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Der Israelit · 1930-11-06 · Heft 45 (6.11.1930) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 45 (6.11.1930)
Date
1930-11-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1930 Nr. 16. Seite 3 6. November 1930 Der I s tatlit >ff « 27930 £ ■?*! üstd den d'e r Alle %ettd>er Es - Gn - Ge - t" es Äkltre itacht iDin- Hen rifdts fpoit ,5 ., heurfsatz Mh- Pertikel «ge. zu die tängeung ak. l so am* die gelenigemit le den 'fer zu beim, en, ren ahe )as ber cm: ^al- 'vn >inf mmrelt Dir >5" fcn CCS ich Sonntag nicht gern mtt profanem Amüsement entweihen. Wie tief beschämend/ daß jüdische Menschen den siebenten Tag der Schöpfung, das von G'tt geweihte Denkmal der Weltgründung, nicht einmal so. Hoch halten,, wie das englische Volk den schließlich von Menschen eingesetzten religiösen und sozialen Ruhetag! Wie hoch werden, .die englischen Offiziere diese Juden einschätz en, die das Wort von der „nationalen Selbstachtung" im Munde führen, und einer fremden Nation, ohne Not, nur um Sport und Spiel zu fröhnen, ihr Heiligstes opfern. Immerhin, auch dieser vVN ^i^'N war mit ein Grund für die orthodoxen Kreise, dem Sabbat vor der Mißhandlung von seiten der eigenen Brüder zu Hilfe zu kommen. Man entschloß sich schweren Herzens, den Ausfall, der'der Spielleitung durch die Verlegung der Veranstaltungen auf einen Wochentag entsteht, zu ersetzen. Es sah zunächst wie ein moralischer Gewinn aus, daß die Spiele am Sabbat eingestellt wurden, schon im Interesse der jüngeren Jugend, der ein böses Beispiel aus den Augen geräumt wurde. Man durfte vielleicht auch damit rechnen, daß nnwh Kn naw*? k^w “pna und die Spieler, einmal vom höheren Sabbatlicht erfaßt, in diesem Lichtkreise auch dauernd und aus eigenem Antrieb bleiben. Das alles ließ seinerzeit die unabhängige Orthodoxie in Palästina die Schließung des Sportplatzes am Sabbat als großen Triumph ansehen und /feiern. Leider hat sich das Ganze als Phantom erwiesen. Im Momente, da die Zahlungspflicht ablief, trat der Rückfall ein. Geld her oder den Sabbat! Seit Beginn des Wintersemesters spielt der Makkabi in Jerusalem wieder am Sabbat. Das Geld, das die Orthodoxie nicht mehr zahlen kann, bringen die Zuschauer, dankbar, das Spiel mit ansehen und doch dabei, soweit sie Nichtjuden sind, ihren Sonntag freizubekommen und heilig halten zu können ... In einem Aufruf der Jerusalemer A g u d a s I i s r o e l, der in allen Städten Palästinas plakatiert ist, findet der Schmerz der gesetzestreuen Bevölkerung über das Attentat auf den Sabbat ergreifenden Ausdruck. Da lesen wir u. a.: Das thoratreue Judentum ist ins tiefste getroffen von dem neuen Versuch der Makkabi-Organifation, den Aufbau des heiligen Landes auf den Trümmern von Thora und Tradition durchzuführen. Die heiligsten Positionen des Judentums werden dadurch erschüttert und stürzen zusammen. , Auch diejenigen, bei denen das religiöse Gefühl erkaltet ist, können nicht übersehen, daß mit diesem Treiben einer verleiteten Jugend der neue Aufbau, der geistige wie der materielle, direkt untergraben wird. Mit verantwortlich für diese Untaten sind aber auch alle nationalen Institutionen, denen der Makkabi direkt oder indirekt seinen Bestand verdankt. Alle materielle und politische Not, die über das heilige Land hereinbricht, ist letzten Endes auf die Ausschreitungen der lieblosen Söhne zurückzuführen, die die Heiligtümer Israels, für die ihre Väter ihr Leben Hingaben, mit Füßen steten. Wir klagen an: den Waad Häleumi, die zionistische Organisation, wie auch die Jewish Agency in Erez Jisroel, die alle mit verantwortlich sind für die sabbatlichen Fußballspiele, wie für das. Bestehen, der unrituellgeleiteten Arbeiterküchen in Palästina. Sie sind verantwortlich für den daraus sich ergebenden religiösen und moralischen Niedergang der jungen Generation, die Entweihung des g'ttlichen Namens und die Herabsetzung der Ehre Israels und seiner Thora; in weiterem Sinne auch für alle Verhängnisse, die über den Jischuw kamen, und in denen wir eine direkte Folge jener religiösen Entartung erblicken. Die gesamte jüdische Bevölkerung in Palästina wird aufgerufen, sich wie e i n Mättn zu erheben und zu beratschlagen, jäte mit gemeinsamer Kraft gegen die schleichende Krankheit anzukämpfen sei. Denn nur mit vereinter Kraft wäre es noch möglich, den religiösen Ausschreitungen Einhalt zu gebieten und die nationalen Instanzen zu zwingen, ihre Pflicht gegen die Seele des jüdischen Volkes zu erfüllen. Nur auf solch reinem Grunde ist ein Aufbau denkbar und eine Ausgestaltung des Jischuws, dem heute so ungeheure und vielfache Gefahren drohen. Unterzeichnet sind die Zentrale der Agudas Iisro el in Erez Jisroel und der Waad Hair der A s ch k e n a s i m-G e m e i n d e in Jerusalem. Die Zionistische Leitung hat freilich zur Zeit andere Sorgen. Aber die äußere Krisis, so traurig und umfassend sie ist, darf nicht hinwegtäuschen über diese innere Krisis, die Krisis der jüdischen Neschomoh, der Sabbatseele des jüdischen Volkes. Aeußere Schickungen sind oft "durch geheime Fäden mit innerer Schuld verbunden. S. R. Hirsch und unsere Zeit. Ungesprochene Worte am Grabe Rabbi Alordechai Benets Von Gustav Springer in Boskowih. Es hieße den Zweck dieser Veranstaltung völlig verkennen, wollten wir nicht den Versuch unternehmen, uns auf die beklemmende Frage unseres Herzens die unbeeinflußte, wahrheitsgetreue Antwort aus der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart zu holen. Wie ist die völlige Abkehr von der Dafeinsaufgabe unseres heiligen Volkes gerade in einem Lande möglich, das Geistes- und Sittlichkeitsgrößen von dem Formate eines Rabbi Mordechai Venet und aller p’inwi erVm die dieser uns allen so teuere Boden birgt, möglich gewesen? Und warum soll diese Entwicklung ein Dauerzustand bleiben, aus dem es keine Rettung gibt? •'n nawai mpnn «w ntpsni Brüder! Söhne des Volkes Jisroel! Spüren wir doch unseren eingeschlagenen Wegen nach und erforschen wir ihre Entstehungsursache. -i Vielleicht, Vater des Weltalls, führt dieses Beginnen bis zu Dir zurück! Das Mittelalter und die Anfänge der Neuzeit waren die Geschichtsepoche der Lebensverneinung der Massen. Bloß die oberen Schichten der Menschheit, die Bevorzugten, hatten ein scheinbares Recht auf Genuß und Lebensfreude. Der gewöhnliche Mensch war dazu da, den Hochgestellten die Mittel hierzu beizustellen und selbst demutsvoll, entsagungsreich auf alles Erstrebenswerte dieser Welt zu verzichten. Ihm blieb nur das Unbekannte, das Jenseits, auf das ihn die bewußten und unbewußten Verführer verwiesen. Unter den Ständen der Ptenschheit aber hatte das in die Wüste zu seiner eigenen Selbstgewinnung hinausgewiesene jüdische Volk das entsagungsreichste Los. 1»» AUSGEWAHLTE AUFSATZE UND ANSPRACHEN VON JACOB ROSENHEIM ZWEI BÄNDE - GROSS-OKTAV - IN GANZLEINEN GEBUNDEN RM.15.- EINZELN: BAND I, 396 SEITEN GEBUNDEN RM. 7.50 BAND II, 520 SEITEN GEBUNDEN RM. 8.50 Nur durch den Verzicht sämtlicher Beteiligten auf Gewinn war es möglich, das zweibändige Werk im Umlang von über 900 Seiten zu einem solch niedrigen Preise herauszubringen und nur so konnte dem Wunsche des Autors, die Anschaltung seines Werkes insbesondere der Jugend zu ermöglichen, entsprochen werden. Ein ausführlicher Prospekt mit Wiedergabe des Inkalts Verzeichnisses beider Bände Hegt der Gesamtauflage bei. Zu bezieh,en durch sämtliche Buchhandlungen oder direkt von J. Kauffmann Verlag / Frankfurt a-/M., Schillerstraße 19

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