Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1930)
- Date
- 1930-07-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 28 Der Israelit 10. Juli 1930 sind, weist Abg. Dubin in einer Erklärung >«r der Presse naä), die absolut überzeugend wirkt. Die Angaben sind nach beiden Richtungen falsch. Dubin hielt eine Ernennung Nurocks zum Minister für unangebracht und schädlich, hat daher seine Kandidatur, nie unterstützt und auch nie ein.Versprechen dahin gemacht.- Andererseits hat er sich abed' niemals in den RegleruUgÄreiseN oder beim Ministerpräsidenten gegen die Berufung Nurocks eingesetzt. Seine Ernennung ist an der Ablehnung der Koalitions-Parteien gescheitert, ohne Zutun von dritter Seite. In der Erklärung wird sogar die Meinung ausgesprochen, daß es dem Ministerpräsidenten Zefnmsch selbst nicht gar so ernst um die Berufung Nurocks war, er hätte sie sonst leicht durchsetzen können. Die Bemühungen Nurocks und seiner Parteifreunde um diese Ehre waren nicht frei von persönlichem Ehrgeiz. In wichtigeren Fragen für die lettländische Judenheit, wie die eines jüdischen Sitzes in der Staatsbankhabe Nurock nichts getan. In erster Reihe gelte es, so schreibt Dubin, die jüdischest Interessen zu wahren und zu verteidigen, und einen Eintritt Nurocks in die Koalition erachtete Dubin und mit ihm die Agüda-in diesem Momente als den jüdische'n Interessen wenig' dienlich. Trotzdem habe'man keinerlei Schriste^.gegen , seine Ernennung unterhämistW. *’ -ji?; -'ta- Tscheche-Slowakei. Tagung der orthodoxen Landesreprüsentanz ' . onin -er Slovakeiz n .**? m'-w ■ B r a ln s l ä'v a , 7.' Jüli.'' Die Tagung der orthodoxen Landesrepräsentanz, die am Dienstag hier stattfand, war gut besucht.. Der Prä-, sident der orthodoxen Zentralkanzlei; Oberrabbiner'Wetz e r - Piestany, eröffnete die Versammlung mit einem warmen Nachruf aus Oberrabbiner Kätz-Nitra, der von den Versammelten stehend angehört wurde. An Stelle des Heimgegangenen wurde Oberrabbiner Spiher- Kirchdrauf in das Rabbinerkomitee gewählt. Der ausführliche Bericht dn Zentralkanzlei erstreckt sich über drei Jahre. Er verweilt bei dem guten Erfolg in der Kongo a - F r a ge, der dazu geführt hat, daß den orthodoxen Rabbinern, die fast ausnahmslos mit materiellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die bisherigen staatlichen Bezüge auch weiterhin erhalten werden. Die schwierige Frage der Lehrerausbildung wurde' einstweilen damit gelöst, daß an den staatlichen Lehrerbildungsanstalten allmählich eine Anzahl jüdischer Zöglinge unter streng religiöser Aufsicht zu orthodoren Lehrern ausgebildet werden. In der Frage der Sonntagsruhe hat die' Zentralkanzlei eine eifrige Tätigkeitentfaltet. Die Frage ist aber noch immer akut. Der Berichs weist auf die. Notwendigkeit hin, gerade die Angestellten zu organisieren, deren Votum größeres Gewicht hat,- und die ein Lebensinteresse daran besitzen, den selbständigen gesetzestreuen Kaufleuten die Existenzmöglichkeit zu,^erhalfen.^Zu^. Frage, der e,g d er - ro.£m befyyt, far ^Bericht.die-)-Motwen-- digkeit einer einheitlLchöär. MgänisatiÄn idchr'fjhithtzd'öri^! wie - sie. ^AtzUväs /^siwiole!"- .vorliegl.^.'^SfuhtiM beschäfW^li^//^' M-rich.^, 7g.it.' HM-E'-'- gen Vörst^üchgey 'yoMiUtqy... P e x.f.B sßu.ug-s!esi't»: wm r fiidiex, mnsie l s.i'o'älbsitti >h e V Slv oracke.i:- - -Die-V^rsasMg stellst'statmliK-^sn-^Kompromiß' star züiischen^där 'versWtze^st 'ÄMafsüngen'mnerhalb der Orthodoxie, würde aber, sobald sie in Kraft getreten sein, wird, einen bedeutenden - Fortschritt für die Verfassung des ganzen Gefüges der orthodoren Judenheit' der Slovakei bedeuten; ... - Die Versammlung^ nahm., eine Resolution gegen, die Kalendertestzrm mit Älankp-Tagenam ., In d,er Generaldebatte über!. den Bericht nahur die- Auseinandersetzung übet-^die Lehrer-bildsi'ngüber die viel-' füch ungeeigneten' Schülbücher' und. sthep die .Fürsorge für die Jeschiwatzoglinge den breitesten .Raum ein.. Den. Erfolgen der. Lanheskanzlei. wurde - Anerkennunggezollt: In der Nachmittagssitzung gelangte man dann zur Beratung des Verfassungsentwurfes, auf den im einzelnen. machzurückzakommeen fi'in Ärd? "Ded ^(önMWUWe" auf die Verwirklichung vieler im Interesse einer prinzipienklaren und kompromißlosen Orthodorie berechtigten Forderungen leider Verzicht-"leisten ustd manche Halbheit. weiterdulden. Immerhin muß er als Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand betrachtet werden. Der erste Teil enthält viele wertvolle Formulierungen, die allgemeines Interesse verdienen. Der zweite' Teil, der sich mit dem konfessionellen Gerichtswesen und den organisatorischen Körperschaften der Konfession beschäftigt, wird der. ordnungsmäßigen Abwicklung der Geschäfte und der Beseitigung van.' Streitigkeiten gute Dienste leisten. Die Debatte über ddn Entwurf dauert bei Absendung dieses' ^Berichtes noch'-'fort. Ein Gesetzentwurf für die Israelitische Retigionsgenosfenschaft in -Böhmen, Mähren und Schlesien. Prag, 1. Juli.; . Die Regierung hat einen .Gesetzentwurf für die Israel. NNgionsgenosfenschaft in der Slovakei veröffentlicht, der sich, .m Wirkichkeit nicht aus die ganze Slovakei bezieht, sondern lediglich: auf die sogenannten historischen Länder, d. h. aus Böhmen, Mähren und Slovakei. - In diesen' Ländern,'in denen leider die Reform das jüdifch-religiösel Leben bis auf kleine Reste fast gänzlich abgetötet hat, gilt noch das österreichische Gesetz vom 31. März 1890. Im Anschluß an dieses sieht auch der. neue Gesetzentwurf, daß an einem Orte nur e i n e Kültusgemeinde bestehen darf, so daß also die Schaffung orthodoxer Gemeinden neben neologen unmöglich gemacht wird. Die Gemeinden nb'eiben in einem Land e s 'v e r b a n d zusammen ges chlosfen, an dessen Spitze ein Oberster Rah ötzh^. Diesem Male ist auch die. Ausbildung der Rabbinen, und Religionslehrern überlassen. Das Gesetz, das wohl wenig Opposition finden wird, lqßt die Interessen, fair Orthodoxie in der Slovakei und Karpatorußland unberührt und dürfte deshalb ' auch von dieser .Seite nicht cheMpft wexdxp. . - >nh r ..-.«jl 'yr': England. Sitzung der Angln Iewifh Affgciütion. , , . London, 7..Lütt. In der. Sitzung de.r Anglo Jewish Association vom. 6. Juli erstattete Lucien Wolf den periodischen Bericht über die Lage-der Juden -in den verschiedenen Landern. Er bespricht die traurigen Ereignisse , in Rumänien. Auf das von einigen Parlamentsmitgliedern dem englischen Premierminister überreichte' Memorandum übergehend, in dem die Errichtung einex Minoritätenkommission, des Völkerbundes -gefordert wird, sagte Lucien Wolf, das Joint Foreign Committee mache sich die in diesem Memorandum ausgesprochene schlechte Meinung über die Wirkung der Minoritätenverträge nicht zu . eigen.. Wir glauben nicht, sagte er, daß eine Mmoritätenkomomission für uns besser wäre, als das gegenwärtige System der Dreier-Komitees. Die Minoritätenverträge werden in weitem Umfang zu unserer Befriedigung angewandt Wir haben Grund für die. Verträge dankbar zu fein, wenn wir die letzten zehn Jahre überblicken, und uns an die Lage erinnern, die vor Errichtung der Verträge bestand. Sie haben den osteuropäischen Juden bedeutende Vorteile gberacht. Lucien Wolf fand für die Tätigkeit des Staatsrats Jacob Teitel auf dem Gebiete der Flüchtlingsfürsorge warme Worte der Anerkennung. Pon/ den zuständigen Behörden sind befriedigende Zü° ßcherMchen' abgegeben würden, daß h die ÄngeleMcheE -ksHWischeHjüdischey^F^iMofs m Aalomkh mA'DyjNtz ^atWi.geprüft"-werden,rwiM-, minipi 'm tj -:n- I Der Präsident der - - Anglv Jewify Association-' Leo-» ^artz^j,Pr q yzte.fi reWierte.Mex hsp-GMUna d a> Rzy th:s ch rl d - S;ch ucke, wobei--ek. auch muf -dke^ Tatsäche" zu lWrechen kkisitj Hatz die schule Wetzen HWx,: Nichtbeteiligung an ^dem ProtestftxM. gegen pK Busf penhierunL der. Ahyluz-Zextifiky.^, in.-tzer jüdischen Oef-. fentlichkeit..Palästinas Angriffen ausgefetzt isf. Er . billigte das Verhalten der Schulleitung mit dem Hinweis haraufdaß keine Schülsiehörde ihren 'SchÄe^N MtAftpn, dürfe, im.,Rahmen der Schule sich an politischen Aktmnen zu beteiligen. Er teilte mit, daß Leonard S-be i n jhitfneth Schreiben sich diesem'Standpunkt angeschlossen hatwobei, djeser auf die' Feststellung Wert, legte, daß die Aemonstration als solche durchaus berechtigt war und feine Billigung findet! Auch dÄvigdor Soldfmid Habs sichimgleichen Sinne geäußert. Gegen diesen Standpünkt sprach'Dr. S. Daiches, der verläygte, haß die Schule! .sich dem neuen-jüdischen Geist in Palästina Hesse, änpasjen möge. Montefiore machte, nachdem die anwesende Leitetin der' Schule einige Aufklärungen über den Charakter der Änstalt gegeben hatte, die Mitteilung, daß die Schule zu Ende des. Jahres ein neues Gebäude bezieht.' Man werde daran 'gehen -müssen-'den Aufbau der Schule nach der Richtung zu verändern, daß die großen Kindergartenklassen ayfgehohenhingegen -für die Fortbildung der schulentlassenen Mädchen bis etwa zum 17. Lebensjahre. im Sinne der englischen „Secon^ dary Education"-Klassen äufgebaut werden. Valästina. Die Geskänvnlsfe der Hingerichteten. - ' 'Jerusalem, 29. Juni. . Die arabische Zeitung „A^ Jarmuk" teilt mit, der. Hingerichtete Hebron-Araber habe , gestanden, . hrei „fremde Juden" in Hebron getötet zu haben. Der Hingerichtete Hebroner Chauffeur,,J am J o u^ habe gestanden, daß er fünf Judßn getöteh, hat. Die Zeitung „El Hayat" teilt mit, die,. Verurteilten, seien zun: Galgen festlich gekleidet gegangen. Die Palästina-Regierung hat die Leichen der drei Hingerichteten Araber den Angehörigen der. Hingerichteten zur Beerdigung in Äcco freigegeben, nachdem die. arabische. Exekutive zuvor die Garantie übernommen ha^-daß bei der Bestattung Demonstrationen nicht Vorkommen werden., Der Wächter der Kolonie Tel Ioseph im HosNtpfe mit Banditen gefallen^ Ierusa l tzm^7l. - Juli.,.,,^. Am 28. Juni'abends versuchte. eineBan.-_ 'diten in Tel Joseph, die große.jüd.HP KolMK,igr... Tale Jezreel, einzudringen. Der, Wächter. der, Kolonie^ Jsaac .FZ v^k.e,l,> ^-.stMe^.-sich ihr entgehenrourd.em-, mehrere ' Schüsse tzeweMeltt , Jsäac Kinkel brach,. , von den Kugeln her Marodeure getroffen, zusamryen unß st a,r b rhurz harauf.. Die Mörder ergriffen dia Fluchh.^. Gegen Mitternacht traf Polizei in Begleitung von Pfad-,, frndern aus .Ajn Eharod in Tel Jefoph ein .und begayn die Fahndung nach den Mördern, deren. Spuren bis zu den Hügeln in der Nähe, von Ajn Charod verfolgt werden konnten. Die Gegend wird nach yllen Richtun-- gen hin durchsucht; 30 berittene Angehörige der transjordanischen Grenzmacht beteiligten sich an der Verfolgung der Marodeure, die, nach den im Körper Fintels gefundenen Kugeln zu urteilen, mit britischen Gewehren: bewaffnet sind. Man befürchtet, daß der Angriff vom 28. Juni nachts die Einleitung zu einem Terror-Feldzug, ist, den transjordanische Beduinen, die vor kurzem in - Jrbid eine geheime Tagung abgehalten habenin Palästina planen. Der kürzlich erfolgte Angriff auf britische Truppen in der Nähe von Nahallal wurde, wieman mit Sicherheit annimmt; von der gleichen Räuber-- bande ausgeführt. (ITA.) Die Verhandlungen der Klagemauer-Kommission. Jerusalem, 3. Juli. Die Klagemauer-Kommission vernahm eine Reihe weiterer Zeugen. Ein buch arischer Jude, der. seit 43 Jahren in Jerusalem lebt, beschwor, daß ek schon als Kind dem G'ttesdienst an der Klagemauer beizuwohnen pflegte, ohne je von moslemitifchen Eim' Wendungen was gehört zu haben. Bänke und Stühle wurdewan der Mauer stets -ungehindert. benützt. r Die - Beanstandungen - begännen erst' in deiPuletztMt'JühvM- ' - TrotzistLiefer Schwisbigkeitest'lchäbe di'e: MchMMk Gemeinde iüoch vorn'vier:Jahrstt!>eitze groe<1Ä~ d u.n g-srsie x e r I i-ch kÄ'l.t '-beistdeL KlageMauetst-Ä>gehälL--! ten, unter Verwendung von Stühlen <äüü' Tsiche^Unä-'; dere; Zeugen, Juden und christliche Engländer, '-die -!schorr lanHeim: Lande'ismd'>- nsagencätt 'ähnlichÄrsÄVÄser JM>fJ' weiteren Verlaufe der Verhandlung wurden noch zwei Rabbiner vernommen, Rabbi Abraham S ch o r v Und Chacham U'z i e l. Ersterer konnte zwei Dokumente von 1920 und 1921 vorlegen, Ws denen klar hervorgeht, daß damals ^äj^fE^Ms^ehH^gung der Regierung und unter Billigung her Araber ausgestellt waren. Rabbi U z i et betkch'ttte ^üsier die G'ttesbienste an der Klagemauer und ihren 'Ritus. Die heiligen Utensilien finö' dort die gleichen' wie iri'der'-Synagüg^. Daß die Juden -u*' aller Welt ihr- HÄrsikgebet Mi't dem Gesichte nach dem> Osten verrichten, -enthalte Morr' ein"^ekeUüt- ' nisl-Mst'Klagemauer. ' - -RäphUel Me juch a s , der'seit 26' Jahkest Schammes 'ätt der Kläglemaüer ist, 'hät"'außerdein vierzigjährige Erinnerttttzen an'-''-ie"'MaM.'' .-.'Imytet''''vrürM' dokt G'ttesdiönste' unter -Benützung aller heiligen Utensilien abgHältenl- Vor 18 Jahren versuchten die türkischen Behörden, ern--Verbot gegen die Aufstellung von Bänken und -Tischest' zu erkäNE' das VerbÜtwürde ab^eri bald wieder zurückgenommen. Er, Mejuchas, war von der . türkischen Regierung. als SchammeS an der Mauer an-