Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1930)
- Date
- 1930-07-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 26 Der Israelit. 10. Juli 1930 Zur Reise FÜLLHALTER nicht vergessen! weit über 1000 schreibfertige Halter mit 14 Kar. Goldfeder ab RM. 3 —zur Auswahl CARL KLIPPEL Kaiserstrasse 75 Schreibwaren aller Art bieten, in denen ein begrenzter Kreis von Interessenten zu bearbeiten ist,., eine kleinindustrielle Betätigung noch immer möglich sei und mehr Aussichten biete als der Kleinhandel. Auch eine Sichtung der massenhaft angebotenen Vettreterstellen unter Berücksichtigung der PersöMchkeiten der Bewerber wäre eine dankbare Aufgabe für eine solche zentrale Beratungsstelle. Besondere Beachtung verdiene die Berufsberatung der aus den Schulen ins Leben tretenden Lehrlinge. Hier sei grundsätzlich Hne Ue^epführung .sabbattreuer jüdischer Kreise aus dem Handeb in'Handwerk und Industrie zu erstreben, wobeies -allerdings gelte, schon während der Schulzeit durch die Art der Erziehung und Unterweisung, die gegenüber dem Handel gänzlich verschiedenartigen seelischen Voraussetzungen für die Betätigung in den technischen Berufen zu 'Massen. Redner glaubt grundsätzlich, daß der Schabbos überall dort, wo produziert wird-, weit weniger störend wirkt als im Handel, denn während dem Händler die am Schabbos fehlende Konkurrengmöglichkeit auch bei noch so großem Entgegenkommen der Gesetzgebung niemals durch Sonntags-Arbeit oder Mehrarbeit an Wochentagen ersetzt werden kann, läßt sich für den. Produzenten die ausfallende Sabbatarbeit durch zusätzliche Arbeitsstunden an Wochentagen ersetzen. Selbst nach dem heutigen Stand der gewerblichen Gesetzgebung können unter gewissen Voraussetzungen an den Wochentagen 5 mal 9. Stunden produziert werden, so daß nur 3 Stunden in der Woche für jede Arbeitskraft ausfallen. Es sei auch keineswegs ausgeschlossen, daß ebenso wie in dem Entwurf des jetzt vorliegenden Internationalen Uebereinkommens über die Dauer der Arbeitszeit im Handelsgewerbe eines Tages auch in der Industrie die Verteilung der, wollen 48.Mveitsstunden auf 5 Wochentage erreichbar seü Es ist deshalb zu begrüßen/' dätz, 4-wie wir''Hörens ein Sammelwerk unter der Mitarbeit von etuÄ'' 20^ namhaften rabbinifchen, ärztlichen Ünö Mderen roisfeNschastlich geschulten Autoren erscheint, 'bas in populärer Darstellung alle Sektoren der jüdisch-hygienischen Gesetzgebung in ihrer Auswirkung auf den Einzelnen undn frie Volks-' gesamtheit behandelt. Auch " 'die großen bevölkerungspolitischen Fragen der deutschen Juden finden selbstverständlich Berücksichtigung. Von aktueller politischer Bedeutung dürfte u. a, ein ausführlicher Beitrag über das Schächten und seine hygienischen Auswirkungen sein, der auch die oo,n antisemitischer Seite erhobenen Vorwürfe widerlegt. ' Die jüdischen Ehegesetze, die Beschneidung, die Reinheitsgesetze, Speisegesetze, die historische Rolle der jüdischen Frau für die geistige und leibliche Hygiene des jüdischen Hauses, die sanitären Einrichtungen der deutschen Juden, der Ose und des..modernen Palästina und vieles andere mehr werden in dem schönen illustrierten Werke, das zu 3 Mark auf den Büchermarkt kommen wird, behandelt. Als Verleger zeichnet. Herr Jac Sternlicht, Abteilung „Verlag Judentum und Hygiene", Dresden A, Zeughausstraße 3. Verantwortlich für den allgevkeinen 'Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate 1. B.: S. Schachnowitz, ebenda. — Für, die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). —. Berlag des Israelit und Hermon ft. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck: Hermon-Druckerei, Frankfurt a. M. Redner glaubt,, daß es zur Lösung der hier geschilderten Ausgaben.keineswegs der Gründung einer neuen Organisation bedürfe, sondern daß man nur 1. den in Berlin bestehenden und von einigen recht fähigen Persönlichkeiten geleiteten Reichsverband der Schomre Schabbos-Stellenvermittlungen entsprechend ausbauen und zu einer zentralen Wirtschaftsberatungsstelle der sabbattreuen Juden erweitern müsse, 2. die Zahl der Filialen dieses Reichsverbandes im ganzen Lande vermehren solle, so daß in jedem größeren Wirschaftszentrum eine von Berlin aus mit Material zu versorgende Beratungsstelle besteht. Weitere Fragen, die zu prüfen seien, sind die Kapitalbeschaffung für zu etablierende kleinere Unternehmungen und die Frage der Auswanderung, die selbstverständlich bei den streng religiös gesinnten sabbattreuen Kreisen ebenfalls unter ganz besonderen Gesichtspunkten behandelt werden muß. : In der Diskussion, an der sich die Herren: Hermann Frankenthal, Albert Mayer, Dr. Isaak Posen, Felix Beifuß, A. Awerbuch, Josef Offen* hacher u. a. beteiligten, wurden die Ausführungen des Vorsitzenden im allgemeinen gebilligt Korrespondenzen « Nachrichten. DeutschleL Reich Ä Die Dreiwochen-Aktion der Palästina-Zenkrale der Agudas Iisroel. . _ " Frankfurt y, M., 8. Juli. Von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroek wird uns geschrieben: r Gerade rechtzeitig zu den „drei Wochen" erscheinen die „Mitteilungen" der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, welche dank der Fülle ihres Stoffes wohl jedem etwas geben wird. In erster Linie nennen -wir den tiefschürfenden Aufsatz von Herrn Red. S. Schächnowitz „Gedenket der Schlafenden in Hebron. Zur ersten Jahrzeit der Aw-Märtyret in Erez Jisroel". Angesichts rLer gegenwärtigen Lage -in Erez Jisroel ist die: Lektüre und Besprechung der Schachnowitz'schen Arbeit M'den einzelnen Gruppen aufs dringendste zu emp-. fehlen: Material zur Beutteilung öeritgWn-'^ wärtigen Lage in Erez Jisroel bringen die „Mitteilün- . und nach verschiedenen Richtungen durch neue Vorschläge und Anregungen ergänzt. Die alsdann mit dem Reichsvtzrband der Schdmre, Schc^hos-Stellenvermittlungen eiWleiteten BechanÄüngen ergaben, daß eine Möglichkeit der Ausgestaltung dieser Zentralstelle auf Grund der vorhandenen persönlichen und technischen Voraussetzungen sehr wohl gegeben ist. V Allerdings sind hierzu einige, wenn auch keineswegs beträchtliche, Geldmittel erforderlich. In der alsdann am 29. Juni im gleichen Meise fortgesetzten Aussprache wurde beschlossen: 1. In Berlin sowohl als in Frankfurt und den übrigen für die sabbattreuen Kreise in Betracht kommenden Wirtschaftszentren Wirts ch a s t s b e i r ä t e zu bilden, die sich aus erfahrenen Persönlichkeiten aus den wichtigsten Wirtschaftszweigen zusammensetzen sollen. Die Angehörigen dieses Wirtschaftsbeirates hätten sich zu verpflichten, fei es m ihren Büros, fei es an einer neutralen Stelle, zu bestimmten Stunden in der Woche den eine neue Existenz suchenden fabbattreuen- Brüdern mit ihrem Rate zur Verfügung zu stehen. Die Mitglieder des Wirtschaftsbeirates kommen wöchentlich zusammen, um die in den Sprechstunden gesammelten Erfahrungen auszutauschen und an Hand des ihnen verfügbaren vder von der Zentral- ^istelle züDeferndeN BeratungsmaterMs zu i’-fi,i"prüf.enllb! I -^ 2. Auf dest 13. IW: in Frankfüxt einÄ er- :A7 ^wMeHflj Kreis''üon BertrÄerü dev'^oer- >k schiedenen Wirtschaftszweig^Nnzuberufen, um die/Bildung.' eines WirMlAaftsbelrates än^hiü Wege zu Seiten. Ein'WeichesMor- Wen wird vonöen fabbattreuen Kreisen .in den übrigen größeren Städten sowie in . Berlin erwartet. Endlich wurde beschlossen, eine kürze Darstellung der in den bisherigen Beratungen zum Ausdruck gelangten'Ideen in den jüdischen Blättern veröffentlichen und ' die O e f f,.e n t l i ch k e i t ü r M i tarbe i t a u s z u f o r d e rn. ... Jeder, der aus seinen Erfahrungen und seiner Kenntnis des Wirtschaftslebens heraus eine zweckmäßige Anregung geben zu können glaubt .und wer insbesondere Vorschläge machen kann ' zur Ermittlung passender Existenzmöglichkeiten' für sabbattreue Juden, wird gebeten, seine Anregungen direkt oder durch Vermittlung desjenigen Blattes, in dein diese - Ausführungen erscheinen, an den R e i chs v e rb and der S cho in r e Schabbos - Stellenvermittlungen in Berlin R. 2 4, G o r m a n n st r a ß e 2 7, gelangen zu lassen. gen"- durch statistische- Angaben über dm- Verteilung der ' jüdischen und niDjudischen BedölkerMg in den Bezirken Jerusalem und Jaffa. Die Einwanderung nach! Erez Jisroel-'itn Jahre 192UlDordM!inachf fptüÜgsländerN, Altersklassen, Familieügröße undid^ mlliiengruppe, dürfte von besonderem Interesse sein. Die Gründung der Je sch iwa in Petach Tikwa, der Neubau der „Jeschiwa Rabbi Akibä" in B n e Berat und ein von dem jetzigen 1 Lubliner Raw, Rabbi Meier Schapira, gegebenes Gutachten über die Zulassung der Keren Häjischuw-Büchsen auch in solchen Häusern, wö bereits eine R. M B. H. N.-Büchse vorhanden ist, ergänzen den Inhalt der „Mitteilungen", rvelche mit einem Aufruf für'die „Drei Wochen"-Aktion eröffnet werden/ mit speziellem Hinweis auf die von der Palästina-Zentrale geplanten Veranstaltungen in den einzelnen grörett So mm erfrisch en. Neu ist in den „Mitteilungen" die Jugendbeilage. Diese enthält eine dramatische Bearbeitung der Talmudstellenwelche von der Zerstörung Jerusalems handeln. (Kamza, Bar Kamza, Rabbi Jochanans Unterhaltung mit Kaiser Vespasiän, Aba Sikro, Martha, die Tochter von Busus ufw.). Es ist der dankenswerte Versuch gemacht, in einet für Kinder, etwa vom 10.' Lebensjahre an, faßlichen Weise/welche sich eng an die Quellen anlehnt, die Stimmung der „drei Wochen" zu vertiefen. Die Palästina-Zentrale bittet uns, mitzuteilen, daß diese Publikation (durch ihr Büro, Schwanenstraße 12)> ür jeden Interessenten erhältlich ist. - Ü'.. •u Rabbiüersemimrr zu Bötlm. ":;Ä > ’:M; eMrn/'L?ÄR V!7 Auch titt I i diesem Jitljre Hat das - RiiMNtfemlnät zur' BWü äMis4-.:-Täinüs'^?0. Juni), dem Sterbetage seines vWeröigten Begründers, Rabbinets DrU -ßsräek H i t'^ de dHb-im st/'bine;-G^ d'eii'kfe dtr^^ dlle gegenwMkhett7'Schül^'Är^Äy.edoß^ Anzahl vdN 'Gästäip. teilnahmen, abgehalten, wie sie schon seit drei Jahr--' zehnten alljährlich stattfindet und mit der Ueberreichüng an Diplome an entlassene Schüler verbunden wird. Die Feier war umrahmt vom Vortrage von Psalmen; iw ihrem Mittelpunkte standen'" die 6'Utlassungsrede ' 'Ües Herrn-Dozenten Dr. I. Wohlgemuth Md Ansprüchen des'Rabbiners Dr- CH. V. Friedmann, an die sich ein. ekttdrucksvolles Gebet des HerrU Dozeüten Dt. S. Hrünberg schlvß. /' \ Gegen die Pogromhetze. Berlin, 3.. .Juli. Aus der großen Kundgebung des Reichsbundesjüdisch er Frontsoldaten . in der Stadthalle, über die wir bereits kurz, berichtet haben, sei noch folgendes festgehalten: Der Vorsitzende der Berliner Ortsgruppe, Dr. L o n d o n, eröffnete die stark besuchte Versammlung mit einem Hinweis auf die wüste.Pogromhetze der letzten Tage. Darauf hielt der zweite Voritzende, Dr. Elkeles, das erste Referat, in dem er aus Anlaß der Befreiung des Rheinlandes, auf die Opfer'