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Der Israelit · 1930-11-06 · Heft 45 (6.11.1930) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 45 (6.11.1930)
Date
1930-11-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Nr. 45 Der Israelit 6/ November 1930 Jeder Hem will sich rasch und gründlich rasieren. Er setzt deshalb dem Nasierwasier eine Messerspitze „CxiraparfMDiierf Kai8ep«3orax<( zu. der das Rasieren ungemein erleichtert, die Schaumbildung fördert, lästiges Brennen während und nach dem Rasieren verhindert und die Haut elastisch und glatt werden läßt. Die köstliche Parfümierung trägt dazu bei, das Präparat nie wieder zu missen. — Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Verlangen Sie Gratisprobe und Prospekt mittels dieser Anzeige. — Heinrich Mack Nächst, Alm a. D. Paßfield beruhigt. London, 31. Oktober. Im Parlamentsklub der britischen 'Arbeiterpartei führte Kolonienminister Lord P a ß s i e l d - in längerer Rede aus, daß seiner Meinung nach die durch die Veröffentlichung des Weißbuches ausgelöste Erregung durchaus auf mißverständliche Auffassung zurückzusühren sei. Es bestehe keinerlei Absicht seitens der Regierung, von der von den vorhergehenden Regierungen befolgten Palästina-Politik abzuweichen. In Beantwortung des Briefes Dr. W e i z m a n n s, in dem dieser dem Kolonialministerium seine Demission als Präsident der Zionistischen Organisation und der Iewish Agency zum Protest gegen die Politik des neuen Weißbuches bekannt gab, hat Lord Paßfield namens des Kolonialministeriums einen Brief an Dr. Weizmann gerichtet, in dem er sich dagegen verwahrt, daß die Sache so hingestellt wird, als legten die jetzt getroffenen Ent-! scheidungen der zukünftigen Arbeit schwere Hindernisse in den Weg, oder als bestünde die Absicht, die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims auf der jetzt erreichten Stufe erstarren zu lassen. So wurde z. B. im Weißbuch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Tätigkeit der jüdischen Organisationen ohne Unterbrechung fortgeführt werden könne, während gleichzeitig allgemeine Maßnahmen zur Entwicklung des Landes im Interesse von Juden und Arabern getroffen werden sollen. Die Antwort Weizmanns deckt sich mit den Ausführungen in seinen bereits bekanntgegebenen öffentlichen Kundgebungen. Er weist auf die Gegensätze des neuen Weißbuches zu den Bestimmungen des Weißbuches von 1922 hin und auf die Ungeheuerlichkeit, die jüdischen Rechte von bloßen arabischen Meinungen abhängig zu machen. Er weist insbesondere dokumentarisch nach, daß das Weißbuch sogar die Feststellungen ihres eigenen Experten verleugnet, soweit sie den Juden günstig sind. Rumänien. Otafionafraf der rumänischen Juden interpelliert ln Sachen der Kalenderreform. Bukarest, 28. Oktober. In der letzten Sitzung des Nationalrates der rumänischen Juden, an der Vertreter aller jüdischen Gemeinden, Organisationen und Parteirichtungen teilnahmen, stand das Problem der Kalenderreform auf der Tagesordnung. Auf Veranlassung von Oberrabbiner Zirelson wurde beschlossen, eine Delegation zur rumänischen Regierung zu entsenden, um diese zu ersuchen, daß der Regierungsvertreter Rumäniens beim Völkerbund in Genf sich mit voller Kraft gegen eine Einführung des Blankotages einsetzen möge. Dazu bemerkt das Nachrichtenblatt des Weltverbandes für Sabbatschutz: Dieser Schritt des rumänischen jüdischen Nationalrates gibt uns von neuem die Hoffnung, daß die Frage der Kalenderreform doch in einer Weise geregelt werde, die auch für uns Juden annehmbar wird. Je mehr eine Landesregierung für unseren Standpunkt gewonnen wird, desto größer werden auch unsere Hoffnungen nach dieser Richtung. Beginn der Wiederaufbauarbeiten in Borscha. Bukarest, 29. Oktober. Der Prozeß gegen die Anstifter zu den Unruhen in Borscha wurden aus den 17. November verschoben. Die Juden in Satumare, wo der Prozeß stattfinden sollte, befürchten, daß die zahlreichen antisemitischen Rädelsführer, die aus Anlaß des Prozesses in. Satumare eintreffen werden, das Signal zu antisemitischen Ausschreitungen geben werden. Der Kassationshof wurde ersucht, als Prozeßort Zalau zu bestimmen, wo sehr wenig Juden wohnen. Die Wiederaufbauarbeiten in Borscha haben am 5. Oktober begonnen, indem etwa 12 jüdische Bürger, die entweder über eigene Mittel verfügen oder versichert waren, an den Wiederaufbau ihrer verbrannten Häuser geschritten sind. Die Hilfsgesellschast unter Führung von Ing. Noszin Mor hat den Wiederaufbau von zirka 30 Häusern in Angriff genommen.- Man hofft, in den nächsten Monaten etwa 90 Häuser wieder errichten zu tonnen. Die zur Verfügung stehende Summe beträgt kaum 2 Millionen Lei (zirka 50 000 Mark). palafttna« kein Bodenverkauf an Inden in Transjordanien. Jerusalem,. 2. November. Der transjodanische Premierminister Hassan Khaled Pascha, der sich auf der Rückreise aus London gegenwärtig in Jerusalem aufhält, erklärte in einem Gespräch mit einem Vertreter des „Falastin", daß zwar in Transjordanien kein gesetzliches Verbot des Verkaufs von Boden an Judenbestehe, daß aber dort gewohnheitsrechtsich keine Bodenverkäufe an Ausländer getätigt werden und, die Regierung daher Bodenkäufe von zionistischer Seite nicht zulassen werde. Stellungnahme der arabischen Exekutive zum englifchen Weißbuch. - Jerusalem, 28. Oktober. In einer Sitzung der palästinensisch-arabischen Exekutive, in der die durch das neue englische Weißbuch geschaffene Lage erörtert wurde, erklärte Muza Kazim Pascha, die Balfour-Deklaration sei jetzt, nachdem den Juden der Bodenerwerb unmöglich gemacht wurde, wertlos geworden. Auch die übrigen Mitglieder der arabischen Exekutive äußerten ihre. Befriedigung über den Inhalt der englischen Regierungserklärung. Die Fassung von Resolutionen zur politischen Lage wurde auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt. Eine Weltaktion der Ligen für das arbeitende Palästina. Jerusalem, 27. Oktober. Die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation Palästinas (Histadruth Haowdim) hat die Ligen für das arbeitende Palästina in Europa und 'in Amerika aufgefordert, Unterschriften für eine Petition an die englische Arbeiterpartei zu sammeln, in der auf die „Verräterei, Heuchelei und Verleumdung" hingewiesen werden soll,, die in der 'britischen Regierungserklärung zum Ausdruck kämen. Der Präsident der Histadruth Haowdim, Ben Gurion, hat in einer Versammlung der palästinensischen Arbeiterpartei das englische Weißbuch einer Analyse unterzogen und der Meinung Ausdruck gegeben, daß seitens der bengalischen Mohammedaner ein ungeheurer Druck aus die englische Regierung ausgeübt worden sei. . V. wies auf den Geist der Feindseligkeit gegen die Juden hin, von dem die britische Regierungserklärung erfüllt sei, die nicht nur ein Dokument heuchlerischen Verrats darstelle.' sondern auch ausgesprochen antisemitische Verleumdungen enthalte. Dr. Arlosoroff sprach in dieser Versammlung über die Aufklärungsarbeit der Histadruth unter den Mitgliedern des britischen Parlaments, der sozialistischen Internationale und des Völkerbunds. (ITA) Die Folgen des Weißbuchs. Jaffa, 25. Oktober. Das jüdische Volk hat von seiner Schöpfung an durch all die Jahrtausende stets eine ethische Politik im Verkehr mit anderen Völkern getrieben und Verträge,; ohne sie zu deuteln, selbst dann ehrlich gehaltenwenn es, wie Josua von den Gibeoniten, getäuscht worden ist. Als England vor einem Jahrzehnt uns einlud in Palästina ein nationales Heim auszubauen, da löste die Aufforderung in der ganzen Iudenheit Freude aus. Vierzig Millionen Pfund sind seitdem von uns Juden in das verwahrloste, verödete Land gebracht worden, Sümpfe und Steppen wurden von Tausenden unserer Jugend unter bewundernswertem Heroismus in Felder und Gürten verwandelt, und auf Meeressand wurde die jüdische Stadt Tel-Aviv errichtet, deren dreitausend Häuser vom Grund bis zum Dach nur Arbeit jüdischen Schweißes sind. Nur Hebung des Lebensstandards brachten die Juden der arabischen Bevölkerung des Landes- und von jüdischer Seite kannte man nur eine Politik der Friedlichkeit, des Humanismus und der Gerechtigkeit den Arabern gegenüber. Doch arabische Notabeln im. Bunde mit hohen ^englischen Regierungsbeamten des Landes arbeiteten von Anfang gegen die Juden. \ Als dann im August ' vorigen Jahres das .große Blutbad unter den Juden verübt und darauf seitens der durch ihre Ermunterungspolitik bzw. durch ihre Untätigkeit den arabischen Judenfeinden gegenüber mitschuldig gewordenen Regierungsbeamten es verstanden wurde, den Tatbestand zu vertuschen und nun erst" recht mit Hochdruck gegen die den Juden gewährten Versprechungen zu arbeiten, als ihnen hierzu von London aus sogar noch Hilfe wurde, — da erfaßte die Juden Palästinas 'Unsicherheit in ihrem bisherigen Vertrauen zu Englands Wort. ' I -7V.' Trotzdem schlug der vor einigen Tagen veröffentlichte Simpson-Bericht und die gleichzeitige Stellungnahme der englischen Negierung wie; eine Bombe eint Die Bestürzung unter den Juden Palästinas war ungeheuer! Wie eine Lähmung legte es sich auf. alle. Das Wirtschaftsleben, das durch die August-Pogrome die Tätigkeit der Shaw-Kommission und die Jnsubierung der Einwanderung bereits schwere Schläge erlitten hatte, ist nun aufs Neue erschüttert worden. Ueberall hört man von Abbestellungen. Wer bauen wollte, baut nicht; wer sein Haus streichen lassen wollte, läßt es nicht streichen usw. Die verheerenden Folgen sind — trotz der optimistischen WortZ des Bankdirektors Hoofien in der Jaffaer jüdischen Handelskammer — unabsehbar. Wohl haben die Juden Palästinas Mut. Aber durch die ungünstige Situation der Wirtschaftslage in der ganzen Welt kriselt es hier so wie so schon stark. Viele halten nur durch Zuschüsse von Verwandten in ihrem Heimatlands durch, und dieses Geld hat für gar manchen aufgehört oder sich vermindert. In Jerusalem stehen schon langst die zahlreichen I e s ch i w o t h , mit denen etwa achthundert Familien verbunden sind, durch die starke Verminderung der Spenden vor der Katastrophe. Was soll werden? Möge G'ttes Hilfe nahe s ein! Zofe al Zion. Amerika. Die amerikanische Regierung will in London intervenieren. Washington, 1. November. Eine von United Preß verbreitete Mitteilung besagt: Im Zusammenhang mit dem englischen Weißbuch über Palästina, das bekanntlich in zionistischen Kreisen eine Reihe von Protestkundgebungen hervorgerufen hat, wird von der amerikanischen Regierung die Erhebung von Vorstellungen in London erwogen. 'Zu diesem Zweck wird zur Zeit im Staatsdepartement das englisch-amerikanischs Palästina-Abkommen einer eingehenden Prüfung unterzogen, um festzustellen, ob die amerikanische Regierung auf Grund dieses Abkommens berechtigt sei, in Anbetracht der beträchtlichen Erregung unter den amerikanischen Juden über die Einstellung der englischen Regierung einen Schritt in London zu unternehmen. Das fragliche Abkommen enthält einen Passus, nach dem zu grundlegenden Aenderungen in der Verwaltung und Regierung des Mandatsgebietes Palästina die Zustimmung der Vereinigten Staaten erforderlich ist. Sprechsaal. Zur Frage der jüdischen Reslauralionsbekriebe. So löblich die Artikel in den letzten Nummern Ihrer geschätzten Zeitung auch sind, so blieben doch von allen Verfassern einige Gesichtspunkte unberührt, die aber? gerade für die Geschäftsreisenden, von ziemlicher Wichtigkeit sind. Wenn sich die Herren beschweren, in den meisten Plätzen ein nun- Restaurant nicht zu finden, so haben sie damit zunächst einmal nicht unrecht, denn es gibt wahrhaftig in den meisten Orten kein nsra» Restaurant,- zweitens aber, und das ist die größte Hauptsache, haben die Herren zum großen Teile auch selbst schuld; ich will mit meinen Ausführungen nicht untersuchen, ob die Restaurants oder Hotels in Bezug auf Sauberkeit sehr einladend sind, oder ob einem wirklich schon vor dem Essen der Appetit vergeht; wenn aber das nso Essen etwas teurer ist, als das andere, so. liegt darin eine gewisse, sogar sehr große Berechtigung; gehen wir einmal in ein Restaurant, so haben wir Gelegenheit, vielleicht zwei bis drei Gäste zu Mittag zu treffen; kommen wir dagegen in das christliche Restaurant, dort sitzen alle Reisenden, ob Juden öder Christen, und lassen es sich wohl munden; hieraus ergibt''sich, daß bei diesem die Menge den Verdienst bringt, dort dagegenwird, trotz des vielleicht höheren Preises, fast'nichts verdient. Der Einwand, daß es an den meisten Orten keine im Eßgelegenheit gibt, ist fast vollkommen unbegründet; in fast jeder Stadt existiert ein vnivi pn, bei dem man gern, und zwar meistens gut bürgerlich,»

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