Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 41 (6.10.1930)
- Date
- 1930-10-06
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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weite 2. Nr. 41 Der Israelit 6. Mober.1930 Kurzer Univerfitäts-Nervenklinik. In häufigen Besuchen der Aergte derselbenwird der Gesamtbetrieb der Anstalt ärztlich überwacht. Jeder Zögling wird bei seiner Ausnahme,/von dem Direktor der Klinik, ftervn Professor Sr! Kretschmer, oder feinen» Oberarzt,' genau üntesucht. Während ihres Aufenthaltes im Heim werden die Kinder alle 4j,bis 6 Wochen den genannten -Herren wieder oorgestellt, und h^i der Bestimmung des Erziehungsweges J)at auf hiefe Meise der Arzt ein ausschläggeben des Wort mitzureden. - j Neben der Erziehung seiner Zöglinge hat das Heim von Anfang an auch Praktikanten ausgebildet, die zum Teil bereits die in Marburg erworbenen Kenntnisse bei ihrer Tätigkeit in anderen Anstalten verwenden konnten. Das..Israelitische Heilerziehungsheim hat esnverstanden, sich in der kurzen Zeit seines Bestehens die Sympathien weitester Kreise zu erwerben. Die' Erfolge seiner Arbeit sind ihm von den verschiedensten Seiten, besonders auch von den Aerzten der Universitäts-Neroenklinik, schriftlich und mündlich bestätigt worden^ und von vielen Angehörigen der Zöglinge liegen warme Dankschreiben vor. Mögen immer weitere Kreise sich für das Heim interessieren und dasselbe auch finanziell unterstützen, damit die Anwalt, die seit ihrer Gründung mit schweren finanziellen Sorgen zu kämpfen hat, ihre erfolgreiche Arbeit ' ungestört fortsetzssn kann zum Segen der jüdischen ' Jugend und der gesamten deutschen Judenheit.; Die Japaner und die verlorenen'Stämme Israels. Ueber dieses Thema schreibt Dr. Ienichiro Oyabe (Tokio) u. a. folgendes: Japan der Vielgötterei. Unser Leben in der Gegenwart mit allen seinen sozialen Errungenschaften ist begründet auf den Verdiensten und Taten unserer Vorfahren. So müssen wir ihnen mit voller' Ergebenheit 'hingegeben sein. Aus solchen schönen Instinkten heraus bewundert das japanische Volk seine Vorfahren. Aber fast die meisten haben vergessen, woher ihre Vorfahren kamen, obwohl es ausgezeichnete Traditionen gibt, von Generationen getragen, mehr als dreitausend Jahrs alt. Sie besagen, daß die Gründer Japans aus Tagama Ga Hara kamen, aber niemand weiß, wo dieses Tagama Ga Hara zu suchen ist. Gegen das Jahr 70 v. Ehr. adoptierte Japan chinesische Buchstaben für den Allgemeingebrauch. Für das japanische Wort Tagäma benützten die Gelehrten jener Zeit chinesische Buchstaben. Die chinesische Bedeutung ist „Im Himmel droben", was in keinerlei Beziehung zur-japanischen Tradition steht, | wenn auch die Uebersetzung des Buchstabens mit Tagama identisch ist. Der chinesische Buchstabe für Hara bedeutet Flache, und sein Schriftbild hat ebenfalls kerne Verbindung mit der alten japanischen Tradition. Nach vielen Generationen wurden die chinesischen Buchstaben naturalisiert bis zur unseren heutigen eigenen Form. Gelehrte späterer Zeit interpretierten Tagama Ga Hara gemäß den chinesischen Schriftzeichen „Eine Fläche im Himmel droben". Und in der Tat, das ist die Quelle eines großen historischen Fehlers, der sich durch alle. Generationen in 'Japan bis auf heute zieht. Man nahm an, daß Tagama Ga Hara im Himmel und nicht auf Erden zu suchen ist und daß die Gründer Japans vom Himmel niedergestiegcne Götter gewesen seien. Koyiki, das älteste japanische Geschichtsbuch, fchil- Lerc die Entstehung der Erde folgendermaßen: Am Anfang waren Himmel und Erde ein Chaos und fließendes Oel, von dem ein Teil. sich zur Erde, der' andere sich zum Himmel gestaltete. Mitten ins neue Land stiegen Götter vom Himmel, herab. /Unser religiöser Glaube 'öes Polytheismus kommt von dieser Irreführenden' Idee. . .. ‘/;n, Die Nachkommen der Hebräer. Unter.-so verwirrenden Vorstellüngen der Geschichte Japä.ns. erscheint mein Buch „Der Ursprung Japans und d.-.- Japaner" ustd 'stellt fest, daß' die Gründer Japans aus^Westasien kommen und daß sie Nachkommen der Hebräer sind, von gleichem Schlag wie die gegenwärtige jüdische Rasse. Die prähistorischen Einwohner Japans waren die Ainu, Nachkommen Esaus, des Bruders Jakobs. Darob wird man wahrscheinlich, erstaunt und verwundert sein. Aber die Argumente, die ich bringe, sind schlagend. Ich setze auseinander, daß. Tagama ein Ortsname auf Erden ist und nicht, wie man glaubt, im Himmel. Es gibt einen Distrikt in Mesopotamien, der Togarmah heißt. Zur Zeit, der große»'. Sintflut machte Noahs Arche in dieser. Gegend, am Ararat, halt. Hara war eine alte Stadt in.Togarmah und wurde oft als Haran bezeichnet. Es war hie Heimat Abrahams, bis er nach Kanaan auswanderte. So liegt also viel Wahrheit in der japanischen Ueberlieserung, daß „die Vorfahren aus Tagama . Ga Hara kamen" oder aus Hara in Togarina. Die Hebräischen Schriften beschreiben dies so: „So.,ging Abraham, wie der Herr zu ihm gesprochen Hatte. Und Abraham war 75 Jahre alt, als er aus Haran auswanderte." (Genesis 12, 4.) Dies beweist, daß der große Vorfahre der hebräischen Rasse vom Lande Haran oder Hara im Distrikt Togarma in Mesopotamien ausgewandert ist. Die Stämme Manasie und Gad. Wir besitzen aber noch einen anderen Weg der Interpretation von Hara. Es gibt einen Ort Hara in Asty-! rien, wo die Mitglieder der Stämme Gad und.Reubenu:»d der Stamm Manasie als Gefangene lebten.. Diie' Jona in Niniwe. Aus „Das Buch Jona" von Uriel Birnbaum. vorn Stainme Gad und der Stamm Manasie flohen nach dem Osten. Das Buch der Chronik schreibt: „Und er (König von "Assyrien) schleppte sie fort, sogar die von Reuben und die von Gad und den halben Hara: (l. Chron. 5, 25.) Hier finden wir den Ort Hala und Hara genannt. Am Ende der Tage. Kunstkarte der Agudas Jisroel-Jugendgrupxe in Wien von Uriel Birnbaum. Nippon kommt vory hebräischen «Zephon".!'Unter den' verloren, gegangenen. Zehn Stämmen Israels gelangten Gad und Manasie bis zum fernen Osten und errichteten das große Reich der aufgehenden Sonne. 'Sie^ nästnten es „Nippon",, wgs wahrscheinlich von Zephon kommt, dem eigentlichenMamen po^.Gads erstem Sohn. Die Existenz dieses Namens tauchf in den hebräischen .Schriften folgendermaßen, ouf:. „DiemHöhne von Gad nach ihren Familien, von, Zephonz die Zephoniten, von Haggi die Haggiten.". (Mos..?6, 15.)/Mer finden wfr/den' Narstech/ZeMy.n^ Und ~ö je^er Name, istuwahrist Distrikt in der Provinz Namaguchi gibt, der Haggi heißt. Der Distrikt ist berühmt und verzeichnet als: die Geburtsstätte hervorragender Persönlichkeiten, des General Nog», des Fürsten Jto und vieler anderer, die alle aus Haggi stammen... Es, war, alte,r^Pxauchibei den -'' --Hebräer»:, einem-stellest. Heim 'gder/Lgnd den Namen ihrer Söhne oder Borfahren zst gehen. Die hebräischen Schriften sagen darüber aus>. ,^Cv baute eine Stadt nach dem Namen seines Sohnes Enoch." (Genesis 4, 17.( Noahs Enkel Togarmah Uebte am Südabhang des Ararat in Mesopotamien. So,-wurde der Ort nach seinem Namen Togarmah genannt. „Und die Söhne von Gömer, Aschkenas und Riphat und Togarma". (Genesis 10, 3.) „Abraham lebte im Lande genalint Eber, nach feinem, Großvaterr Eber benannt." (Genesis 11, 14.)', Der Name Jwri (Hebräer) soll ein korrumpiertes "W^r sein., Haran war ein Bruder . Ahrahams, ,,'Und /Terah lebte 70 Jahre und zeugete Nähor und Harqn, "(Genesis.11, 26.) Harans Land - bekam seinen Namen. „Ur, der Chaldäer, Damit, sie hingehen in das 'Land Kanaan, Und'sie kamen nach Har.au, und - wohntestdort." (Genesis. .11, 31.) Jakob, der igrdße 'Vorfahre Israels, räng 'mit dem‘ Engel und ging siegreich' hervor. Dann. änderte er seinen Namen auf Israel, '«ein Volk und dessen Herrschaftsgebiet wurden Israel genannt.; Aus alldem komme ich zum Schluß, daß der Name Japan oder Nippon ... oo»n Hebräisch^ Zephon:.?onstnt.''/ . ^,^-:^>D/! I-' /Wiö?H»er^lH-M der N<rmDJch:ä^st Mein. Name soll nicht mehr Jäkob heißen. Denn du hast mit G'tt gerungen und mit Menschen und bist siegreich geblieben." (Genesis 32, 2.) Man kann stolz sein, der - Nachkomme Israels zu sein. Denn es ist ein Siegervolk. G'tt hat es ihm verheißen mit diesen Worten: „Denn id) habe ihn erkannt, daß er über seine 'Kinder gebiete bis ans Ende und über sein Haus nach ihm, und sie mögen einhalten den- Weg des Herrn zu tun Recht und Gerechtigkeit."- (Genesis 18, 19.) Man denke daran, daß diese Verheißung sich erfüllte im Reiche Japans. Japan ist heute eine der fünf größten Mächteder Welt. Die Taube mik dem Olivenzweig. Auf dem Wege, in die assyrische Gefangenschaft flohen einige Auserwählte des Volkes Israel nach oem Osten mit zwei heiligen Tafeln. Das Buch der Chronik erzählt: „Es waren nur zwei Tafeln von jenen, die Moses auf dem Horeb geschrieben hatte." (II. Chronik 5, 10.) Das beweist, daß zwei heilige Tafeln mit weggetragen wurden. Ich schließe aus meinen Studien, daß es. die. beiden Stämme Gad und Manasie waren. Sie erreichten den Fernen Osten und errichteten ihr ideales Königreich der Theokratie. Um all diese Fragen zu klären, habe ich mehr als 100 Belege aus den hebräischen Schriften sowohl als auch aus. „Koyiki", dem ältesten und heiligsten historischen Buch Japans, und aus alten Büchern der Japaner und der Hebräer. Von den hundert will ich einen anführen. Das Buch Genesis beschreibt ausführlich die Sintflut zur Zeit Noahs. Es war ein großes Ereignis in der Geschichte der hebräischen Rasse. Ich weiß nicht, ob beim jüdischen Volk eine Historische-/Gedenkzeit HkerfÜst, begängem/ wird oder nicht. »'Aber in 'Japanwird'gedacht,: seit der grauen Vorzeit bis astf heme, -obwohl,,-die Ueberlieferung'vondergkößest 'FM' perldrengegangen ist. i i Mchtsdest'otstenltzdr -wsid ' der /l'k! ÄÄi. eines! jeden Jahres als ein- Nationalfeiertag in ganz Japan begangen.;!^ Japanische Geschichtsschreiber, .Gelehrte . auch-'lPriestetz-wiffett' rstcht,/ warurst.siö derr' 17., IM: oder deM-siebenten-Monat, öiin siebzehnten. Tag., des^Monats!üks Nationälfei'ertag begehen. Äb'er die hebräischen Schriften weisen entschieden darauf hin. „Und die Arche rastete im siebenten Monat, am siebzehnten Tag des Monats auf den Bergen des Ararat." (Genesis 8, 4.) Am großen Festtag in Japan, / wird eine Arche oder ein heiliger Wagen herpusge- ' führst Auf dem Dach ruht ein gölützner Vogel mit '.grünen Olivenzweigen im Mund. Aber kein Mensch /weiß, warum der Vogel einen grünen Olivenzweig ./‘im Schnabel trägt. Auch däs siinoen‘wir in. den hebräischen Schriften. „Und die Türche/käst» zu ihm . Myah) zur Abendzeit und siehe, sie'hatte, einen,-frisch- , gepflückten Olivenzweig im Schnäbel."/So wußte . jNoay, daß die Wasser zurückgetreten waren von den 'Hrde." (Genesis 8, 11.) Wer' kann leugnen angesichts dieser Tatsachen, daß die Japaner keine Verbindung mit den-verlorenen Stämmen ' Israels- Haben? Das heutige Wilna. Von m. Gerz. Der jetzt im. „Israelit" zu Ende gegangene Roman mit A b r a h a'm d e r Z e d e k-im Mittelpunkte, dev ist Wil»»a seinen Ausgangspunkt hat und in Wilna sei»: tragisches Ende findet, erregt das Interesse vieler Leser-