Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1930)
- Date
- 1930-10-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10. Nr. 44 I £ | jj ti i i f: I benspannungen zu krankhaften Gehirnreizungen führen. Für diese Tat erhalten die Scharrs Strafbefehle über 20 Mark wegen ruhestörenden Lärms. Sie beantragen gerichtliche Entscheidung. Der Einzelrichter verurteilt die drei Brüder Scharr auf Grund ihrer eigenen Angaben zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Monat Gesänignis, den Vater spricht er frei. Sowohl, die Scharrs als auch die Staatsanwaltschaft legen Berufung ein. Das Große Schöffengericht verurteilt Walter Scharr zu 8 Monaten, Willi zu fünf Monaten und Kurt Scharr zu 3 Monaten Gefängnis. Der alte Max Scharr wird freigesprochen. Abermals erfolgt Berufung seitens der Verurteilten und des Staatsanwalts. Der Fall kommt vor die Große Strafkammer Naumburg. Der Staatsanwalt beantragte für Walter und Willi je ein Jahr 3 Monate, für Kurt Scharr sechs Monate Gefänignis. Die Strafkammer aber-verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft. Bei Walter Scharr, der den fürchterlichen Schlag geführt haben will, erscheine die vom Schöffengericht verhängte Strafe von 8 Monaten Gefängnis angemessen, da man ihm mildernde Umstände nicht hätte versagen können. Bei den anderen beiden habe das Gericht anerkannt, daß sie aus „Familiengefühl" gehandelt hätten und deshalb die Strafen herabgesetzt, und zwar bei Kurt Scharr von 3 Monaten auf die gesetzliche Mindeststrafe von 1 Monat Gefängnis und bei dem vorbestraften Willi Scharr von 5 auf 3 Monate Gefänignis. In der Urteilsbegründung findet sich der Satz, daß auch Preußler, das Opfer, wegen Raufhandels bestraft werden müsse, weil er sich an einer Schlägerei beteiligt habe, in die er — „nicht ohne eigene Schuld" verwickelt worden fei. „Vorwärts" schließt: „Man wundert sich nicht mehr darüber, daß Naumburger Ristster den Satz aufstellen, daß es von Familiengefühl zeuge, wenn Brüder dem Bruder Helsen, einen anderen halbtot zu schlagen, und daraus mildernde Umstände herleiten. Man wundert sich nur über eins: daß in Naumburg nicht endlich Ordnung geschaffen wird. Wenn nichts geschieht, wird sich die Oesfentlichkeit helfen müssen mit der Feststellung: In Naumburg wird nicht Recht gesprochen, dort gibt es nur Pärteijuftizl" Die N)oche. Vortrag in der Agudistifchen Arauengruppe. Am Montag, den 27. Oktober, sprach Herr Redakteur S. Schachnowitz in der Agudistifchen Frauen- Ortsgruppe über die K a l e n d e r r e f o r m. Es ist gewiß nicht leicht, in einem größeren Kreise diese spröde Materie so nahe zu bringen, wie dieses in hervorragender Weise Referent verstanden hat. Ausgehend von den Grundbegriffen des jüdischen Kalenders und dessen Zusammenhang mit den Höhepunkten jüdischer Geschichte, gab das Referat einen instruktiven Ueberblick über die Kalenderentwicklung in außerjüdischen Kreisen. Im Hauptteil wurde die universelle Bedeutung des S ch a bb o s g e d a n k e n s für die Judenheit in plastischen Ausführungen dargestellt und die großen Gefahren hervorgehoben, in welchen der Schabbos bei der Verwirklichung der jetzigen Bestrebungen zur Kalenderreform schwebt. Referent gab einen Ueberblick über die Stellungnahme der einzelnen Länder zu dieser Frage, schloß mit einer geistvollen Deutung des Sambationbildes und sprach die Hoffnung aus, daß auch der neuerliche Kampf gegen den Schabbos von uns siegreich ausgetragen würde und das jüdische Volk und der Sabbat als unzertrennliche Einheit seine Mission als Friedensbote durch die Menschheit trage und alle Stürme überdaure. Auch an dieser Stelle sei der besondere Dank, den am Schlüsse des Abends Frau Meta Posen aussprach, zum Ausdruck gebracht. . E. Schiurim des Gemeinderabbiners. Der «ivr-Schiur für Fortgeschrittene (v'nos w») hat wieder begonnen und findet Samstag, Dienstag und Donnerstag Abends um'20 im. Hörfaal Friedberger Anlage 5/6 statt. Verein Mekor Chajim. Wiederholten Anregungen folgend, haben wir unter bewährter Leitung des Herrn Dr. Marcus Lange einen Newttm-Kurs in unser Programm ausgenommen, der jeweils p'-vsa 20.30 Uhr im Vereinslokal, Langestr. 18 stattfindet. Wir möchten nochmals auf diese Neueinrichtung besonders Hinweisen, die sicherlich bei unseren Mitgliedern lebhaften Widerhall findet. Gäste sind herzlich willkommen. Geschichtskurs in der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Der diesen Samstag abend fällige Geschichtskurs muß wegen Verhinderung des Dozenten auf Samstag, den 8. November, verlegt werden. Die Teilnehmer der^ersten Stunde, sowie neue Teilnehmer werden gebeten, Samstag abend, den 8. November, Punkt 8.30 Uhr in den Räumen der Aguda Schwanen- -straße 12, zu -erscheinen. Durchgenommen wird: „Alexander der Große; das Uebergreifen des alexandrinischen Hellenismus .auf Jerusalem". Jüdischer Mannergesangverein Hasomir. Wir machen darauf Aufmerksam, daß der Kartenverkauf zu dem jüdischen Konzert am 1. November im kleinen Saalbau (musikalische Leitung Leo Rofenblückh, Solist Wölf L e w i) um Freitag, den 31. Oktober, ab¬ D e r Israelit schließt. Die restlichen Karten sind nur noch an der Abendkasse erhältlich. Da der Vorverkauf sich sehr günstig anläßt, empfiehlt es sich, nicht bis zur Abendkasse zu warten, Das Konzert wird pünktlichst um 20 Uhr beginnen: der Eintritt während der Vorträge wird keineswegs gestattet. Eine Konferenz der Iewish Agency in Frankfurt. Die in Frankfurt a. M. abgehaltene, gut besuchte B ez i r ks ko n fe r e nz der Jewish Agency für Deutschland, die unter dem Vorsitz von Justizrat Dr. Blau stattfand, hat nach Referaten von Direktor Oscar Wassermann und Dr. Friedemann einstimmig den Beschluß angenommen, ungeachtet der schweren Enttäuschung, die die jüngste Erklärung der englischen Regierung über ihre zukünftige Politik in Palästina den Palästina-Freunden bereitet hat, das Palästina-Werk mit verstärkter Enerige fortzusetzen. Direktor Oscar Wassermann übte in seinem Referat scharfe Kritik an dem neuen Palästina-Weißbuch der englischen Regierung und beklagte es insbesondere, daß diese Regierungserklärung erlassen wurde, ohne daß vorher ein Versuch gemacht worden war, eine Rücksprache zwischen Vertretern der Juden und der Araber, wie dies Dr. Weizmann vorgeschlagen hatte, herbeizuführen. Sir John Hope Simpson, der Palästinabevollmächtigte der englischen Regierung, besitze wohl bedeutende Qualitäten, aber sein Bericht zeige, daß ihm die Sonderprobleme Palästinas fremd geblieben sind. Als England seinerzeit die Pflichten, das Mandat in Palästina durchzuführen, übernommen hatte, war es sich der Schwierigkeiten der Durchführung der Mandatsziele im wesentlichen bewußt: die jetzige englische Regierung habe also kein Recht, sich unter Hinweis auf die bestehenden Schwierigkeiten ihrer Pflicht zu entziehen. Die- Erklärung der englischen Regierung widerspreche auch den Beschlüssen der Mandatskommission. — Oscar Wassermann schloß sein Referat mit dem Gelöbnis, daß die Juden weiter an dem Palästina-Werk arbeiten werden, und er sprach die bestimmte Erwartung aus, daß die heutige schwierige politische Konjunktur in nicht allzu langer Zeit überwunden werden wird. Jüdische Wohlfahrtspflege.' Die Jüdische Wohlfahrtspflege erläßt folgenden Aufruf: „Stehe nicht still bei dem Blute Deines Nächsten!" Tausende brechen zusammen, hungern und frieren. Helft! Die Jüdische Wohlfahrtspflege befindet sich Langestraße 30, ihr Postscheckkonto ist Nr. 54 893. Städtische Fürsorge. Das statistische Büro des Fürsorgeamtes der Stadt Frankfurt gibt für das Jahr 1930 ein Handbuch des städtischen Für so r ge amt e s und des städtischen Gesundheitsamtes heraus, das nach einer übersichtlichen Zusammenstellung der reichs- und landesgesetzlichen, sowie ortsstatutarischen Grundlagen der Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge, eine vollständige Uebersicht über die Organisation, die Zusammensetzung, die Arbeitsmethoden, Mitarbeiter, Kreisstellen und Bezirke des reich gegliederten städtischen Fürsorgewesens bietet und jedem, der irgendwie mit Fürsorgeangelegenheiten zu tun hat, unentbehrlich ist. Die städtische Fürsorge ist bekanntlich interkonfessionell ausgebaut und steht allen Konfessionen mit absoluter Unparteilichkeit gegenüber. Der zweite Teil des Handbuches ist dem Stadtgesundheitsamt und seiner Organisation gewidmet. Den Schluß bildet en alphabetisches Strgßenverzeichnis nebst der Zugehörigkeit der einzelnen Straßen zu den verschiedenen Bezirken der Fürsorge, des- Gesundheitswesens und der Polizeiorganisatiön. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) ma "n, Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht), Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 9 i{4 (ebenso Montag abends 6 1/2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen — abends 6 Uhr im Vereinslokale LäNgestr. 18 Vortrag des Herrn Rabb. Jos. Horovitz über „ Schülchän Arüch". Montag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), Mischna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb.Dr. Jos. Breuer. Dienstag morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Freitag) Mischna, Herr Dr. E, Posen. Freitag abends nach Schul,, iin Hörsaal, Mikro, Herr Gustav Kaufmann. Samstag morgens nach Schul, im Hörsaäle, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen — nachmittag 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokale Melochim, Herr Dr. W. Hofmann abends 72 9 Uhr, Newiim, Herr Studr. Dr. Marcus Lange. -. - < Von Montag bis einfchl. Freitag morgens nach Schul,? . .im SitzWgsziwmer, Hemono Herr Dr. S. Mhrmann. Jeden abend . 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal SchäßlerUey, Herr H. Holpern. i"~r' .; La-rzettrstiftuttse«. 02p, 1. Nov. Zerline ^Mayer /geb. Wilmersdorf. Hannchen Mosbacher Mb. Roos. - Sonntag, 2.?0fori Hrdtel Göttlteb geb. Mayer. $ 30. Oktober 1930 Dienstag, 4. Nov. Jfaac Hesdorffer Freitag, 7. Nov. Eva Lob. Agudas Jisröel-Jugend- und Mädchengruppe. Mauzoe Schabbos, 18.30 Uhr Schwanenstr. Hebräische Arbeitsgemeinschaft, nur für Damen. Dienstag, 4. November, 21 Uhr Eschenheimeranlage 1, Dozent Herr Dr. Willy Hofmann über „Die Ideologie der Agudas Jisroel". Montags und Mittwochs, 20 V2 Uhr Schwanenstraße 12 Schiur für Jugendliche, (ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim), Dozent Herr Rabbiner Jos. I. Horowiß. Man-wende sich im übrigem wegen Sonderwünsche an die Leitung der Vereinigung, Sonntags zwischen 11 und 13 Uhr Schwanenstr. 12 zu sprechen, öder sonst außerhalb dieser Zeit an den' Vorsitzenden Hartog Hartogsohn, Ostendstr. 82 (Carolus 44368) mit dem auch nur nach telefonischer Verständigung irgendwelche Zeit zur Besprechung vereinbart werden kann. Auskünfte über Schülergruppen erteilen: Mansted Neuberger, Am Tiergarten 24, 46393, Albert Löwenthal Mauerweg 34 (Tel. 46436) und Hans Esriel Hildesheimer (bei Blumenthal) Seumesstr. 2. Liwjath Chen. (Hörsaal Friedberger-Anlage.) Samstag 4l(4 Uhr Vortrag von Herrn S. Schachnowitz über „Babylonische Türme Und abrahamitlsche Höhen". Jüdische Frauenvereinigu'ng E. V. Dienstag nachm. 4 Uhr Gemütlicher Nachmittag im Promenadencafe Friedbergeranlage, Referat von Fran Dr. Dora Edinger über „Die neue Schule im modernen Roman". Dienstag abends 6V2 Uhr im Hörfaal Friedberger Anlage Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann „Besprechung der Sidroh". Agudistische Zrauenorisgruppe Frankfurt a. M. Am Montag den 3. November findet im Haufe von Frau Jenny Breuer, Hölderlinstt. 7.I., ein Vortrag von Frau Dr. Alice Schaumberg über „Jndividualpsychologie und Erziehung" statt. Gäste herzlich willkommen. Jüdischer Turnerbund E. V. Herren: Sonntags, von 8—9 vorm, städt. Schwimmbad Sonntags, von 9—12 Uhr vorm, kleine Ostparkwiese. Donnerstagsvon 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule Jugend: Donnerstags, von 8.39—10 abends Turnen Anna-Schule. Alte Herren : Mittwochs, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule. Knaben: Dienstags von 6.—7.30 abends Anna-Schule. Damen: Donnerstags, von 8.30—10 abends Liebfrauenschule Schäferg. Mädchen: Abteilung I. bis elf Jahre: Mittwochs, von 4.30—5.30 nachmittags Anna-Schule. Abteilung II. ab elf Jahre: Mittwochs, von 5.30—7. Anna-Schule. Frauen: Mittwochs, von 7.30—9abends S. R. Hirschschule am Tiergarten 8- Gemeinsame Veranstaltungen. Heim- und Spielabende: Dienstags und Samstags, abends von 8.30—10 im Heim Efchersheimerldftr. 65 Wanderungen: Sonntags, alle 14 Tage, nach vorheriger Bekanntgabe. Gebetzetten. j: Freitag abend 4.35 Samstag morgen 8.— Samstag nachmittag 1.— und 4.00 , Samstag ahend 5.50 : Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachnuttags 4.30 Tefillin-Legen am Morgen 6.15 Schiurim des Gememderabbiners. Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, ll'nvs '0»: Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 20 V2 Uhr im Hörfaal Friedb. Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 20 i/3 Uhr im Lokal der AgudasJisroel-Jugendgrüppe Schwanenstr. 12. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Schiur für Jugendliche im Alter von. 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 2,01 /2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Iisroel- Iugendgruppe Schwanenstr. 12. FamMennachrichken. G e b urten: Eine Tochter, Herr- Alfred, VogÄ und FraüTildegeb. Westheimer, Mosbach (Büdetr)/; :‘t; A. Betrag für eiHseSßmw. ß. H. Der Verläg läutet? Hebrew Publishing .Gorypauy, New YM, ^2 MoahMy. < " A. Betrag fürMp^de ei^gegastgen.