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Der Israelit · 1930-08-28 · Heft 35 (28.8.1930) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 35 (28.8.1930)
Date
1930-08-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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b enre aqc zum,;usrac E.D-Gl. Organ des Kandes gesetzestreuer jüdischer Kehrer Deutschlands Berantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Offenbäch). Grundgedanken Über den neuzeitlichen Grammatik-Ilnterrichk: Von Ernst Alayer in Hamburg. In Nr. 21 von „Erz. u. L." betrachtet Herr Rabb. Dr. B. Cohen-Friedrichstadt in seinem Artikel „Ungrammatische Lehrmethode" die Stellung der Grammatik innerhalb des fremdsprachlichen hebräischen Unterrichts und kommt überraschenderweise zum Ergebnis, daß trotz aller modernen Bestrebungen,, den Unterricht lebendig und kindgemäß zu gestalten (was auch Verfasser anerkennt), die gute alte Grammatik wieder zu ihrem guten, alten Recht kommen müsse, da ohne eine bewußte Grammatikarbeit bereits in der Grundschule kein rechter Erfolg zu erzielen sei. Diese Betrachtungsweise macht es notwendig, wieder einmal die Grundgedanken des moder-. nen Grammatik-Unterrichts auszuzeichnen. Schauen wir uns zunächst einmal in der methodi-? fchen Werkstätte für den Deutschunterricht in der allgemeinen Volksschule um. Uebrigens möchte ich bei dieser Gelegenheit in Parenthese erwähnen: die Volksschulmethode, nicht die der Realschule, muß für unseren he-, bräischen Unterricht maßgebend sein, insbesondere überall dort, wo nur wenige Wochenstunden für die hebräische Arbeit zur Verfügung stehen! Und was sehen wir? Das' altbekannte grammatische System verschwindet immer mehr, es bahnt sich ein neues auf psychologischer Grundlage an.*) Man hat erkannt, ' daß ein grammatisches System für die sprachliche Entwicklung und Darstellung ohne rechten Einfluß und ohne Wirkung ist. Grammatik als Formenlehre ist vom lebendigen Sprachbetrieb zu stark isoliert. Das Kind kann mit-der grammatischen Form nichts anfangen. Lediglich die Ordnung, in der die der Sprache abläuft, ziegt uns das grammatische System, Im heutigen Unterricht stellen wir aber den Antrieb, der zu dieser oder jener Sprachsorm reizt üNd - zwingt über«.die -Betrachtung" dev-'-ser^igsm-Sprachsvrni. Mtzs kommt es weniger - darauf an,, eine -gute Leistung-nach einem! Schema ZN ^rzjele.y, ^als-i:däs. Kind,-' fähig" zu" machen, eine. granMMche- .Irirmn-spüntan zu»>ör-ennen, zu ij^rwenden und-geschscktz -mit::ihr> zu - opeüieren.aBäs Spbntgne, schätzen»Ä^r.»heute höhkr. Ämvls die 'LeifliÄig nach^zemem. Muft^: In»-allen» »Unterrichtsfächern. : 'i - Wie können mix .den> lebendigen; »vom Kinde ikotM menden Äspfrieb unseren .Zielen unterwürfigmachen? Man muß ganz einfach solche Inhalte in die Schularbeit hineintragen, die notgedrungen gewollte Sprachformen erzeugen. Immer wiederkehrend werden diese Formen unbewußt „geübt", bis sie dem Kinde endlich zum geistigen Eigenem geworden .sind. .Das ^erstehen wir unter „übeyder Grammatik". . .... - In nn7n 77 nii« finden wir mehrere Beispiele, wo gezeigt wird, nutz die Uebung grammatischer Formen lebendig und sinnvoll gestaltet werden kann. Nehmen wir" Seite Ö!.; --!j: " " r- . - 3J?n nva \ . nnn'-jM-h« nsn . r. pxn iina .%\t> s?a®. t... -. ü'nra nVa-'npns V« aVn 7 " r ■ -.i •: ‘ ' -wi ' lmn« wiv *- ‘l'wn!>?; - ' npns Na n« nn«i .- . ' nrfan naVh''; :,,u ..V . i: " '151 •■••• nxnj? :! Nie. wird das Kind beim Lesendieser „Uebung" das unangenehme? GeMhl einer trockenen'grammatischen Ar- -.; i. .■.. .: i: . . . 1 i *) Kalepky, Neuaufbau der Grammatik, Teubner, Leipzig 1928. beit haben, und doch ist diese Seite nichts weiter, als ene Uebung der lVergangenheit, 3. Person, Einz., männl. und weibl. Denn das Kind erfaßt und erzählt inhaltlich, das, was Moses und Mirjam getan haben. An die grammatische Form denkt es gar nicht. Die äußere Anordnung durch Untereinanderstellen der gleichen Sprachform soll — das ist ihr eigentlicher Zweck — das eine oder andere. Kind doch schon zu etwa folgender-Beobachtung erziehen:. „Ich habe etwas gemerkt. Am Anfang steht -immer ein o und bei Mirjam steht am Schluß des ersten Wortes immer o—h." Das sind die Anfänge grammatischen Erkennens. Hier kann man, nachdem das Kind selbst ein Merkmal gefunden, seine weiteren grammatischen Betrachtungen änstellen. Und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Blickpunkt des Kindes von Inhalt weg auf das Wort, auf die reine grammatische Sprachsorm zu lenken und dabei sanft auf den Zweck der Uebung hinzuweisen. Ebenso ists mit den anderen „Uebungen". Seite 30.? ripsu na aspa xnpa niyian nxna »kV . nnanaa a/iaa ,«V v'aisv vnvi »kV Vits Vaaa naaa »kV 'iai - . - pna »kV .’;;7‘ Seite 36. . -ms?;? niVKB? naa’V? d’Y’h aaV naV . awaV .? a'Vann •jaV naV plavV? D’ryn iiV naV ViaxV?d’3tkh uV naV t]i»V ».oviswn mV n»V '737 ..-.?n->s3a “i’BsV naV ' 7 Seite 46.!nna »nna ■H?’7 nvaa *77» aa7» nnta nmv naa »n'Ka '«,» ‘ ■w : . nvan Vya opja’B} . 7'-7Äa NK VaV'7 IMS 77K xna'1 '7 ..-,,7' -!i'- anV Va«'l '' 7 ' '737 .aVn jran Nie ein Unlustgtzfühl über sinnlcifetz 'Lernen, immer freudige Tätigkeitpaysinnvollem Stoffl! ^- Die 'UebunMN 'wiederhstlen sich 'itn. immer änderen Sächzüfammenhängen Sie'- fällten sich''aber nicht'° nur auf die Beispiele des Buches beschränken; sie müssen von der Kindergemeinschaft unter Anleitung des Lehrers weiter ausgebaui werden. So z. B. die Uebung S. 36. Wir schreiben, wozu wir die Hände noch gebrauchen: -:; nonV — manV — inan jir mKinV. i ...»7 Oder-die-Füße^' " "-7. .7 ,:'- ' 7 . v.-.a7as?V - fibpV - raVp/ Oder den Mund: :! - : ' ' . N7NvV — -7a«v — W-V? Zux. Vüxhereitung einerj?Neyen Seite oder eine^ neuen Sachgebietes, sind „grammatische Uebungen" recht. wertvoll. Wik wollen die ersten, Zeiten nos M» und b« aax»a?.nsan „behandeln".Natürlich -werden zuerst unsere Pessach-Erlebnisse ^erzählt. - Die - können wir noch auch mal aüfschreiben. Also: > -?77>»v nä- . nanw nfa -’rtVR»; .? : ' msa’/iVax" ' - -ir*- ■ p»;. .. . -«nsan vK^haiir 7 unaanh ’hRnp ■ I! •';v:n r;-!« >än maVn " mpnv ' ina man Oder wir schreiben, was Päter tat:7? a«n rwv na ':n 'aV *]Vn msa VaK 1” nna??naan n»K :Vk» ' . 'VW Wir können auch eine andere Uebung einschalten, beispeilsweise um die Mehrzahl zu „üben". Was ich während Pessach gegessen habe: ' mVa« - J77XB may D’sa. ri7n’a maaa ..... anr mian Oder eine Uebung, die nur Pokabeln „übt"....(nicht lernt!). Was ich Pessach getrunken habe: '77'77V r D'a aVn! kV? nav Oder: wohin ich gegangen bin: 'fiaVn 'an 'aV ma V« nanV ns7nn - - - - nn'an Es lassen sich eine Menge solcher „Uebungen" die Kinder zum Sprechen reizen, zusammenstellen. Zwar werden sie nur unbewußt gelesen („geübt"), zwar werden sie vom Kinde nicht als grammatische Formen aufgefaßt, aber trotzdem graben sie sich immer tiefer in die Seele des Kindes ein, bis sie letzten Endes rein gefühlsmäßig erkannt und richtig verarbeitet werden. Dann, aber erst dann — nicht vor. En.de. der. Grundschuljahre — ist die Zeit gekommen, das Kind bewußt und ab- - sichtlich zum grammatischen Denken zu^erziehen.u. Wie das Kind bereits in-den ersten.Anfängen rein äußerlich - eintz Meichmäßigkeit..der Laute ftzststellt, souwird es.nun aus-Zer zusammengestellten Uehuyg das Gesetzmäßige:. der'Förrnen herguslesen und -hie Pegel ^selbst-. ablÄtew' könsten.: Weil ein^ gesunde GhünWge geschaffeN 'ist. . DM DarmMhter Mntzesräbtzlnak. ' Bon I. Lebermann in Darmstadt. (Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der Jüd.-Literarischen Gesellschaft XX.) (Vorbemerkung der Schriftleitung: Wir wiesen bereits in der am 5. April d. Is. erschienenen Nunrmer unseres Blattes auf die in nachfolgender Arbeit eingehend besprochene Schrift unseres Kollegen Lebermänn" hist. Obwohl die Besprechung einer Schrift, die nicht direkt Lehrer¬ und schulische Interessen berührt, eigentlich über den Rahmen unseres Blattes hinausgeht, - glauben wir :.sie doch wegen ihrer historischen Behandlung einer.Epoche, deren Nachwirkung noch heute fühlbar ist, wie auch in:Rücksicht auf den in unserm Kreise sehr geschätzten -Autor unfern Lesern nicht vorenthaltett zu sollen. ^Ebenso bedarf es wohl nicht der Erwähnung, daß wir uns nicht mit allen Auslassungen des Herrn Rezensenten identtfizieren können.) Wenn ich mich entschließe, über diese Schrift kürz zu referieren, so geschieht es einmal in dankbarer Verehrung für den Verfasser, meinen Religionslehrer, dann aber auch weil ich einen Teil der Vorgänge in meiner Heimatstadt Darmstadt selbst miterlebt habe und auch die weitere Entwicklung der einschlägigen Verhältnisse teils aus nächster Umgebung mit Interesse verfolgte, teils durch lausende Berichte von meinen nächsten Familienangehörigen im Bilde gehalten wurde. Wenn ich bei aller Würdigung der fleißigen Arbeit und der dankenswerten

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