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Der Israelit · 1930-09-19 · Heft 38 (19.9.1930) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 38 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Seite 12. Nr. Der Israelit 5 19. September 1930 nischen und Gesetzmäßigem j Das Lebendige kennt keine Zwecke. Daher sind die Mtzwaus auch bei Goldberg Gesetze. Und mit Gesetzen will er Gesetze bekämpfen? Das heißt doch, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Kann Herr Dr. Unger noch bestreiten, daß Dr. Goldberg das Lebendige dem Gesetz unterwirft? Da nützen auch gegenteilige Versicherungen nichts.*) Mcherbefprechungen. Der Jüdische Reichsverband. Heber eine öffentlich-rechtliche Gefümtorganifätion der deutschen Juden. Von Dr. jur. Manfred Saalheimer. Verlag B. Heller-München, 1930, 56 S. Unter diesem Titel berichtet die Abhandlung über die historischen Bestrebungen zur Gründung der Reichsorganisation und über die staatsrechtliche Lage in knapper und objektiver Form, auf Grund umfassenden Aktenmaterials. Von besonderem Jnferesse sind die Versuche, auf Grund der neuen Reichsversassung zu einer Gesamtorganisation der deutschen Juden zu kommen. Der erste Versuch 1921 scheiterte an-staatsrechtlichen Schwierigkeiten (S. 11), der zweite Versuch 1926 am Widerstand des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden (S. 15), der^ dritte Versuch 1929 scheiterte ebenfalls am Widerspruch des Preußischen Landesverbandes (S. 16), also nicht etwa an der „separatistischen Orthodoxie". Der einheitliche Zusammenschluß der Kultusgemeinden im Reich ist kein Verband der Religionsgesellschaften im Sinne des Art. 137 der Reichsverfassung und auch nicht ohne weiteres eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. (S. 35.) Auch der Reichsverband der jüdischen Landesorganisationen würde nicht ohne weiteres eine Körperschaft des öffÄ»tlichen Rechts darstellen. Er bedarf der Verleihung dieser Eigenschaft, und zwar durch das Reich (S. 39—40). Die Struktur des seinerzeit geplanten und inzwischen verworfenen Reichsverbandes scheint, unabhängig von den jüdisch-politischen und staatsrechtlichen Fragen, die zu seiner Ablehnung geführt haben, auch rein religiös Schwierigkeiten zu bieten. Religiöse Fragen sind auf Antrag von mindestens 1ho der Mitglieder des Rats oder zweier seiner rabbinischer Mitglieder vor der Beschlußfassung des Rats oder der Reichstagung Ausschüssen der beiden religiösen Hauptrichtungen (liberal, konservativ, zu denen eventl. noch andere Richtungen treten können) zur Begutachtung zu überweisen. Gegen den Einspruch eines Ausschusses aus relwiöfen Bedenken wird ein Verbandsbeschluß nicht zugelassen. Mittel für Ausführung eines einseitigen Beschlusses der Mitglieder einer religiösen Richtung werden vom Reichsverband nicht, zur Verfügung gestellt. Nun entsteht aber sofort das Problem, was ist eine religiös Frage? Der Entwurf von 1926 brachte nur die allgemeine Formulierung, während 1928 einschränkend sägte: Kragen'des Kultus und Ritus. Der Lehrplan für den Religionsunterricht ist also dem . Einspruch der Ausschüsse nicht unterworfen. Hinzu kommen folgende Spezialschwierigkeiten. Zu den Aufgaben des Reichsverbandes (S. 43) gehört die Pflege der Wissenschaften (also auch der Bibelkritik), die Errichtung und Förderung von Unterrichtsanstalten (natürlich auch liberaler). „Die Anstalten und Einrichtungen des Reichsverbandes müssen so geführt werden, daß sie von den Angehörigen aller religiösen Richtungen benutzt werden können" (S. 44). Sehr gut! Was bedeutet aber die. weitere Erklärung Saalheimers: „In Betracht kommen besonders die theologischen Lehranstalten und die Lehrerseminare . . .'?" Wie soll ein liberales.-Seminar von einem Konservativen 6eNutzt/.werden können? Wir möchten die Abhandlung Spalheimers zur Orientierung über das Problem des.,jüdischen Reichsverbandes bestens empfehlen. - .... E, Exegetische Beiträge fV. Von Samuel G r'ü n b erg;.c K auf Man n,' F r a n k f-ü r t a. -M. Broschiert 3 Mark.;• ,, Pek'" bekannte^Dozent 'für Bibeleregese am'-Berliner Mböinerseminar veröffentlicht hier - in einem- Sonder^ '^äbdruck seine exegetischen' Beiträge','/die in den 'letzten beiden Banden des Jahrbuches der'-Jüdisch-Literarischen Gesellschaft (Frankfurt a. M.) erschienen sind. Das vorliegende Heft schließt sich würdig den früheren an, die von allen Seiten gut kritisiert wurden. Der Verfasser bringt erst die bisherigen Deutungen von der Septuaginta bis auf unsere Tage und macht dann seine Vorschläge, er findet 'seine Deutung. fast, regelmäßig durch Vergleichung des Hebräischen mit dein Arabischen.'Manche Deutung ist hervorragend, wie ivivv in Amos 6, 10 oder imia in Psalm 20, 6 und Hohelied 2, 4. Bisweilen wird man skeptischer sein, z. B. bei N3v in Ps. 90, 5. Dem Inhalte des Heftes ist weiteste Verbreitung zu. wünschen, hoffentlich spendet uns der rührige Verfasser noch mehr dieser Deutungen, die für den überlieferten Text eintreten und dem biblischen Gedanken neue Perspektiven eröffnest. P. Das Liebermann-Buch. Mit 270 Illustrationen tyjn Max Liebermann. Von Hans Ostwald. Berlin. Paul Franke Verlag. Ein Buch, das jeden Verehrer der überreichen künstlerischen Persönlichkeit Liebermanns entzücken wird, weil es auf jeder Seite Material zur Erkenntnis des tiefen, immer reizvollen Zusammenhangs bietet, in dem Werk und Persönlichkeit stehen. Für uns. erhebt sich immer wieder die Sondersrage: lebt Jüdisches , in Liebermanns künstlerischer Art? Dabei ist nicht der Stoff maßgebend. Das zeigt gerade Liebermanns Illustration des Buches R u t h. Nicht mit Unrecht >fagt Ostwald: „Die ähren- 'ixai^n nv^rr jmT na»/k p*?n -M n»Ki *idd 88 Seiten/ 2^0*12 010*7 '»'^N12' Man erzählt von einem Äer tiefsten chassidischen Führer, Rabbi Nastoli aus Ropszice §"3daß er einmal sammelnde Ruth ist ein no'rdisches Mädchen auf dem beteuernd ausrief: ..„wenn ich mit Bestimmtheit wüßte, Erntefeld". Noch viel weniger schimmert jüdischer Chaauch nur einmal im Leben, richtig „Amen" gesagt zu rakter aus dem Mimfon unMDelilä"-Bild. Liebermann haben, Jo mürbe ich . mir, um. mein Me Sorgen liebt das „Alte Mstament" Äs Spiegelbild urkräftiger, mehi-zu machen brauchen." Dechjestjgen, dem/dieses chafsiwahrhaftiger Wirklchkeit, aber das Jüdische in der Idische Wort etwas zu sagenhat.wird den Wert -des Tiefe seiner ewigen Eigenart ist ihm. zeitlebens ein Buck ■nnR1" ’13D richtig einzuschätzen wissen. Es ist eine mit sieben Siegeln, geblieben. Diese für alles Geschaffene, wichtige emfühlende Zusammenstellung aller einschlägigen schön oder häßlich, aufgeschlossene Künstlerfeele weiß Es scheust kaum glaublich, welch eine Fülle von bis nichts von dem Bäume, an dem sie gereist; sie gehört ms einzelnste gehenden Vorschriften und halachischen Bestimganz der Zeit und'Oem Volke-an, ist dessen Kulturkreimungen, /über diese leider so oft mit der allerdenkbarsten sie ihre geistige Nahrung gesunden hat — ein typisches Aachlässigkest geübten rnx» in der halachischen und agga- Beispiel für die Wirkungen des Golus. Das darf di-1 chschen Literatur zu finden ist; und man muß dem Verfasser dankbar sein für sein Werk. Cs ' ist diefqm übersichtlichen Büchlein von Herzen Verbreitung zu wünschen. ' S. ,S. Literarische Roüzen. Freude an dem schönen Buch als solchem nicht schmälern. Indien ein Schmelztiegel. Bon C. Z. Klötzel. Leipzig 1930. Verlag Brockhaus. Das von, Verlag glänzend ausgestattete, mit zahlreichen guten Bildern geschmückte Buch ist das Ergebnis einer Reise nach Ceylon und Vorderindien, die der LS hlt Zn dem H»rn-r. Frankl als. Berichterstatter des Berliner Tageblattes im Sommer m. »^raelst über Verendt Lehmann 1929 unternommen hat. Er kommt gerade recht. um'M "ermlsse ich den Hmwets M die vom Begründer des Vorabend tiefgreifender politischer Umgestaltungen in "Ins I"^2raellt in der Serie „Äi^ Vergangenhest und Gedien der Welt ein lebendiges Bild von den in diesem verfaßte Geschichte ,, D er ko nrgllche Wunderlande wirksamen Kräften und Menschen zu geben!. *. Erzählung, die mst gelft- Jnsbesondere findet man über Gandhi und die' aü seinen Namen sich knüpfende Bewegung äußerst wert- 'dieses großen ftnnv weltbekannt -gemacht, volle Aufschlüsse. Trotzdem darf nicht unausgesprochen Roch heute, beinahe fünf Dezenmen nach deren Erschelbleiben, daß der Verfasser mit seinem stark entwickelwrrd.. diese m allen jüdischen Kreisen und speziell ten kritischen Rationalismus vielleicht zu stark Euroder-ludifchen Jugend mit großem Interesse gelesen päer ist, um ein wirkliches Verständnis für den innertnjgt ch^l dazu bei, die Herzen der Jugend für sten Sinn indischer Religionsformerer zu erlangen. - ftudisches Gemelnschaftswlrken zuentflammen.DieseEr- 'zahlung und das vüM gleichen Verfasser tz^rfäßte Buch nsisin min Vd Wid :nnsnn N *1*7» moo 'Xn^’oo .'»^Nii'i ,'^22 nabna nirr'12.1 NN» ’"y nio 'ioi nniri tram» 'Knsoim ''230 ''IN p^n 'bn porai Vi*nn ^2,22 ]»^*is 117 Seiten, »mn '2'2rr nxsin *) Bei dieser Gelegenheit soll anerkannt werden, daß viele Wort- und Schriftdeutungen Dr. Goldbergs wertvolle Anregungen und Fingerzeige gewähren. Seine Neligionsphilosophie ledoch ist abwegig. „Rabbi Joselmann von Rosheim" (I. Kauffniänn Verlag) | follteh neben fast allen Erzählungen des Rabb. Dr. Lehmann Mi in keinem jüdischen Hause fehlem S) B. II. "• In dem verbreiteten Rödelheimer nH findet sich ein Der 2. Band des von M. Perlmann in Telschi! öer einer unrichtigen Praxis führen könnte. (Litauen) herausgegebenen mns-, vnnv (Der erste Band ffur pm ist angegeben '3 pno. Nun wird aber wurde seinerzeit im „Israelit" ausführlich besprochein) (n°ch m aus, bem ^*inö), menn cs tft f e 1 n ps ist vielleicht noch reichhaltiger und aufschlußreicher, als gesagt Dementsprechend .st auch an den folgenden uimbt der ihm vorangegangene. Das Werk ist eingeteilt in 3U anbern: 'J'S i»m j ujt» vs w 14 Kapitel, die, in verständnisvoller Aneinanderreihung bann 110^ JR. 3 s s- „ und „Jneinandergliederung" der entsprechenden Senten- 0b übrigens für diese Emtellung der «"v die Wegen Schristauslegungen, Lehrsätze, midraschischen Erzäh- »döln. RltllS berechtgt ist, erscheint zweifellungen. erschöpfend und ausgiebigst folgende Themen der vipniin die Verteilung zu je einem pnv nacheinander behandeln: 1. Kopf- und Rückenmarksleiauch nach bi^etwa l'^ n-->— als 3N3^ den 2. Augenleiden, 3. Ohren-, Nasen- und Halskrankbezeichnet, spricht.nicht unbedingt dagegen, da er wohl heiten. 4. Kinnladen- , und Zahnschmerzen, 5. Uebleir aus geschöpft, hat, wo es heißt: ivv v'i Mund- und' Lorpergeruch, 6. Herzschwäche und Herz- _ , , leiden, 7. Magen- Und /Darmkränkheiken, '8. -Jnnerg ^ber tatsächlich findet sich dieser Brauch auch m ov«. Leiden, 9. Fieber Md andere Erkrankungen, 10. Ge- 3- B. auch im Furthek Mmhag. schwüre und Hautkrankheiten, 11. Vergiftungen, 12. An- Bei dieser Gelegenheit, sei auch erwähnt, daß die steckungsgesahr 13. .Chirurgie und- Operationskunde, Bezeichnung der wuibri'»s'vsn bei nbv'l's als „poln. 14. Allgemeines über Aerzte '.Md Kranke. Zu bewun- Ritus" vielleicht nicht zutreffend ist. Einerseits bestimmt dern und zu bestaunen, ist nicht nur die Belesenheft auch pis '3» hierfür. jim was allerdings aus des Verfassers, sondern^ nicht minder der enorme Fleiß, .»pm ftammen tann — andererseits findet sich auch in der sich nicht be'gäügt, etwa nur aufzuzählen oder zu 732vu als 'vvn das wrril'N'»vi-z. B. im nni's 3N3». Mieren^'d'er vilemehr System und Uebersichtlichkeit hinein- | 'bringt in den überreichen Stofs,^den er,Äberdies noch kurz und scharsumrissen kommentiert, so daß selbst ein Laie aus medizinischem Gebiet sich über alles und jedes Ein-1 Am Schlüsse unserer s'vsin finden sich in den meisten zelne klaren Bescheid zu holen vermag. Dein Einsichtigen wird auch-^dieses., Buch , -Masse -in die Hand (geben; gegen Oberflächlichkeit Md.pseudo III. \r^ Eine utzMME WLU'inGLL eine gewisse leider heute 'noch .' bestehende./--^ ,Ge frühere - vor ber fahr verkennen; die in dieser-Mchtles-, und .wersteG baren--Udbersichtlichkeft der- /-ZusammenstellungMst?' 'ifür E^JaMbuch^^l, Scktö 78.)^ndet M - m den den im: jüdischen/noch nicht Mnügend Artigen, manchen' „heute" schwer verstSndlichen.-s'iiMy», 5tt Rußland ^druckten -^sm^nst^- nsv Natürlich'häufig zitiert, leicht^ kopfscheu wirdnru-n- -^ug.Mlch anWAA weltanschauliche Fehler begeht. - ohne °-3^° wledei-Eg^ell'-lst. Was - bedeuten d efe mpos Dem Buche ist bei Aerzten und Laien große Der- und wann findet stch diese Angabe o^ie S3»'°? Ehrenbreitung zu wünschen und dem Verfasser der ideelle ireu spricht an der obigen Stelle auch von wpv s oder Erfolg, den er erhofft. Nicht vergessen soll werden, daß onv'iv, kann aber diese m?v's nicht meinen, denn er erdem Werke wissenschaftlich wertvolle Glossen und Nach- ^ohnt sie als eme Unterteilung der s nnv, wohingegen die bemeMstgen 'MM^te Dv.' S.-(L.) Katzenellsohm,und Zahlen der mp°'v m Msexem mvmn kleiner, als dnr- Dr. M.- Maske (Jerusalem) imüÄnhang beigegebennsind. d.er v'^v sind, ,alsg. keme Mterteuung bedeuten Fotlnen. Beide Bände sind außer beim Verlagej beim Verfasser! ---- ' -"i- T. M. Perlmann, Telsiai (Litauen) Erhältlich., Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei. -IN nx» '*1XN 2^ 230 I Unter diesem Titel erschien soeben. iMJüdischen Buch- 148 Seiten, v'mnn und Kunstverlag, Brüny, Rennergasse 20, das'erste'Heft Ein ansprechendes Buch, das viel Vernünftiges und dieser vom Verfasser, des - StandMiverkes ,,Pke^ Juden Sachliches zum. Thema inian mnsn zu sägen weiß. Es und Judengemeinden Mährens m .Vergangenheit und ist in einem klären anspruchslosen Hebräisch leicht faßlich Gegenwart", 7 Hugo Gold, unter Mitwirkung, hervorrageschrieben und kann vielen , große Anregung bieten, gender Gelehrter des In- und AMandes herausgegebe- Doch ist es am ehesten für-Unproblematische- Menschen neu Zeitschrift. . Ihre erste Nummer will, wie wir am geeignet. Man kann es selbst'als'wertvolle, anregende Vorworte lesen,.alle Freunde jüdischer. Gefchichtsforfchüng! Schullektüre für'.Hebräisch lernende Kinder/(vom 14. zu gemeinsamer Arbeit heranziehen und insbesondere. Lebensjahre an) unbedenklich und herzlich empfehlen. Indie jüdische Familienforschung pflegM. Das Heft, das m teressant — doch "nur für Aeltere--geeignet;-: die Auseinem.jUmfänge von-66 Seiten Mchlett,. bringt Auffätze einandersetzung über bm und nniwn- Das Werk ist zu bekannter jüdischer Schriftsteller übergeschichtliche und - haben beim Verfasser: A/ Meierowitz, Riga, Avotu Zeitprobleme, ielä 56/6. j - ,«rn 'f’iiNT’S» m« )inK

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