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Der Israelit · 1930-11-13 · Heft 46 (13.11.1930) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 46 (13.11.1930)
Date
1930-11-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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-V- - OV'X-HV Seite 8. Nr. 46 Der Israelit 13. November 1930 visierten Jugendvereinigung zum Zeichen der Trauer über das „H i ns ch e i d e n d e.r B a f o p r-D eklara t^y n" gehisst worden. „Haaretz" schreibt anläßlich des Balsour-Tages: Die Balfour-Deklaration kann'ebenso wenig ausgetilgt werden wie das jüdische Volk. Das jüdische Volk ist eine Realität wie die englische Flotte.''Der Jischü'w steht fest wie die Berge Judäas. Die Balfour-Deklaration ist kein Fetzen Papier. Der 2. November wird einst wieder ein Tag jüdischer Freude werden. Amerika. Juden bei den amerikanischen Wahlen gewühlt. New York, 6. Nov. Bei den am 4. November llattaefundenen * *- ■’ s )■»• V* . » tii ötzn bereinigten Staaten wurdebekannte jüdische Philanthrop Julius Meier, Besitzer eines der größten Warenhäuser Amerikas, als Kandidat der unabhängigen Republikaner zum Gouverneur von Oregon, der hervorragende Führer der Demokraten, Arthur Seeligmann, der ebenfalls aktiven Anteil an jüdischen Angelegenheiten nimmt, zum Gouverneur von New-Mexiko gewählt. Zum ersten Male seit 1887 hat diesmal Massachusetts einen Juden, den Demokraten David Go Idstein, in den Kongreß entsandt. Ferner wurden alle acht bisherigen jüdischen Kongreßmitglieder wiedergewählt. Zahlreiche Juden erlangten durch die jüngste Wahl verschiedene Staats- und Gemeindeämter. Konferenz der jüdischen Farmer 'in Amerika. New Port, 4. Nov. New Pork hat die diesjährige Jahreskonferenz des Verbandes der jüdischen Farmer in den Vereinigten Staaten stattgefunden. Der Verwalter der jüdischen Agrikulturgesellschast, Gabriel Davidsohn, referierte über die sozialen und kulturellen Verhältnisse unter den jüdischen Farmern auf Grund der Beantwortung einer.Rundfrage durch tausend jüdische Farmer. 25 Prozent der jüdischen Farmer waren früher in der Bekleidungsindustrie tätig, lieber 50 Prozent der jüdischen Landwirte sind zu ihrem neuen Berufe nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen übergegangen, sondern in der Absicht, ein gesünderes und normaleres Leben zu führen als bisher. Ein Bild des kulturellen Niveaus der jüdischen FarmerHqft . geben folgende Daten:- 70... Prozent, der Farmer haben in ihren Häusern Elektrisches Licht, Zentralheizung,' Kanalisation usw. eingeführt. 70 Prozent besitzen Telefon, 75‘ Prohat im September einem Vertreter., der ITA. in einem Gespräch mitgeteilt, daß die Einwanderung nach Mexiko gegenwärtig vollkommen eingestellt sei. Ein neues Einwanderungsgesetz, auf Grund dessen npr mexikanische Bürger 'das Recht haben werden, ihre, nächsten Verwandten nach Meriko kommen zu lassen, sei«in Vorbereitung. Die im Maj 1930 erteilten Einwandevuugsbewilligungen seien annulliert worden: den Besitzern solcher Einwanderungszertifikate würde die Landung in mexikanischen Häsen nicht gestattet werden." Personalien. Köln. 31. Okt. Ein Kind, das schon in früher Jugend herzliches nVs zu! die Anlagen zu einem ausgeprägten Charakter in sich vereinigte, ist in der ältesten Tochter des Seminaroberlehrers, Herrn Dr. M. Stern und seiner Gattin Betty, geb. Gutmann, in der Nacht zum Schmini Azereh, verschieden. Mit ernstem Sinne für ihre Pflichten verband HanniStern eine unversiegbare innere Zufriedenheit, mit eisernem Fleiße in den jüdischen und pro-; fanen Fächern einen offenen Blick für die Schönheit der Natur,! mit rührender Ansrpuchslosigkeit für die eigenen Anlegen einen regen Eifer, Eltern und Lehrer durch Vorwärtsstreben zu erfreuen. Im Stillen ' gab diese echte Priesterstochter regelmäßig Zedokoh; so schlug ihr junges Herz schon für die Nöte Anderer, während sie für sich selbst keine Wünsche kannte und ihre Krankheit mit der größten Geduld und mit grenzenloser Rücksichtnahme auf ihre Umgebung ertrug. Der Kern ihres licht-, geborenen Wesens, aus welchem ihre edlen Eigenschaften hervorgingen, war ihre aufrichtige. Frömmigkeit. Wer die Gelegenheit hatte, sie auf ihrem stillen Lebenswege zu beobachten, merkte, daß ihr Tun auf Schritt und Tritt einer bei Kindern seltenen Gewissenhaftigkeit entsprang. Am Tage der Thorafreude wurde ihre irdische Hülle zu ihrer Ruhestätte -geleitet. - So spielte auf ihrem letzten hieniedigen Gange das Licht der Freude, die einen Abglanz ihrer ewigen himmlischen Wonne bildet. Stein-Regenshurg dankte; bewegt als früherer Lehrer der Gemeinde Sulzbach und als langjähriger< Freund dem Verblichenen für seine loyale und freundschaftliche Gesinnung, die alle Jahre überdauerte. Ein Mitglied des, Stadtrates zollte dem Verblichenen als langjähriges, bewährtes Mitglied des städtischen Armenrates' für? seine Verdienste Dank und Anerkennung, und der Vorstand'des Turnoereins >-rief seiyem; scheidenden :/ Ehrenmitglieds noch herzliche- Grüße unter Senkung der Vereinsfahne in die Gruft. naiaV nai. Altenstädt (Iller), 10. Nov. Am nn^in nvbv na» begeht der allverehrte und hochgeschätzte Lehrer unserer', Gemeinde, Herr Hauptlehrer Hermann R o s e, seinen 60. Geburtstag. Zugleich feiert der Jubialr sein vier-- z'igjahri g e s D i e n st j uh'iläumseit Austritt: aus dem Seminar in Würzburg. Er kann auf ein dreißigjähriges Wirken in unserer Kehillo -zurückblicken. Wir Me rufen Herrn Hauptlehrer Rasender bei! der esamten Einwohnerschaft gleich , hochangesehen ist, > ein Sprechsaal. Eddersheim b. Flörsheim, 2. Nov. Vorige Woche verschied hier nach schwerem Leiden Herr Josef Hahn. Mit ihm ist ein stiller, schlichter, tief religiöser Jehudi dahin gegangen. Fast 40 Jahre lebte er in harmonischer Ehe mit seiner Gattin. Schweres Leid brachte ihm der Krieg, der ihm den jüngsten Sohn, raubte. Nur sein frommes G'ttvertrauen hielt ihn aufrecht. Im Trauerhause entwarf Lehrer Levi-Höchst ein Lebensbild des Entschlafenen und namens der Familie sprach sein Schwager, Lehrer Markus Groß-Karben. Beide rühmten seine Frömmigkeit, sein G'ttvertraueü und sein Wohltätigkeitssintt. Fast das ganze Dorf nahm an der Beerdigung ._ teil, was von der Peliebtbeft des Heimgegangenen zeugte. -nt Automobile, 56 Prozent Radioapparate usw. Ratz Pen Weg, den er so ost'^an .Saöbgten und Festtagen L°7 di- «ach NW einer lebhaften Aussprache beschloß die Konferenz die Gründung einer Reihe von Kooperativen zur Hebung der wirtschaftlichen Lage der jüdischen Farmer. (ITA.) Antisemitismus in den Vereinigten Staaten. New Port, 9. Nov.' In der Wochenschrift des New Port City College., die vor einiger Zeit unter den Hörern des City College eine Rundfrage über, die Ursachen der Stellungslosigkeit veranstaltet hat, wird in einem Artikel von Nelson Jarschauer die Ergebnisse dieser Rundfrage.. zusammengefässt. Aus die.Frage: „Bildet.,,hei Ihrer Stellensuche Ihre Stammes- oder Religionszugehörigkeit ein ernstes Hindernis?" haben 40 Proz. der. Befragten in bevehetzdem Sinn geantwortet. Auf Grund der Antworten auf'-die RundfrageMd anderer zuverlässiger Nachrichten kösinen wir mitteilen, daß z. B. die Standard Oil Company aus ihrer Abneigung gegen Angehörige der jüdischen Religion kein Geheimnis macht; die Edison Company hat die Aufnahme einer Reihe von genialen Elektrotechnikern wegen ihrer Religionszugehörigkeit, abgelehnt und die New Porter Telefongesellschaft verbirgt ihre Bigotterie hinter einer Prozentnorm, die nicht geeignet ist, irgend jemanden über' oerforgt(Bro&e Gelehrte, vom Herzog herangezoge.n, zum letzten Maltz gefähren, um auf dem altehrwürdigen Friedhöfe zu Flörsheim zur ewgen Ruhe beigesetzt'zu werden. Möge Häschern der Gattin und den Kindern Nechomo spenden rrasjjv Sulzbach (Opf.), 10. Nov. Nach kurzem Krankenlager verschied Leopold Prager, langjähriger Vorstand der rrltehrwürdigen Gemeinde Sulzbach (Opf.), im Alter von 66 Jahren. Unter zahlreicher ehrender Beteiligung der Nachbargemeinde Amberg, der Gemeinde Fürth und der politischem Gemeinde Sulzbachs würden dessen! sterbliche Ueberreste Sonntag vor.-uvsmi' dem dortigen alten wv v"n übergeben. Am Grabe würdigte Herr Oberlehrer Godlewsky-Amberg die großen- Verdienste des Verblichenen um Familie)' Allgemeinheit- und-Gemeinde. Diese Stunde, in der die sterblichen Ueberresteeines -frommen und g'ttbegeisterten Mannes; des letzten Kultusvorstandes Sulzbachs Her Erde übergeben wurden, ist eine historische traurigster Art.' geworden. Mik dem 'Tode dieses' letzten alteingesessene Bürgers und Kultusvorstandes Prager nimmt zugleich ein Gemeindewesen ein Ende, das einst mustergültig und tonangebend für die jüdische Diaspora gewesen. Hatte doch kein Geringerer als det^ gelehrte und tolerante Herzog Christian August von Sulzbach im Jahre, 1664 daselbst.-eine' jüdische Druckerei gegründet,.' welche einige- Jcchrhundertd hindurch die ganze jüdische Welt mit jüdischen Druckwerken aller Art die Gesinnung dieser Gesellschaft zu täuschen. Mexiko gegen die Einwanderung von Inden. -- Meriko, 9. November. Die Nachricht von einer Sperre der jüdischen Einwanderung nach Palästina hat bei den antijüdischen Gruppen in Meriko die lebhafte Befürchtung einer „jüdischen Invasion" hervorgerufen. „El Universal Grasice" bringt, einen alarmierenden.Artikel, der mit den Worten schließt: „Im Hinblick aus die hohe soziale Bedeutung'des Gegenstandes müssen wir die'Aufmerksamkeit der Männer, die berufen wären, Vorkehrungen gegen mögliche beklagenswerte Folgen dieser Einwanderung zu treffen, aus dieses Problem lenken. Der mexikanische Innenminister wirkten in der Gemeinde. So wurde die Gemeinde Sulzbach zu einer VmtmDK führend in Bayern und im den übrigen Ländern. Seit fast fünfundzwanzig Jahren nun wirkte .der nun Entschlafene äußerst segensreich in der Gemeinde. Ueberall, wo es galt„.fein überliefertes Judentum hochzuhalten, trat er dafür ein und selbst, wenn es mit großen Opfern verbunden war. So konnte er den gänzlichen Zerfall der Gemeinde.wohl lange hinausschieben, doch nicht verhindern. Wie der Schiffskapitän hat er als Letzter das sinkende Schiffverlassen, noch vorher seine Dispositionen treffend mit dem Perbande bayerischer israelitischer Gemeinden betreffs detz.«Nachlasses der Gemeinde. Sein . Wunsch, noch einmal in einer Gemeinde weilen zu können mit einem blühenden Gemeinwesen an Seite seiner Angehörigen, wÄd ihm nicht mehr erfüllt. — Herr Mich. Lorsch-Arnberg nahm als Freund und Kultusvorstand der" Nächbargemeinde Abschied von dem wackeren Manne. Herr Oberlehrer kafchruth in Karlsbad! Seit fast zwei Jahren fehlen im Büchlein des Vereins zur -Förderung rit. Speisehäufse:; die Restaurateure in- Karlsbad und haben bisher alle Bemühungen des Vereins nichts genützt, Ordnung^zü schaffen. ' Für nicht, Eingeweihte möchte ich folgendes, erklären: '' Bis/vor Hoei Jahren char eist Schauchet ist Karlsbad tätig, der Äs 'Vollständig einwandstei anerkannt war und konntedaher der Verein die s. Zt. genannten Restaurateure im Büchlein aufnehmen.' ' - ' Als dann der Schauchet.vor zwei Jahren stärö, übernahm der Sohn dieses Schauchet den Posten, ohne hie ..vollgültige Ausbildung gehabt zu haben . (er. , war bis dahin Handwerkern gewesen): - : - v-r-, - * ... Die orthodoxe Landeskanzlei Bratislava (ÖLB.) wollte diesen Mann keinesfalls anerkennen, da feine Schechito keinesfalls einwandfrei war. Nun stellte sich dieser Schauchet unter Aussicht des dort amtierender neologerr Rabbiner, der keinen unteren Schauchet der OLB,. anererkennen wollte. Die sonst unter Aufsicht des Vereins stehenden Restaurateure ^nahmen sich jetzt jeder seinen eigenen Schauchet, die aber von keiner autorisierten Seite beaufsichtigt werden. Es blieb dem Verein vorläufig nichts anderes übrig,- als die.Restaurateure aus ihrem Buche zu streichen. Nun wandte sich der Verein an die OLB., mit welcher ein Vertrag abgeschlossen wurde, daß diese eine Aufsichtsperson nach Karlsbad zur Beaufsichtigung entsenden. Alles wäre nun gut gegangen und der Hamburger Verein hätte dafiir Sorge tragen können, daß die Restaurateure wieder unter Aufsicht desselben kommen, wenn nicht orthodoxe deutsche und polnische Rabbömm, trotzdem die Restaurateure aus oben angeführten Gründen nicht mehr, im .Buche geführt wurden, dort gegessen hätten. Nicht allein, sondern mit Frau und Kindern habe rch. deutsche Rabbönim dort essen sehen und gerade in solchen Restäüränts,' bei denen me OLB, erklärte, daß man dort keinesfalls essen darf'. Ich spreche von Rabbinern,, die selbst in. Deutschland'' die Aufsicht einiger Restaurationen des Hamburger Vereins ausführen. Ich habe erlebt, daß wirklich orthodoxe Herrn und- Damen nur gesagt haben, sie speisen nur in diesen Restart rants, weil sie diese angeführten Rabbiner dort auchhaben essen sehen. Wenn nicht unsere Rabbiner unseren Verein unterstützen und darüber hinweggehen, und in solchen Restaurationen. die adsolu'i sticht einwastdfreisind, essen, ist es doch nicht «möglich,j-Ortyl-yng zui-schaffen.' , , 211s., ich.peinlich; bei Wirte vorstellig: würde>.;um. zu.erreichen daß,.Äeser sich dtzp,Hyordnungen. detOK^)^.'unterwerfen« foll^, unh. ihr.e^AufslWSPkrsoyey-. oneMnüönVmöchto, erklärte';7rnir bieser!,',A)irt..wSrMch: ' '-. '!"'. g,Was habe ich die -OLB?.nötig!'Und wäshbbe' - 'ich 'den Hamburger Verein/ nöftg> -roenü .eüte Rabbiner und eure "orthöd'sren Mitglieder auch ohneden Hamburger Verein bei mir essen!" ' "" "' ''' Wenn die Orthodoxie dem /Hamburger Verein nichts .heistehen wird, dann wird der Verein illusorisch und wie. es jetzt in Karlsbad geht, wird es dann in. der ganzen: Welt zugehen. Ich möchte doch das reisende Publikum/ und d'ie Herren Rabbiner bitten, uns in unserer Sache zu helfen, und uns darin zu unterstützen,'daß nur^ die Restaurationen aufgesucht werden, die, unter.unserer Aussicht stehen. /^ ' ' -- - 'Hermann- Bachrach,. Vermischtes. Freudenburg (Bez. Trier), L.- Nov. Herr Lehrev Hei mann, der die Wanderlehrerstelle des vom preußischen Landesverband eingerichteten. Schulbezirks Freudenburg-Kirf-Wawern verwaltet, hat in Freudenburg, seinen. Wohnsitz, außer dem allsabbatlichen. Schiur über, Sidra- . Religionsphilosophie), sowie Geschichte der' Juden: einen. .Lernvortrag für Jung und Alt, . bestehend aus im Exjl ^eingerichtet, welcher großes Interesse-(speziell)- findet. Stettin, 10. Nov. Unter Leitung des Herrn Rabbi-- ner Dr. Michel Munk, Berlin, welcher der hiesigem

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