Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1930)
- Date
- 1930-11-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2. Nr. 45 Der Israelit 6. November 1930 zu — erleben, — nämlich uns e r h eutige s DafeinalsAwroh o m sKinder, als die auf Moria Mitgeopferten. Und harren wir nur stetig des Schlußkapitels: Der Erlösung Israels aus dem Exil. Auch unser Leben gehört derewig lebenvollen Historie- Awrohoms an, — auch das unserer spätesten Ahnen, und darum beten wir dreimal täglich zu G'kt als zu dem, der X'2» : nanxa wv örpiä'.’ia1? „der Erlösung bringt den spätest Enkeln der Patriarchen um seines Namens willen in Liebe." Wochenrundschau Not in Jerusalem! „Not in Jerusalem" — gewiß kein neues Wort, das die Vorstellung von dem Ausbruch einer elementaren Gewalt auslöfen könnte. Das Ohr ist schon für die Schreie aus der heiligen Stadt nachgerade abgestumpft. Nun aber hat die Not speziell des T h o r a j u d e n t u m s in Jerusalem einen Grad erreicht, der alle Beteiligten und Führer in leine gemeinsame Rettungsaktion zwingt. Die Krisis der Thorainstitutionen in Jerusalem hat eine Höhe erreicht, daß zur Zeit, nach Urkunden, für die Namen wie Oberrabbiner S o n n e n f e l d, Oberrabbiner Kuck, Rabbi Mosche Blau, Rabb. T u k a c i n s k i u. v. m. bürgen, achthundert Familien, d. h. viertausend Seelen, unter ihnen Menschen aus der geistigen Elite des gesetzestreuen Jerusalem, buchstäblich hungern und einer Verelendung entgegensehen, wie sie auch im vielgeprüften Palästina bisher noch nicht gekannt war. Ein Aufruf, von den besten Männern des alten und neuen Jifchuw unterzeichnet, wendet sich zunächst an die Städte und Kolonien in Erez Jisroel selbst und ruft sie zur. Hilfe auf. Nicht Almosen wird verlangt, nicht Unterstützung, sondern die Einlösung einer Pflicht, eines Gelübdes, einer Ehrenschuld der Stadt gegenüber, in der sich alle Weihe und Heiligkeit des Landes konzentriert. Die Unterhaltung der Thora und ihrer Träger, zumal in Zion, war von jeher heilige Aufgabe des jüdischen Volkes. Darum auf in Stadt und Land zur Rettung der Tausenden, Gegeben und überliefert. Zur dreizehnten Sijumfeier der Frankfurter „Chewroh- Schaß" am is>oa 'a (23. November). Von Benzion Rachelfohn. Seit der Sinaioffenbarung ist der Monotheismus (■jV '»n» «Vi 'aas) im Judentum zum persönlichen Erlebnis geworden. Nicht durch Glauben, auch nicht durch Forschen, sondern durch Sehen wurde Israel seines G'ttes gewahr. nrii» n»«rn narr „durch persönliche Inaugenscheinnahme hast du dich von der Wahrhaftigkeit und Einzigkeit G'ttes überzeugt" (5. 23. M. 4. 35) onV nns nnnn n« rrapn jnawa »i'n» Kintr? lau D’amnnn nt? jnp -p 'ta ynpp dboi v'S'pi nyaiz> (»"sn das.) Die monotheistische Lehre kann uns somit in Wirklichkeit nichts Neues bringen, sie hat nur den Zweck, eine gegebene Tatsache verstandsmäßig zu bestätigen. Anders jedoch ist es mit der gesamten übrigen Thora und ihren Gesetzen. Hier gibts zwar auch im Grunde genommen seit der Offenbarung nichts Neues. Denn m? «»an nva wurde am Sinai alles offenbart, selbst r-,!?»aan n«»*ij? nix» (b"’ n^aa:), ja selbst jede jeweils wahrhaft getroffene nnnn, wie es heißt 12*1 nninV rny p»mi na ib'sn (s"s na»an »ai-vti'1 »a»oa nva^ naxa naa. Allein das gilt nur von ia»an nva (v-t»in). Für den i-rrnv bbo dagegen ist die Thora stets ein unversiegbarer Quell neuer Lehren. Neu in deren Häusern und Herzen die Thora die sicherste Stätte hat, vor dem Hungertode! Es ist ehrend und vielverheißend,- daß Erez Jisroel cm Selbst h-i l f e denkt^ - daß dieser Aust ruf zunächst an - die> Wohlhab enden -und .Messergwestellten -in- Palästina selbst - dringt. Manffoll in der Gola Erez Jisroel nicht immer und allein als Objekt, sondern auch als SHKj e k t der Arbeit und der jüdischen Wohltat M schätzen lernen. Das: entbindest abermchb d'iejüdische MasW'a in Amerika Md MropaMn der Pflicht^ voMich aus ebenfalls:-. helfend Mit eWstgreifen. Mbbi Kuck Und Rabbi SÄnenseldcMsteßen stchMem Aufrüf mit einemUppell an dieHe samteAudenheit an, ünd mast Mrs hoMst, daß in eiübr Zeit, in der wir so viele Enttäuschungen in und um Palästina erleben, wirunfreletzten Bestandteile im Lande, den alten Jifchuw, der-sich immer noch als die. solideste Basis für den neuen Aufbau bewährt hast nichstim SM' lassen.; ' ° Lassen wir die alte Liebe zu Erez Jisroel sich in Taten auswirken. Es ist dringende Gelegenheit dazu geboten! Und es wäre dies a u ch eine Antwort an England — schöner und jüdischer als alle Proteste? ' -?- -^ Revision des Iudengefehes in Böhmen «nd Möhre«. Wir haben bereits vor einigen Monaten durch mehrere Korrespondenzen auf die Bestrebungen hingewiesen, die zur Zeit darauf hinzielen, die verfassungsmäßigen Grundlagen der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren, sorveit sie der staatlichen Regelung unterliegen, einer Revision zu unterziehen. Zum Unterschiede von der Slovakei und Karpathorußland, wo die orthodoxe Bevölkerung eine starke Mehrheit bildet und sich des' Rechtes voller Selbständigkeit auf gemeindepotitifchem Gebiete erfreut, sind bekanntlich in den böhmischen und mährischen Gebieten der tschechoslovakischen Republik nur noch kümmerliche Reste gesetzestreuen jüdischen Lebens übrig geblieben. Das Terrain wird dort von dem sogenannten, hauptsächlich unter zionistischem Einfluß stehenden „Obersten Rat" beherrscht, von dem auch die Bemühungen um Schaffung eines neuen Judengesetzes ausgehen. Der Entwurf, der vorläufig vorliegt, und über den wir berichteten,' basiert auf der einheitlichen Zwangsgemeinde und weiß weder etwas von Kautelen zur Sicherung der praktischen Religionsübung der Orthoooxie innerhalb der Einheitsgemeinde, noch gar von einem Rechte auf selbständige körperschaftliche Gestaltung des orthodoxen Gemeinschaftslebens. Erfreulicherweise regt sich jedoch jetzt im Kreise Zeia 49 : r*c a» «i '“''“ÖS'} ft? Wolf T& Hansa &930 unserer Gesinnungsgenossen in. Böhmen und Mähren bEMideHMd?gßgew ein.DDes, den geschiWHeü ErfahMngen sprechen w ,r „ dfeiMßidOd vor aWs e tz u ngMirHfMSKe- .xMAMr 'MwifseMMheit selbstMnxWrWenAer EMM^gHWche. Wstächst einmMWaDÄ Es - t Vi't t s r^W^UrÄ^Ms R -eHHa Äf ME An - düng s elbständig er 0EEÄ,-0-Wr'Hont e i Ünd 'nüv :SN ßt nich dieMeowäwiminer überlieferten Forrü ' dcksÄMindestin'äh'ffvon .^weMngssrei^eit.Mern. 'ff Wir veröffentlichen an andrer Stelle der heutigen Nummer einen temperamentvollen Aufsatz von Gustav'.Springer ist' BoSkövitz, einem Führer der kleinen Gruppe bewußt-orthodoxer Persönlichkeiten in Böhmen-Mähren. Der Artikel befaßt sich zwar nicht mit der jetzt aktuellen Frage, bildet aber den stlmmungsmäßigen Auftakt zu der hoffentlich recht erfolgreichen Bewegung, die dem überlieferten Judentum auf dem von Männern wie Rabbi Mordechai Baneth geweihten historischen Boden eine Wiedererhebung aus tiefstem Niedergang sichernsoll. Mattabx in Jerusalem spielt wieder gegen den Sabbat. Es ist tief schmerzlich, in einer Zeit, da so viele 'Hoffnungen in und um Palästina zusammenbrechen, Dinge registrieren zu müssen, die die Unverbefferlichkeit und Unbelehrbarkeit einer gewissen jüdischen Jugend in Palästina dokumentieren. Wie uns von zuverlässiger Seit^ mitgeteilt wird, hat der Jerusalemer Makkabi mit 'S 'ty seine Sabb atf u ß b a l l s p i e l e wieder ausgenommen. - Wie erinnerlich, gelang es voriges Jahr den Aguda-Kreifen in Jerusalem^, nicht ohne Opfer an Geld und Kraft und Intellekt, die Jungen zu einer besseren Respektierung des Sabbats zu bewegen. Die Makkabileitung glaubte bis dahin, die Spiele auf Sonntag nicht legen zu können, mit Rücksicht auf die Engländer, die ihren insofern, als sie bis zu ihrer Entdeckung von uns unbekannt waren, sie waren aber alle im G'tteswort d. h. im Worte der Thora enthalten und find aus ihm entstanden. G'tteswort gleicht quasi einem Saatkorn. Es wird vom Boden menschlicher Vernunft aufgefangen, daselbst mittels der bekannten Lehrmethoden und Regeln n-nnnp nno pa nen-« in Verbindung mit dem menschlichen Verstand entwickelt und entfaltet, bis es sich zum üppigen Baume emporschwingt v"n p? irn nnrn- Das Wort selbst aber bleibt, entgegen jenem Saatkorn, unversehrt und unverändert. Es nährt und trägt jenen ragenden Baum bis in alle Ewigkeit. An dem 2Vort selbst kann nicht gerüttelt werden. Es ist unserem Intellekt innerhalb des Worterahmens großer Spielraum gegeben, den Rahmen selbst können wir aber niemals sprengen. Die Behauptung von den immer wieder aus der Thora neuhervorgehenden Lehren dürfte allgemein bekannt fein und bedarf keinerlei Beweise. Doch sei hier einiges aus unserem Schriftum kurz gestreift. In 'n nisnaE? fragen b"m verwundert: avm nnm »aa im naijyai. . . ferner, bei der Thora, woselbst der Ausdruck na^yai vorkommt (Hiob 18,21), gibt es oder gab es denn etwa jemanden, der die Thora jemals kannte? heißt es doch von derselben an anderer Stelle (das.) via« sn» «*>i nany kein Mensch kennt den Schätzungswert der Thora Darnach ist die Thora von uns Menschen überhaupt noch nicht gekannt, geschweige denn erforscht—eine Auffassung die nach chassidischer Deutung auch im Verse na’an'nmm ausgedrückt ist, na»an: nämlich noch ganz und unberührt—. Sind aber hier unter „Thora" alle Wissensgebiete derselben, ja sogar die Wissensgebiete der 2Velt (paan, Einleitung zur Thora) bishinauf zu den höchsten minn nnio gemeint, so zeigt ein anderes, nahezu 1000 Jahre später gesprochenes Wort, welch unendlichen Schatz des Wissens selbst der Talmud in sich birgt, und zwar in seiner rein halachischen praktisch Seite, die doch unsallen so nahe liegt und für einen jeden von uns zugänglich ist. Das Wort ist vom i^a-aai gesprochen. Verwundert über den Genius seines Lehrers v«a»a schreibt der Rambam: sein weites Herz—symbolisch für den Verstand — im Talmudstudium erregte schreckhaftes Erstaunen zb ii> '»nt maVna rr>yna. Wie muß also der Talmud tief sein, wenn beim Hinabsteigen einen Geist wie der Rambam ein Schrecken erfasst! einen Geist wie der Rambam, - von dem die maßgebende rabbinische Nachwelt das Wort prägt: «in taas ',n -j«^>a »a '»sa ttypa» mint yatw i'i>«t „auf ihn ryollen wir hören und von ihm wollen wir Thora lernen, denn er gleicht einem Engel G'ttes" n-En ntsa *pA»n) und die Losung ausgibt »nana entsn 3at o»»nn ja cmsa nva ta»an „wer sich von den Lehren unseres Lehrers Moses (den Maimon) trennt, der trennt sich gleichsam vom Leben" (craann ^>y rwv *vm). (Schluß folgt.) ivocyeakatender. 0. 8. — Vä. November 1930 v. 17. — 24. Marcheschwan 6691 Samstag ' 1? Sonntag 9 18 ■ Montag 10 19 ' - Dienstag Mittwoch Nov 11 12 jwnna 20 21 - Donnerstag 13 22 Freitag - 14 23 Samstag. 15 24 2~n2 pnaa x*i»t »av warm »®»an n’ism enfin j»nnaa n'tr »»it Mauled Freitag früh 8 Uhr 63r/, Minuten