Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1930)
- Date
- 1930-08-21
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2. Nr. 13 D e. r Israelit Blät t e r; 21. August 193a richtet, die eine Sammelpropaganda veranstalteten. Eine derartige Hilfe von außen war — wie es ja noch heute in den modernen landwirtschaftlichen Siedlungen der Fall ist, die von den ungeheuren Summen, die ihnen als Unterstützung von auswärts zugehen, abhängen — notwendig,! im Hinblick auf die schweren Lebensbedingungen im Lande, die es überhaupt nicht leicht machen, ohne Hilfe von außen das Leben zu fristen. Nichtsdestoweniger ist es eine Tatsache, daß es diese Ansiedler waren,- durch welche vor dem großen Kriege Palästina wieder aufgebaut und in einer sehr befriedigenden Art entwickelt worden ist. Es ist auch eine Tatsache, daß vor dem Kriege in Jerusalem mehr Juden lebten als heutzutage. Das gilt auch für Safed und Tiberias, die alten Städte. Die jüdische Einwanderung nach Palästina war vor dem großen Kriege praktisch vollkommen frei. Der Form nach empfing jeder Einwanderer von der Behörde einen „roten Zettel", der den Inhaber ermächtigte, nicht länger als 3 Monate im Lande zu bleiben: aber in Wirklichkeit siedelten sich alle Einwanderer fortwährend ohne irgend welche Begrenzungen im Lande an, und niemals wurde von Seiten der Regierung irgend eine Beschwerde nach der Richtung geäußert, daß Einwanderer dem Staate zur Last gefallen wären. Während der Kriegsjahre nahm die Zahl der. Juden in den alten Städten infolge von Austreibungen, Krankheiten usw. ab. In Jerusalem beispielsweise ging die Zahl der jüdischen Einwohner bis auf etwa 20 000 zurück. Mit dem Nachkriegs-Regime begann die Besiedlung Palästinas sich in großem Maßstabe zu entwickeln durch das Einströmen von Einwanderern der Kategorie C, für die landwirtschaftliche und Vauarbeit erlangbar war. Die jetzt geltenden Einwanderungsbestimmungen machen die Einwanderung füreinenIu - den der Mittelklasse fast unmöglich. Ein Angehöriger des Mittelstandes, der angezogen wird durch die Heiligkeit Palästinas, kann niemals der Anforderung entsprechen, den Besitz eines frei verfügbaren Kapitals von Lst. 1000 nachzuweisen, und noch weniger ist er imstande, ein gesichertes monatliches Einkommen von 5 oder selbst von 4 Lst. für jeden Familienangehörigen zu erweisen. Bei der Berechnung der Durchschnittsausgaben pro Person sollte die Regierung berücksichtigen, daß der Einwanderer viele unentgeltliche Dienste von der Gemeinschaft empfängt, so z. B. ärztliche und Hospitalhilfe, Kindererziehung usw., welche alle geeignet sind, seine Ausgaben zu reduzieren. Es sollte auch beachtet werden, daß gerade die Einwanderer aus .^em-Mittelsiande noch mehr ökonomische''ErIöichfpr,un^,'haben'fLrjrch. die regelmäßige Hilfe, die ihnen zur'Erhaltung ihrer Existenz von.auswärtig Judest zugewÜMwchd.. Es ist Tatsache, daß fr'te1 alte Änsiedlung,: aMn in Jerusalem, durch ihre verschiedenen Institutionen und Hllfsfönds r e g e l mä ß i g ni o n ä t - l i ch zw i sch^enÜ st? 26.000 ü'std 30.Ö0Ü votst Auslande erhalt. Eine derartige Summe erleichtert beträchtlich die Lebensbedingungen der Ansiedler. Es gibt auch in Jerusalem ungefähr 2000 Zimmer, die mit.Hilfe ausländischen Geldes zwecks Untetstützung der Ansie-dlüng erbäut worden sind und weitere 2000 Zimmer, die Errichtet sind mit Hilfe der Darlehenskassen, die zinslos Darlehen gewahren und denest Rückzahlung geleistet wird dürch jährliche Mieten, die die gewöhnlichen Mieten durchaus nicht überschreiten. Endlich wird derjenige Einwanderer, der von religiösen Gefühlen veranlaßt wird, nach Palästina zu kommen, immer bereit sein, auf manche Luxusausgaben zu verzichten und sich mit wenigem zu begnügen, sodaß, wenn es ihm geling!, irgend eine Beschäftigung in einem Büro oder in einem Laden oder in ähnlicher Weise zu erlangen, er zufrieden ist und von niemand mehr Beistand verlangt. Es kann durch Tatsachen ^erwiesen werdendaß die normalen Ausgaben einer Familie des Mittelstandes, die der Orthodoxie angehört, wenn sie 5—6 Seelen zählt, Lst. 10.— per Monat nicht überschreiten. Das gewöhnliche Gehalt eines Religionslehrers oder eines gewöhnlichen Ladenangestellten übersteigt der Regel nach nicht Lst. 10.— monatlich, was auch dem Einkommen eines gewöhnlichen Ladeninhabers oder Handwerkers entspricht. Diese Leute leben mit 5—6 Familienangehörigen ganz zufrieden, während' die Einwanderungsbestimmungen von einer Person m i t 5 Ängehörigen Garantie für e t n g es i ch e r t e § E i n k o m m e n von L st. 25.— p r o Monat f o t d e r n l; Es muß bemerkt werden, daß unter all diesen Einwanderern sowohl, als auch unter den alten Einwohnern mit Ausnahme der Einwanderer aus Persien oder anderen orientalischen Ländern, kaum irgendwelche Bettler existierest oder solche, die sich um Unterstützung an deck Staat wenden. Das zeigt, daß Personen des Mittelstandes mit unzureichenden Mitteln sich doch bemühen, ihre Lebensgewohnheiten ihrem Einkommen anzupasien, und da eine starke Liebe zum Land sie erfüllt, so sind sie mit ihrem Lose ganz zufrieden. Wir möchten auch die Aufmerksamkeit auf eine andere Kategorie von Einwanderern lenken, die Thora st u deuten, von denen in den Einwanderungsbestimmungen bisher keine Rede ist. Es gibt gegenwärtig in Jerusalem ungefähr 700 Thorastudenten, die sich vollständig dem Studium der Thorawissenschaft widmen. Zu diesem Zwecke existieren in Jerusalem und in anderen Städten der alten Siedlung sogenannte Jeschiwos (Thorahochschulen), deren Zöglinge mit dem Studium der Thorawissenschaft beschäftigt sind,, nicht in der Absicht, Rabbiner zu werden oder ein ähnliches Amt zu bekleiden, sondern aus reiner Liebe zur Thora und ihrer Wissenschaft. Die Existenz derartiger Hochschulen steht durchaus im Einklang mit der erhabenen Idee, im h e i l i g e n La n d e ein g e i st i g - r e l i g i ö s e s Z e nt r um zu schaffenund die Juden der Diaspora tragen zur Erhaltung dieser Hochschulen in Würdigung ihrer Lebensnotwendigkeit regelmäßig bei. Alle diese StuderstW kgmeNj, in...den letzten Jahren n<H Palästina. A b e r n a ch d e n n e u^e n E i nwÄ n d g Sil nMst e-K <J4p , e t n e Pßr so n unmöglich, nach Palästina e Hi z u mp:ndMn M e m ' amH hvü ck - txjijß) e n w e ck e d i e T h o r a z ü stubie - rin. Die BeMmWinges Mder Einwgpderungsvrdnung, die'sich auf solche Personen beziehen,, die religwf^Äemte^ bekttWW,' lassen siH äüflnes^ Studenten nicht anwenden, die eben keinerlei „Amt" bekleiden. Es. gibt in den erwähnten Thorahochschulen auch' speziMe Abteilungen für junge Leute, die. den Wünsch hegen, Prüfungen in theologischen Wissenschaften abzulegen. Auch für solche Studentenist es^ sehr schwierig, ein Einwand erungszertisikät zu erlangen. Wenn es sich einmal trifft, daß das.Einwanderungsdepartement eine Bewerbung dieser Art genehmigt, ist das Departement außerordentlich gründlich, hinsichtlich der- Nachforschungen nach der wirtschaftlichen Leistungsfähige keit der Hochschule. Es verlangt im voraus eine Garantie für deren Erhaltung, während doch nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge die wirtschaftlichen Hilfsquellen solcher Hochschulen nicht feststehen, sondern sich entsprechend ihren Bedürfnissen entwickeln. Keine wissenschaftliche oder philantropische Institution ist in der Lage, im voraus einen endgültigen Ueberfchuh inihrem Budget nachzuweisen. - Es ist selbstverständlich, daß ein - alter Mann, der nach Palästina gehen will, dies nicht unternimmt, bevor er seine Existenz gesichert hat,, sei es durch seine Kinder oder seine Verwandten im Auslande. Aber wenn der Einwanderungsbeamte im voraus eine Garantie der Lebenserhaltung auf- Jahre h in aus fordert, so macht dies dem Immigranten die Einwanderung in das heilige Land unmöglich, n a ch d er e r s i ch s e i n g anz e s Leben lang gesehnt ha t.- < . Wir wünschen zu unterstreichen, daß allediese Einwanderer, da sie Kapital ins Land bringen oder im Lande, sei es durch Geld aus dem Ausland von Kindern oder Verwandten direkt oder indirekt durch verschiedene Institutionen erhalten werden, daß di ese E i mw a n d e.re r .d ws Land n u r b e r e i che rn, i nde m s i e d lese s G e l d für ihre täglichen Bedürfnisse ausgeben, und daß sie auf diese Weise, indem sie den Konsum erhöhen, auch die Produktivkräfte d e s L a n d e s e n t w i ck eln h e lfe n. Wir stellen daher folgende Anträge: 1. Den Kapitalbetrag,, der für Einwanderer der Kategorie A gefordert wird,' zu reduzieren. 2. Die Rate des gesicherten Einkommens, das von den Einwanderern zu Kategorie A (3) gefordert wird, zu reduzieren. 3. Die rigorosen Forderungen nach Garantien in Würdigung der oben angeführten Gesichtspunkte zu mildern. 4. Besondere Bestimmungen zu treffen für die Einwanderung von T h o r a st u d e n t e n ,. diedemStudiumderThorasichwidm e n wollen, in welchem FE die von der Thorahochschule gegebene Garantie zur Erhaltung des Studenten als ausreichend akzeptiert werden sollte. 5. Die Einwanderung solcher alter Leute zu erleichtern, deren Unterhalt von ihren Kindern übernommen. wird. 6. Den Hochschulen sür Thorawiss.e. n s cha f t die Aufnahme ausländischer.. Studenten, . die sich hier zu vervollkommnest, chsin- Men, durch besondere Maßnahmen züferletDe.rn» Z: 7. Die Garantie der Agudas Jisroe'l für Einwanderer des Mittelstandes anzunehmen, sofern »ich die Organisation.von den ausreichenden, ma-„. Nullest Mittelst' 'oÄdr derü iaüsreichÄH^--E^-? jkpmmen der.Einwaxrderer Merzeugstchat-. r 8. Besondere Beächtung d'e n j e n i'g en E i n- Wanderern aus Rußland zu schenken, die wegen ihrer religiösen Ueberzeugung verfolgt worden. - Ein besonderes Wort müssen wir zum Schlüsse d!en Einwanderern der Kategorie E (Sch'edula V)' widmen. Wir' wünschen gleich allen anderen Iw 4 den unserem Bedauern über die Unterbrechung? in der Ausgabe von Zertifikaten und' über die ' MM Deutschland Hamburg Nr, 24753 Landesdirektorium des Keren! Hatorab (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt!a. M. Nr. 41666 (P, Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln) .V Posischeck-Konl^h : Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. '70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat 'Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr, 73991- C, Salomon. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller» Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Basel) Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern,