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Der Israelit · 1930-10-30 · Heft 44 (30.10.1930) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 44 (30.10.1930)
Date
1930-10-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8. Nr. 44 Der Isra e l i t 30. Oktober 1930 tionalheim bedeutet, da ich auch weiterhin den Eindruck habe, daß die Regierungserklärung sowohl hinsichtlich der Boden erwerbsfrage wie der Einwanderungsfrage der durch die Balfour-Deklaratiow übernommenen Verpflichtung aktiver Unterst ü tz u ng d e s A u f b aus eines I üd i sch e st Ratio n a k h e i m s widerspricht. Palästina. Waad leumi beteiligt sich nicht, am Legislative Council. Jerusalem, 22. Oft. Der Jüdische Nationalrat für Palästina (Waad Leumi) hat einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher er erklärt, sich an dem in der Erklärung der britischen Regierung vorgesehenen Legislative Council nicht beteiligen zu wollen und auch sonst jede parlamentarische Institution abzulehnen, die darauf abzielt, der Errichtung des Jüdischen Nationalheims Hindernisse in den Weg zu legen. In einer zweiten Resolution, welche bei Stimmenthaltung der zwei revisionistischen Vertreter und Ussischkins angenommen wurde, erklärt der Waad Leumi, sich dem Proteste Weizmanns gegen Englands Bruch seiner Versprechungen anzuschließen. Wie die Jüdische ^elegraphen-Agentur erfährt, sprach unmittelbar nach dem Besuche Colonel Kischs der Vorsitzende des Jüdischen Nationalrates Palästinas, Pinchas Ruthenberg, beim High Commifsioner, Sir John Chancellor, vor und konferierte mit ihm längere Zeit über die durch die Regierungserklärung geschaffene Situation. (Wir glauben nicht, daß die Waad leumi-Erklärung den Ansichten Weizmanns entspricht. Red.). >>" — — Die britische Regierungserklärung und die palästinensischen Araber. Jerusalem, 22. Oft. Im Verlaufe eines Gesprächs mit dem JTA-Vertreter führte der Sekretär der palästinensischen arabischen Exekutive, Moghanan Elias Essendi Moghanan, aus: Die palästinensisch-arabische Exekutive hat die Erklärung der englischen Regierung.in der Sonderausgabe^ des „Palestine Bulletin" gelesen. Die arabische Exekutive ist nicht in der. Lage, mitzuteilen, welche Schrittest'e angesichts dieser Regierungserklärung zu unternehmen gedenkt,' solange nicht der vollständige Wortlaut des Statements der britischen Regierung und des Simpson- Berichfes offiziell kundgemach! ist.' Söweit das Statement gegenwärtig vorliegt, bedeutet es für die Araber eine tiefe Enttäuschung, da es an dem Mandat und der Balfour-Deklaration festhält. Auch ist die vorgeschlagene Verfassungsreform völlig unzureichend. Die Regierungserklärung — ein Triumph der Araber! . v Jerusalem, 27. Okt. Die arabische Zeitung „Falastin" fordert die arabische Bevölkerung-auf, rmit der englffchkn Regierung zusum-5 men zu grbeiten. .undEinsetzung des Legislasive Council zu akzeptieren, die trotz der.Weigerung der.,Juden, sich ast den Wahlest"zü -beteiligen,''erfolgen werde, da die Regierung entschlossen-fest jeden-Widerstand niederzuringen. ' " , . ‘■’ i Obwohl der Eöüncil sich'fäktisch von "dem im Jahre 1922 in Vorschlag gebrachten nicht unterscheide, bestehe für die Araber angesichts der radikal zu ihren Gunsten geänderten britischen Haltung kein Grund, Wahlabstinenz zu üben, fei. unwahrscheinlich^ daß die.vom High Commissioner zu ernennenden Mitglieder des Councils aus desti-englisches BeänÜestsü^d eine judenfreundliche Stellung einnehmen würden. „Falastin" weist sodann mit Behagen aus die Verstimmung hin, die die Regierungserklärung bei den Juden hervorgerufen: habe, und schreibt, vän der Balsour- Erklärung sei nicht^chbrig geblieben außer deyk!.bläßen Namen. Das Weißbuch,' welches kein e.knzige2 für die Juden günstiges Wort enthalte, bedeute? einen glorreichen Triumph der Araber. .. ' „Jamea el Arabia", das Organ des Großmufti, erklärt dagegen, die Niederlage der Juden sei nicht unbedingt als- »Triumph '-der Arabers anzusehen. Die steue Politik!befriedige mcht alle Ansprüche der Araber, sie ziele nur darauf ab, einen Teil des Unrechtes, das der arabischen Bevölkerung seit der britischen Okkupation zugesügt wordensei, zu beseitigen. Die englische Ausgabe des „Falastin" gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß nur von einem Parlament eine Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Behältnisse im Lande erwartet werden könne. Es sei unwahrscheinlich, daß die Regierung, die bisheruin der Erfüllung ihrer Aufgaben versagt habe, künftig den an sie gestellten Anforderungen gerecht' werden mevb'$ toenn iffe.'tiidjt eine verfassungsmäßige Körperschaft zur Seite gestellt werde, die ihre Handlungen kritisiert. Die Araber müßten sich fragen, ob die von der Regierung auf Grund der Vorschläge von 1922 gemachten Zugeständnisse in der Verfassungsfrage jenes Höchstmaß von Selbstverwaltung darstellen, das im gegenwärtigen Augebnlick -gewährt werden könne. Die übertriebenen Forderungen'der Juden hätten weitergehende Zugeständnisse verhindert. Unter den Regierungsbeamten, die in den Legislative Council entsendet werden sollen, werden sich, voraussichtlich der Direktor des Vodendepartements Abramson, ein getaufter Jude, Oberstaatsanwalt Norman Bentwich und Einwanderungskommifsar Hayamson befinden, so daß zusammen mit den zu wählenden jüdischen Mitgliedern der Council eine starke Vertretung der Juden aufweisen werde. Im Hinblick darauf, daß die Christen .Palästinas allein' in vier Gruppen zerfallen,' und die Araber'mindestens drei Richtungen repräsentieren, legt „Falastin" der Regierung nahe, eine Reihe von Beamtensitzen im Council für Vertreter arabischer Interessen zu reservieren. Bezüglich der Bodenfrage habe der-Simpson-Bericht die Behauptung der Araber, daß unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Wirtschastsmethoden keine Bodenreserve' für die Ansiedlung neuer Einwanderer vorhanden sei, , als zu Recht bestehend erkannt und fordere daher die I Juden auf, die Fellachen mit der intensiven Bodenbearbeitung vertraut zu machen, um so „die Fellachen von den ehrlichen Absichten der Juden zu überzeugen und eine langsame, aber sichere Erschließung weiterer Län dereien zu ermöglichen, ohne daß hierdurch irgend jemandem Unrecht zugefügt wird." Das Bodenkaufsverbot ein Schlag für den arabischen Großgrundbesitz. _ Jerusalem,»27. Okt. Eine sorgfältige Sondierung der Stimmung in aro; bischen Kreisen durch Vertreter der Jüdischen-Telegraphen-Agentur hat ergeben, daß der Großmuft! und seine Anhänge^-, dahin neigen, das Angebot auf Einsetzung eines Legislative^Council zurückzuweisen, während die gemäßigteren Elemente.,. unter Führung des Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bey Nashasbibi, der sich stets für Kooperation mit der Regierung ausgesprochen--HM, bereit sind, dieses Angebot anzunehmen. Doch besteht die Möglichkeit, daß auch die Partei des Großmufti auf das Angebot aus parteitaktischen Gründen eingehen wird, um nicht die Führung der arabischen Massen an die Partei Nashyshibis zu. verlieren. -In einem Gespräch mst dem JTA-Vertreter erklärt^ 'Äst führendes christliches Mitglied der Arabischen Execk.uüve,::fer' bedäuere tief den Beschluß der Juden, den; Legislative Council zu boykottieren, der eiste-Plattform' für gemeinsame Arbeit ,ast der Beseitigung ' der wirfe sä-astlichen und. sozialenHißstände im Lastde^ darstelle. Die Juden müßten gemeinsam mit den Arabern an der Verbesserung der Lage 8er arabischen bäuerlichen Bevölkerung arbeiten und so zur Lösung des schwierigsten palästinensischen Problems beitragen. Eine gesetzliche Behinderung von Bodentransaktionvn würde zweifellos eine' Reihe von Mitgliedern der, AfegbischeH- Exekutive und des Obersten Moslemitischen Rates, die zu sten größten" Grundbesitzern des Landes Whören, schwer treffen. Einige Latisundienbesitzer seien jetzt bemüht, Boden zu -jedem. Preis.-vor Inkrafttreten des Bodenverkaufsverbots löszuschlagen. Sollten die Juden ihre weitere Tätigkeit im Lande'-einstellen, so würde dieses in den trostlosen Zustand dev Vorkriegszeit zurücksinken. ' '! >;? Der von den arabischen Expremisten eingenommene Standpnnk't-eines, unaufrichtigen Beharrens auf der unerreichbaren Forderung nach völliger Unabhängigkeit Palästinas fei zu mißbilligest. Die einsichtsvolleren Teile der arabischen Bevölkerung seien geneigt, Vereinbarungen mst den Juden zu treffen, durch die die Bähst ^für eine künftige Zusammenarbeit der beiden Völker, sei es mit oder ohne Hilfe Englands, geebnet werden könnte. Anrerika. Der Widerhall der britischen Regierungserklärung in Amerika. I;' New y o r k, 22. Okt.;. Die. Veröffentlichung des Simpson-Berichtes und der englischen Regierungserklärung über -ihre künftige Palästina-Politik hat einen Sturm der Entrüstung innerhalb der amerikanischen Judenheit heroorgerusen. Ueberall hört man Aeußerungen wie „Englästd hat das. jüdische Volk' verraten". Ein Empfang für den'englischest Arbeiterdeputierten Harry Snell, der bekanntlich Mitglied der Shaw-Kommission war und ein Minoritätsvotum zu dem Berichte dieser Kommission verfaßt hat, wurde abgesagt. An Stelle des geplanten Empfanges wurde spontan ein Protestmeeting gegen England abgehalten, zu dem Harry Snell nicht eingeladen wurde. Der Indische Rationalkongreß für den Zionismus. ' Newyork, 26. Okt. DerliPräsident des Indischen Nationalkongresses Salendra Vh o fe, der sich augenblicklich stn den Vereinigten Staaten aufhält, hat am 24. Oktober im Aufträge, der Exekutive des Indischen Rgtjongkkongresses. eine Vortragstournee angetreten, die ihn in alle amerikanischen Städte mit größerer jüdischer Einwohnerzahl führen wird. Salendra Bhose wird den Juden Amerikas eine Botschaft des Indischen Nationalkongresses überbringen,, in der sich diesen,mit dem Zionismus solidarisch erklärt und ihm seine voste Unterstützung in der gegenwärtigen Krise anbietet. n' Amerlkamsch-jüdische Kongreß fordD dfe Regierung der Vereinigten Staaten zur Intervention auf. ' Wash i ngto n, 21. Okt. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß ^hat eine Resolution angenommen und dem Staatsamt.für Auswärtige Angelegenheiten übermittelt, in welcher die Regierung der Vereinigten Staaen aufgefordert wird, gegen' das negative Verhalten derbritischen Negierung gegenüber den Juden und dem jüdischen Ausbauwerk in Palästina Stellung zu nehmen. Die Resolution bezeichnet den Simstson-Bericht und' d'fe Erklärung der britischest Regierung als eine Verletzung der Bedingungen, unter denen England das Mandat übertragen worden ist. Die Vereinigten Staaten als eine der Mächte, welche an der "Durchführung des Mandates interessiert sind, werden aufgefordert, angesichts der neuen Lage diplomatische Schritte zu unternehmest. In einer Reihe weiterer Resolutionen wird der Meinung Ausdruck gegeben, daß der Bericht Simpsons" und die Erklärung der britischen englischen Regierung und den Juden, sowie zwischen der englischest Regierung und den Juden sowie zwischen der englischen Regierung, und dem Völkerbund getroffenen . Vereinbgpungen. (ITA.) - tL'iann- Mn:r»«u -NN» Berlin/ 27. Oktober? Rabblstre,i!Ör?.R o s e n b'e r g in. Btzklin könnte am 5. ds. Mts?'feinen 70. Geburtstag feiern.- Aus dem Hildesheimer'fchen Seminar hervorgegangen, war er feit 1888 Rabbiner in Brandenburg a. d. Havel und übernahm im Jahre 1892. das Rabbinat in T.horn, das er erst nach der Abtretung Westpreußens an Polen 1920 ausgab, um bei der Jüdischen Gemeinde ist Berlin die Stelle eines akademischen Religionslehrers anzutreten, die er noch heute bekleidet. Dr.. Rofenberg hat sich neben seiner Amtstätigkeit vielfach > auf jüdisch-wissenschaftlichem - Gebiete betätigt,, isttzbespndere beschäftiget er sich stsis Fragen der GraMmätik Und - des Religionsunterrichts, Von feinest Veröffentlichungen feien erwähnt: „Das aramäische Verbum im Talmud", und die list Jahre 1924 erschienene „Methodik des jüdischen Religionsunterrichts"..—, Der Jubilar hat sich nicht nur in seiner Gemeindehöchste Ächtung und Wertschätzung erworben, so -daß er noch heute den Mittelpunkt seiner. über das ganze Reich verstreuten früheren Gemeindemitglieder bildet, sondern er hat sich auch in der 'kurzen Zeit feines Berliner Wirkens viele Freunde geschaffen,. Wovon die Ehrungen, die ihm-anläßlich , seines:^. W.,; Geburtstages zuteil wurdest, eist beredtes Zeugnis - Mkegenf.^-7; Am vor seinem Geburtstag wurden.- feine Verdienste in einer Ansprache des Rabbiners Freier- Mährend-'des W'ttesdienstes in der-Alten ..Synägoge gewürdigt. Eiste große Ästzvhl jüdiWr-' Institutionen, darunter , das Hildesheimer'sche Rabbister- Seminar, haben,' teils, durch Deputationen, teils schriftlich, ihre Glückwünsche dargebkücht. Daß' üstter den vielen'? - uiiiiii' llOtv Mt:

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