Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1930)
- Date
- 1930-07-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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et Israelit Blätter Hand das Portal öffnet. Der Pietrokower Raw ruft, indem das Tor aufgeht, in die Menge hinein: „So wie sich nun die Pforten, der Jefchirva geöffnet, so möge der Herr der Welt öffnen die Tore des Heiles und des Trostes für das jüdische Volk." „Omen!", donnerte der vieltausendstimmige Chor. " Darauf verlas Oberrabbiner Lewin Huldigungstelegramme an den Staatspräsidenten, an Marschall Pilsudski, den Ministerpräsidenten und den Bildungsminister. Jetzt hält einer der jüngeren Schüler, Lejb Biedermann-, eine Rede, und der Pietrokower Raw „ b e n s ch t " daraus vor der versammelten Menge seine Schüler. Damit gehen die Feierlichkeiten des ersten Tages offiziell zu Ende. , Die Besichtigungen der Räume ziehen sich bis in die tiefe Nacht hinein." Der Jubel und Trubel auf dem Festplatze hält bei herrlicher Illumination die ganze Nacht an. st MM Die Lubliner Welijeschiwa. Die «drei Wochen"-A1tio« für Erez Iisroel. Die Blüte des Fastens ist das Wählt««. Unsere rabbinischen Führer im heiligen Lande richten an uns das Ersuchen, jeden Inden und jede Iüdin im Namen der Thora auszufordern, ihren am 17. Tammus und 9. Am an Speise und Trank ersparten Geldbetrag dem agudistischen Erziehungswerke in Erez Iisroel zu weihen. Von Rechts wegen sollte jeder, der nicht selbst mit der Notdurft zu ringen hat, jeden Monat einen Beitrag leisten, aber wem das nicht möglich ist, der berechne, was er für sich und feine Familie an Speise und Trank für 2 Mahlzeiten verbraucht und weihe sein Fasten zur wahrhaft heiligen Tat, indem er im Siyne kles talmüdifchen i diesen Beitrag für Zedokoh spendet. Her Beitrag soll am IS. Tammus, späteskenSaberam io.Aw auf das Hoftscheckkonto Nr! Ü'A 900 Her Paläftmä- Zentrale der Agudas Iisroel, Frankfükt a: 2N., überwiesen werden!' ' Ein anonymer Gönner der Palästina-Zentrale hat für die „drei Wochen'-Aktion eine Schiffskarte Triest—Iaffa gespendet, mit der Bestimmung, daß diese Kürte demjenigen Sammler oder derjeniger Sammlerin verabfolgt wird, welche in der Zeit vom 17. Tammus bis 15. Aw das größte Sammelergebnis der „drei Wochen'-Aktion zu Gunsten des Schulwerkes an die Palästina-Zentrale überweist. Bei gleichem Sammelecgebnis mehrerer Sammler findet eine Verlosung statt. Ebenso hat eine Gruppe, welche das größte Sammelergebnis überweist und die Schiffskarte erhält, das Recht, zu Gunsten eines ihrer Mitglieder darüber zu verfügen. Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12. Das Velh Zakob-Iournal. Wenngleich die Bestrebungen, breite Kreise der Deutschen wie der Juden für Jiddisch zu interessieren, Bestrebungen, die gerade jetzt von nichtjüdischer wissenschaftlicher Seite mit besonderem Nachdruck verfolgt werden, in unserrn engeren Kreis kaum starke Förderung finden dürsten, weil wir selbst mit unfern dringlichsten Angelegenheiten so stark beschäftigt und belastet sind, — um eines mitten möchte ich doch wünschen, daß unsere deutschen agudistischen Kreise mit etwas mehr Eifer und Hingebung sich dem Jiddischen zürnenden, die Fähigkeit, es fließend zu lesen, sich aneigneten: damit sie imstande sind, die zahlreichen in jiddischer Sprache erscheinenden Veröffentlichungen aus den verschiedensten agudistischen Lagern zu lesen: Die große polnische Tageszeitung, die Zeitung der polnischen Poale Agudas Iisroel, die zahlreichen trefflichen Broschüren, die diese junge Organisation zu den sozialen und andern Zeitproblemen erscheinenläßt, usw. usw. " - ', Als eines der schönsten Erzeugnisse am Baume dö'r neuen orthodoxen jiddischen Literatur erscheint mir aberdas in Lodz; erscheinende, von dem unermüdlichen A. G.uFriedensohn! herausgegebene Beth Jakob Monats-Journal; nicht nur wW das Journal uhs ein Bild der Belh Jakob-Arbeit vermittelt, getreulich Bericht gibt von der Entwicklung der Beth Jakob und der Benoth-Organifation, sondern auch, weil fast in jeder Nummer dieser monatlich erscheinenden Zeitung vorzügliche Aufsätze über alle Fragen des jüdischen Lebens aus allen Gebieten des jüdischen Geistes in schöner,, anziehender Form erscheinen. Diese Feststellung läßt sich bei der Lektüre fast jeder Nummer machen. Bor mir liegt die Nummer 54 des Journals. Es ist weder eine Jubiläumsnummer, noch gibt ihr irgend ein Jaum tauw ein besonders festliches Gepräge. Und doch ist sie interessant, vielseitig und lehrreich, von der ersten bis zur letzten Seite. Sara Schmierers Leitartikel, in welchem sie das Beth Jakob-Ideal wiederum in neuer Form, aber immer aufbauend auf der alten Grundlage, beleuchtet, die Arbeit des letzten Jahres kritisch betrachtet; 3. Juli 1930 Ester Rosa's Aufsatz „Jahrzeit oder Geburtstag", der -ebenfalls ernste Rechenschaft über das im letzten Jahre feit der berühmt gewordenen Lodzer Konferenz Geschehene fordert; der interessante Ausschnitt aus dem Leben des großen Mainzer Raw Dr. Lehmann anläßlich seiner Fahrzeit; die interessanten Ausführungen von Leichter und Minz; die kurzen Ueberblicke über die Geschichte der Weltliteratur, die Schmuel Nagler von Nummer zu Nummer bringt. Diesmal war die chinesische Literatur an der Reihe, und ihre Eigenart wurde durch vorzüglich ausgewählte Proben - trefflich beleuchtet; die Fortsetzung des seinerzeitigen Vortrages des Baseler Raw, Dr. Arthur Cohn, „Ist Shylock ein Jude"; ferner der „Glücke! von Hameln"; der ausgezeichneten Uebersetzung des Messilas Jefchorim durch Alexander Sysche Friedmann; hübsche Novellen; lebendig geschriebene, illustrierte Berichte aus der Bewegung; Stellungnahme zu brennenden Problemen der ostjüdifchen Schwester, die aber den westjüdischen Bruder und die westjüdische-Schwester genau so interessieren sollten: bibliographische Notizen usw. usw. Dieser Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis deutet die Vielseitigkeit des Gebotenen an. Wenn man nun weiß; mit welchen wirtschaftlichen Schwierigkeitendie Zeitung zu kämpfen hat, daß der Redakteur zugleich Verleger und Finanzier des Unternehmens ist, vielleicht auch gar der Expedient, dann sollten wir im Westen, vor allem unsere jüdischen Schwestern, durch eine fleißige Lektüre, die das Abonnement der Zeitschrfft voraussetzt, bei der schweren Arbeit helfen. Durch diese Mithilfe werden wir aber nicht nur dem Beth Jakob-Journal einen Dienst erweisen, sondern sie wird vor allem auch uns selber zugute kommen. Die Kenntnis dessen, was unsere orthodoxen Schwestern im Osten bewegt und beschäftigt, wird unsere eigene Kenntnis vom Gesamtjudentum außerordentlich bereichern und vertiefen, und wird sich so auch in uns selber vielfach bezahlt machen. W. S. I. Aus der Jugendorganisakion. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Hamburg-Altona ersucht uns um Veröffentlichung des nachfolgenden von ihr an alle Jugendgruppen gerichteten Rundschreibens: Liebe Freunde! Mie lange noch .. .7! Wie lange noch, liebe Freunde, wollt Ihr, daß nichts für die Erfassung der herapwachse.nden Jugend für Ägubas JisrM^.'üWs'sür pen, nichts, absolut nichts für .irgend.eine Belebung der Gruppenarbeit durchdie ^Leitung geschieht? '• *;i \ Wie lange 'Üvch soll cttt’ der Spitzerem'O. D. stehen, der entweder nickst gewM oder nicht fähig ist, gefaßte Beschlüsse durchzuführen? Wie lange noch soll es möglich sein, daß nicht einmal alle 2 Jahre eine Delegiertenversammlung gemäß 8 5 der Satzungen statt- Wie lange noch soll die Leitung den Arbeitswil- : len einzelner, die Gefahr des Schlafens erkennender Gruppen, hemmen können? . Wir richten diese Frage an alle Mitglieder der deutschen Jugendorganisation, wir wählen für die Formulierung die vorstehende Form, weil wir glauben, daß sie geeignet ist, allen, denen Agudas Iisroel noch Herzenssache ist, den Ernst der Situation, wie wir sie. zu sehen glauben, vor Äugen zu führen. Wir betonen, wir sind weit davon entfernt, gegen einzelne Mitglieder des 0. B., zu polemi- ' reu. Wir haben aber die Pflicht zur Tätigkeit des O. V., insbesondere zu feiner Leitung in i