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Der Israelit · 1930-09-04 · Heft 36 (4.9.1930) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 36 (4.9.1930)
Date
1930-09-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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4. September 1930 verfügen, die sie in zweckentsprechender litzd nutzbringender Weise an legen wollen, dabÄ aber vor Verlust ihres Vermögens geschützt werden müssen. Gelingt es, einige Geldmittel für'diesen besonders wichtigen Zweig auszubringen, so soll die Berliner „ Wirtschaftsberatungsstelle", die als Zentralstelle zu fungieren hat, so ausgebäut werden, daß von fachkundiger Seite regelmäßig eitle Reche zu haltender Fachzeitschriften durchgearbeitet werden, ferner des öfteren entsprechende Inserate veröffentlicht werden.-und bei Auftauchen geeigneter Objekte .zum Ankauf tesp.^ur BetMligung letztere durch. Entsendung von sachkundigen Vertrau enspersonen an Ort und Stelle genauestens geprüft werden. Es ist zu hoffen, daß bei zielbewußtem Arbeiten in. einer Anzahl von Fällen geholfen werden kann. ' Zud) R e cht s b e ra tu n g. Es ist verständlich, daß sich mit dem geschäftlichen Rückgang auch die Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern häufen. Umso wichtiger ist eine sachgemäße Beratung beider Parteien für den Ausgleich von Gegensätzen, üm Mißhelligkerten zu vermeiden.' Unterstützt wird die Stellenvermittlung hierbei von' einem Rechtsanwalt, der dem Verbände feine Dienste kostenlos zur Verfügung stellt. G e s a m t a u f g) a b e n d e s R e i ch s.v e r - ''' ' Landes. a) Systematische Organisierung der StellenvermiWungstätigteit und der einschlägigen Arbeitsgebiete über das ganze Reich. b) Gründung und Förderung von weiteren örtlichen Stellenvermittlungen im Bedarfsfall. .. c) Die Vertretung der gemeinsamen Interessen nach außen. Zu a) 1. Hierbei handelt es sich vor allem um den regelmäßigen Austausch von Vakanzen und Stellungsuchenden, soweit sie für die Vermittlung von oder nach außerhalb geeignet sind, zwischen den einzelnen Stellenvermittlungen und der Zentrale. 2. Die Bekanntgabe der Vakanzen! durch periodische Veröffentlichung in den jüdischen Wochenblättern, ferner an den Synagogen, Vereinstokalitäten und bergt. 3. Gegenwärtig wird die Anlage einer R e i ch s k a r t e i der im Reiche vorhandenen schabbos-gefchlossenen bezw. der schabbos-nichtgeschlossenen,. ab'Kr . für die Arbeitsbefreiung am Schabbos in Betracht kommenden Betriebe durchgefühvh, um auf diese Weise umfassendes Material für eventuelle Unterbringungsmöglichkeiten im Reiche zu gewinnen. Zu b) .....; \ Rebei^ der^ .Einrichtüng von,. Gtellenvermitt lungenn/'ist her Reichsverbanh^.WMit beschäftig^ an allen Plätzen,' in denen kem^'Motwlendi^feit zur Etablierung einer Stellenvermittlung besteht, die ab et trotzdech für unsere Ärbeit in Betkacht kommen, . Bertraüensleute zur ' Wahrnehmung unsewkEMnHezu ^w-inneil'. ' Die Ortskomitees des Wsltverbandes der Schomre Schabbos stehen uns hierbei« zur Seite. Zu c) Bertret u n g der ge me ins a m e.n I n t' t r e s s e n n a ch a u ß e n. Wir.' haben verschiedentlich in Ängelegenheiten d>er Stellenvermittlung mit der Zentrccke der allgemeinen jüdischen Arbeitsnachweise Verhandlungen geführt, um ein gutes Einvernehmen mit deren .:. Stellenvermi'ttlüngen aufrechtzuerhalten und gegebenenfalls auch gemeinsam tätig zu sein. Von befönd erer Bedeutung ist dieses. für hie Rechtsvertretung der sabbattreuen Angestellten gegenüber den staatlichen Behörden. Gegenwärtig handelt es sich um die Vertretung der Rechte, von stellungslosen jüdischen Angestellten bezüglich ihres Anspruches auf Arbeitslosenunterstützung... Die Arbeitsämter haben.- M'ederholt AngesteWen, die sich unter Betonung von religiösen Gründen weigern, eine vom Arbeitsamt nachgewiesene Stelle mit Schabbos-Arbeit anzu- Der Israelit B.l dttt i . nehmen^ die ihnen gesetzlich zustehende Arbeitslosenunterstützung entzogen, und hierzu durchweg dte Billigung seitens der obersten SpruchinstanZ erhalten. Cs wird versucht, eine Revision dies bisherigen Standpunktes des Reichsarbeitsministers bezw. Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung herbeizuführen. Der vorstehende Bericht gibt eine gedrängte Uebersicht über die Fülle der vom Reichsverband zu bewältigenden Aufgaben. Weit mehr als das bisher Erreichte könnte erzielt werden, wenn uns die beteiligten Kreise in größerem Mäße als bis- Aufruf! Auf vielfachen Wunsch ist auch dieses Jahr von uns dafür Sorge getroffen worden, daß am Jaum Hakipurim an der Kothel Maarowi - ubb nrr k*1? r-rprjtpntp - für alle diejenigen eine Tefilo gesprochen' wird, welche uns bis '' v-; Mittwoch, den 17. September 1930 ~24. Ellul 5690 für unser Schulwerk in Erez Iisroel einen Mindestbetrag von Mk. 2.— einsenden und dabei gleichzeitig den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter Mtteilen. - ■ ■■•> Wir bitten, von dieser Emrichtnng weitgehendst Gebrauch zu machen. Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt a. TU. Postscheckkonto 53 900. Glückwunsch-Ablösungen zu Rausch-Haschono zu Gunsten des Schulwerks in Erez Zisroel ersuchen wir bis spätestens TUontag, den 15. September 1930 22?Ellü^5690 . an uns unter gleichzeitiger Ueberweisung des Betrages auf unser Postscheckkonto 53 900 Frankfurt a. M. gelangen zu lassen, damit die Veröffentlichung rechtzeitig erfolgen kann. Palästtna-Zentrale der Agudas Iisroel ' Frankfurt a. M., Schwanenftr. 12 her ideell und materiell unterstützen würden. Ideell vor allem dadurch^, daß die Arbeitgeber jede auch nur irgendwie geartete sabbatfreie Vakanz den Schomre Schabbos-Stellenvermittlungen melden und in gleichem Sinne auch auf Ändere einzuwirken ' versuchen. Wik richten daher an Alle, bei denen wir Verständnis und Sympcvtbießüv--r unsere. TättgkMworaussetzen dürfen,-. Jo it h erzliche ) Bitten ttns irvach Kräften«^zu HMen, bnmit'wwttnierhöhttm Maß8! in der «Lage sina,< d«en an - ups gestellten Anforrderungen? gerecht zü MexdM.!?>? V;r-;:nr, :■ Berlin, im August 1930. R e ichs v e r b a n d d e r Schomre Schabb o s - S t e l l e n v e r m i t t l u n g e n Berlin R. 54, Gormannstr. 27 Telefon Weidendämin 7436. Sprechst.: Möntäg bis Freitag - 10—1' Uhr. Trauer Md Trost.... Aus. einer Gedenkrede für die Hebroner Märtyrer anläßlich der erstch Fahrzeit. . Äon R. Ettjahu Botschko in Äloutreur. Am 9. Am. wurde Jerusalem zeWrt und. am selben Tag. hat Möschiach das Licht der Welt erblickt. (Midrasch.) Mit der Zerstörung Zions ist zugleich der Grundstein seines Wiederaufbaues -und seiner nationalen Wiedergeburt gelegt morden. In seiner großen und unendlichen Trauer findet Israel auch Trost und Aufrichtung: s» •jsn&i nv Ein Toter wird vergessen, muß vergessen werden. Aber ein Lebender'wird nicht vergessen, kann .nicht-vergessen. werden. Die Tatasche, daß wir schon 2000 Jahre unaufhörlich um Zion trauern und an Zion denken, beweist, daß Zion nicht tot und uns verloren, sondern nur vorübergehend verlustig gegangen ist und deshalb setzen sofort nach drei Trauerwochen sieben Trost- Nr. 14. Seite 3 wochen ein. Tränen und Trost gehören zusammen und in den Trauerklängen hören wir schon die Trostbotschaft. Das Schicksal Israels gleicht nicht dem Schicksal aller anderen Völker. Sein Leben und Bestehen ist nicht seiner physischen Macht oder politischen Klugheit zuzuschreiben. Die Zerstörung'seines Reiches ist auch keine Folge eines militärischen oder politischen Zusammenbruchs, wie es bei andern Völkern der Geschichte der Fall war, bei denen die unvermeidliche Katastrophe eintrat, sobald der eine oder der andere Machtsaktor verasgte. Ihr Untergang war ein endgültiger, sie sind von der Arena der Weltgeschichte für immer verschwunden und werden nie mehr zum Leben erwachen. Bei uns ist es anders. Unsere militärischen Operationen gegen Amalek, die Philister, Römer und Griechen haben wir mit ganz bescheidenen Kräften geführt, haben stets gegen eine gewaltige und unvergleichliche Uebermacht gekämpft. Ein Sieg auf natürliche Weise war kaum denkbar. Aber solange die g'ttliche Sonne über uns leuchtete und uns der g'ttliche Schutz umgab, waren wir immer stark genug und unbesiegbar. Wandte sich der g'ttliche Schutz von uns ab, so war auchder Schwächste uns überlegen und selbst Helden wie Bar-Kochba und Bar-Doroma mußten ihr Leben auf dem Schlachtfelde lassen. Die Belagerer waren nur blinde Vollstrecker des g'ttlichen Willens und. des g'ttlichen Zornes, ivsa vx r&a? o-n»»- Die Propheten hatten das Volk lange genug eindringlich gewarnt und ihm den grausamen Untergang unaufhörlich vor Augen geführt. Nun, da das Unglück eingetroffen ist, kehrte der Prophet zu feinem Volke zurück,' beruhigte die verzweifelten Brüder und überbrachte ihnen frohen Herzens die g'ttliche Trostbotschaft. H1.1 '218 '218 ,'»V 1»N1 1»N1 „Tröstet tröstet mein Volk,, redet Jerusalem zu Herzen". „Kann eine Mutter ihre Leibesfrucht vergessen? Ich vergesse Deiner nie". „Ich werde ihre Trauer, in Wonne, verwandeln und werde sie erfreuen". „Ihr werdet in Freude -ausziehen und in Frieden geleitet werden." Und Israel verzagte auch in den schwersten Schicksalsstunden nicht. Das Bewußtsein, daß es nicht allein geht, daß die Schechina, die g'ttliche Majestät, mit ihm wandert und ihm den Weg zur Geulah bahnt tröstet und stärkt es und verleihet ihm Kraft und Hoffnung auf dem langen Galutweg. Wann wird Israel von den endlosen Tränen befreit? Wann wird die lang ersehnte Erlösung zur Tatsache werden? Wir wissen es nicht. Heute, morgen, in jedem Moment kann die glückliche Stunde für uns schlagen. Dieses Jahr brachte einen Höhepunkt jüdischer Lei- - den und Schmerzen. Wir werden üon Grauen ersaßt, wenn wir an die schrecklichen Augusttage vom vergangenen Jahre denken. Das Blut erstarrt in den Adern und unser Herz krampst sich vor Schmerz zusammen, wenn wir uns all die Greueltaten von Jerusalem, Hebron, Saffed und Moza vergegenwärtigen. Wenn wir zu all den frischen Grabstätten der jungen Heroen und geistigen Elite Israels hinüberblicken. Weisen von Hebron! Wir zünden das erste Jahrzeitlicht an zu Ehren dieser-Helden und geben uns .Rechenschaft: Was haben uns all diese Opfer genützt? Welche Gewinne haben sie gezeitigt? Leider noch keine. Der Kreis unserer Feinde hat sich vergrößert. Die Zahl der Enttäuschungen hat sich vermehrt. Die Pforten Erez Jisroels sind für uns heute mehr denn je geschlossen und mit bangen Sorgen blicken wir in die Zukunft Erez Jisroels. Während wir unsere Toten beweinen, sammelt der Feind neue Kräfte. Doch e i n Gutes hat uns die Fülle dieser Schrecknisse gebracht: das jüdische Volk ist aus seiner Lethargie geweckt worden. Es wurde, wie durch ein Erdbeben, aus seiper Gleichgültigkeit aufgerüttelt'Und das neue religiöse Gefühl erwachte wieder. Halten wir«, geistige! Heimkehr nach Zion, zurück zur Thora, zum allen jüdischen Glanz, zurück zur. Schechina. zum echten, ganzen, wahren Judentum! - '- Vertrauensvoll und mit festem Glauben blicken wir 1p die verheißungsvolle Zukunft. Vielleicht stehen wir ,her Erlösung nicht mehr fern.- Wir müssen uns noch .mehr anstrengem noch mehr brüherlich zusamnürnstehen uüd uns stoch? meh^. seelisch und moralisch stärken, um für den' großen Moment der Erlösung gerüstet zu sein. Die Jugend, die uns nach und nach verläßt, müssen wir in unsere Reihen zurückbringen, sie von ihrem falschen Dogmen und verlockenden Ideen zu befreien suchen, ihre durch den Ungeist der Zeit vergifteten Seelen zu säutern. Ein lebendiges, ganzes, .und in sich, geschlossenes . Volk der Thora ist zu schaffen. Dann werden aste Trostworte zur Tatsache und es bewahrheitet sich das Wort des Propheten: ,/ •ni^in!> ’npixi Ha*» toi®' nanp '2 ,npnx ivsi vsvv -na® Reichsverband der Schomre Schabbos Skellenvermittluagev. Wir suchen' für die Bezirke: Provinz Hannover und Braunschweig, Rheinhessen und Hessen-Nassau, Westfalen, Bayern, : Württemberg und Baden, Hansestädte und Mecklenburg!M tüchtige Vertreter zum Vertrieb einer neu eingeführten, unter streng ritueller Aufsicht hergestellten Margarine.hei jüdischen LebensmittelgeschäMn, jüdischen Anstalten und anderen jüdischen Großverbrauchern. Genaue Bedingungen zu ertragen bei dem Büro des Reichsverbandes. Es werden ferner gesucht für B e r l i n: ' tüchtige Kinderfräulein und Kindergärtnerinnen mit Haushaltspraxis,

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