Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1930)
- Date
- 1930-08-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Nr. 35 Der Israelit 28. August 1930 Unvergessen soll es -der lieben, teuren Mirjam bleiben, wie sie Feste zu feiern verstand. Im Israelitischen Mädchenhelm, in der Aguda, in Freundes- und Lehrerkreisen hat sie ist Vers, Gesang und Rhythmik gar manchen Purim und Chanytkah verschönt, gar manches gesellige Beisammensein belebt. Im Scherz und Ernst, im Leben und Schassen diente sie G'tt und den Menschen. Ihr Andenken..wird ein gesegnetes sein und. bleiben.! ci;' -N"2X.'N Kofel Ärautz Am Vorabend zu rnn raw hauchte Rosel Strauß, die Tochter der Witwe B. Strauß aus der Mainstrahe, erst 27 jährig, ihre junge Seele aus, und am zweiten Tage n"T trugen wir sie zu Grabe. Eine starke Beteiligung sichtlich!',bewegter Menschen aus allen Kreisen und Altersstufest unserer.Gemeinde tat dar, daß ein ungewöhnliches Menschenkind aus dem Frühling des Lebens geschieden, war. Das war in der Tat die Verblichene. Mit dem Neuen der Zeit'weit geöffneten Sinne war sie jahrelang in der jüdischen Jugendbewegung. manchem Mädel Freundin und Beraterin. Dabei blieb ihre Seele dem unvergänglichen Werke der Ueberlieserung verhaftet. So blieb ihr auch die eigene Familie für ihre reine und innige weibliche Haltung starker Wurzelgrund, den sie von Neutönen nicht antasten ließ. Eine selten harmonische Mischung von zielsicherem, starkem Willen mit warmer Gemütstiefe befähigte sie, der Mutter und den jüngeren Geschwistern, darüber hinaus manchen Freunden mit Rat und Tat helfend beizuspringen. Beste Kraft schöpfte sie für ihr Tun aus„echter, innerlich wahrhaftiger Frömmigkeit, die sie auch/kleine Formen des jüdischen Alltagslebens als Symbole von höchster Bedeutung werten und wahren ließ. Sie hals ihr auch, Jahre hindurch den kränklichen Körper meistern und während des letzten, monatelangen Krankenlagers geradezu ergreifenden Gleichmut zu erhalten. So schied mit diesem jungen Wesen wahrlich eine jener nv>:ij?ix d’m von uns, die zu allen Zeiten Gewähr boten für den Fortbestand von Judentum und Judenheit. Ellulschiur in der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Cs wird nochmals auf den während des Monats Ellul im Amtszimmer des Rabbinats der I. R. G. stattfindenden Schiur über Hilchaus Kibbud Aw Woem (Gemoro Kidufchin) aufmerksam gemacht. Der Schiur findet statt Montags und Mittwochs abends 20.30 bis 21.30 Uhr. Der Vorstand beschäftigt sich zur Zeit mit der Zusammenstellung des Winterprogramms und bittet Interessenten um Ausgabe von Wünschen und Mithilfe durch Anregungen jeder Art.' Verfassungsfeier in der Israelitischen Volksschule. Am ersten Sonntag nach den Ferien fanden sich Lehrer und Schüler der Israelitischen Volksschule in der mit der Reichsflagge geschmückten Turnhalle zur Verfassungsfeier zusammen. Der Chor: „Nimm deine schönsten Melodien, du deutsches Vaterland . . .", von Herrn Kösterich eingeübt, leitete die Feier ein. Gedichte von Schülern der oberen Klassen vorgetragen, wohlgelungene turnerische Freiübungen, unter Leitung von Herrn Reisinger, und ein Chor: „Heimat und Vaterland", von Herrn Katz dirigiert, folgten. Umrahmt von diesen Darbietungen stand im Mittelpunkte der Feier die wirkungsvolle Rede von Frl. Dr. Fuchs. Sie erzählte von einem Ferienerlebnis, das sie in der „roten Kinderrepublik" hatte. Von der Selbstverwaltung dieser kleinen Staatsbürger — von der Einigkeit untereinander — von der Gleichberechtigung aller — von der Arbeitsfreudigkeit jedes einzelnen für gemeinsame Sache, ausgehend — verglich sie damit unser heutiges Staatsgebilde. Mehr als je muß jeder für den heutigen Staat, für die Republik kämpfen — da -gerade jetzt,' vor 'einer neuen Reichstägswahl — 'viqte Tausende gegen ' die Staatsform arbÄten. Mit'Juden besonders, werden mehr denn je angefeindet und müssen uns darum auch! mehr/denn je wehren. Unsere Mischen Zeitungen" müssen mehr Aufklärungsarbeit leisten — sie haben die Möglichkeit' dazu — und wir (dze Rednerin wollte^ djs, MeM: dukch die K.yW/mahnen) Müssen 'hk^'äüf dän netztest Müllsi zur Wahlurne gehen. Auf den Anfang der Rede zurückkommenv, forderte sie von den Kindern, stets einig und verträglich unter sich zu sein, damit ein neues, besseres Geschlecht heranwachse. Mit einem Hoch auf unsere Republik schloß sie ihre eindrucksvolle Rede. Das Deutschlandlied, gemeinsam gesungen, beschloß die Feier. - Wahlversammlung der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. In Anbetracht i dessen, daß zahlreiche unserer Mitglieder in diesem Jahre zum ersten Male ihr Wahlrecht ausüben ». werden, veranstalten wir am Sonntag, den 7. September» abends 20.30 Uhr, in den Räumen der Agudas. Jisroel-Jugenhgruppe, Schwanenstr. 12, einen Ausspracheabend übeO das Thema: „Die Parteien des neuen Reichstags". Einleitend werden referieren die Herren Rechtsanwalt Isaak Rosenheim (Zentrum), Referendar Albert Loewenthal (Deutsche Staatspartei) und Erich Weil! (Sozialdemokraten). Anschließend freie Aussprache. Gäste — auch Damen — herzlich, willkommen. Für die Slabodkaer Jefchiwokh. Die Jeschiwa zu S l a b o d k a bei,. Kowno ist die Mutter aller litauischen Thoralehranstalten. Sie ist.eyg verknüpft mit den Namen von Rabbi Israel Salanter Und Rabbi Jizchok Elchonon V-xi, die ihre Kraft für ihre Erhaltung und Ausgestaltung einsetzten und sie wie ein heiliges Vermächtnis dem jüdischen Volke der Thora. hinterließen. Viele Hunderte Führer und Mehrer im Reiche des jüdischen Geistes sind aus dieser Lehranstalt hervorgegangen, Hunderte von Jüngern bevölkern sie auch jetzt. Die Jeschiwa befindet sich in einer Notlage, die ihr Bestehen gefährdet. Die jüdische Gemeinschaft muß an ihre Pflicht/erinnert werden, bei .allen Krisen der Zeit ein übriges für diese Pflanzstätte der Thora zu tun. Ein Sendbote der Slabodkaer Jeschiwa befindet sich zur Zeit in unserer Stadt, und er sei allen Wohltätern und Freunden der Thora aufs wärmste empfohlen. G'llesdiensi an den hohen Feiertagen. Wir..werden gebeten, bekanntzugeben, daß für die kommenden hohen Feiertage im Saale Gxäfs-Garten, Langestraße 24, ein G'ttesdienst eingerichtet wird, für den ein guter Chasan mit Mechorarim-Chor gewonnen ist. Interessenten Mögen sich bezüglich der Teilnahme am G'ttesdienste mit Herrn Rothmühl, Rechneigrabenstraße 14, in Verbindung setzen. hasomir. Der Jüdische Männergesangverein Hasomir hat mit dem 16. August seine regelmäßigen Proben wieder ausgenommen, die jeden Samstag abend im Vereinslokal Zeit 44, 1. stattfinden. Die Proben der nächsten Wochen dienen her Vorbereitung eines großen' jüdischen Konzertes, das noch im Herbst unter der Leitung des Dirigenten Leo Rosenblüth im Saalbau stattfinden wird. Neuanmeldungen nur Merianstraße 33, 2.. Eiste Versammlung der Lebensmittelhändler.! Die 'sabbathaltenden Leb ensmittelh ändler unserer Stadt werden für Samstag abend, den 30. August, 8.30 Uhr abends, zu einer Versammlung im Hause Grünestr. 19 bei Herrn Steinberger eingeladen, zur Beratung über die bedrohte Existenz der sabbathaltenden Lebensmsttelhändlem und die Mittel zur Abhilfe. > Briefkasten. „Wirtschafslage und Heiratsmöglichkeit". Uns ist in dieser Sache eine große Reihe von Zuschriften zugegangen, die wir alle dem Autor zur Rückäußerung zugesandt haben. Berichtigung. In dem Artikel über „Staatsbeihilfen" in der jüngsten Nummer des „Israelit" ist der Satz „Wir wollen im folgenden ... im 4. Absatz, 1. Spalte, zu streichen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag nach Schul, Hörsaal Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen. — — vormittags 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr I. Soffer. — vormittag 974 Uhr (ebenso Dienstag nachmittag 1 Stunde vor Mincho) Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Sonntag und Mittwoch nach Schul Chaje Odom, Herr Red. S. Schachnowitz. Montag morgens nach Schul (ebenso Donnerstag) Mischnalernen der Mitglieder. — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch abend), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. — abenbs 8l/2 Ut)r (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. Elieser Posen. Dienstag morgens nach Schul (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. Elieser Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag, jeden Abend 83/4 Uhr Schäsletnen, Herr H, Halpern. ' > Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 31. August, Isidor Heller- und Mendel Apelt- Stiftung. ' Freitag, 5v September, Aron Wolf-Stiftung.- nsi- Agud«^::-Jisroel-J^«idgruppe) - / /- ' Schqhbos 7'/4.Mr, Haschkomoh^'lSchwüneNstraße {2, - Das Iäumi.Schiur, Herr- Herz Halpern, vün-1'2—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenstr, 12. — Gemoroh Bowo Mezio, Borbereitungsschiur, Dozent: Herr Eh. Liverhant, jeden Schabbos l1^ Stunden vor Nacht, Schwanenstr. 12. (Dieser" Schiur ist der Borbereitungsschiur /zu dem' Montags und Mittwochs von 201/2—2172 Uhr stattfindenden Schiur des Herrn Rabbiner Horowitz ’>"?.)-r-t- Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenstr. 12.— Tefilloh-Erklärung, Dozent Löüis Kahn, nach Beendigung des Schulchan Aruch-Schiuks>, Schwänenstraße 12. —?Kizzur Sch. A.-Schiür- Dozent Herr Spiegel,' Ostendstr. 11. am SchabboS'1572 Uhr. Montag abend, 872 Uhr, Schiur über mw hiaVn, Herr B. Rachelsohn (Zeil 2). Dienstags von 21—^22 Uhr, Schwanenftraße 12, Gemoro- Schiur, Dozent/ Herr Hermann Bing. Kurse, auch..in profanen Fächern, Arbeitsgemeinschaften und Schiurim,^ besonders für Schulentlassene, in der Jugendgruppe, dex-Agudas Jisroel, Frankfurt. Man wende sich gn das Büro: Schwanenftraße 12, Sonntags von 11-72 -71.3-Uhr, oder telefonisch außerhalb dieser Zeit an den Vorsitzenden: Hartog Hartvgsohn, Carolus 44368, Ostendstraße 82. Liwjath Chen. (Hörsaal Friedberger-Anlage.) > Samstag: nach Mincho, 57 Uhr, Bortrag des Herrn Red S. Schachnowitz über „Das Königskapitel und der erste König"/!. Agudlsiische Frauenortsgruppe Frankfurt a. M. Ängefchlossen der Jüd. Frauenvereinigung. Dienstag, den 2. Septeistber wird Herr Dr. Ehrmann das 1.'Mal aus dem Machsor der Jomim Hanaroim sprechen. Der Vortrag findet abends 9 Uhr bei Frau Perez Mosbächer, Zobelstraße 9, statt. Gäste herzlich willkommen. Beshamidrasch Ostendstratze. Am ll'vsiv '9 nzVf nna» 472 Uhr, hält Herr Rabbiner Kamminski aus Litauen einen Muffar-Bortrag. Gebetzeiten, ö’üfltp raw Freitagabend 6.40 Samstag noDPn 6.45 Samstagmorgen 8 - Samstagnachmittag 1.00 und 5.00 Samstagabend 8.— Wochengottesdienst: Morgens 6.15 . Nachmittags 6.30 Tefillin-Legen am Morgen 4.35 " Schiurim des Getneinderabbiners. für Fortgeschrittenerer Sonntag morgens 8.30 Uhr Dienstag und Donnerstag, abends 8.30 Uhr im Ämtszimmer des Rabbinats, Friedberger Anlage 4 axi 3X "li22 Montag MjdrMittwoch abends 8.30 " Uhr im Ämtszimmer des Rabbinats, - Friedberger Anlage 4. liinn nsv mit Aussprache (für junge Leute), Samstag, nachm. 5.30 Uhr im Amtszimmer des Rabbinats, Friedberger Anlage 4 Die weltbekannte Erholungsstation in Abbazia hat als Winterkurort ihren Ruf begründet. Hier an der Küste der durch ihren Wärmeeinfluß auf die Luft besonders gesätzten Adria, hat Abbazia sich schon vor Jahrzehnten zum Mittelpunkt hoher und höchster Herrschaften als Herbst- und Winter-Aufenthalt entwickelt. Die Luft ist nebelfrei und Frosttemperaturen sind geradezu Seltenheiten. Die herrlichen Küstenfahrten, der direkte Dampferverkehr mit Venedig, die Autobusverbindungen mit Triest und Fiume und andere schöne Touren sind ebenfalls erwähnenswert. Hier kann man gut und billig leben, aber auch mit höchstem Komfort, man wird den Ansprüchen aller Volksschichten gerecht. — In jüngster Zeit ist Abbazia auch als Sommer-Kurort in Aufnahme gekommen und hat beispielsweise in der diesjährigen Saison eine hohe Frequenz aufzuweisen. Auch die Judenheit stellte eine stattliche Zahl von Be-, suchern, die in der seit länger als 20 Jahre bestehenden vornehmen Pension Stern, deren Kaschruth über allen Zweifeln steht, beste Unterkunft und erstklassige Verpflegung bei mäßigen Preisen findet. Wiesbaden durch sein Klima und HotelKronp r i NH durch seinen Komfort bieten den angenehmsten Herbstgüfenthalt. Mäßige-Preise. > Die h eriann ach emd enFele^rt'ä g e lassen äuch^ bei .unfern gesch. Lesern - die Mchügtz Bekleidungsfrage - wieder: auftauchen,IndexenftichmöststisM- Beratung sind n Ausführung.-keineswegs rzu unttzhschätzeM ist. So weisen'/! mir harattf Hin,,daß: die: bekanM- Herren-MaßschneideW/^' M i 0 d 0 w-sTy ihr: Geschäft iw. bedeutend vergroßeriem'" Umfang nach Fried,bestMr^ AnläU« 2 (siehe Jn- 'serat)--perlegt'/hat. Durch 1aNgfähRg'ö-fachmäÜmsche"üM/ praktische Erfahrung dürfte die Leistungsfähigkeit dieses Hauses eine durchaus vollendete fein. In Anbetracht der kurzen Zeitspanne bis zu den Feiertagen empfiehlt es ich, evtl. Bestellungen baldmöglichst aufzugeben. Unsere Leserinnen machen wir aufmerksam.(siehe Än^^ erat) auf die vorzüglichen H'aararbeiten, welche,-, n bekannter Güte herstellt Herr Friseur Eugen Ochs,! jier, Möselstraße 16: 'Unverbindliche Besuche fsir die Betellung zu den Feiertagen erbeten. Ebenso empfiehlt sich Herr Ochs für Dauerwellen, die doch im besonderen Maße Vertrauenssache' sind. Unter den Mdern und bequem eingerichteten M e - ran er Hotels ist auch Has Hotel Bell' Aria des Herrn L. B e r m a n n zu nennen. Das Haus liegt abölut staubfrei inmitten eines schönen Gaüens, ganz in der: Nähe des Kurhauses. Alle Zimmer sind mit fließendem Wasser oder .Privatbad ausgestattet. Angenehme Gesellschaftsräume und, ein List ergänzen den Komfort des Hauses. /Den, Gasten, di.e! während der hohen!Feier-.- tage und des Laubhüttenfestes zur berühmten Trauben«- - kur, in Meran weilen, steht eine Haussynagoge, Mikwe und eine geräumige Sukkoh zur Verfügung.