 bis 12 Uhr, Montags von 12 bis 13 Uhr, Schabbos von 12 bis 13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen aller Art Montags bis Freitags von 9 bis 12 Uhr, immer: Schwanenstraße 12. Liwjath Chen. (Hörfaal Friedberger-Anlage.) Samstag 4 1/4 Uhr Vortrag von Herrn S. Schachnowitz über „Die Brunnen Isaks". Jüdische Fraüenvereinigü'ng E. B. Dienstag, 26. Novembernachm. 4 Uhr pünktlich im Hromenaöen-Cäfe, Gemütlich^ Zusammenkunft: Referat von Ml. Dr. Martha. Wertheimer. Im Anschluß daran geselliges Zusammensein. Dienstag, 25. November, nachm. 6.30 im Hörsaal Friedberger Anl. Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann, Besprechung der Sidroh. Der Portrag des Herrn, Lyzel-Oberlehrer Karl Ochsenmann findet erst in n ach st er Woche, ärn Sonntag, den 30. November, statt. Agudistische Frauenorlsgruppe Frankfurt ä. 21t. Am Montag, den 24. November 1930, abends 83/4 Uhr, hält Herr Konrektor Albert Hirschberg im Hörsaal der Synagogengemeinde „Israelitische Reltgionsgesellschaft", Friedberger Anlage 6, einen Vortrag über „Die jüdische Mütter einst und jetzt".' Gäste herzlich willkommen. Jüdischer Türnerbünd E. V. Herren: Sonntags, von 8—9 vorm, stäöt. Schwimtitbad Sonntags, von 9—12 Uhr vorm, kleine Ostparkwiese. Donnerstags, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule Jugend : Donnerstags, von 8.39—10 abends Turnen Anna-Schule. , . Alte Herren: Mittwochs, von 8.30—10 abends Turnen Änna-Schule. Knaben: Dienstags von 6,—7.30 abends Anna-Schule, Damen: Donnerstags, von 8.30—10 abends Liebfrauenschule Schäferg. Mädchen: Abteilung I. bis elf Jahre: Mittwochs, von 4.30—5.30 nachmittags Anna-Schule. Abteilung II. ab elf Jahre: Mittwochs, von 5.30—7. Anna-Schule. Gebetzetten. fvn^ir» ruft Freitag übend 4.10 Samstag nösfcn 6.45 Samstag morgen 8.— SaniStag nachmittag 1.— und 4.00 Samstag übend 5.25 Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 4.— Tefillin-Legen am Morgen 645. Kchiurim des Gemeinderabbiners. TalMud-Schiur für Fortgeschrittene, amos 'oa Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 20 ij2 Uhr iM Hörsaal Friedb. Anlage. Sefer Chittuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 20^/2 Uhr im Lokal der Agudas Iisroel-Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Schiur für Jugendliche, im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 20*^ Uhr im Vereinslokal der Agudas Iisroel- Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Die Geburt eines Sohnes zeigen hocherfreut an FRITZ LÖWENTHAL und FRAU Gerti geh. Bauer Frankfurt a. M., den 19. November 1930 ) Brentänostraße 4 p"äb |wm» N"2 IDT: mbin nens srrtp nip aw Die Geburt eines Sohnes zeigen an Rechtsanwalt Dr. SALOMON GOLDSCHMIDT U. FRAU Henny geb. Hanauer Frankfurt a. M., 20. November 1930. Obermainaulage 15. z. Zt. Kraukenhs. Gagernstr. Wir laden gleichzeitig Freunde u. Bekannte zum >,27 ein. Infolge Erlrankung des Oberkantors ist die Stelle eines I. KANTORS UND RELIGIONSLEHRERS in unserer Gemeinde sofort zu besetzen. Mit der Stelle ist ein Teil des Religionsunterrichts an den staatlichen Schulen verbunden. Seminaristisch gebildete, jüngere Herren wollen ihre Bewerbungen unter Beifügung von Zeugnisabschr., Bild u. Lebenslauf richt. an den Borstand der Israelit. Reltgionsgemeinde Worms BLUMEN Mäßige GOTTFRIED ROST San d w e g 6 Telefon Carolus 4 53 6 P CHANUKA-KERZEK SABBATLICHTE JAHRZEITKERZEN SEIFEN PARFÜMERIEN BIEBERGASSE 8 TEL. HANSA 26290 Wo bietet sich streng reiig. tücht. energ. Kaufmann Ende 30 EINHEIRAT in gutgeh. Unternehm.? Off. mögl. mit Bild uni 1469c an die Exp. d. Bl. Suche für meine Tochter, 20 Jahre alt, statt!. Erfch., Lyzeumbildung, 3 Jahre im elterl. Konfekt.- u. Manufakturwarengefchäft tätig, palf. 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