Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1930)
- Date
- 1930-10-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44. Seite 9 30. Oktober 1930 _____ Gratulanten seine ehemaligen Gßmeindemitglieder und Schüler, soweit sie in Berlin ansässig sind, nicht fehlten, war selbstverständlich. . Wir wünschen dem Jubilar, daß es ihm rrn vergönnt sein möge, noch viele Jahre an der Seite seiner Gattin, die ihm als echte Rabbinerssrau in seinem Wirken stets zur Seite stand, und im Kreise seiner Familie und seiner Hreunde) bie Früchte seiner segensvollen Lebensarbeit.zu genießen. > "■ Griesheim b. Darmstadt, 26. Oktober. Von einem schweren Schlag wurde die hiesige Israelitische Gemeinde, wie auch ein großer Teil der hiesigen Bevölkerung durch bas Ableben des prakt. Arztes Dr. med. Josef Heilbronn betroffen. Einer frommen Familie aus Thann d. Rhön entstammend/ ließ er sich im Jahre .1903 hier nieder und übte seine ärztliche Praxis als ein tüch-- tiger Arzt aus. Und wie er ein Meister darin war und dadurch volles Zutrauen genoß, so verstand er es auch durch sein gutmütiges Wesen und seinen liebenswürdigen mit Humor gewürzten Charakter sich beliebt zu machen. Ein tückisches,: plötzlich aufgetretenes Herzleiden hatte ihm im noch mannhaften Alter von erst 54 Jahren ein jäfyes Ende bereitet, von dem er in ben ßliniten Darmstadt und Heidelberg vollständige Wiedergenefung erhoffte, die. aber leider nicht in Erfüllung gehen sollte. Bei dem großen Leichenbegängnis, das von der Beliebtheit des Verstorbenen beredtes Zeugnis ablegte, hoben Herr Rabbiner Dr. -B-i em h e i m , sowie insbesondere ein Vetter und Studienkollege, Herr Dr. med. Stern in Darmstadt, die...hervorragenden Eigenschaften des Verblichenen hervor,''wie aUch die hiesigen Kollegen und ein Vertreter des Darmstädter Aerztevereins seiner in tiefempfundener Weise gedachten.?rnx:m. Berlin, 15. Oktober. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppen Berlin schreiben: Ein schwerer Verlust hat die Berliner Agudoharbeit getroffen. Frl., Hanni L e w i n s k i, langjähriges Vor- _Der Israeli t__ ftandsmitglied; der Jugendgruppen, wurde vor einigen Wochen ihrem reichen Wirkungskreis entrissen.;; Seit Beginn der Berliner Bewegung stand Hanni Lewinski in der vordersten Reihe ihrer Förderer. Ihre Initiative und Tatkraft bewies, sie auf 'allen Gebieten der Agudoh-Arbeit. Ausbau und Ausbau der Mädchen^ gruppe find mit ihren; Warnen untrennbar verknüpft. Als in schwerer Nachkriegszeit die Berliner Agudas Jisro'el eine segensreiche Hufstätigkeit entfalten konnte, war Hanni Lewinski der Ersten eine, die sich in den Dienst der guten Sache stellten. Mit wachsender Beanspruchung und Verbreiterung wurde ihr die Leitung des Hilfswerks wesentlicher Lebensinhalt. Was Hanni Lewinski hier in täglicher unermüdlicher, taktvoll-feinfühliger und-doch durchgreifender, energischer Sozial- Arbeit geleistet hat, davon machen sich selbst engere Mitarbeiter keinen Begriff. Sie verstand es, besonders auch die weibliche Jugend für die Ausführung sozialer Hilfstätigkeitzu gewinnen, und wirkte so zugleich höchst erzieherisch. Ihre reiche Persönlichkeit befähigte Hanni Lewinski, sich mit gleicher Schaffensfreude auch anderen Aufgaben zU widmen. So hat sie den Berliner Jugendgruppen in organisatorischer Hinsicht Unschätzbares geleistet. Ihre Schaffensfreude ließ auch nicht nach, als sie vor einigen Jahren dem Nachwuchs ihr Vorstandsämt einräumte. Unermüdlich sorgte sie für'die reibungslose Abwicklung der Bundesgeschäfte. So. ist es durchs ihre Ausdauer gelungen, der Agudohjugend eine eigene S.tätte zu schaffen. Das Jugendheim der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Sophienstraße 6, ist ein Mittelpunkt der Arheit' thoratreüer Jugend:- '' Hier soll nun auch als sichtbares Zeichen der Verbundenheit der Verewigten mit unserer Arbeit ein Hauptraum den Namen „Hanni Lewinski-Zimmer" erhalten. Hierzu findet bei Beginn des Wintersemesters eine Feier statt, die die zahlreichen Freunde der Heimgegangenen vereinen wird.,:,,?.; ' ■ : Vermischtes. Geilenkirchen, 26. Oktober. Samstag Morgen 10 Uhr fand'in der hiesigen Synagoge eine S eelenföier für die Opfer der furchtbaren Be:rgvaukatastrophe zu Alsdorf statt. Herr Lehrer Frohmann verbreitete sich in ergreifenden Wo.rten über das furchtbare Schicksal, das die Helden der Arbeit betroffen und um die nun alle Völker der Erde trauern. In eindringlichen Worten richtete Redner an die Anwesenden die Bitte, nicht nur der Toten zu gedenken, sondern auch für die Hinterbliebenen nach besten Kräften sorgen zu wollen. Berlin, 23. Okt. Die Große Strafkammer in Naumburg hat als Berufungsinstanz in dem Falle der berüchtigten drei Brüder Scharr, die dem jungen Kaufmann Fritz Preuhler in Gegenwart seiner Braut den Schädel eingeschlagen haben, entschieden: Die Berufung des Staatsanwalts wird verworfen, der Berufung der Angeklagten wird stattgegeben. Unter der Ueberschrift „Hakenkreuzjustiz in Naumburg" berichtet der „Vorwärts" über den Fall: Fritz Preußler, ein junger, völlig unpolitischer Kaufmann, und seine Braut werden ständig von Nationalsozialisten angepöbelt, weil Preußler für eine jüdische Firma reist. In einer Dezembernacht, als Preußler mit Braut heimkehren, werden sie von.der ihnen gegenüberwohnenden Nazifamilie Scharr aIgegriffen. Die Braut des Preußler wird als Judenhure, er selbst als Jude beschimpft. 'Als sie sich die Beleidigung verbitten, fallen die drei Brüder Scharr und ihr Vater, mit Stöcken bewaffnet, über sie her und schlagen dem Preußler mit einem Eichenknüppel den Schädel ein. Durch einen glücklichen Zufall kommt er nach monatelangem Krankenlager mit dem Leben davon. Jedoch liegt das Gehirn auf einer Fläche von 30 Ouadratzentimetern vollständig frei. Es besteht die Gefahr, daß die eventuell auftretenden Nar- M o de rn e und Fenlterdekorationen Wl: ir weben selbst r fabrizieren selbst bieten konkurrenzlos billige Preise Eugen Kentner £: Mechän. Weberei Gardinenfabriken Verkaufshaus: Frankfurt a.M. Goethestr. 4 MARKUS MAX SECKBACH PAULA SECKBACH geb. Lewinsky Vermählte Berlin-Würzburg Berlin NW. 87 Altonaerstr. 32 Trauung: Sonntag den 18.Marcheschwan 5691/9.November 1930, */s3 Uhr, Adafi Jisroel, Berlin, Artilleriestr. 31 Telegrammablösung, zu Gunsten Agudas Jisroel erbeten Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme anläßlich des Hinscheidens meines geliebten Gatten, unseres teuren Schwiegersohnes und Schwagers Herrn Heinrich Dreier h"XT sagen wir hiermit unseren innigen Dank. Frau Anni Dreier geb. Stern Familie Stern FrankfiirtÄiM. .. ' . tj }‘fr j lüiHftS r MAX r- •; o - AUSTERLITZ Denlisl . /. .h a-t;,! sein e} Z all n p r.Ä X i s Sandweg 2. plTii e r ö f f n e t Tel. Car. 45380 Sprechstnd. 9—12, 3—6 Uhr feSesMrfrävIein mit pädagog. Fähigkeiten, im Nähen bewandert, das auch etw. Hausarbeit übernimmt, zu.L,Mädchen von 8 u: 7 Jahren per 18. Nov. gesucht. Mit Sprachen- und Musikkenntnissen bevorzugt Off. unt. 1382c an die Erp. Orth. jung. Fräul. für Büro und Haushstlt «ach Stuttgart gesucht. Kost. und. Logis eventl. im Haufe. Attgeb. m. Gehalts? ansprüchi .und Refer. unter 13&8c an die Erp.ds. Bl. Fürm. Schwest.(18 I )Vollwaise, aus ggt.ostjüd. Fam. w. Stelle als Haastoclit. gesucht» ist auch i. Koch, gut bewandt Off, u. 1379c Erp.' Suche für meine 18 Iahte alte Tochterim Haushalt bewandert,aus streng orthodoxem guten Haufe. . Welche Annehmlichkeit für die rituelle Küche — fleischig und milchig zu gebrauchen! 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